Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1962
- Issue
- No. 4-5 (1962)
- Date
- 1962-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 3155)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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1 Aus der Chronik der Breslauer Oper und Operetie iEiETi^cMEisjasiEEfi^cMeiJöMa^^ igjgi^^gfg^igjQijafäij^rsiaisaHSMaEHsiciJtißjaaraajaMSjaEiasMaisiuiaisiii'sraMarsiaMsiasiBJSJSiSMsiaiarr Wer sich mit der Breslauer Theatergeschichte und speziell dem Opernleben befasst, wird feststellen, dass insbesondere in der Aera des Direktors Dr. Theodor Loewe der Ruf der Breslauer Bühnen weit ins Reich, ja bis ins Ausland gedrungen ist. Viele moderne Opernwerke kamen im Breslauer Stadttheater sofort nach der auswärtigen Premiere heraus und bestätigten durch die Qualität der Aufführung den guten Namen Breslaus als Musikstadt. Alle berühmten Repertoire-Opern konnten die Breslauer in mustergültiger Darbietung geniessen. Erinnern Sie sich: Dr. Loewe brachte glanzvolle Inscenierungen, er gastierte auch mit dem ganzen eigenen Ensemble in Budapest, Wien, Petersburg und Amsterdam. Die Namen seiner Künstler waren in Breslau längst berühmt geworden, ehe sie es in Berlin, Wien, München und New York wurden : Leo Slezak, Paul Bender, Barbara Kemp, Rudolf Lettinger, Erich Ziegel, Tilla Durieux, Leopold Weintraub, Alfred Herz, Julius Prüwer und last but not least, Bruno Walter, und noch viele andere mehr waren es hier, die zum Ruhme der Breslauer Theater erspriesslich wirkten. Zunächst will ich kurz noch einiges Wesentliche über den „Theatergewaltigen”, Dr. Loewe, sagen, mit dem ich persönlich befreundet war. Die Chronik berichtet: 1890 war Loewe als Dramaturg von Wien an das Breslauer Stadttheater gekommen, um 1892 gemeinsam mit dem bereits hochbewährten Führer des Lobetheaters, Fritz Witte-Wild, die Leitung des Stadttheaters zu übernehmen. Jedoch noch vor dem Beginn der neuen Saison trennten sich die beiden Weggenossen, Witte-Wild blieb im Lobetheater und Dr. Loewe eröffnete das Stadttheater allein mit einer denkwürdigen „Lohengrin”-Vorstellung, deren solistischer Glanz die Oper des Stadttheaters mit einem Schlage hoch über das bisherige stark provinzielle Niveau emporhob. Als gleich hervorragend erwiesen sich die andern für die Oper verpflichteten Kräfte, und das Loewesche Ensemble eilte von Erfolg zu Erfolg. Schon nach wenigen Jahren strebte Dr. Loewe über Breslau hinaus, so führte er Rubinsteins Oratorium „Christus” (mit Raimund zur Mühlen) durch Deutschland, er leitete eine grosse „Stagione” der neben berühmten Wagnerkünstlern unter Hans Richters Aegide auch Breslauer Sänger angehörten, am kaiserlichen Marientheater in Petersburg. Ein Jahrzehnt später brachte Dr. Loewe Straussens „Salome” in Wien und Budapest mit seinem Ensemble zur Erstaufführung. In Breslau selbst übernahm 1896 Dr. Loewe, der sich zuvor schon das Thalia-Theater als Volksbühne angegliedert hatte, das Lobetheater von Witte-Wild, als dieser an das neubegründete Theater des Westens in Berlin ging. Nachdem inzwischen Dr. Loewe das Schauspiel aus dem fortan ausschliesslich der Oper dienenden Stadttheater ins Lobetheater übergeführt hatte, gelang es ihm 1911, auch die vierte Breslauer Bühne, das „Schauspielhaus", in die Hand zu bekommen, wohin er die bisher im Lobetheater mitgepflegte Operette verpflanzte. Doch nun zu unseren Künstlern: Prof. Adolf Rott, der bekannte Bühnenfachmann, sagte einmal : „Das Urgeheimnis des Theaters ist das Freudebringen. Hierin liegt das Wunder, das Geheimnis, die Ehrfurcht vor dem Unbekannten. Dieses grenzenlose Geheimnis muss unbedingt gewahrt sein 1" — Schon in der Jugend war es das grösste Erlebnis für mich, eine Oper zu hören. Textlich und musikalisch wohlvorbereitet gingen wir damals in das Breslauer Stadttheater. Es war die Blütezeit der Breslauer Oper unter Dr. Th. Loewe, der fast über 20 Jahre das Opernhaus und vier Jahrzehnte die Geschicke der anderen Breslauer Bühnen gelenkt hat. Mein Vater war viele Jahre hindurch Theaterarzt und so hatte ich Gelegenheit, mit ihm die meisten Werke oft und eingehend zu sehen. Fiebernd sass man vor Beginn der Aufführung da, — dieses Theaterfieber ist immer ein wesentlicher Bestandteil einer Theateraufführung gewesen — man kam sofort in die echte, richtige Theaterstimmung, bereit, die Genialität eines Mozart, Wagner, Bizet, Smetana, Verdi, Humperdinck, Strauss, usw. in sich aufzunehmen. Die Instrumente wurden gestimmt, es war jene für einen Theaterbesuch so wichtige festliche Atmosphäre der Spannung, es roch förmlich nach Schminke, Kostümen, Farbe und Kulissenluft! Man erlebte wirkliche Theateratmosphäre! Die Lichter