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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2006-01-01 · No. 80 (2006) · p. Seite 5

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2006
Issue
No. 80 (2006)
Date
2006-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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(Fortsetzung von Seite 4) anläßlich der Beerdigung Arafats in Ramallah tags zuvor, bei denen zwei Teilnehmer erschossen wurden. Trotz allem war die Bedrohung für uns natürlich nicht real, sondern rein mentaler Natur, eben subjektiv empfunden. Akko ist, auch im Dunkeln, ein malerisches altes Städtchen, und gerne hätten wir mehr Zeit gehabt, um am Hafen einzukehren und den Blick auf das Meer beim Abendessen zu genießen. Unseren Abschied von Tel Aviv - einer mondänen Großstadt mit inzwischen erheblich russischem Einfluss, in der man das Leben am Strand auch nachts in vollen Zügen genießen kann, nahmen wir mit einem Besuch am Gedenkstein zur Erinnerung an die Ermordung Yitzhak Rabins, der an historischem Ort neben dem Rathaus errichtet wurde - eine schmerzliche Wunde in der Stadt. Daran schloss sich ein Besuch der benachbarten Stadt Ramat Gan an, die zwar keinen eigenen Zugang zum Mittelmeer hat, aber wirtschaftlich prosperiert. Das größte Budget, nämlich 30 Prozent, wird hier in Erziehung und Bildung investiert, und wie überall in Israel werden auch hier kreative Wege gesucht, den öffentlichen Nahverkehr zu gestalten - unter anderem mit dem geplanten Einsatz von U-Bahnen. Überhaupt werden Eisenbahnlinien überall geplant, der Zugverkehr vom Flughafen nach Tel Aviv und von dort in den Norden ist seit kurzem wieder mit regelmäßigem Fahrplan aufgenommen worden, und in Jerusalem sieht man an allen Ecken die Bauschilder der geplanten Stadtbahn. Die Schwierigkeiten dieses Projektes, das seit Jahren verwirklicht wird, wurden erst am 30. November in der Jerusalem Post ausführlich geschildert - die vorbereitenden Straßenbauarbeiten zur notwendigen Verbreitung der Fahrbahnen sind demnach abgeschlossen. Moshe Meron, Knesset- Abgeordneter a.D. und Stadtrat a.D., erzählte allerdings auch aus den Zeiten des Golfkriegs, als Ramat Gan Ziel eines Raketenangriffs wurde, der auch sein Haus traf - mit insofern glimpflichem Ausgang, als Menschen und seine Bücher nicht zu Schaden kamen und sein Haus inzwischen neu aufgebaut ist - ein weiterer Neuanfang für den noch immer agilen älteren Herren aus Deutschland, von dem er wie selbstverständlich berichtet. Der erste offizielle Programmpunkt in Jerusalem war der Besuch der Jugendbewegungsstätte Beit Ben-Jehuda- Haus Pax, ein Projekt der "Aktion Sühnezeichen Friedensdienste". Derzeit arbeiten über 20 Freiwillige aus Deutschland in gemeinnützigen Projekten in Israel, einige davon stellten ihre Arbeit und Motivation vor. Das Haus beseht aus dem historischen Wohnhaus des Begründers des modernen Hebräisch, Eliezer Ben Yehuda und einem neu gebauten Gästehaus, das am 21.10.2004 in Jerusalem eröffnet wurde (). Nach dem Besuch der Jerusalemer Altstadt fuhren wir am nächsten Tag durch die Wälder des Jüdischen Nationalfonds KKL. Unsere Begleiterin war Jana Marcus- Matanova, die uns, während sie ihre Lebensgeschichte erzählte, eine für jüdische Familien typische Wanderschaft zwischen den Welten, die nun in Jerusalem angekommen ist, die eindrucksvollen Ergebnisse der mühsamen Arbeit des KKL zeigte: Ein großer Wald, der von den Israelis als Naherholungsgebiet gerne genutzt wird, allerdings auch immer wieder Zerstörungen durch Brandstiftungen ausgesetzt ist (der KKL unterhält eine eigene Feuerwehr). Ein Abstecher zum Heinrich-Grüber-Park, zu dem wir Berliner ja eine besondere Beziehung haben, fehlte ebenso wenig wie der Besuch einer Erinnerungsstätte an die sechs Millionen Toten und die Wiedergeburt Israels mit einem Mahnmal des israelischen Bildhauers Nathan Rapoport ("Scroll of Fire") - einer Thorarolle, die die Geschichte der Verfolgung des jüdischen Volkes als sich immer wiederholend symbolisiert. Die Gedenkstätte wurde 1971 vom B'nai B'rith errichtet und wird vom KKL gepflegt; sie zeigt sehr eindrucksvoll, wie Erinnern auch bildlich angemessen dargestellt werden kann - die Wahl der Stätte, ein wunderbarer Aussichtspunkt über das Land Israel, ist dabei ebenso von Bedeutung, wie die Plastik selbst, die nicht als Monumentalbau vereinnahmt, sondern durch ihre Gestaltung und Symbolhaftigkeit beeindruckt. Am selben Tag stand noch ein Besuch bei AMCHA auf dem Programm. Das kleine Büro im Stadtzentrum von Jerusalem ist für viele Überlebende ein fester Anlaufpunkt geworden, wo Erfahrungen ausgetauscht und auch kostenlose Psychotherapie angeboten wird. Die zweite Generation allerdings, die oft genauso unter den Folgen leidet wie ihre Eltern, muss für diesen Dienst selbst zahlen, staatliche Unterstützung für professionelle ärztliche Betreuung gibt es ebenso wenig wie Hilfe aus Deutschland. Bedeutend ist daher die Funktion von AMCHA besonders als Selbsthilfegruppe, wo sich Betroffene mit gleichen Erfahrungen treffen können. Nach dem Abendessen folgte ein Gespräch mit David Witzthum, Moderator und Chefredakteur im 1. Israelischen Fernsehen und Dozent an den Universitäten Tel Aviv und der Hebräischen Universität in Jerusalem, der über seine journalistische Arbeit auch als Korrespondent in Deutschland berichtete und uns die israelische Medienwelt erklärte - ein sehr interessantes Thema, dem wir allerdings nach dem ereignisreichen Tag kaum noch gewachsen waren. Beim Besuch des Außenministeriums standen sicherheitspolitische Fragen im Vordergrund - so könne man sich über Israel nicht unterhalten, ohne die Landkarte ständig vor Augen zu haben - Israel, ein schmaler Streifen Land am Mittelmeer, teilweise nicht einmal 40 Kilometer breit, (Fortsetzung aut Seite 6)

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