Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1967
- Issue
- No. 21 (April 1967)
- Date
- 1967-04-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Diskussion „Antisemitismus11 ein anachronistischer Begriff von ARTUR DOMBROWSKI Von frühester Judend an — schon in den Neunziger Jahren litt ich unter Judensfeindschaft. damals war der Begriff des Antisemitismus noch wenig bekannt. Man sprach in unseren Kreisen von “Risches”, ihn lernte ich in mannigfachen Formen kennen. Der Lehrer Beier der evangelischen Volksschule No. 36 in Breslau rief mich nicht namentlich auf und nannte mich “der Jude”. War eine Rechenaufgabe zu lösen, Kopfrechnen war damals im Schwung, sagte er, wenn ich nicht bald die Aufgabe löste: “Na, Jude, warum meldest Du Dich nicht, Ihr Juden seid doch gute Rechner”. Die Mitschüler, etwa 70 an der Zahl riefen mich gleichfalls nicht bei meinem Namen sondern für sie war ich der Jude. Einmal auf dem Nachhausewege schlug wir ein Lümmel die Mütze vom Kopf und schrie: “Ihr Juden habt unseren Jesus getötet”. Meine Antwort — ich war acht Jahre alt — : “Was willst Du von mir, ich bin ja gar nicht dabei gewesen.” Um 1900 herum hörte ich von einem Mitschüler das erste Mal das Wort “Antisemitismus”, er klärte mich darüber auf, dass der Antisemitismus eine Rassenlehre sei, die sich sowohl gegen Juden wie auch gegen alle Semiten richte. Und da er nicht ohne Humor war zitierte er ein Scherzwort: Gib mir ein Bisquit oder ich werde Antisemit. Die Judenfeinde des zwanzigsten Jahrhunderts fälschlicherweise “Antisemiten” genannt begnügten sich freilich nicht mit einem Bisquit, sie diffamierten, bespukten, misshandelten, vernichteten Millionen unserer Brüder und raubten sie bis auf die Haare und Goldzähne aus. — Ihre Mordlust tobten sie aber nicht gegen alle Semiten sondern nur gegen die Juden aus. Sie sind nicht “Antisemiten” sondern Judenfeinde, Judenmörder. Man sollte sie daher — schlage ich vor — als solche bezeichnen, es kommt nicht darauf an wogegen sie sind sondern wofür sie sind. Das der “Antisemitismus” nicht den Kampf gegen die Semiten sondern gegen die Juden beinhaltet bin ich dafür, das anachronistisch gewordene Wort aus unserem Sprachschatz auszumerzen. Unterscheiden wir zwischen Feinden des Staates Israel — und Judenfeinden dann werden wir der Wirklichkeit gerecht, nennen wir sie bei ihrem richtigen Namen und durchkreuzen wir ihre Tendenz unter dem Begriff des “Antisemitismus” ihre Tendenzen zu verharmlosen. Künstlerischer Unterhaltungsabend des Verbandese hemaliger Breslauer TEL AVIV AM 15. JANUAR 1967 Im Breslauer Hause unseres Vorstandsmitgliedes Julius Sachs (Sanitätsrat Dr. Albert u. Frau Clara Sachs) gingen die Künstler der Breslauer Bühnen des Direktors Dr. Löwe ein und aus. In Tel Aviv setzt der Sohn diese schöne Tradition fort und die Tel Aviver Künstler sind seine Freunde. Also liegt es nahe, unserem Sachs die Ausgestaltung und Conference der Breslauer Unterhaltungsabende zu übertragen, die dem Kontakt unserer Landsleute dienen. — Der diesmalige Abend, den der Verbandsvorsitzende Herr Emst Tauber einleitete, war besonders gut gelungen und ausgezeichnet besucht. Alles waren arrivierte Künstler, die Julius Sachs herangeholt hatte und die er — wie allgemein gesagt wurde — in heiter liebenswürdiger Weise vorstellte und teilweise stegreif ebenso humorvoll in Versen ansagte. Zu Beginn hörte man Eli Kaniel, den Meisterpianisten in seinen amüsanten, brilanten Improvisationen. Es folgte eine junge, charmante Sängerin Malka Jizchaki, aus dem Studio Elly Kurz hervorgegangen, die kürzlich aus U.S.A. zurückgekehrt ist. Sie brachte mit hoher Kunst Opernarien und Operettenlieder und wusste mit ihrem Vortrag den Hörerkreis vom ersten Moment an zu gewinnen. Dann hörte man Mordechai Ben Schachar, ehemaliges Mitglied der Züricher Oper ebenfalls in Opemarien und sogar als Ollendorff aus dem “Bettelstudent”, den er nicht nur vollendet sang sondern auch drastisch darstellte. Als tatsächliche Überraschung brachte er ein neues Lied von der “Verkehrsampel”, Text und Musik von Julius Sachs, das gut gefiel. In der kurzen Pause gab der Unterzeichnete einen ausführlichen Bericht über den Verband