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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2006-01-01 · No. 81 (2006) · p. Seite 7

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2006
Issue
No. 81 (2006)
Date
2006-01-01
Page
Seite 7 (sequence 399)
Language
German
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Die deutsche Sprache im jüdischen Staat Von Gabriel Holzer Theodor Herzl wurde zwar in Ungarn geboren, aber seine Muttersprache war Deutsch. Als er einen Staat für das jüdische Volk plante, schlug er vor, dass die Bürger nicht Hebräisch, sondern gerade Deutsch sprechen sollten. In ihrer ganzen Geschichte aber beteten die Juden in Hebräisch und studierten in dieser Sprache auch die Heiligen Schriften. Herzl jedoch stand der jüdischen Religion und damit auch der jüdischen Sprache fremd gegenüber. Auch bei den verschiedenen Zionistenkongressen bis zum ersten Weltkrieg wurden die meisten Diskussionen in Deutsch oder in Jiddisch (Kongressdeutsch) geführt, ebenso in den Büros der Zionistischen Organisation, deren Zentrale sich in Deutschland befand. Herzl hoffte zunächst, dass Deutschland auf die Türken, in deren Besitz sich damals Palästina befand, einwirken werde, einen jüdischen Staat zu unterstützen. Aber seine Bitte an den deutschen Kaiser in dieser Beziehung im Jahre 1898 verlief ergebnislos. Um seine Stellung im Nahen Osten zu verstärken, verbündete sich Deutschland mit der Türkei und versuchte, sie zu modernisieren. Auf Grund dieser deutschen Aktivität war Deutsch auch bei den palästinensischen Juden verhältnismäßig ziemlich verbreitet. Die Post im Lande stand unter österreichischer Verwaltung und Juden, die es sich erlauben konnten, schickten ihre Kinder zur Ausbildung nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz und diese kehrten dann natürlich mit deutschen Sprachkenntnissen zurück. Im Jahre 1907 wurde in Jerusalem von deutschen Juden das Krankenhaus "Scha'are Zedek" gegründet, dessen Verwaltung Jahrzehnte lang rein deutschsprachig war. Im Jahre 1913 wollten deutsche Juden in Haifa eine technische Hochschule finanzieren, mit Deutsch als Hauptsprache. Es kam zu einem Streit mit Anhängern der hebräischen Sprache, der dann allerdings wegen Ausbruch des Weltkrieges beigelegt wurde. Im ersten Weltkrieg befand sich in Palästina eine Anzahl deutscher Truppen, vor allen Dingen Offiziere, die mit Deutsch sprechenden Juden in Verbindung standen. In der Mandatszeit (1920-1948) war Deutsch natürlich zu Gunsten Englisch weniger verbreitet, wenn auch nach Gründung der Hebräischen Universität (1925) Deutsch sprechende Wissenschaftler einwanderten. Der Hauptstrom der Deutsch sprechenden Einwanderer kam in den Jahren 1933-1942 ins Land und die meisten verlangten nach deutscher Kultur. Bald erschienen für sie auch deutsche Tageszeitungen und andere Zeitschriften. Die größte Auflage, mehr sogar als alle alteingeführten hebräischen Tageszeitungen, erreichte "Blumental's Neueste Nachrichten", dessen Inseratenteil auch von nichtdeutschen Juden bevorzugt wurde und dementsprechend auch finanziell sehr erfolgreich war. Allerdings setzte nun eine Gegenbewegung gegen Deutsch ein, weil die Sprache Hitler's verfemt war und die Vorherrschaft von Hebräisch bedroht schien. Deutsche Reklameschilder wurden zerstört und es kam sogar zu Sprengstoffanschlägen gegen die Redaktion der Zeitung. Diese Einwanderer brachten nicht nur Kapital ins Land, sondern auch Fachkenntnisse und einen Sinn für Ordnung. Als in Tel Aviv eine Börse gegründet wurde, fanden die Transaktionen in den ersten Jahren in Deutsch statt. Deutsche Bücher und Zeitschriften wurden im Lande hergestellt oder eingeführt. Wie viele Witze gibt es über die "Jeckes", denen man selbst in Hebräisch den deutschen Akzent anmerkt? Aber mit Gründung des Staates Israel (1948) und der Massen-Einwanderung von nicht Deutsch sprechenden Juden ist natürlich der Anteil der Deutschsprechenden gewaltig zurückgegangen. Die meisten von ihnen haben ja auch inzwischen Hebräisch gelernt oder sie sind verstorben. Die jüngere Generation ist, im allgemeinen, an Deutsch nicht sehr interessiert, im Gegenteil, manche schämen sich sogar. Es besteht zwar eine deutsche Tageszeitung mit sehr geringer Auflage, die hauptsächlich in Altersheimen und von deutschen Touristen gelesen wird. In letzter Zeit besteht jedoch wieder ein gewisses Interesse an der deutschen Sprache in Israel. Wirtschaftliche und kulturelle Verbindungen und auch gegenseitige Touristik benötigen Deutschkenntnisse und das Goethe- Institut hat in dieser Hinsicht Erfolge aufzuweisen (Vorträge, Filme und Bibliothek in Deutsch, Sprachkurse, usw.) 14.05.06

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