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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1967-04-01 · No. 21 (April 1967) · p. Seite 13

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1967
Issue
No. 21 (April 1967)
Date
1967-04-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Gastspiel im Breslauer Stadthealer - 1910 EVA von der OSTEN FRIEDRICH PLASCHKE in “MIGNON” von Ambroise Thomas Goethes Werke sind vereinzelt als Opemtexte benützt worden. Neben Gound’s “MARGARETHA” ist die bekannteste Libretto-Quelle der Erziehungsroman "Wilhelm Meistens Lehrjahre”, aus dem die Librettischen Michel Carre und Jules Barbier zum Text der Oper “MIGNON” inspiriert wurden. Sie arbeiteten die Vorlage zu einer romantischen Spieloper sehr geschickt aus. Der Roman mit den schönen und lichtvollen Gedanken des grossen Dichters trat zwar ziemlich in den Hintergrund, um einer interessanten Bühnenhandlung Platz zu machen, die Gelegenheit gibt, all das zu zeigen, was dem Geschmack des Publikums der Zeit (Uraufführung 1860) entgegenkam. Die Figuren der Oper entsprechen denen des Romans. Wir sehen Wilhelm Meister, wir erleben das Schicksal der rührend-anmutigen Gestalt Mignons und des Harfners Lothario mit, und ebenso interessiert uns Mignons Gegenspielerin Philine mit all ihren Verfürungskünsten, die sie an den Kollegen ihrer Schauspieltruppe Friedrich und Laertes übt. Und nun will sie auch den eleganten Wilhelm Meister in ihr Netz locken. In drei Akten, deren beide erste in Italien, der letzte in Deutschland spielen, zieht das eigenartige Schicksal der einst als Kind von Zigeunern geraubten Sperata und ihres Vaters des Grafen Cypriani, an uns vorüber. Lothario ist der Graf, Mignon ist Sperata. Und ihr Traum: “...dahin, dahin will ich mit Dir oh mein Geliebter zieh'n — nömlich in das Land wo die Zitronen blühen — geht in Erfüllung. Dies das Libretto. — Diese Oper “MIGNON” ist der grösste Erfolg des Komponisten AMBROISE THOMAS (1811— 1896) gewesen. Das Werk wurde im Nivember 1866 an der OPERA COMIQUE in Paris uraufgeführt. 1878 war die fünfhunderste, 1894 die tausendste und 1927 die sechzehnhundertste Aufführung allein an der Pariser Opera Comique. Aber auch in der ganzen übrigen Welt hat die Oper viele tausende Aufführungen erlebt. Sehr graziöse, einfallsreiche Melodien, die plastisch und typisch die bunte Theaterwelt mit ihrem Drum und Dran illustrieren, erklingen neben den sentimental verträumten Arien der Mignon und des Lothario. Von hervorragendem Können zeugt die elegante, effektvolle Instrumentation nicht nur in den Arien und Ensemblenummern, sondern auch in den Tanzeinlagen. In der Furlana, den Zigeunertänzen und der Styrienne erkennt man den instinktsiche- Jerusalem feierte kürzlich den 75. Geburtstag des Graphikers und Kunstmalers Isidor Aschheim, der aus Breslau stammt. Das Israel-Museum zeigte eine imposante Schau seiner Graphik — eine Epoche von 50 Jahren künstlerischer Arbeit auf diesem Gebiet war zu sehen. Seine Schöpfungen sind nicht nur für den Kenner von höchster Bedeutung, so dass es wichtig wäre, auch eine Ausstellung der anderen Werke des Meisters (Aquarelle, Ölbilder) zu veranstalten. Am Jubeltage hatten sich persönliche und “gute Freunde der Kunst” eingefunden, die dem beliebten Manne ein wohlgelungenes Fest bereiteten. Zur selben Zeit wurde man ins Nora-Studio zu Kaete Ephraim-Marcus, ebenfalls aus Breslau ren Bühnenkomponisten. Die brillante Ouvertüre, auch von vielen Konzertorchestem gespielt, enthält die Hauptmelodien der Oper. Da der imglückliche Lothario auf der Suche nach seiner verschwundenen Tochter als Harfner durch die Welt wandert, so sind der Harfe im Orchester grosse Möglichkeiten gegeben, ihre Klangeffekte zu entfalten. Zarte Glissandos von apartem Reiz, untermalen die Vorgänge auf der Bühne. Die Rolle der Mignon ist eigentlich als lyrischer Mezzo-Sopran geschrieben, aber sie liegt auch einem lyrischen (Charakter) Sopran. Der Lothario ist ein Charakter-Bariton. Sehr oft wurden EVA von der OSTEN und FRIEDRICH PLASCHKE (beide von der Dresdner Staatsoper) eingeladen, in diesen Rollen im Breslauer Stadttheater zu gastieren. Das war stets ein “Festival” der Stimmen und des Wohlklangs. Denn EVA von der OSTEN brillierte mit ihrem überaus gepflegten Stimm-Material und ihrer vollendeten darstellerischen Begabung. Für die Partie des Lothario fand PLASCHKE effektvolle Nuancen und illustrativen Niederschlag. Er hatte mit imponierender Charakterisierungskunst als Sänger