gingen langsam aus, es läutete zum dritten Mal, der Kapellmeister kam ans Pult, die Ouvertüre setzte ein — das Spiel begann! Und was sich dann abspielte, was sich Aug’ und Ohr bot, war stets von strenger Stiltreue, hoher Qualität und Individualität; denn bei Dr. Loewe gab es schon damals jenen bestimmten Aufführungsstil, bei dem der Sänger besonders auch auf darstellerische Fähigkeiten gelenkt wurde. Nicht, dass der Künstler nur sang, er musste im Spiel das erleben, was er musikalisch ausdrückte, die Einheit von Singen und Darstellen verschmelzen. Es war ein prächtig abgestimmtes Ensemble.. Man bezeichnet ein solches Zusammenspiel von Gesang und Darstellung mit „Ensemblekunst”. Bei Uebernahme des Stadttheaters nahm Dr. Loewe, wie die Chronik weiter meldet, sofort bedeutsame Erweiterungen vor. Er vergrösserte das Orchester und engagierte die Solisten so, dass jedes Fach mehrfach besetzt war. Von der älteren Generation werden sich noch manche der Namen unsrer Lieblingskünstler Erinnern! Namen wie: Schiaffenberg, Somer, Dr. Briesemeister, Paul Bender, Alfred Schauer, Dörwald, Siewert, Trostorff, Wittekopf, Hecker und Wilhelmi und die der Damen Fiora, Rosen, Behnne, Pewny, Barbara Kemp, Verhunk, Neisch erwecken in uns die Erinnerungen an Stunden höchsten musikalischen Genusses. Breslau erlebte in diesen Jahren die Blütezeit der Stadttheater-Oper, wie sie nie vorher gewesen! Berühmte Kapellmeister dirigierten hier, nennen wir nur die Namen Alfred Herz (später Metropolitan-Opera, New-York), Weintraub, Julius Pruewer, Rudolf Tissor, Karl Ohnesorg, Paul Weiner. Hervorragende Regisseure waren: Theodor Habelmann, Elmblad, Hugo Kirchner, Dr. Ernst Lert, alles Künstler in ihrem Fach, Bühnenvorstände von hoher Klasse und reich an Erfahrung! Nun wäre noch kurz von der leichten Muse zu reden, die unter der gleichen Direktion im „Schauspielhaus” Triumphe feierte. Auch hier gab es Jahre hindurch glanzvolle Darbietungen der klassischen und modernen Operette. Sogar eine Uraufführung gab es 1912: Das „Gassenmädel”, komponiert von dem hochbegabten Breslauer Zahnarzt Dr. P. Freund. Die Kapellmeister Josef Rosenberg, Ernst Sommer, und Franz Marszalek sind den Breslauer Operettenfreuden unvergessen. Ueber die geschilderte Zeit hat sich der Vorhang gesenkt, die Lichter sind erloschen, das Haus hat sich geleert! Wer jetzt im Stadttheater herrscht, weiss nichts von dem einstigen Glanz, der kennt nicht die Worte, die ungeschrieben über der Bühne, nur dem Theaterfreund sichtbar waren: „Die zu euch sprechen in dieser Halle / Durch den Mund der Masken, Schatten und Geister / Menschen sind alle, / Aber einige. — Meister.” Julius Sachs Der ‘ ' der Jugendbewegung an der Ausbildung der Persönlichkeit (Vortsetzung) konnte daraus einen Elan für seine Lebensgestaltung gewinnen, der in tausendfacher Hinsicht, bis heute fortwirkt: Die Fähigkeit zum reinen und phrasenlosen Erleben, zur Ehrlichkeit gegen sich selbst und zur Anerkennung der Verpflichtung zum Dienst an der Gesamtheit. Kein Zweifel, dass besonders letztere nachhher im K.J.V., Herzlbund, Makkabi oder sonstwo weiter entwickelt und vor allem gedanklich unterbaut werden musste — und, um nicht nur von zionistischer Jugend zu sprechen, das Gleiche gilt für die nach dem Vorbild des Blau-Weiss entstandenen Kameraden und Esräer, die in den K.C., bzw. den V.J.A. übergingen. Gänzlich anders liegt es bei den israelischen Jugendorganisationen, die offiziell ebenfalls Jugendbewegungen heissen, sogar in der Gesetzessprache. In Wahrheit sind es von Erwachsenen, meist leider sogar von politischen Parteien gegründete und ständig überwachte Vereinigungen. Die Formen des Jugendlebens sind in ihnen nur Accidens; ihre eigentliche Bestimmung liegt in der Sicherung eines Nachwuchses für die Parteien und in der möglichst frühen Indoktrination der Jugendlichen, ja selbst von Kindern. Ausserdem fehlt ihnen die Basis der deutschen Jugendbewegung, nämlich die Trennung der Geschlechter; denn die hiesigen Schulen sind fasst ausnahmlos auf der unseligen Koedukation aufgebaut — die übrigens auch eines der Haupthindernisse der Ueberwindung des Gegensatzes zwischen westlicher und orientalischer Schuljugend ist —; und das gemeinsame Leben von Jungen und Mädchen überträgt sich natürlich auch auf den Jugendbund, sogar auf die Scouts, die wenigstens relativ frei von Parteibevormundung sind. Ehemalige BRESLAUER u. SCHLESIER! Mappe mit 10 ausgesuchten Orig.-Photos aus dem Bildarchiv von Breslau u. and. schles. Städten, Landschaften und die Riesengebirge DM 3.50 Vergrösserungen 18x24 Preis DM 4.— Voraussendung des Betrages wird erbeten. VERLAG RÄTE BITTNER, LÜBECK (W. GERMANY) CHARLOTTENSTR. 17a 9 0