Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2007
- Issue
- No. 82 (2007)
- Date
- 2007-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
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14 Gedenkstätte Sachsenhausen erinnert an den 62. Jahrestag der Befreiung Am 22. April lud die Gedenkstätte Sachsenhausen gemeinsam mit dem Internationalen Sachsenhausen Komitee zu einer Gedenkfeier anlässlich des 62. Jahrestages der Befreiung der Häftlinge des KZ Sachsenhausen. Vor Beginn der zentralen Gedenkfeier an der Station Z. wurde in Anwesenheit zahlreicher ausländischer Gäste in vielfältigen Gedenkzeremonien an dezentralen Orten an ehemalige Häftlinge und Ermordete gedacht, darunter die Gefangenen aus England, Luxemburg, Frankreich und den osteuorpäischen Ländern. Bereits am Vormittag wurde in Anwesenheit des Botschafters Wladimir Skworzow eine Gedenktafel enthüllt, die an die unbekannte Zahl von Menschen erinnert, die zwischen 1941 und 1945 aus dem Gebiet der heutigen Republik Belarus von den Nationalsozialisten in das KZ Sachsenhausen deportiert worden waren. Die aufwändig gestaltete Tafel ergänzt damit weiter die stetig wachsende Zahl an Gedenktafeln, die an der Lagermauer links vom ehemaligen Eingang an einzelne Opfergruppen erinnern, und weist auch auf die intrnationale Dimension der nationalsozialistischen Verbrechen hin. Wie schon in den Vorjahren wurde der europäische Rahmen der Gedenkstätte durch die Gedenkfeiern eindrücklich vor Augen geführt. Auf diese europäische Dimension der Gedenkstätte wies auch der Präsident des Internationaligen Sachsenhausen Komitees, Pierre Gouffault, der sich kurzfristig durch Roger Bordage, Überlebender des KZ Sachsenhausen und Vizepräsident der französischen Amicale, vertreten lassen musste, in seiner Ansprache hin. Zuvor nahm er allerdings einführend Bezug auf die Streitigkeiten des vergangenen Jahres: "Im zweistündigen Gespräch erfolgte ein Austausch über die jeweiligen Positionen. Alle Teilnehmer stimmten darin überein, dass die zweifache Geschichte von Sachsenhausen eine differenzierte und sensible Betrachtung erfordere und dass Ungleiches nicht gegeneinander aufgerechnet werden sollte. Die öffentliche Würdigung anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Sachsenhausen wird in Zukunft - wie in der Vergangenheit - nur den Opfern der Nazi- Barberei gelten. Dies ist unabdingbar, um die Gefühle der Überlebenden und ihrer Angehörigen nicht zu verletzen. An dieser Stelle möchte ich im Namen des Internationalen Sachsenhausen Komitees dem Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, Herrn Matthias Platzeck, meinen Dank aussprechen, der uns in unserer Aktion zugunsten der Verteidigung der Erinnerung an die Opfer der Jahre 1936 bis 1945 unterstützte. In den letzten 62 Jahren hat nahezu jeder Überlebende versucht, zunächst sich wieder aufzubauen, das Trauma des tragisch Erlebten so gut es ging in den Griff zu bekommen, aber auch zum Wiederaufbau seines Vaterlandes beizutragen. Dies waren große Aufgaben, die sich in jedem einzelnen Land unseres Europas als besonders schmerzhaft, schwierig und langatmig erwiesen haben." Die getroffene Entscheidung ist sicher nicht nur historisch korrekt, sondern im Hinblick auf die gebotene Differenzierung notwendig, auch wenn es eine Reihe von doppelt Verfolgten gab, die in Sachsenhausen unter beiden Diktaturen inhaftiert waren; es bleibt zu hoffen, dass diese Opfer der NKWD-Lager darüber nicht in Vergessenheit geraten, sondern sich bei anderer Gelegenheit ebenfalls in der Öffentlichkeit Gehör verschaffen können. Der Ministerpräsident des Landes Brandenburg Matthias Platzeck betonte in seiner Ansprache eindringlich die Veranwortung, die Deutschland aus der Geschichte erwachsen ist: "Es gibt kein Ausweichen vor der Geschichte: die Anerkennung der besonderen Verantwortung unseres Volkes und das Eintreten für die Menschenwürde sind ein Fundament, auf dem unser demokratischer Staat fußt." Gerade das Eintreten für die Menschenwürde und Menschenrechte sind eine Errungenschaft, die unsere Zukunft sichert, wie Platzeck weiter ausführte: "Mir ist besonders wichtig, an die Zukunft zu denken, an die heutigen Kinder und an deren Kinder. Wir sind es, die in der Verantwortung stehen, das Vermächtnis der Opfer zu erfüllen. Wir stehen in der Verantwortung, alles zu tun, dass sich diese Geschichte nicht wiederholen kann. Wir Erwachsene sind Vorbild. Nur wenn wir diese Rolle überzeugend ausfüllen, wird sich unsere Hoffnung erfüllen, dass unsere Jugend alles tun wird, dass sich das unfassbare Verbrechen des Dritten Reiches nicht wiederholt." Die Gedenkstätte Sachsenhausen leistet dazu einen wertvollen Beitrag. Sie setzt sich in beispielhafter Weise für eine Erinnerungsarbeit ein, die positiv für die Demokratie in Europa ist, wie auch Gouffault in seiner Rede betonte: "Uns, die ehemaligen KZ-Häftlinge, hat das von der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten entwickelte und umgesetzte Modell überzeugt. Darin ist die Stiftung eine selbständige Einrichtung, die in ihren Aktivitäten von den Betroffenenverbänden sowie Vertretern der historischen Forschung unterstützt und beraten wird und die unter der Leitung eines wissenschaftlich kompetenten Leiters - wie Herr Professor Morsch - steht, der mit genügender Souveränität ausgestattet ist, um die von den Betroffenenverbänden und den Forschern (Fortsetzung auf Seite 15)