Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2007
- Issue
- No. 82 (2007)
- Date
- 2007-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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9! (Fortsetzung von Seite 8) aschkenasische und italienische Juden auf der Wahrung ihrer Tradition, so der Arzt Joseph del David, der eigens verfügt, dass der Grabstein am Kopfende des Grabes aufgestellt werde, was er interessanterweise verallgemeinernd als "jüdischen Brauch" bezeichnet. Umgekehrt sahen sephardische Testatoren ihren eigenen Usus als "normal" an, wenn sie sich "einen normalen Stein (hua pedra ordinaria) ausbaten. Die außerordentlich präzisen Anweisungen, die in den Testamenten zu finden sind, erweisen die gute Kenntnis dieser Konventionen und auch der örtlichen Gegebenheiten, in die sie sich einfügte. So verlangte 1626 Gabriel Jesurun Dias, ein ponentinischer Sepharde, dass bei der Auswahl seines Begräbnisplatzes der Untergrund, der nur knapp über Meereshöhe liegt und viele feuchte Stellen aufweist, mit besonderer Sorgfalt geprüft werden solle. Die Grabplatte solle flach auf das Grab gelegt und als Substruktion ein etwa 20 cm hohes Mäuerchen ringsum errichtet werden. Dias bestand darauf, dass sein Grabstein keinesfalls senkrecht aufgestellt werden dürfe, denn diese Gepflogenheit erkannte er, wie man dem Text entnehmen kann, als aschkenasisch. Besuchen wir heute auf dem Lido seine Grabstätte, so stellen wir fest, dass sein letzter Wunsch nicht in Erfüllung gegangen ist: Der für ihn gefertigte Grabstein ließ nur eine senkrechte Aufstellung zu. Das Beispiel zeigt, dass es zur Ausbildung und Bewahrung distinkter Sepulkraltraditionen nicht genügte, dass der Sterbende seine Vorstellungen präzise äußerte und notariell beglaubigen ließ: Seine Angehörigen mussten dies auch entsprechend in Auftrag geben und schließlich die Steinmetze den Auftrag ohne Fehler ausführen. Dies gelang auch in der Mehrzahl der Fälle. Ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts bewegt sich die Gestaltung der Grabmale in einem unschwer erkennbaren ästhetischen Rahmen, der in Venedig einige serielle Typen hervorgebracht hat, deren Regelmäßigkeit den Angehörigen jeder natione bekannt war. Weil sich diese Vorstellungen in der Anfangszeit des Ghetto an einigen wenigen Vorbildern orientieren mussten, blieb die Machart der Steine auch im Laufe der Zeit so einheitlich, dass diese Gleichförmigkeit dem cimitero noch heute einen bleibend harmonischen Eindruck verleiht. Auf diese Konformität berief sich ganz selbstverständlich, wer den schlichten Wunsch äußerte, sein Grabstein möge "wie üblich", com’e usanza, gestaltet werden. Neben den Wünschen zur Art und Ausführung des Denkmals enthalten die Testamente auch weitere Hinweise auf das gesellschaftliche Zugehörigkeitsbewusstsein. Meist wird nämlich die Beisetzung in der Nähe von Angehörigen gewünscht, wobei Blutsverwandten vor angeheirateten Familienangehörigen der Vorzug gegeben wird. Damit manifestiert sich auch hier die klare Tendenz zur innerjüdischen, ja selbst innergemeindlichen Gruppenbildung, die über den Tod hinaus sichtbar bleiben soll. Die später immer wieder vorgenommenen willkürlichen Umlagerungen der Steine haben diese gewachsenen Gruppierungen allerdings zerstört. Die Testatoren äußerten ihre Zugehörigkeit, wie wir sehen, in einem Streben nach Kontinuität, das sich aber nicht nur auf die Zeichensprache der Denksteine, sondern auch auf die Welt der nach ihnen Lebenden erstreckte. In manchen Testamenten werden zukünftige Ehen angebahnt und bei der Auswahl des Ehepartners besonderer Wert auf Endogamie gelegt: eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Stabilität der ethnoreligiösen Gemeinschaft. Die Gruppenzugehörigkeit aber war nicht etwa lokal definiert, sondern kulturell, denn sie erstreckte sich weit über Venedig hinaus auf die gesamte aschkenasische oder sephardische Diaspora. Die venezianischen Juden zeigten auch in den Traditionen ihrer Grabmäler Gruppenidentität, im Bewusstsein um die Andersartigkeit untereinander und gegenüber der christlichen Mehrheitsgesellschaft. "Kalonymus", 9. Jhrg. 2006, Heft 2 löere den/ . . . Es tat mir natürlich sehr leid, zu hören (obwohl ich darauf vorbereitet war), dass der Verband nun aufgelöst werden muss. Da wohl die meisten Mitglieder in den achtziger Jahren sind, ist das wohl eine natürliche Konsequenz. Unsere Erinnerungen an Breslau können wohl kaum gute sein, wir schon alt genug waren, zu begreifen, was die Nazi-Regierung mit uns und besonders mit unseren Eltern und Familien gemacht hat. Wir, die glücklicherweise noch herauskommen konnten, haben wohl ein besseres Leben im Ausland angefangen, viel besser als unser Leben in Deutschland gewesen wäre, wo Antisemitismus die Regel, sogar vor Hitler (1933) war. Obwohl der Antisemitismus noch überall besteht, sind wir von Gesetzen geschützt. Und sollen wir nicht vergessen, dass in Deutschland 1933-1945 die meisten treue Nazis waren. Also, alles Gute und Schalom. Anita Kempinsky-Heller PO. Box 1337, Huntington, N.Y. 117, U.S.A. •kiele .Im Andenken für meinen Mann, Günter Goldschmidt, früher Breslau, sende ich Ihnen einen Scheck. Es tut uns sehr leid, dass Sie Schwierigkeiten zur Unterhaltung der "Mitteilungen" haben. Ich selber bin keine Breslauerin und kann Ihnen keinerlei Erfahrungen mitteilen. Günther hat immer die "Mitteilungen" mit Interesse gelesen und ich tue es auch, obwohl ich keinerlei Verbindung zu Breslau habe. Ich wünsche Ihnen guten Erfolg. Mit freundlichen Grüßen Schalom Irmgard Goldschmid kkk ... I am highly interested in the continuation of the Mitteilungen, as they are a reminder of my roots in the Jewish community in Breslau. With best wishes, Professor Miriam Ben-Peretz 26 Hakidron Street Haifa 34463 wy>yy>yyy/y>y/yy//ymmi yyyyyyy