Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2005
- Issue
- No. 78 (2005)
- Date
- 2005-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Hebron 1× ep/1047559
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(Fortsetzung von Seite 2) kostbare Behänge, Spenden dankbarfrommer Frauen. (Die schönsten waren leider nebst dem Silbergerät in der vorigen Nacht bei einem Einbruch von Arabern geraubt worden, man sah das Loch in der Wand, das die Diebe herausgebrochen hatten.) Von hier aus machten wir einen kleinen Umweg zu den salomonischen Teichen und ließen Bethlehem für den Rückweg. Diese Teiche ließ Salomo für eine Wasserleitung anlegen, die Jerusalem versorgte, in der Nähe entspringen einige Quellen, deren Wasser hier gesammelt wurde. Es sind 3 große rechteckige Bassins, die stufenartig untereinander liegen und durch Röhren in Verbindung stehen.Noch vor einigen Jahren war die Anlage vollständig verfallen, die Teiche verschlammt und ein Tummelplatz für Wasserschlangen. Jetzt wußte die Regierung kein besseres Mittel gegen die Jerusalemer Wassernot, als jene 3000 Jahre alten Bassins wieder instandsetzen zu lassen. Sie wurden gesäubert, neu ausgemauert und erfüllen wieder ihre ursprüngliche Bestimmung. Nun fuhren wir nach Hebron, das eine uralte Stadt ist, in sehr fruchtbarer Gegend, noch höher liegend als Jerusalem (ca. 900 m ü.M.). Hierher kamen die Kundschafter und fanden riesengroße Trauben und Feigen, aber auch riesenhafte, furchterregende Menschen. Auch heute wächst dort im Tal Eschkol der beste Wein Palästinas, man keltert die Trauben ihrer Größe wegen nicht, sondern verkauft sie als Frucht, deren jede Beere die Größe eines kleinen Apfels hat. Die heutigen Bewohner sind zwar keine Riesen mehr, aber äußerst chauvinistische, feindselige Araber, ähnlich wie in Nablus, die den Furchtsamen unter uns wohl bange machen könnten. - Heute wie damals! Wir machten bald ihre unangenehme Bekanntschaft. Nämlich uns interessierte in Hebron hauptsächlich die Höhle Machpelah, in der Abraham, Isaak und Jakob mit ihren Frauen begraben liegen, und dorthin war unser erster Weg. Ein kleiner jüdischer Junge führte uns durch viele Gassen und Gäßchen bis zu einem großen, gelben Steingebäude, zu dem seitlich Stufen heraufführten, es war die Moschee, die über der Höhle gebaut ist und die die Araber vor jedem Andersgläubigen ängstlich hüten. Auf dem Platz davor standen auf einmal wie hingezaubert lauter Muselmänner, und streckten alle die Hand nach "Backschisch" aus. So mußten wir also schon den Zugang zur Treppe erkaufen, auf dieser selbst stellten sich unten zwei andere Araber auf und verlangten jeder pro Person ca. 1.00 M. Darauf verschwand der eine mit dem Geld,und der andere ließ uns bis zur siebten Stufe emporsteigen, dann sperrte er den Weg und sagte: "Nicht weiter". Zu sehen war absolut nichts, außer der seitlichen steinernen Wand, in deren Fugen man evtl.einen Zettel mit Bitten an die Erzväter hereinstecken darf. Weder von der Moschee, noch von der Höhle einen Blick! Wir ärgerten uns furchtbar und die Araber sagten uns durch den kleinen Jungen, daß sie uns zu einem Dach der Nachbarschaft führen wollten, von dem man das Dach der Moschee, wo über den Sarkophagen der Erzväter und -mütter kleine Wölbungen angebracht sind, sehen könne. Da sie aber gleichzeitig drohende Mienen machten und uns feindselig anblickten, außerdem jeder Schritt vorwärts teures Backschisch kostete, so verzichteten wir; denn um