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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2006-01-01 · No. 81 (2006) · p. Seite 8

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2006
Issue
No. 81 (2006)
Date
2006-01-01
Page
Seite 8 (sequence 400)
Language
German
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•3&!S!3g% 8 3^ä3S£^SB£fö^3S88£:E;:^l38SS^SS3E^@SSSSSGSS%:i Er hat sich um unser Land verdient gemacht Zum Tod von Paul Spiegel Die Nachricht kam nicht wirklich überraschend. Dennoch löste sie bei vielen Menschen Bestürzung aus. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, ist am frühen Morgen des 30. April in einer Düsseldorfer Klinik gestorben. Zuletzt Mitte März konnte man in einigen Zeitungen lesen, Ärzte hätten Spiegel in ein künstliches Koma versetzt, um seine Genesung zu erleichtern. Dass Spiegel Herzbeschwerden hatte, war kein Geheimnis. Eine Krankheit, die zu Blutkrebs führen könne, war auch kolportiert worden. Genaues hingegen wurde nicht bekannt. Sowohl der Zentralrat der Juden in Berlin als auch die jüdische Gemeinde seiner Heimat Düsseldorf schwiegen beharrlich. Irgendwie hofften alle auf ein Wunder. Das aber blieb aus. Spiegel war nicht mehr zu retten. Mit nur 68 Jahren endete er sein Leben. Das wohl schwierigste Amt dieser Republik hat ein weiteres Opfer gefordert - wie seinen Vorgänger im Amt Ignaz Bubis s.A. Auch er erlag den ungezählten Terminen, der ständigen Bewachung durch Leibwächter, dem Stress rund um die Uhr. Paul Spiegel stammte aus dem westfälischen Reiterstädtchen Warendorf. Dort war sein Vater Hugo ein erfolgreicher Viehhändler. In der Progromnacht 1938 schlagen ihn Nazis halb tot. Die Familie flieht nach Brüssel. Doch 1940 besetzen deutsche Truppen Belgien. Den ständigen Razzien fallen Hugo und Pauls Schwester Roselchen zum Opfer. Der Vater überlebt mehrere KZs, das Mädchen wird in Auschwitz ermordet. Die Familie erfährt das erst 1999, Paul und seine Mutter rettet der Untergrund. Bei der Befreiung finden sich Pauls Eltern und er. Der Vater will "zurück nach Hause", nach Warendorf. Sein Sohn spricht kaum ein Wort deutsch. Schließlich hat er entscheidende Jahre in Brüssel gelebt, französisch gesprochen. Dennoch fasst er Fuß, wird Journalist, gründet in Düsseldorf eine Agentur, betreut und vermittelt Künstler, engagiert sich nebenbei in der Gemeinde, rückt in den Zentralrat vor, wird Stellvertreter von Ignaz Bubis s.A. Der stirbt 1999. Spiegel ist der natürliche Nachfolger. Dennoch erreicht er bei der entscheidenden Wahl nur fünf von insgesamt acht möglichen Stimmen. Als er das Ergebnis in Berlin bekannt gibt, ist ihm die Anstrengung anzusehen. Er fürchtet die großen Schuhe seines Vorgängers. Doch Spiegel wächst rasch in das neue Amt hinein. Er engagiert sich, spricht, wenn andere schweigen, wird zu einer festen Instanz in der Gesellschaft der Bundesrepublik. Wo immer Friedhöfe oder Synagogen geschändet, Einrichtungen anderer Minderheiten angegriffen, Ausländer angefeindet oder geschlagen werden - Spiegel ist zur Stelle. Das findet auch in anderen Ländern Anerkennnung. In Israel ist er ein gern gesehener Gast. Er freundet sich mit Staatspräsident Moshe Katzav an. Der folgt Spiegels Einladung zur Einweihung der Synagoge in Wuppertal. Nach zähen Verhandlungen schließen Bundesregierung und Zentralrat einen Vertrag, der die finanzielle Existenz der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland sichert. Spiegel ist ständig unterwegs, das Amt reibt ihn auf. Besorgte Fragen nach seiner Gesundheit tut er ab. Es geht um die Sache, nicht um ihn. Einem Herzinfarkt folgen andere Beschwerden, schließlich eine Blutkrankheit. Der Kreislauf ist geschwächt. All das bringt ihn Anfang des Jahres in eine Klinik in Düsseldorf. Er hofft,, wieder gesund zu werden. Eine trügerische Hoffnung. Während in Dachau die Befreiung des Lagers vor 61 Jahren gefeiert wird, kommt die Nachricht aus Düsseldorf: Paul Spiegel ist tot. Der Verlust trifft nicht nur die gut 100.000 Juden in Deutschland, er »trifft die ganze Gesellschaft. Einen Nachfolger zu finden, dürfte schwer sein - nicht nur wegen des aufreibenden, Kräfte verschleißenden Amtes. Vielleicht fällt die Wahl auf Salomon Korn, der die Gemeinde in Frankfurt leitet. Doch der Architekt und Intellektuelle Korn weiß, was auf in zukommen könnte. Niemand sollte ihm einen Vorwurf machen, wenn er nein sagt. Heiner Lichtenstein "Die Mahnung", 1.6.2006 vSäÄWSWSWSSSSäSäiSSSKffi

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