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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2006-01-01 · No. 81 (2006) · p. Seite 19

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2006
Issue
No. 81 (2006)
Date
2006-01-01
Page
Seite 19 (sequence 411)
Language
German
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Eva Wohl So einfach liegen die Dinge nicht. Erinnerungen. Von Deutschland nach Israel Königswinter: Edition Lampertz 2004 ISBN 3-933070-47-3 144 Seiten mit vielen Fotos Der von Astrid Mehmel herausgegebene Band schildert die Erinnerungen der 1919 in Kiel als Tochter des Mathematikers Otto Toeplitz geborenen Eva Wohl. Eva Wohl, die im März 1939 nach Israel emigrieren konnte, hat ihre Erinnerungen auf Deutsch geschrieben, angeregt durch einen Besuch in Berlin im Jahr 2000. Für ihre Familie wurde das Buch 2002 ins Hebräische übersetzt, der deutschsprachige Leser hat nun dank des Verlags Lempertz, der Deutsch- Israelischen Gesellschaft und der Familie Wohl das Privileg, die Lebensgeschichte einer deutschen Jüdin im 20. Jahrhundert im vorliegenden Buch nachlesen zu können. Eva Wohl beginnt mit einer kleinen Zeitreise, in der sie die Geschichte ihrer Familie erzählt-der ihrer 1886 in Berlin geborenen Mutter und der des 1881 in Breslau geborenen Vaters und schließlich ihre eigene Kindheit in einer Zeit, in der sich das Leben erheblich von dem heutigen unterschied. 1928 erhielt der Vater den lange erwarteten Ruf an eine renommierte Universität und die Familie zog nach Bonn. Schulwechsel und weitere Kindheitserlebnisse folgen, bis 1933 der Aufstieg des Nationalsozialismus erste Auswirkungen zeigt: Die Karriere von Evas Bruder Walter als Jurist endet durch die nationalsozialistische Gesetzgebung nach einmonatiger Referendariatszeit am 30.04.1933. Evas Vater, der sich inzwischen als Wissenschaftler einen Namen gemacht hatte, konnte bis 1935 im Amt bleiben - er war eine Ausnahme, das Recht, Prüfungen abzunehmen, war ihm allerdings entzogen worden. Eva, deren Mitschülerinnen nun dem BDM angehörten, wurde von einem Tag zum anderen eine schlechte Schülerin, ohne zu verstehen, was vor sich ging und musste schließlich die Schule wechseln. Ihr Vater wurde mit 53 Jahren mit 60% des Gehalts zwangspensioniert, die Familie musste ihre Wohnung aufgeben und umziehen. Walter war inzwischen nach Südafrika emigriert, wo er mit seiner juristischen Ausbildung nichts anfangen konnte und im Alter von 27 Jahren an den Folgen einer Lungentuberkulose starb, an der er noch in Deutschland erkrankt war. Evas Bruder Erich verließ Deutschland 1936, um als Flötist im neu gegründeten "Palestine Orchestra" mitzuwirken. Eva selbst wurde 1933 Mitglied der jüdischen Jugendorganisation "Werkleute", ein Bund, der seine Wurzeln in der deutschen "Wandervogelbewegung" hatte. Die Gruppe befasste sich mit den Ideen des Zionismus, lernte Hebräisch und bereitete sich auf die Auswanderung nach Palästina vor. Doch das war noch ein weiter Weg, beginnend mit der schleichenden Diskriminierung in Deutschland, die 1938 in der "Kristallnacht" offen zutage trat. Doch auch in Palästina war das Leben nicht einfach - die Einwanderer hatten mit der Sprache, dem ungewohnten Klima und dem Ungeziefer zu kämpfen. Und nicht zuletzt hatten sie auch im Militärdienst das Land zu verteidigen - Frauen waren davon nicht ausgenommen. Für das entgangene Abitur erhielt Eva Wohl 5000 Mark "Wiedergutmachung" - die angestrebte akademische Ausbildung konnte das Geld aber nicht ersetzen. 1981, anlässlich der Feierlichkeiten des 100. Geburtstages ihres Vaters, erhielt Eva Wohl zum zweiten Mal eine Einladung nach Deutschland, die sie nun nicht ablehnen konnte - eine zögerliche Annäherung an die Vergangenheit, die sie nicht bereut hat. Und 1983 konnte sie sich den lange ersehnten Wunsch erfüllen und auch noch ein Studium abschließen. Ein Lebenslauf mit Hindernissen, der Bewusstsein für die Probleme der Verfolgten des Nationalsozialismus schafft, die das menschenverachtende Regime zwar überleben konnten, aber deren Leben doch vollkommen anders verlief als erwartet. Nikoline Hansen "Die Mahnung", 1.4.2006

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