Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2005
- Issue
- No. 78 (2005)
- Date
- 2005-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Paul Ehrlich auf einer Briefmarke -T V Zum zweiten Male ehrt die Deutsche Post den großen Arzt und Forscher, Chemiker und Begründer der Chemotherapie Paul Ehrlich, der in Strehlen am 14. März 1854 als Sohn des Vorstehers der jüdischen Gemeinde geboren wurde. Nach bestandenem Abitur studierte er Medizin in Breslau, Straßburg, Freiburg und Leipzig und arbeitete eine Zeitlang an der Berliner Charite. Zusammen mit Robert Koch entwickelte er den Direktnachweis von Tuberkelbazillen und forschte auf dem Gebiet der Blutkrankheiten. Im Jahre 1883 heiratete er die Tochter eines bekannten schlesischen Industriellen, Hedwig Pinkus. Sechs Jahre später verließ er die Charite und konnte in einem kleinen Privatlaboratorium - eingerichtet von seinem Schwiegervater - zusammen mit Emil Behring auf dem Gebiet der Immunitätslehre weiter forschen. Aber schon 1891 berief ihn Robert Koch an das n e u g e g r ü n d e t e Institut für Infektionskrankheiten, dann folgte rasch seine Berufung zum Leiter des Institutes für Serumsprüfung und Serumforschung in Berlin-Steglitz, dem Vorläufer des späteren Paul- Ehrlich-Institutes in Langen. Mit Arbeiten auf dem Gebiete der Krebsforschung begann er 1901. Im Rahmen dieser Forschungen versuchte er, mit Hilfe von verschiedenen Färbemitteln (Methylblau und Trypanrot) ein Mittel gegen die gefürchtete Schlafkrankheit zu entwickeln. Dabei entdeckte Ehrlich, daß der Erreger der Syphilis dem Erreger der Schlafkrankheit ähnlich ist. Nach 606 Versuchen mit Assistenz des Japaners Sachahiro Hato war das Salvarsan entdeckt. Im Jahre 1910 begann die Hoechst AG mit der Produktion dieses Medikamentes, dessen Nebenwirkungen waren noch nicht bekannt. Neben zahlreichen Ehrungen, so u.a. 1908 Nobelpreis für Medizin, die Große Goldene Verdienstmedaille für Wissenschaft und vielen Ehrendoktorwürden, wurde er zum Wirklichen Geheimen Rat mit dem Prädikat Excellenz ernannt. In den erblichen Adelsstand wurde er nicht erhoben. Am 20. August 1915 verstarb Paul Ehrlich in Bad Homburg. Seine letzte Ruhestätte fand der bedeutende Wissenschaftler aus Strehlen in Schlesien auf dem israelitischen Friedhof in Frankfurt am Main. Neben Gedenktafeln und Postwertzeichen mehrerer Länder, u.a. Ghana, Schweden, Israel, zierte sein Bildnis auch die alte 200 DM Banknote der Bundesrepublik Deutschland. Abermals geehrt wurde Paul Ehrlich zu seinem 150. Geburtstag mit einem deutschen Sonderpostwertzeichen zu 144 Cent, das am 11. März 2004 herausgegeben wurde - diesmal zusammen mit dem Westpreußen Emil von Behring, der als Begründer der Serumtherapie den 1901 erstmals vergebenen Nobelpreis für Medizin erhielt. Johannes Kohlstrung Schlesischer Kulturspiegel 39, 2004 Unsere Leser schreiben Vielen Dank für die Nr. 76 des Breslauer Bulletin und herzlichen Dank für die Veröffentlichung von meinem Brief. Die Hauptsache - meine Botschaft hat zu dem Erfolg der Versammlung und der Entschlüsse beigetragen. Ich habe die Artikel in der neuen Mitteilung, wie immer, mit großem Interesse gelesen. Außerdem fallen mir jedesmal die Redaktion und die hervorragende Druck-Arbeit der Bulletins auf. Mit freundlichen Grüßen aus Rio de Janeiro, Yvonne Stern Rua Joao Lira, 135 apt. 804 22.430-210 - Rio de Janeiro Brasil Ich bin gerade aus dem früheren Schlesien zurückgekehrt, wo ich die noch bestehenden jüdischen Friedhöfe in Beuthen, Kosel und Langendorf besichtigt habe. Aus einer alten Ausgabe Ihres Verbandes (Nr. 57) entnehme ich ein Interesse am Friedhof Kosel in Breslau. Ich weiß allerdings nicht, was die Verbindung mit der Stadt Kosel seien könnte. Auf alle Fälle war ich sehr entsetzt über den Zustand des jüdischen Friedhofs in Kosel selbst. Nicht nur ist er völlig verwahrlost, sondern auch alle aufrechten Steine sind systematisch entfernt. Prof. Dr. Gottfried Brieger 13133 Vernon Rd., Huntington Woods, Ml 48070, U.S.A.