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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2005-01-01 · No. 79 (2005) · p. Seite 2

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2005
Issue
No. 79 (2005)
Date
2005-01-01
Page
Seite 2 (sequence 352)
Language
German
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2 Palästinareise März-April 1926 Aus dem Reisetagebuch von Dr. Rachel Freund (Breslau, Pardes-Chana, Jerusalem) (Fortsetzung von "Mitteilungen" Nr. 76-78) Das Krankenhaus Misgaw-Ledach ist klein, ein viereckiges Gebäude um einen Hof herum gebaut mit zwei Stockwerken. Das obere hat eine Verbindungsgalerie, die den Kranken gleichzeitig als Erholungsstätte dient; denn hier gibt es keinen Garten. Man ließ uns nur herein, weil wir auswärtige Besucher waren. Am Schabbath darf sonst kein Krankenbesuch gemacht werden, da dann jeder Zeit hat und die Kranken nicht zur Ruhe kommen würden. Die Einrichtung war sauber, obgleich sehr viel einfacher als in den beiden großen Krankenhäusern der Neustadt und die Schwestern sehr freundlich, wenigstens zu den Besuchern. Das war für heute unser ganzes Tagewerk, wir merkten an unserer Abspannung, dass die Leistungsfähigkeit jetzt abzunehmen begann. Wir machten am Nachmittag nur kleine Spaziergänge auf bekannten Wegen und mischten uns in die vielen Leujte, die ihre Schabbatpromenade machten, so als ob wir Jerusalemer Bürger wären, die an den Sehenswürdigkeiten der eigenen Stadt nicht interessiert sind. 9. Tag Gleich früh ein Besuch in der Universität. Selten hat eine Universität solch eine schöne Lage wie diese: Auf dem nördlichen Teil des Ölbergrückens, dem Skopus, liegt sie hoch über der Stadt, mit dem Blick einerseits auf den Tempelplatz und ganz Jerusalem, andererseits auf die Jordansenke, das Tote Meer und die Bergwand von Moab. Man steigt einen langen, steilen Weg zu ihr empor, und oben löst sich das von weitem einheitlich wirkende Gebäude in viele Einzelbauten auf, es gibt ein Haus für das judaistische Institut, eines für das chemische Institut, und eines für das mikrobiologische, das erste Gebäude der medizinischen Fakultät. Die judaistische Fakultät hat ca. 80 Hörer, die chemische ca. 30, sehr bedeutende Lehrer sind in beiden tätig. Da man nicht die Mittel hat, die ersten Fachleute dauernd hier zu halten, ladet man sie für ein oder zwei Semester zu Gastvorlesungen ein. So trafen wir z.B. in Kairo mit Herrn Prof. Dawison aus Amerika zusammen, der für ein Jahr nach Jerusalem berufen war, um über Piutim zu lesen. So war auch Prof. Guttmann vom Breslauer Seminar ein Semester lang dort. Das judaistische Institut ist bis jetzt das am meisten auch für Lehrtätigkeit ausgebaute. Man beginnt jetzt mit dem Bau für das physikalische Institut, das nach Einstein benannt wird, und für die Bibliothek, die augenblicklich in der Stadt untergebracht ist. Im Garten gibt es ein wundervolles Freilichttheater mit einer wohl einzigartigen Szenerie. Auf dem Wege zu dem Grundstein, den Weizmann 1918 für die Universität gelegt hatte, und der uns sehr interessierte, trafen wir Fräulein K. PI. aus Breslau auf einer Wiese beim Blumenpflücken. Wir freuten uns gegenseitig sehr, und sie erzählte uns, dass in einer halben Stunde Weizmann persönlich hier sein würde, um die Universität, seit jeher sein liebstes Kind, zu besuchen, und zwar ganz inoffiziell. Selbstverständlich warteten wir, was konnte uns Lieberes widerfahren, als am Schluß unseres Aufenthaltes den Mann kennen zu lernen, der das schwere und undankbare Amt eines Präsidenten der zu gründenden jüdischen Republik hat? also, "unser Vater, unser König" sollte kommen, und wir stiegen auf das Dach des Eingangstores, um besser sehen zu können. Punkt elf Uhr fuhr ein Auto vor, aus dem zwei Herren und eine Dame stiegen, Weizmann mit Colonel Kish und dessen Frau. Etwas Schlichteres und Unauffälligeres als diesen großen jüdischen Führer kann man sich kaum vorstellen. Da war keine große Geste, kein anspruchsvolles Auftreten. Er sah eher nach Kummer und bestimmt nach sehr viel Arbeit aus. Die paar Leute, die sich doch draussen gesammelt hatten, grüßten still, und der dankte ebenso und ging, wie einer, der sehr wenig Zeit hat und Ovationen nicht sucht, ins Haus hinein. - Fräulein L. begleitete uns noch ein Stück den Weg entlang auf der Höhe des Ölberges, der an dem Wohnsitz des englischen Oberkommissars Lord Plumer und einem griechischen Kloster vorbei zu der Moschee hinführt, deren Turm wir vor einigen Taen bestiegen hatten. (Der Palast von Plumer ist Eigentm des deutschen Kronprinzen,dem England Miete zahlt). Sie erzählte uns von der großen Einweihungsfeier der Universität vor einem Jahr, die der Stadt Jerusalem einen noch nie dagewesenen Strom von Gästen ersten Ranges gebracht hatte. Es war ein Ehrentag für die Judenheit gewesen, die noch vor der Sicherung der wirtschaftlichen Grundlagen beim Aufbau des Landes ein Werk zur Pflege des Geistes schuf, das das Ansehen des jüdischen Namens in der Welt erhöhen soll. In der Moschee hatten wir eine Schuld zu bezahlen. Nämlich neulich hatte ein Araber am Ausgang ein Trinkgeld verlangt, das wir ihm am Sonntag heraufzubringen versprachen, weil wir wegen des Feiertags kein Geld bei uns hatten. Er freute sich, daß die Juden Wort hielten. Die Prophetengräber, wo Haggai und Maleachi begraben sein sollen, sind eine Felshöhle mit vielen Schiebegräbern, ähnlich den Königsgräbern, nur nicht so kunstvoll angelegt. 10. Tag Es war wieder Feiertag und die Herren gingen zum Gottesdienst an die Kotei und in die Hurwa. Das Wetter war zum ersten Male während unseres Aufenthaltes im Lande schlecht, es regnete und ein scharfer Wind pfiff um die Straßenecken. Die Wege (Fortsetzung auf Seite 3) mmmmmmimmximmmxmmmmmmmmmmmzmmm

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