Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2006
- Issue
- No. 80 (2006)
- Date
- 2006-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Ein künstlerischer Vorhang in der Aula der Rhedigerschule (angefertigt von einer Klasse unter der Anleitung von Frau Berta Hadda) (Fortsetzung von Seite 8) scharf hinschaut, sind sie dennoch auf der großen Fahrt, nach der Befreiung der Lager, erkennbar. In den darauf folgenden DP Camps (Displaced Persons), beim heimlichen Übertreten der Grenzen und der illegalen Einwanderung auf dem alten, schrottreifen Pott, der notgedrungen auch der Royal Navy getrotzt hatte und zuguterletzt in den Gefangenenlagern auf Zypern gelandet sind, beim begeisterten Singen der Hatikwa. Dann kamen sie in das neue Heim ihrer Träume. Niemand wollte sie anhören - niemand fragte . . . Niemand war sich ihrer Kämpfe bewusst, um sie zu schätzen. Auch mein Vater und meine Mutter waren einfache, schlichte Menschen. Auch sie waren nicht im "Palmach", kämpften nur gelegentlich gegen die Engländer. Sie gründeten auch keinen Staat. Sie waren weder bei "Etzel", "Lechi" oder "Hagana". Sie waren die Materie, aus der das "auserwählte Volk" geschaffen ist. Später lernte mein Vater ein wenig Hebräisch. Meine Mutter etwas weniger. Und ich kam zur Welt. Und brachte erst "Sci'on", dann "Amit" und schließlich DICH. Siehst Du, meine Efrat, da ist nichts über die Eltern zu erzählen. "Stimmt doch nicht" widersprach Efrat: "Meine Oma und mein Opi sind die Helden!" Dieser Vorhang wurde wohl im Jahr 1938 von einer Klasse der Rhedigerschule angefertigt, unter der Anleitung der Zeichen- und Handarbeitslehrerin, Frau Berta Hadda. Je ein Schüler entwarf ein Tier und stickte es dann auf den Untergrund. Der Vorhang schmückte die Aula der Schule, bis sie aufgelöst wurde. Frau Hadda brachte den Vorhang mit anderen wertvollen Sachen zu ihrer nichtjüdischen Schwester nach Peisterwitz, Kreis Öls, in der Hoffnung, dass dort alles sicher sei. Mein Vater überlebte den Krieg im Lager Großrosen, meine Mutter musste als Zwangsarbeiterin im Gefangenenlager die Klosetts säubern. Nach Kriegsende gingen meine Eltern zu Fuss nach Peisterwitz, wo sie feststellen mussten, dass ihre Familie umgekommen und das Haus abgebrannt war. Zu ihrem großen Erstaunen sahen sie eine Bauersfrau im Dorf, die das Kleid meiner Mutter trug und dort fanden sie auch den Vorhang. Meine Mutter brachte ihn 1949 mit nach Israel, wo sie leider an Krebs erkrankte und bald darauf starb. Der Vorhang hängt in meinem Wohnzimmer. Vielleicht meldet sich eines der damaligen Kinder, die an dem Vorhang mitgearbeitet haben. Bat ja Abajoff, vorm. Brigitte Hadda .i* VÜ £R£C ^rrr« ■ ■*. -- IlMi *•“**■•