Bedeutendes zu sagen. Sein schön ■ ausgeglichenes Organ liess stets aufhorchen. Diese Gastspiele der beiden Künstler fanden beim Breslauer Opernpublikum stärkste Resonanz und wurden in den Jahren 1910 bis 1920 oft wiederholt. Daneben gaben unsere einheimischen Künstler ebenfalls vollendete Leistungen. Wer erinnert sich nicht gern an den hervorragenden Wilhelm Meister unseres unvergessenen lyrischen Tenors HANS SIEWET, der lange Jahre ein Star der Breslauer Oper war. In der Koloratur-Arie der Philine schöpfte ROSE MAC GREW alle Möglichkeiten dieser schwierigen Gesangspartie restlos aus. Auch sonst war sie die Verwirklichung des Bildes, das man sich von diestr Rolle macht. Sie zu hören — besonders in der Hauptarie “Titania ist herabgestiegen...” — welch Erlebnis! War Plaschke verhindert zu einem Gastspiel nach Breslau zu kommen, so sang unser hervorragender Bariton GEORGE BEEG die Partie des Lothario. Und dann — am Pult Kapellmeister RUDOLF TISSOR. Seine Feinfühligkeit, seine Sensibilität und Sorgfalt, seine Fähigkeit aus dem Orchester aussergewöhnliche Leistungen herauszuholen, sind imvergessen. Er hatte an unserer Oper grosse Aufgaben zu erfüllen, die er mit ungewöhnlichem Talent und Geschick meisterte. Zum Theaterkapellmeister muss man geboren sein. Er war es! Uber Jahrzehnte hinaus wirkt eine solche Breslauer Opern-Aufführung. Wer könnte sie je vergessen! Julius Sachs stammend, gebeten. Die Künstlerin, Gattin des einstigen Oberregierungsrates Dr. Josef Marcus, zeigte neue Bilder aus Israel, aus der Wüste des Negev, aus Tiberias, ferner Plastiken. Ihr Spezialgebiet sind übrigens Skulpturen. Alle ihre Werke sind von entscheidendem Eindruck. Die Künstlerin vermittelt uns einerseits zarte, sehr stimmungsvolle Landschaften, sie trifft andererseits vollendet die israelische Atmosphäre in ihrer Eigenart; sie zaubert eine Harmonie der Farben. Aus ihren Motiven strahlt Israel aus. Touristen, also ehemalige Breslauer, sollten beide Künstler in ihren Ateliers auf suchen! Julius Sachs ( Was alles einst | > im Südpark war } Was alles einst im Südpark war, Das stell ich im Gedicht jetzt dar, Denn vieles hat man schon vergessen — Erinnert Euch infolgedessen: Erinner Dich Leser, ich weiss es genau, Da war eine Kuchen und Bretzelfrau, Eine Gluckhenne gab’s, die unentwegt Statt Eier Pfeffermünzplätzchen legt, Und Rauher und “Poli” spielten wir froh Auf dem grossen Spielplatz, ganz nahe beim “Klo”. Am Cohn sehen Denkmal konnten sich treffen Die Liebespärchen, seins Nichten, seins Neffen. Natürlich ging alles sehr sittsam zu — Vielleicht war das einzige, das erste “Du”. Man setzte sich dann umschlungen aufs Bänkel Das einst gestiftet der Stadtrat Frankel. Er war ein begeisterter Reitersmann Und zog alle freundlich in seinen Bann, Dann, vis a vis, bei Wiesenthal, Ein Karussel gabs dazumal. Der Droschken — Halteplatz daneben — Es war eben damals ein andres Leben — Es gab da, erster und zweiter Güte, Je nach des Droschkengauls Gemüte! Die Kutscher trugen Zylinderhüte. — Die guten alten Zeiten noch waren, Man sah die Güterzüge fahren. Fürwahr, es war kein leerer Wahn Denn dort fuhr die Umgehungsbahn. Auf die Bender Höhe stieg man empor, Man kam sich wie im Gebirge vor! Auf der Riemann-Höhe Grashupfer hoppten, Und in der Ferne sah man den Zobten! Im Südparkteiche taten mit Brüdern Die Mädchen — doch meist mit andern - rudern. Dann gabs das Bänklein am Rondell Dort war für Verliebte die richtige Stell! Von der Brücke sah man viele Muttern Mit Kindern aus Tüten die Fische futtern. Ein Leier mann, der spielte uns vor Das Lied vom alten “Odertor”. Doch abends, da dirigierte der Behr Beethoven und Mozart und noch viel mehr, Und — mit Geschick und Feldherrnblick — Er führte vor die “Pathetique”. Noch heute die Sinfonie uns packt — ’s ist die mit dem fünfviertel Takt! Das war Genuss, war beste Kunst — Die stand in Breslau hoch in Gunst. Jetzt zu des Parks verschiviegenen Bänken Tat Amor seine Schritte lenken, Und unter unsres Parkes Bäumen. — Dieweil man könnt von Liebe träumen, Hat man, wies so im Leben ist, Des Nachts im Südpark viel geküsst. Natürlich ist das nichts Specieües, Doch ich erwähn auf alle Fäll es Zum Schluss spielt Behr noch was von Strauss - Und mit der “2” fuhr man nach Haus. Das war im Südpark schönes Leben — Und unvergesslich — das ist es eben! Das waren noch Zeiten — im Monat Mai Und Sie, lieber Leser, waren auch dabei! J. S. -*- Zwei Künstler aus Breslau 13

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