Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1962
- Issue
- No. 4-5 (1962)
- Date
- 1962-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 3151)
- Language
- German
- Belongs to
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Unsere Verschollenen-Liste weist bereits eine grössere Anzahl Namen auf, z.T. mit verschiedenen Einzelheiten über Deportation, Tod und Verschickung in die Todesläger, soweit wir Angaben von unseren Mitgliedern und anderweitig erhielten. Wer an näheren Angaben und Namen interessiert ist, soll sich unter Beifügung von 2 internationalen Rückantwortscheinen an unseren Vorsitzenden Dr. Wilhelm Freyhan, Tel-Aviv, Lord Byron St. 4 (Israel) unter Angabe der gesuchten Namen wenden. Gleichzeitig bitten wir alle Leser unserer „Mitteilungen” Herrn A. Dombrowsky, Tel-Aviv, Jean Jaures St. 4 alle Angaben zu machen, die ihnen über Deportationen bekannt sind, genaue Namensangabe möglichst mit Datum der Deportation und soweit möglich Einzelheiten. Wir bitten dringend, uns bei dieser wichtigen Arbeit zu unterstützen, die im Interesse aller Mitglieder und der gesamten jüdischen Oeffentlichkeit geleistet wird. Wir veröffentlichen nachstehend einige Namen von den ca 250 Personen, die mit Transport IX/4 am 2.4.1943 in Theresienstadt eintrafen und bitten unsere Leser uns weitere Angaben zu machen. Die nachstehenden Angaben sandte uns unser Mitglied Eric Stanley aus Los Angeles: Richard Falk und Frau Adolfine geb. Boehm. (Beide 1944 nach dem Osten weiter deportiert) Max Hoffnung u. Frau Cilly geb. Kurländer (Max in Lugano gest.) Willy Raphael und Frau Hedwig geb. Friedländer. (Beide 1944 n. d. O. weiter deportiert) Herbert Blumenthal 1944 weiter dep. der Bruder von Max Hoffnung nebst Frau u. Tochter Steffie (Eltern in Auschwitz umgekommen, Steffie angeblich in Frankfurt a/Main.) Herr u. Frau Licht geb. von B.B.I. Breslau (Beide 1944 n. d. O. w. d.) Dr. Isidor Friedeberg nebst Frau Erna geb. Flatow u. ihr Sohn u. Tochter (alle w. dep.) Erich Sandberg und Frau — (beide 1944 n. d. O. w. dep.) Apotheker Arndt und Sohn in Th. gest., Sohn dep. Frau Dr. Alice Boehm mit einer ihrer Töchter, der jüngsten (Beide n. d. O. w. dep.) Fritz Cohn nebst Frau und Sohn Ernst. (Eltern zuerst, später Sohn dep. Ernst soll aber seinen Bruder in Israel erreicht haben) Willy und Grete Bock geb. Falk (beide 1944 nach d. Osten deportiert). Wer kennt die Adresse der Angehörigen des verstorbenen akademischen Religionslehrers der Synag. Gern. Breslau Dr. Wolff Davidsohn. | Vor 25 Jahren | Die C.V. Zeitung schreibt : Der Jüdische Musikverein Breslau veranstaltete sein 3. Abonnementskonzert gemeinsam mit dem Hilfsausschuss für jüdische Kranke. Das gab Gelegenheit, eine Reihe liturgischer Werke ins Programm aufzunehmen, das wohl etwas lang und bunt, im ganzen jedoch nach einem bestimmten Prinzip geordnet war. Den wesentlichen Teil bestritt der von Werner Sander geleitete, zu einem vortrefflichen Klangkörper erzogene Chor, dessen Ausdrucksfähigkeit am stärksten in dem kompositorisch wertvollen „Uw'schaufor godaul” von Leo Low zutage trat. Als ein Wagnis erschien zunächst die Aufführung der gekürzten Mozartschen Vesper (K. V. 339) in der Form eines hebräisch gesungenen Psalmenzyklus. Doch dank der äusserst minutiösen Vorarbeit spürte man nicht die geringste Inkogruenz zwischen dem Urtext u. der flüs- Jahrzeitstiftungen und Eintragungen IN UNSER „GOLDENES BUCH” ERFOLGTEN SEIT ERSCHEINEN UNSERER LETZTEN MITTEILUNGEN AUF DEN NAMEN VON : Jakob Beutler (Jaacow Ben Israel), Breslau, gest. 7(3*^ n3D 9 (1922) Minna Beutler (Mirjam Bath Israel), geb. Brieger, gest. Tjnn n3D n (1917) eingetragen durch ihre Kinder Elisabeth, Louis, Dr. W. Seew Beutler und Lydia Gumpert geb. Beutler. Ernestine Perl — Breslau eingetragen durch ihre Tochter Mrs. E. Loew — London. Sanitätsrat Dr. Albert Sachs und Frau Klara geb. Goldstein eingetragen auf Veranlassung ihres Sohnes Dr. Karl Sachs, Brooklyn 13/N.Y. 1138 Eastern Parkway. Zur Stiftung unseres Mitgliedes Frau Helene Mauthner — Buenos Aires (Argentina) auf den Namen ihrer Eltern Emanuel und Johanna Falk geb. Kalischer ist für das goldene Buch des Verbandes nachzutragen. Die Juden durften bekanntlich früher nicht in den grossen Städten wohnen. Daher hatte sich auch in Dyhernfurt, nicht weit von Breslau eine grosse Judengemeinde gebildet, deren Rabbiner der Vater des vorstehenden Emanuel Falk, bekannt als der „Dyhemfurter Raw” war. Als die Juden nach Erlass des Hardenbergschen Ediktes 1812 das städtische Bürgerrecht erwerben konnten, zog der „Dyhernfurter Raw” mit seiner Familie und dem grössten Teil seiner Gemeinde nach Breslau, wo er viele Schüler um sich sammelte