Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2005
- Issue
- No. 79 (2005)
- Date
- 2005-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 368)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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18 MWX’IW’XW' Haus Ashkenaz Im Jahre 1986 wurde in Jerusalem der Verein "50 Jahre Kristallnacht" gegründet, der es sich zur Aufgabe machte, ein Gedenkbuch aller während der Pogromnacht am 9. November 1938 zerstörten Synagogen herauszugeben. Nach 6 Jahren intensiver Forschung mit Hilfe von zahlreichen Freiwilligen und finanzieller Unterstützung seitens der israelischen Regierung und der Ronald S. Lauder Stiftung konnte der Verein viel Material, Berichte und Bilder über die Synagogen und jüdischen Gemeinden in Deutschland sammeln. Dieser gemeinnützige Verein wurde Synagogen- Gedenkbuch (Synagoge Memorial) genannt und beschäftigt unter der Leitung von Prof. Meier Schwarz 7 Mitarbeiter (Mitarbeiterinnen) in Jerusalem. In Deutschland sind weitere fünf Mitarbeiter (Mitarbeiterinnen) beschäftigt. Das Ergebnis dieser Forschungsarbeiten ergab, dass in der Pogromnacht 1574 (!) Synagogen zerstört und über 1300 Juden in dieser Nacht ermordet wurden oder an den Folgen der Geschehnisse gestorben sind. Die etwa 2200 Synagogen, welche es zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland gab, legen Zeugnis über ein jahrhundertlanges jüdisches Leben in Deutschland ab. In fast allen Gemeinden gab es eine Mikwe, einen Friedhof und eine jüdische Schule, in welcher anfangs auch gebetet wurde. Der Bau einer Synagoge war der Höhepunkt jeder Gemeinde, ihr Verlust war ihr Ende. Um der Menschen und ihrer G"tteshäuser zu gedenken, konstitutierte sich in Israel das “Synagoge Memorial Committee” mit dem Ziel, eine Gedenkbuchreihe aller Synagogen, die im 20. Jahrhundert in den deutschsprachigen Gebieten existierten und zerstört wurden, herauszugeben. Es soll an die Leistungen erinnert werden, die Juden in Deutschland erbracht haben, aber auch an den Haß der Zerstörer, der sich im Bücherbrand, im Synagogenbrand und letztlich im Menschenbrand zeigte. Das Haus Ashkenaz ist die natürliche Erweiterung des Synagogengedenkbuch- Projekts und soll in der Errichtung eines Ashkenaz-Archivs seinen Abschluß finden. Bei der Herausgabe der Forschungsergebnisse ist es wichtig, dem kulturellen und religiösen Erbe der Ashkenaz-Gemeinden zu gedenken. Die Gründer des Ashkenaz-Hauses sehen sich als Nachfolger der traditionellen thoratreuen deutsch-jüdischen Gemeinden, welche auch heute noch in Israel, wie auch in England und den U.S.A. wirken. Das Ashkenaz-Haus stellt momentan eine Liste aller Rabbiner zusammen, die im 20. Jahrhundert bis zur Schoah in deutschsprachigen Gebieten gewirkt haben. Jeder Rabbiner soll durch eine Kurzbiographie mit Bildern gewürdigt werden. In den östlichen deutschsprachigen Gebieten (Schlesien, Pommern, Ost und Westpreussen und in den Sudeten) befanden sich blühende jüdische Gemeinden, deren Höhepuntk um die Wende zum 20. Jahrhundert war. Bis zur Vernichtung dieser Gemeinden durch das Naziregime existierten dort über 300 jüdische Gemeinden: In Schlesien -161, in Ostpreussen und Pommern - 43 und in den Sudeten 87 Gemeinden. Es ist eine dringende Aufgabe, die Erinnerung an diese Gemeinden in einer Dokumentation festzuhalten. Ein solcher Band soll ca. 800 Seiten umfassen. Das geplante Album "Ashkenaz Legacy" zeigt in Artikeln und vielen Bildern das alltägliche Leben unserer Vorfahren in Deutschland. Das Buch konzentriert sich auf die Entwicklung dieser blühenden Gemeinden während des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Juden, welche die Grundsteine für diese Gemeinden legten, waren der Torah und den Traditionen unserer Vorväter treu. 1939 war der Wendepunkt und so begann die Zerstörung der jüdischen Gemeinden in Deutschland. Das Novemberpogrom 1938, mit der Zerstörung der Synagogen, besiegelte das Schicksal des Judentums in Deutschland. Suchanzeigen Wie immer, sind die neuesten "Mitteilungen" (Nr. 78) von grossem Interesse - besten Dank. Ich schreibe Ihnen, weil mich diese Nummer besonders getroffen hat: Ganz am Ende der Deportationsliste von Kloster Grüssau finde ich den Namen meines armen Vaters. Der Name meiner Mutter ist da nicht, trotzdem ich weiß, dass beide Eltern bis spät in Grüssau zusammen waren. Wer ist Prof. Konieczny? Würden Sie so freundlich sein, mir die Anschrift von Prof. Konieczny zuzusenden, damit ich mich mit ihm gegebenen Falles in Verbindung setzen könnte? Hans-Hermann Neustadt 15 Westbury Road, Northwood, Middx. HA6 3DB Großbritannien ★ Ich suche Angaben über meine Familie Friedländer aus Glogau und Breslau. Den Stammbaum konnte ich bis Salomon Friedländer (*1784, in Zülz) aufzeichnen. Salomon Friedländers 1. Frau, Berta Cohen, hat ihm 5 Kinder geboren, u.a. Emmanuel Friedländer. Meine Ur-Urgroßmutter Marianne Raschkow, geb. Friedländer (*1808, Glogau - gest. 1895, Berlin) war eine Tochter aus seiner 2. Ehe mit Bela Samuel. Emmanual Friedländer war der Vater von dem Industriellen Fritz von Friedländer-Fuld und Valeska Cohn (*1853, Breslau - gest. 1926, Breslau) Ehefrau des bekannten Augenarztes Prof. Hermann Cohn, der Augen-Cohn. Prof. Cohn und Frau Valeskas ältester Sohn war der Schriftsteller Emil Ludwig (Cohn). Für Angaben und Unterlagen über Familie Friedländer wäre ich sehr dankbar. Yvonne Stern Rio de Janeiro - Brasilien M.E.H-r