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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2005-01-01 · No. 78 (2005) · p. Seite 15

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2005
Issue
No. 78 (2005)
Date
2005-01-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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Skepsis ist angebracht Um die Zukunft des Berliner Antisemitismuszentrums Das Dementi kam prompt: Das Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) an der Technischen Universität (TU) Berlin solle nicht Opfer derSparmaßnahmen werden. Das ließ TU-Präsident Kurt Kutzler unmittelbar nach anders lautenden Meldungen verbreiten Er setze sich "mit allen Mitteln für den ungeschmälerten Fortbestand des Zentrums" ein. Eine Kürzung des ZfA sei "nie Inhalt der Diskussion über die neue Strukture derTU Berlin gewesen". Im zweiten Satz folgte freilich eine gravierende Einschränkung. Er sei sicher, dass die über die künftige Struktur der Universität entscheidenden Gremien "mir in diesem Anliegen foglen werden." Kutzler bedarf also der Zustimmung anderer Institutionen. Die aber oder deren Vertreter haben selbstverständlich eigene Interessen, seien es nun Naturwissenschaftler, die Geisteswissenschaft oder was sonst noch zu einer großen Universität gehört. Die TU muss in den nächsten Jahren ihre Ausgaben um rund 30 Millionen Euro kürzen - und das Jahr für Jahr. Im neuen Strukturplan sind bereits zahlreiche Studiengänge von mehr als 60 Professuren gestrichen worden. Da liegt es auf der Hand, dass jeder um seinen Platz kämpfen wird - egal, was rechts und links von ihm geschieht. Privilegierte Ausnahmen durfte es kaum geben. Beim ZfA handelt es sich aber um eine Besonderheit, die ihresgleichen in Europa nicht hat. Als es 1982 gegründet wurde, herrschten in der Bundesrepublik Wohlstand und Ruhe. Es mehrten sich allerdings Zeichen der Veränderung. Der Antisemitismus stagnierte noch, doch die Feindseligkeiten gegenüber anderen, Ausländern zumal, nahm zu. So kam es zur Gründung des ZfA, das seine Aufgaben inzwischen deutlich erweitert hat. Es versteht sich heute, so sein Leiter Professor Dr. Wolfgang Benz "als zentraler Ort für allgemeine u nd übergreifende theoretische und methodische Forschungen zu Vorurteil und Diskriminierung, zu Migrationsprozessen und Minoritätenkonflikten, zur Geschichte diskriminierter Minderheiten ... Der Begriff des Antisemitismus muss deshalb im Sinne einer Forschungsstrategie erweitert werden..." Dass dabei Judenfeindschaft und NS Judenverfolgung nicht aus dem Blick geraten, versteht sich von selbst. Außerdem werden weiter "Solidarität und Hilfe für Juden 1933-1945" erforscht. Wenn auch nur einer der beiden Lehrstühlen dem Rotstift zum Opfer falle, drohe der weltweit geachteten Forschungsstelle ein "irreparabler Schaden", sagt Benz zutreffend, zumal "die Erforschung antisemitischer Vorurteile in Zukunft einen noch größeren Stellenwert bekommen" werde. Dazu gehörten zunehmende islamistische Judenfeindlichkeiten und antisemitisch gefärbte Israel-Kritik. Kürzlich war das ZfA in die Kritik geraten, weil eine seiner Studien wachsenden Antisemitismus unter Muslimen nachgewiesen hatte. Angeblich deshalb wurde die Studie als nicht streng wissenschaftlich von der EU unter Verschluss gehalten. Kurz darauf konnte man sie aber im Internet lesen. Wolfgang Benz, Werner Bergmann und ihre Mitarbeiter leisten vorbildliche Arbeit auf Gebieten, welche die allgemeine Wissenschaft eher übersieht. Sie vertreten Deutschland weltweit auf Konferenzen, Kongressen und Symposien. Ihre Anwesenheit ist weithin gefragt, wobei es bereits jetzt kaum noch möglich ist, allen Einladungen zu folgen. Wenn auch nur eine Professorenstelle gestrichen würde, wäre das ZfA völlig überlastet - und das in einer Zeit beängstigend zunehmender Judenfeindschaft. Im Ausland könnte die Sparmaßnahme als Kapitulation vor dieser Tendenz gesehen werden. Deutschland geriete in den Ruf, Minderheiten nicht mehr schützen zu wollen. Das kann Berlin sich nicht leisten. Deshalb sollten die entscheidenden Gremien derTU bei ihrem Zwang zum Sparen um das ZfA einen weiten Bogen machen, um nicht zu zerstören, was den guten Ruf der Bundesrepublik mit gegründet hat. Wolfgang Benz ist jetzt 63 Jahre. Seine Pensionierung steht in Kürze an. Sollte die zweite Professur demnächst wegfallen, wäre es leicht, das ganze Zentrum nach und nach verschwinden zu lassen. Dagegen müsste Widerstand gleistet werden, ehe es zu spät ist. Heiner Lichtenstein "Die Mahnung", 1.11. /1.12. 2004 Anwachsender Antisemitismus in Europa * Frankreich an erster Stelle Wie vom Wiesenthal-Institut mitgeteilt wird, wurde dem Institut ein Bericht vom States Department zugestellt. Aus diesem Bericht ersieht man das Anwachsen des Antisemitismus in Europa. An erster Stelle wird Frankreich genannt, aber auch in vielen anderen europäischen Staaten, besonders mit einer großen muslemischen Bevölkerung, macht sich das Anwachsen einer antisemitischen Welle bemerkbar. Noch so ein "Heiliger" ... Wie aus Italien mitgeteilt wird, will der Vatikan den verstorbenen Papst Pius XII für heilig erklären. Vor seiner Ernennung zum Papst war Pius XII Nuntius in Deutschland zur Zeit des Naziregimes und unterhielt gute Beziehungen zu den Nazibehörden. Nach dem Krieg erließ er ein Dekret an alle Klöster, jüdische Kinder, welche in den Klöstern vor den Nazis gerettet wurden, nicht an ihre Eltern bzw. an die jüdischen Institutionen zurück zu geben. Alle diese Untaten des Pius XII wurden in dem Drama von Rolf Hochhut "Der Stellvertreter" dargestellt. Die Absicht des Vatikans, diesen Papst heilig zu sprechen, löste bei den jüdischen Gemeinden Italiens einen großen Protest aus. Auch andere jüdische Institutionen in der ganzen Welt schlossen sich > diesem Protest an.

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