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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2006-01-01 · No. 80 (2006) · p. Seite 6

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2006
Issue
No. 80 (2006)
Date
2006-01-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 (Fortsetzung von Seite 5) 40 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Deutschland und Israel umgeben von zwanzig arabischen Staaten - das Problem der Sicherheit steht derart drastisch vor Augen. Herr Ben Dor, Direktor der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit, wies nicht nur darauf hin sondern stellte auch fest, dass Israel zwar großes Interesse an bilateralen Beziehungen mit der EU habe, jedoch keineswegs an einer Rolle in ihr. 60% der importierten Waren stammen aus der EU, nur 30% des Exports gehen in die EU. Yuval Fuchs, Leiter der Abteilung für Deutschland, stellte die ersten Vorbereitungen für die Feierlichkeiten zum 40jährigen Jubiläum der deutschisraelischen Beziehungen vor - geplant sind Staatsbesuche sowie Veranstaltungen in vielen Bereichen von Sport bis zur Wissenschaft. Es wird ein eigenes Blumen- Logo in den Farben blau-weiß und schwarzrot-gold geben sowie eine Briefmarke. Durch die Knesset führte uns Naomi Blumenthal, Vorsitzende der Deutsch- Israelischen Parlamentariergruppe. Auch hier drehten sich die Gespräche immer wieder um die gleichen Problemkreise - ob der Abzug der jüdischen Siedler aus dem Gazastreifen tatsächlich Aussichten auf eine friedliche Lösung zum Zusammenleben mit den Palästinensern bieten kann oder nicht, eine Diskussion, die am nächsten Tag bei der Besichtigung des Zauns fortgeführt wurde, für den Nachmittag aber zugunsten des Besuchs der Gedenkstätte Yad Vashem zurückgestellt wurde. Hier herrschen nach den Auftaktfeierlichkeiten in 2003 zum fünfzigjährigen Bestehen - 1953 war das Jahr, in dem Yad Vashem von der Knesset per Gesetz etabliert wurde - noch immer rege Bautätigkeiten, die den Charakter der Gedenkstätte zurzeit erheblich stören. Neu erbaut wurde bereits eine unterirdische Halle zur Erinnerung an die ermordeten Kinder, deren Gestaltung in höchstem Maße beeindruckt-wenige Kerzen werden in der zentralen Gedenkhalle in Spiegeln multipliziert und erwecken den Eindruck eines funkelnden Sternenhimmels, dazu werden Namen ermordeter Kinder verlesen. Auch der Eingangsbereich wird neu gestaltet und ein weiterer Museumskomplex ist im Bau. (Beschreibung der Bautätigkeiten im Einzelnen unter www.yadvashem.org.il). Am letzten Tag besuchten wir die jüdischarabische "Hand in Hand-Schule", ein Projekt, das mit einem stringenten 50%- 50% System vom Direktor bis zum Schüler bemüht ist, gegenseitiges Verständnis zu schaffen - das fängt bei der Sprache an, alle Schüler lernen hebräisch und arabisch, in jeder Klasse gibt es zwei Lehrer, der Lehrplan wird besonders auf die spezielle Situation abgestimmt. Die Besichtigung vor Ort war beein-druckend, auch die Herangehensweise und der Versuch der Konfliktlösung durch Verständigung ist ein auf ersten Blick einsichtiges Konzept. Ob dieses Projekt allerdings wirklich den gewünschten Erfolg haben kann, ist alleine schon deswegen fraglich, weil es sich in erster Linie an israelische Araber richtet - lediglich drei Palästinenser besuchen die Schule, und für sie ist es oft beschwerlich zum Unterricht zu kommen. Dieses Problem führte zu unserem vorletzten Programmpunkt - dem Projekt der Sicherheitssperranlage gegenüber den palästinensischen Gebieten, von vielen "Mauer" genannt - ein Begriff, der nur auf ein kleines Teilstück, etwa 3% der Anlage in der Nähe von Jerusalem zutrifft. Größtenteils handelt es sich um einen Zaun, der quasi eine elektronische Alarmanlage ist. Die Argumente von Dr. Marc Lucia, Vertreter der Organisation "Sicherheitszaun für Israel" (hppt://israelfence.org) für den Zaun, der bereits etliche Anschläge verhindern konnte, waren sehr schlüssig. Die geplante- Einrichtung von Kontrollpunkten als Passierstellen könnte die Beziehungen zwischen Palästina und Israel wieder erheblich erleichtern und wäre damit für beide Partner von Vorteil. Auch Arnos Gil, Direktor der Organisation "Ir Armim" (www.ir-armim.org.il) sprach sich nicht prinzipiell gegen den Zaun aus - mit ihm unternahmen wir eine Besichtigung der hässlichen und vor allem unvollendet gebliebenen acht Meter hohen Betonmauer südlich von Jerusalem. Allerdings klagt seine Organisation gegen den konkreten Verlauf, der zum Teil Nachbarn trennt. In der Nähe von Bethlehem fuhren wir auch an einem Stück Mauer vorbei, das errichtet worden war, um die Passanten und Autos vor willkürlichem Beschuss aus palästinensichem Gebiet zu schützen - hier wird die komplexe Problematik wieder überdeutlich. Unser letzter Programmpunkt war ein Besuch bei ZAKA Rescue and Recovery, der Hilfsorganisation für Terroropfer, die es sich auch zur Aufgabe gemacht hat, erste Hilfe bei Katastrophenfällen zu leisten und die Toten besonders der Terroranschläge zu identifizieren und ihnen eine den Religionsgesetzen entsprechende Beerdigung zu ermöglichen, indem sie die kompletten Überreste wie Blut und Hautfetzen aller Opfer zusammensucht, ohne Berücksichtigung derer religiösen Herkunft. Die Mitarbeiter sind fast alle Freiwillige, die in ihre Familien eingebunden sind und ihren Dienst mit deren Einverständnis ableisten. Sie werden in Selbsthilfegruppen psycholo-gisch betreut, damit sie dieser Arbeit gewachsen sind. ZAKA-Angehörige wurden bei ihrer Arbeit auch mit sogenannten "Folgeattentätern" kon-frontiert, die sich nach Eintreffen der (Fortsetzung auf Seite 7)

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