Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2007
- Issue
- No. 82 (2007)
- Date
- 2007-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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13 Suchanzeigen Chana Gradenwitz (geb. Freyhan) s.A. Ich erfülle hiermit die traurige Pflicht, vom Ableben meiner so lieben Schwägerin zu berichten. Frau Chana Gradenwitz, geb. Freyhan verließ uns am 27. Nissan nach langem scheren Leiden im Alter von 86 Jahren, tief betrauert von ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln und alle, die sie kannten. Zusammen mit ihrem unvergessenen Mann, Lutz-Arjeh Gradenwitz bauten sie ihr Haus auf im besten jüdischen Sinne. Ich kannte Chana seit ihrer Kindheit, solch ein fröhliches Wesen, gute Kameradschaft und liebevolles Kind - so erinnere ich mich an sie. Wir gingen in dieselbe Schule und waren Mitglieder im Esra und unsere Väter beteten in derselben Synagoge (Pinchas Schul). Dann wurde ich ihre Schwägerin und die Freude war allerseits groß! Chana war immer bereit zu helfen überall, wo Hilfe nötig war. Diese Eigenschaft behielt sie ihr ganzes Leben. Chana war auch sehr musikalisch: Sie spielte Cello, ihr Vater Viola (Bratsche) und ihr Bruder Geige. Und so musizierte im Haus Freyhan ein kleines Kammermusikorchester. Viele Jahre lebte ihre Mutter, Frau Fanny Freyhan, bei Familie Gradenwitz und wurde mit großer Liebe und Achtunq in bester Harmonie dort fast 100 Jahre alt! Chana war mir lieb und teuer und gehört zu den Menschen, die man nicht vergißt! Ihr Andenken sei zum Segen. Rachel Prichen-Freyhan, geb. Schneller (Fortseirung von Seite 12) "Jekkes" sein, mit denen man machen kann, was man will? In seinr großen Aufregung machte mein Vater viele grandiose Pläne: Er wird sich bei dem Vorgesetzten bei der Polizei beschweren; er wird am Schabbat in der Synagoge die Sache bekannt geben, u.s.w. All diese Ideen erschienen uns unpraktische, vielleicht sogar gefährlich. Unterdessen kamen Kunden ins Geschäft, wir Kinder mussten schnell zur Schule - die Diskussion wurde vertagt. Erst am späten Abend kamen wir endlich darauf zurück, aber meine Mutter lächelte: "Ich glaube, die Sache ist erledigt." Wir waren sehr überrascht: "Wie? Wer?" "Ganz einfach", sagte meine Mutter, "als die Frau des Polizisten am Vormittag einkaufen kam, schrieb ich auf ihre Rechnung auch den Preis eines Brotes und erklärte sehr höflich: das ist für das Brot, das Dir Dein Mann heute Morgen mitgebracht hat." Die Frau errötete ein wenig, nickte zustimmend und bezahlte die Rechnung. So einfach!! Mein Vater konnte sich noch nicht beruhigen: "Was soll das heißen? Ein Polizist stiehlt täglich Brot von seinen Nachbarn, einem neuen Einwanderer und da soll ich schweigen? Wo bleibt die Gerechtigkeit? Meine Mutter sagte: "Ich bin nicht weniger erschüttert wie Du, aber wenn wir daraus einen großen Skandal machen, schaden wir uns selbst viel mehr als ihm. Ich glaube, er hat schon sehr gut verstanden, dass wir uns zu helfen wissen, ohne viel Lärm zu schlagen." So blieb es dabei - wenn früh ein Brot fehlte, schrieben wir es ganz einfach auf die Rechnung mit den anderen Einkäufen. Mit der Zeit sahen wir, wie klug meine Mutter das Problem gelöst hatte - statt einem potentiellen (und nicht ungefährlichen) Feind, hatten wir einen wohlgesinnten Nachbarn, der uns bei der Polizei hin und wieder zu Nutzen kam. .Wir haben vor kurzem entdeckt, dass die Vorfahren meiner Frau im 19. Jahrhundert in Breslau gelebt haben. Ich stand mit einem Herrn in der U.K. in Verbindung, dessen Familie 1938 aus Breslau auswanderte und habe mit ihm Familienangaben verglichen, um eventuelle Verbindungen zu finden, aber ohne Ergebnis. Wir haben die folgenden Informationen gesammelt: Der Urgroßvater meiner Frau war Franz Juliusberg. Seine Eltern waren Isidor Juliusberg und Klara Mendel. Isidor war in Breslau Arzt und ein praktizierender Jude. Ihr Sohn Franz wurde am 22. Dezember 1865 in Breslau geboren. Er ging 1884 nach Hamburg und hat sich dort niedergelassen. Er heiratete Johanna Sara Nathusius und starb am 8. Februar 1936. Vorigen Sommer waren wir in Breslau und besuchten einen der Friedhöfe, wo es jetzt ein umfassendes Register der Gräber gibt. Wir fanden einen Juliusberg, der unserem besten Wissen nach keine Verbindung mit unserer Familie hatte. Wie gesagt, haben unsere Kontakte mit Nachkömmlingen anderer Juliusbergs bisher keine Familienverbindungen aufgeschlossen. Juliusberg scheint ein sehr ungewöhnlicher Name zu sein, der geschichtlicherweise scheinbar nur im Zusammenhang mit Breslau und Polen erscheint. Ich hätte mit grossem Interesse erfahren, ob eventuell frühere Breslauer, die sich an die jüdische Gemeinde dort erinnern, auf den Namen Juliusberg gestoßen sind, und weitere Auskünfte haben, die mir nützlich sein könnten. Vielleicht ist es Ihnen bekannt, dass es einen hervorragenden Träger des Namens Juliusberg gab, und zwar Fritz Juliusberg, ein berühmter Dermatologe aus Breslau, der 1939 in Deutschland gestorben ist. Auch für ihn habe ich bis jetzt keine Verbindung zu unserer Familie gefunden. Ich verbleibe, mit meinen besten Wünschen für Sie und die Mitglieder Ihres Verbandes, Roger Lilley 71, Holbrook Road, Cambridge CB1 7SX England