sich in Lebensgefahr zu begeben und dann doch nichts zu sehen, dazu brauchten wir uns nicht das Geld erpressen zu lassen. Martin, dessen Lieblingswunsch es von Kindheit an gewesen war, einmal die Höhle Machpelah zu sehen, zögerte lange; aber ich hatte furchtbare Angst und war nur froh, als wir aus dem gefährlichen Viertel draußen waren, die Araber verfolgten uns noch lange wütend und die Fäuste schüttelnd. Das war also unser Besuch am Grabe der Erzväter! Wir hatten einen bitteren Geschmack im Munde. Unsere Väter, und man darf uns aussperren! Und obendrein noch beschimpfen? - Nachträglich hörten wir, daß wir nicht allein in dieser Situation gewesen waren. Kein Geringerer als Kaiser Friedrich III. wollte die Höhle besuchen und hatte zu diesem Zweck ein Schreiben des Sultans mit, in dem dieser befahl, den Kaiser in die Höhle hereinzulassen. Der Mufti las das Schreiben aufmerksam durch und sagte dann: "Gut, der Sultan hat befohlen, Dich hereinzulassen! Wir werden gehorchen, aber es steht nichts davon, daß wir Dich auch wieder herauslassen sollten." Daraufhin hat der Kaiser die Lust zum Besuch der Höhle verloren. Man erzählt, daß einige Arbeiter, Nichtmohammedaner, die Ausbesserungen innen vornehmen mußten, nach Beendigung der Arbeit getötet wurden. So war denn der Besuch von Hebron 3 sinnlos gewesen; denn alles, was wir dann, aus der Not eine Tugend machend, noch sahen, war uns nicht so wichtig. Wir gingen durch das Judenviertel, in dem eine kleine Anzahl arabisierter Juden, alter Jischuw, lebt und besichtigten eine alte Thorarolle und ein Haustor, von dem die Leute eine wunderbare Legende erzählten: Ein Engel Gottes habe hier einen großen Beutel Gold hingelegt, als die Judenschaft, die blutarm war, einem hartherzigen Herrscher nicht den Tribut zahlen konnte und deshalb vertrieben werden sollte. - Weiter draußen gibt es jetzt auch einige modernere Juden, sie besitzen eine Jeschiwa, die von Slobodka in Polen hierher verlegt wurde und deren Schüler ganz europäisch, in kurzem Jakett und Strohhut,gekleidet sind und von ihren Jerusalemer Kollegen mit Kaftan und Pajes als revolutionär verschrien werden. - Dann machten wir noch einen kurzen Abstecher nach den Glasbläsereien, von denen man uns stolz als einer palästinensischen (arabischen) Hausindustrie erzählt hatte. Wir sahen leider niemand bei der Arbeit, nur in einem alten Schuppen lag unter Staub und Stroh ein Haufen buntes Glas, Vasen, Schälchen, Armreifen in allen Farben, aber blasig, trübe und vielfach zerbrochen. Es lohnte sich nicht, etwas mitzunehmen, besonders, da der Araber einen unverschämten Preis forderte. Dieser Tag aber brachte noch mehr Unangenehmes! Auf dem Weg nach Bethlehem gab es auf einmal einen Knall, eine Erschütterung und Feuerfunken. Wir dachten, Araber hätten auf uns geschossen, aber es war nur ein Reifen des Autos geplatzt, und wir hatten auf der staubigen, sonnigen Landstraße einen ziemlich langen unfreiwilligen Aufenthalt, den die Damen zum Blumenpflücken, die Herren zur Arbeit benutzten. Diese Zeit fehlte uns dann für Bethlehem, wo wir nur langsam durchfuhren, an der Geburtskirche vorbei, und die prächtigen Steinhäuser, wahre Paläste, bewunderten. Es ist eine rein christliche Stadt, deren Bewohner durch ihre Perlmuttschnitzereien, mit denen sie in der Welt wegen des Namens Bethlehem gute Geschäfte machten, reich geworden sind und sich in den fruchtbaren,terassierten Bergen ihrer Heimat die schönen Häuser davon gebaut haben.