Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2006
- Issue
- No. 81 (2006)
- Date
- 2006-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 405)
- Language
- German
- Belongs to
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13 (Fortseirung von Seite 12) diesen Momenten gehören viele Begegnungen hier bei uns, in anderen deutschen Städten, aber auch in Israel, den USA, Frankreich und der Schweiz, die ergreifend und berührend für mich waren. Erst wenige Wochen zurück liegt die bewegende Begegnung mit Dr. Henri Bloch. Seine Familie wohnte in Freiburg, in der Reichsgrafenstraße 16, wo für seinen Vater ein Stolperstein liegt. Die Familie ist im Juni 1936 nach Frankreich geflohen, der Vater ist im damals als Gestapo-Hauptquartier dienenden Hotel Excelsior in Nizza grausam zu Tode gefoltert worden. Die Mutter mit den zwei Kindern überlebte knapp in wechselnden französischen Verstecken. So konnten wir Henri Bloch, früher Karl- Heinz, dessen Aufenthaltsort wir aber erst ausfindig machen mussten, einige ihm unbekannte Details seiner Familiengeschichte liefern. Er revanchierte sich mit der Kopie einer handgeschriebenen Liste, die seine Mutter auf Bitte des Vaters von den im KZ Gurs befindlichen Freiburgerinnen und Freiburgern zusammengestellt und durch den Krieg gerettet hatte. Der Vater, der sich illegal außerhalb des Lagers Gurs aufhielt, hatte einen Teil der Freiburger Lagerinsassen mehrfach mit Lebensmitteln versorgt. Sicherlich nur eine Fußnote im Schicksalsbuch der Freiburgerinnen und Freiburger in Gurs, aber doch eines der Zeugnisse von Mut und Menschlichkeit, auf die wir bei unserer Arbeit immer wieder stoßen. So sind die Wirkungen vielfältig, die von den kleinen Messingplatten im Boden ausgehen. Auch diejenigen, die sich aus der Verantwortung für das, was geschehen ist, stehlen wollen, können nun nicht mehr einfach übersehen, sondern müssen hinschauen. Diejenigen, welche sich bücken, um Genaueres zu erfahren, werden eine Ahnung von dem bekommen, was sich damals an Unvorstellbarem auch in der Stadt Freiburg ereignete. Wir stehen an der Schwelle jenseits derer Erinnerung zur Geschichte, zur Vergangenheit wird. Solange aber Opfer leben - und auch deren Nachfahren sind Opfer nach einer Definition Yad Vashems - schulden wir ihnen unter anderem diese Form von Erinnerungsarbeit in die auch die nachwachsenden Generationen einbezogen werden müssen. In diesem Sinne bin ich dankbar für das, was viele Jugendliche leisten, angeleitet von verantwortungsbewussten Lehrerinnen und Lehrern, die sich hier entsprechend engagieren. Dies stimmt hoffnungsvoll im Hinblick auf den Zweck, der auch mit den Stolpersteinen geleisteten Erinnerungsarbeit. Es muss verhindert werden, dass sich das wiederholt, was auch in unserer Stadt Menschen Menschen angetan haben. Das kommt in einem Gedicht der ebenfalls nach Gurs deportierten Gertrud Friedberg zum Ausdruck: Die Frauen kämpfen gegen llot's Tücken Verzweifelt sich bemühen, im Schlamm nicht zu ersticken. Da hocken wir, die wir aus Deutschlands Mauern Auf strohgefülltem Sack zu ebner Erde kauern. Wir, die wir leiderfüllt, doch trutzig auch vereint, Dass bald uns armen Juden die Sonne wieder scheint Warm durch ein! hohes Fenster, Wir missen es gar sehr Auch Tisch und Stuhl und Schränke, Die kennen wir nicht mehr. Ach, es fehlt uns hier an Allem. Gertrud Friedberg wurde zunächst vom KZ Gurs in das KZ Drancy deportiert. Von dort aus wurde sie in einem Transport mit genau 999 anderen Opfern am 10. August 1942 nach Auschwitz transportiert. Diesen Transport hat nur ein einziger Mann überlebt. -HEINRICH ROSEN BERG J6.1923 DEPORTIERT 1940 si^rs ermordet 1942 in AUSCHWITZ * * v * * HIER WOHNTE DR.GEKTRUQ' LUCKN ER J6.19Q0 VERHAFTET 1943 KZ RAVENSBJÜo\ TGOESMARSCH T4b ÜBER LE Bf VSS/AW/S/SSAVA :