und seine Arbeit und lud zur Mitarbeit ein. Nach der Pause trat ein weiterer “Clou” des Abends auf, der Folklore und Schlagersänger Arkady Cruchiny: Zugaben über Zugaben sowie eine amüsante Scene aus dem Goldfaden — Film “Schney Kunne Lemmel” im Kostüm. Man liess den sympathischen Künstler kaum vom Podium herunter. Er ist eine Sensation für sich und versteht das, was man im Künstlerjargon “verkaufen” nennt, besonders charmant. Und zum Schluss: Sie wissen doch, was Dr. Falke in der Fledermaus Ballscene zum Prinzen Orlowsky sagt: Sie werden heute abend noch sehr herzlich lachen! Na, auch wir haben gelacht, denn der geliebte Tel Aviver Komiker Mosche Goldmann gibt allen Grund dam in seinen gut abgelauschten Teil Aviver Typen und Scenen. Er ist einzigartig darin. Schmunzelnd ging man heim. Es war ein besonders gelungener Abend. — Am Flügel fungierte als Begleiter — Begleitung ist hohe Kunst — der Israel Komponist Franz Czellitzer und Alex Bivas. — Und alle Besucher fragten: Wann ist der nächste Abend? Macht nur bald wieder einen. Erich Lewin JÜDISCHE ERZIEHUNG IN DEUTSCHLAND ZUR ZEIT DES NAZI — REGIMES Herr Josef Walk, Jerusalem, Raw Herzogstr. 5, eine bekannte Persönlichkeit im Erziehungswesen in Israel, aus Breslau stammend ist mit einer Forschungsarbeit über das jüdische Erziehungswesen in Deutschland zur Zeit des Nazi Regimes beschäftigt insbesondere über die jüdische Erziehungsarbeit in Breslau und Schlesien. Wir bitten in diesem Aufruf alle mit der Erziehung betrauten Personen oder Menschen, die Adressen solcher Lehrer oder Erzieher in Israel und in der Welt kennen, diese Herrn Josef Walk aufzugeben. Wir danken Allen, die diese grosse Aufgabe unterstützen wollen, im Voraus für ihre Mühe. Verband ehemaliger Breslauer Liebeserklärung bei der Verkehrsampeln Gut, dass du da bist, rotes Signal, Du forderst “Halt” von uns zumal — Man sollte dich nicht überseh’n: 'Bei Rot, da bleibt man eben steh’n! ’ Was nützt das Hetzen, Jagen und Laufen — > Ihr solltet besser euch verschnaufen. >Ihr rennt ja wirklich im Moment, >Als ob’s bei euch zu Hause brennt! >5o wartet mal, ganz ohne Scherz, ^Das Rot ist Babysitter fürs Herz! Was mutet man ihm und euch denn zu? Macht Atempause, gebt hübsch Ruh, Man kommt zu allem noch zurecht, Wozu die Eile, wenn man’s bedacht? ’ Was läufst du so, ist es so wichtig? >Hetz dich nicht ab, es ist nicht richtig. >Die grosse Eile hat im Leben > Schon vielerlei Verdruss gegeben. >Bei “Grün” darfst du auf alle Fälle, > Jedoch bei “Gelb” nicht von der Stelle! .Lass dich zum Ausruh’n nicht so not’gen — ’s ist rotes Licht, du liebes Mädchen, Zum Rendez-vous ist es zu spät, 'Er längst mit einer andern geht! 'So hör zum Schluss des Dichters Wort 'Und renn, weil’s “Grün”, nicht wieder fort: *Lass mich in deine Augen seh’n — ’ Verweile doch, du bist so schön! >Das ist des Augenblicks Gebot: >So bleib! Es ist schon wieder “Rot” — > Bleib hier, ob’s “Gelb”, ob “Rot”, ob “Grün< ,Wie war das doch in Varasdin?... \.So lange noch die Rosen blühn... J. S.< Schlesisches Panorama (GRAEFE UND UNGER, MÜNCHEN) Eigentlich ist es richtig das Land, in dem man geboren ist, bildlich wiederzusehen, sich der Kindheit des Elternhauses und der Reise und Ausflugsziele zu erinnern. Ein inhaltsreiches Buch von Schlesien betiltelt: “Schlesisches Panorama” führt uns noch einmal in die Gegenden, die man durch streifte, deren Berge und Täler, Bäume und Blumen man einst liebte. Es erinnert an glückliche Ferientage im Gebirge, an sommerliche oder winterliche Bergwanderungen, an überraschende Ausblickspunkte und eben an die Atmosphäre von einst in den Städten, Landschaften und Industriegegenden. Das Typische ist hier eingefangen, wirklich ein Panorama, höchst eindrucksvoll mit liebevollen Schilderungen aus berufener Hand dargeboten von ca. 30 Mitarbeitern. Das Buch gibt eine transparente Stunde des Gedenkens. Wie war es doch in der Kindheit, in der Jugend? Der Herausgeber, Dr. Herbert Hupka gibt in diesem Buche, das soviel Erinnerung ausstrahlt, dankenswert die richtige Antwort. musc Cßhr> DEIN FEST — OB ZU HAUSE ODER IM SAAL — Bei TEL-AVTV n TCHELET" GELINGT’S DIR JEDESMAL Tel. 22 0 5 4 5 59, Sheinkinstr. 11