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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2006-01-01 · No. 80 (2006) · p. Seite 4

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2006
Issue
No. 80 (2006)
Date
2006-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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40 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Deutschland und Israel Ein Reisebericht Nach längerer Pause hat die Deutsch- Israelische Gesellschaft Arbeitsgemeinschaft Berlin - zusammen mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Berlin wieder eine Reise nach Israel organisiert, eine Initiative, die in Annäherung des 40. Jahrestags der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel im Jahr 2005 einiges Interesse erweckte: 26 Teilnehmer, davon einige zum ersten Mal, fuhren im November 2004 nach Israel, wobei der Schwerpunkt des Programms bei der Diskussion der gegenwärtigen politischen Situation lag. Zeit zu eigenem Erkunden des Landes war nur mit zusätzlicher Verlängerung möglich, die das mit der Organisation betraute Reisebüro sehr flexibel ermöglichte, und auch ich hatte die Woche um ein paar Tage ergänzt, um auch kulturelle Aspekte Tel Avivs und Jerusalems zu erkunden. Der nachwirkende Eindruck ist die Anstrengung, mit der diese Reise verbunden war, vielleicht wegen der Anspannung, die man eigentlich nicht wahrhaben möchte, die sich aber irgendwo im Hinterkopf befindet, wenn man immer wieder mit Sprüchen konfrontiert wird wie "das ist aber mutig in so eine Krisenregion zu fahren" und "komm heil zurück" - eigentlich in Verkennung der Tatsache, dass Israel ein zivilisiertes Land ist und dass die Bombenattentate genau damit ihren Zweck erfüllen, Angst zu schaffen: De facto ist die Zahl der Toten und Verletzten durch Anschläge erheblich geringer als die der Verkehrstoten, und trotzdem dauert es eine Weile, bis die Anspannung nachlässt, wenn ein Bus plötzlich direkt neben einem hält oder wenn man plötzlich eine der Stellen Von Nikoline Hansen erkennt, an denen ein Anschlag verübt wurde. Eine Angst, mit der die Israelis täglich leben müssen, wie auch der deutsche Botschafter Rudolf Dressier feststellte. Ohne Optimismus könne man kaum überleben, auch wenn die wirtschaftliche Lage des Landes sehr gut sei, was sich auch an sehr erfolgreichen Investitionen deutscher Unternehmen in Israel zeige. Bei einer Arbeitslosigkeit, die etwa deutschen Verhältnissen entspreche, gebe es doch eine enorme Kaufkraft und eine erhebliche jährliche Steigerung des Bruttosozialprodukts, von der andere Länder nur träumen würden. Seit Palästinensern die Einreise nach Israel erheblich erschwert wurde, gibt es etwa 200 000 Gastarbeiter aus den Philippinen und Thailand, die besonders in der Altenbetreuung tätig sind - ein alltägliches Bild auf den Straßen von Tel Aviv. Der Vertreter des Tourismus-ministeriums Micky Hirschfeld zeigte sich optimistisch, dass jeder Besucher dazu beitragen würde, die Vorzüge Israels als Reiseziel zu kommunizieren. Er versicherte auch, dass das Marketing in Deutschland wieder ausgebaut werden soll, in Berlin seien dazu derzeit zwei neue Mitarbeiter tätig. Auch die seit 2000 nicht mehr aktualisierten Internetseiten würden derzeit überarbeitet und sollen dann wieder aktuelle Informationen über das Land liefern. Die von uns besuchten politischen Stiftungen, die Friedrich-Ebert-Stiftung in Tel Aviv und die Konrad-Adenauer Stiftung in Jerusalem, betonten vor allem ihre Bemühungen, politische Bildungsarbeit durch Unterstützung verschiedener Projekte zu leisten. Eine Tatsache, die man zwar weiß; die einem aber eigentlich erst vor Ort richtig bewusst wird, ist, dass Familienstands-angelegenheiten in Israel religiöser Gesetzgebung unterliegen, d.h. Ehe-schließungen werden nicht zivil, sondern durch einen Rabbiner vollzogen. Hinzu kommt, dass ein erheblicher Anteil der israelischen Bevölkerung arabischer Abstammung und damit christlicher oder muslimi-scher Religionsangehörigkeit ist. Der arabische Bevölkerungsanteil in Israel beträgt etwa 20 Prozent, wobei allein schon dadurch, dass Arabern nicht erlaubt ist, Armeedienst abzuleisten, eine Ungleichgewichtung in den sozialen Verhältnissen entsteht, denn diejenigen, die ihren Armeedienst absolviert haben, erhalten einen günstigen Kredit zum Kauf einer Eigentumswohnung - Mietwohnungen gibt es kaum. Palästina und die damit verbundenen Gebietsstreitigkeiten sind ein weiteres Problem, das zu diesem innerstaatlichen Problem hinzukommt. Das alles ist andererseits verständlich und zeigt die Komplexität des Problems, die dadurch verschärft wird, dass insbesondere die religiös orientierten Bevölkerungsgruppen für Nachwuchs sorgen und die Radikalisierung damit weiter vorangetrieben wird. Gewalt gehört dabei zur Tagesordnung - nicht nur die israelischen Soldaten und Siedler laufen bewaffnet herum. Bei unserem Besuch in Akko, der auf das Ende des Ramadans fiel, wurden wir von kleinen Kindern mit Spielzeugwaffen und Leuchtfeuern begrüßt - ein wenig gespenstisch, vor allem angesichts der Nachrichten von den Trauerfeierlichkeiten (Fortsetzung aut Seite 5)

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