und ohne jemals sich dafür bezahlen zu lassen, Talmud und Thora lehrte. Seine Frau ernährte, wie dies damals üblich war, mit einen kleinen Handelsladen d. vielköpfige Familie. Johanna Falk geb. Kalischer war die Tochter des berühmten Raw Zwi Kalischer aus Thorn (Westpreussen), der einer der Vorläufer des Herzischen Zionismus war. (Siehe auch den Brillingschen Beitrag zur Geschichte der Breslauer Synagogen in dieser Nummer. Die Red.) sigen Melodik Mozarts. Auch die Leitung des Orchesters war hier besonders erfreulich. Das Sopranosolo sang Käthe Korowicz sauber und warm timbriert. Der eigentliche Solist des Abends war Oberkantor Karl Neumann, Berlin, dessen Vortrag religiöser und weltlicher Gesänge, trotz mancher Aeusserlichkeit, durch die Kraft und den Glanz seines Tenors zu einem hohen musikalischen Genuss wurde. Erich Schaffer führte die Begleitungen aus und erwies sein bedeutendes Können ausserdem mit der gut durchgefeilten Wiedergabe des d-moll- Konzerts von Vivaldi-Bach. Hff. Im Breslauer Kulturbund gastierte das Ensemble des Hamburger Kulturbundes mit Calderons (hier schon gewürdigtem) Lustspiel „Dame Kobold” in der graziösen Nachdichtung Hugo von Hofmannsthals. Das leichtbeschwingte Spiel bescherte mit seiner Verwirrung und seinem fröhlichen Hin und Her einige heitere Stunden. — Die einheimische Künstlerin Lotte Schwarz (Rosenbaum) trat mit einem eigenen Vortragsabend vor das Publikum. Das ausgewählte Programm und die Leistung der Vortragenden wurden in gleicher Weise zum Erlebnis. Schiw(erin). (Der Berichterstatter Hff. Hausdorff ist vor wenigen Jahren in U.S.A. gestorben .Er hatte uns noch kurz vorher über seine Erlebnisse geschrieben. d. Red.) ALTERSHEIM Verbands-Nachrichten (Fortsetzung) Zurzeit richten wir in unserem Altersheim eine — hauptsächlich deutschsprachige — Bibliothek für die Heimpensionäre ein, da den meisten aus Deutschland stammenden die deutsche Sprache besonders geläufig ist. Wir sind unseren Mitgliedern für die Zusendung guter Romane in deutscher Sprache herzlich dankbar. Allen Anfragen bitten wir internationale Antwortscheine (in Israel Rückporto) beizulegen, da unsere Briefe Aus- und Eingänge bereits die Zahl 3000 überschritten haben und wir bei den zahlreichen Anfragen unsere sozialen Einrichtungen schädigen würden, wenn wir die umfangreichen Portobeträge aus unserer Kasse zahlen. Das ISRAELITISCHE WOCHENBLATT FÜR DIE SCHWEIZ berichtet über die Einweihung des Altersheims des „Verbandes ehemaliger Breslauer” in Tel-Aviv: Dem „Verband ehemaliger Breslauer” ist es gelungen, ein wertvolles soziales Projekt in die Tat umzusetzen, indem er ein Heim für ehemalige, ältere Breslauer geschaffen hat. Die Beschaffung solcher Heime ist auch in Israel eine dringende Notwendigkeit, obwohl schon zahlreiche derartige Heime im ganzen Lande bestehen. Der Vorsitzende des Verbandes, Dr. Wilhelm Freyhan, begegnete der richtigen Adresse für sein Vorhaben, an dem er seit Gründung des Verbandes mit zäher Energie festhielt, in der Person von Frau Paula Barth, der rührigen Vorsitzenden des Women’s Social Service, deren Initiative schon verschiedene derartige Sozialgründungen zu verdanken sind. Sie stellte bereitwillig einen Flügel ihres im Bau befindlichen Aeltemheims in Jad Eliahu den Breslauern gegen Beteiligung an den Baukosten zur Verfügung. Die ehemaligen „Breslauer” aus aller Herren Ländern sandten ihre grossen und kleinen Spenden, die es dem Verband ermöglichen, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Auch prominente nicht jüdische Persönlichkeiten setzten sich für das Projekt im Ausland ein und sandten erhebliche Beträge. Der Verband hat mit dem Women’s Social Service ein Abkommen getroffen, weitere Wohnungseinheiten zu übernehmen, sobald weitere grössere Zahlungen geleistet werden können. Einzahlungsgeld und Pensionspreis liegen auf dem üblichen Niveau. Dem 3. Landestreffen des Verbandes ehemaliger Breslauer, an dem auch zahlreiche Mitglieder aus Amerika und Europa teilnahmen, ging nun eine Besichtigung des neuen Aelterenheims voraus. Eine geschmackvolle Aufschrift an der äusseren Wand des Breslauer Traktes weist auf die Synagogengemeinde Breslau hin. Das Heim selbst ist nach den neuesten Prinzipien, ' modernsten Plänen erbaut. Man kann sagen, dass hier ein Paradies für ältere Menschen aufgebaut wurde. Als Zeichen des Dankes an Frau Barth überreichte Dr. Freyhan das „Goldene Buch” des Breslauer Verbandes, in welches die Stiftungen eingetragen werden und auf dessen erster Seite die Namen der Eltern von Frau Barth, Ludwig Wittenberg und Frau, denen das religiöse und soziale Leben der Gemeinde Breslau so viel zu verdanken hatte, eingetragen wurden. S.