Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2007
- Issue
- No. 82 (2007)
- Date
- 2007-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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16 Norman Davies und Roger Moorhouse, "Die Blume Europas * Breslau * Wroclaw * Vrat isla via" Dieses, 2002 in deutscher Sprache bei Droemer in München erschienene, 702 Seiten umfassende Werk, das zugleich in englisch und polnisch vorliegt, ist ein gut gestaltetes und flüssig geschriebenes Buch. Es wurde unter Federführung des britischen Historikers Norman Davies gemeinsam mit Roger Moorhouse als Auftragsprojekt der polnischen Stadtverwaltung von Breslau / Wroclaw Mitte der 1990er Jahre unter Einbeziehung vieler Fachleute vor allem aus Polen und Deutschland erarbeitet. Diese Vorgeschichte muss man berücksichtigen, um Anliegen und auch manche Aussagen richtig zu verstehen. Von 1945 bis zu ihrem Zusammenbruch hatte die polnische sozialistische (kommunistische) Staatsmacht eine Geschichtsdarstellung vorgegeben, die weniger auf geschichtlichen Tatsachen und allgemein wissenschaftlich anerkannten Interpretationen fußte, als vielmehr vor allem zum Ziel hatte, den neuangesiedelten polnischen Bürgern ein Gefühl der Sicherheit in der neuen Heimat und überhaupt ein Heimatgefühl zu geben. Dadurch hatten sich bei den Neu-Breslauern aber auch Vorstellungen von der Stadtgeschichte herausgestellt, die nicht der historischen Wahrheit entsprachen und erheblich von denen der ehemaligen Einwohner der Stadt abwichen. Da erst nach 1990 auch eine offene Aussprache zwischen ehemaligen und "neuen" Breslauern (die immerhin nun auch schon in der 2. oder 3. Generation in Wroclaw/Breslau ihre Heimat haben) über die Vergangenheit stattfinden konnte, war - wie es im Vorwort - S. 9 - heißt - "zur weiteren Förderung des Aussöhnungsprozesses ein von Dr. Roland Müller, Dresden neuer historischer Überblick überaus wünschenswert". Dass aus polnischer Sicht "der Autor« weder ein Deutscher noch ein Pole» sein dürfe" ist sehr plausibel. Die Autoren haben eine Fülle von Fakten aus vielerlei Literatur über Breslau zusammengetragen, die durchweg - zumindest in Deutschland den damit befassten Historikern und interessierten Laien was die Zeit bis 1945 betrifft - bekannt sein dürften. Da gegenwärtig auch keine vergleichbare aktuelle Gesamtdarstellung der Geschichte von Breslau von einem deutschen Autor vorliegt, ist das Buch auch deshalb eine wertvolle Fundgrube. Es enthält aber auch in verschiedentlichen Zusammenhängen in den ersten 7 Kapiteln Aussagen und Interpretationen, die in ein breites Spektrum, zwischen "interessant" und in manchen Fällen aber auch "fraglich", eingeordnet werden können. Viele dieser Passagen machen aber auch zugleich das Besondere an diesem Buch aus. Im Vorwort - S. 11 - wird bereits auf eine weitere Besonderheit hingewiesen, dass in "einer Untersuchung dieser Art... Namen eine außerordentliche Rolle [spielen]". Insofern sollten die Passagen, die sich mit den vielen, d.h. angeblich unterschiedlichen Namen der Stadt befassen, wie auch die weitgehende Verwendung polnischer Namensformen an erster Stelle, wo selbst im historischen zeitlichen und örtlichen Umfeld im deutschen Sprachgebrauch entsprechende deutsche Namen gebräuchlich waren (z. B. Jadwiga [Hedwig])), auch nicht überbewertet werden. Bei der Fülle des Materials und der geschilderten einzelnen Geschehnisse sowie der Absicht, ein gut lesbares Buch zu schaffen, ist es aber auch unausbleiblich, dass Lücken und Fragen entstehen. Die mit dem Buch und seinen gelegentlichen Zuspitzungen hervorgerufene Anregung zu weiteren vertiefenden Studien ist geradezu als besonderer Vorzug zu werten. Die Vernichtung der Festung Breslau, die im Prolog kurz und knapp geschildert wird, ist der treffende Einstieg in das Thema. Die Feststellung im ersten Kapitel, dass ein historischer Rechtsanspruch auf Schlesien oder seine Hauptstadt einer gegenwärtigen Nation, der sich aus der "grauen" Vorgeschichte ableiten ließe, eine fragwürdige Fiktion ist, dürfte sowohl eine richtige als auch kluge Antwort auf pseudowissenschaftliche Rechthaberei verschiedener Seiten sein. Die Kompliziertheit der Herrschaftsverhältnisse und der davon betroffenen Völkerschaften wird auch im Kapitel zwei deutlich. Oft wird geschildert, dass Herrschaftsbereiche nicht mit der an den jeweiligen Orten ansässigen oder betroffenen Bevölkerung, die sich durch ihre Sprachen und Dialekte unterschied, übereinstimmte. Im 2. Kapitel wird die Periode der innerschlesischen Machtkämpfe und der territorialen Zersplitterung beschrieben. Die Einführung des Rechtes deutscher Städte und dass sich damit zugleich die / eine deutsche Mundart durchsetzte, ohne dass Stadt und Gebiet deshalb schon staatsrechtlich (herrschaftsrechtlich) "deutsch" wurde, wird dargestellt. Das frühe Nebeneinander von polnischer Bevölkerung, jüdischen Händlern und deutschen Siedlern, die allesamt eine Verfügungsmasse von um Macht und Einfluss (Fortsetzung auf Seite 17) mmmmsmfsmsmsk * ,