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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1967-04-01 · No. 21 (April 1967) · p. Seite 7

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1967
Issue
No. 21 (April 1967)
Date
1967-04-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Bericht vom Blauweiss-treffen von 13.1 - 21.1.67 1962 waren 50 Jahre seit der Gruendung des juedischen Wanderbundes Blau Weiss vergangen. Aus diesem Anlass wurde ein Treffen der ehemaligen Blauweissen nach Naharia einberufen, das ein grosser Erfolg wurde. Die Blauweissbewegung ist im Jahre 1912 von Breslau ausgegangen und verbreitete sich nicht nur über Deutschland, sondern über ganz Mittel- Europa. Gegruendet wurde der Blau Weiss von Josef Markus, Max Kober, Lucie und Else Kober, Josef und Sophie Hirschberg, Franz Mayer, Benno Cohn, Walter Deutschmann und anderen. Der jüdische Wanderbund war vom Wandervogel beeinflusst, aber an den “Heimabenden” befasste man sich mit jüdischer Geschichte, zionistischen Themen, bei “Singerasten” gab’s nicht nur Zupfgeigenhansel oder die Lieder der fahrenden Schueler, sondern hebraelsche Lieder, die fruehen, die auf dem Boden der neuen Siedlung in Israel entstanden waren. Der geistige Antrieb war einmal die Wiederannaeherung des Stadtmenschen durch das Wandern an die Natur und dann die jüdische Erneuerung durch die zionistische Bewegung. Nach dem Treffen in Naharia winde beschlossen zur Erinnerung an den BlauWeiss eine Jugendgerberge zu stiften. Man waehlte den vor kurzem gegruendeten Gebirgsort Arad im Har-Ha-Negew. Von einem Mitarbeiter der meteorologischen Station erfuhr ich, dass dieser Punkt auf Grund umfangreicher meteorologischer Studien wegen seiner trockenen Luft ausgewählt worden war. Mit dem Bau an diesem Platz dachten die Initiatoren dem jungen Ort gleichzeitig Auftrieb zu geben. Neben den Haueschen für die Nachtquartiere der Jugendherberge wurde ein Haus mit grossem Speisesaal und ganz moderner Kueche für Massenbetrieb gebaut, sowie ein gemuetliches Lesezimmer, das auf den Namen eines der Gruender, des vor wenigen Jahren verstorbenen Joseph Mar-' kus aus Breslau gestiftet ist. Arad liegt ca 600 m hoch; so ganz laest es sich mit Schreiberhau noch nicht vergleichen, das 800 m hatte. Aber wenn all die, vor wenig Jahren angelegten Nadelwaeldchen, die die Abhaenge zwischen den Hotels und der Jugendherberge bedecken, etwas weiter sein werden und man noch mehr für den Wegebau tun kann, da wird es ein huebscher Luftkurort werden. Es ist ja alles Neuland. Ich selber habe die freudige Überraschung erlebt, dass ich, die trotz verschiedenster Behandlung infolge einer Erkaeltung fast nichts hoeren konnte, ploetzlich in Arad wieder hoerte. Alles war frei, wie wegweblasen. Wenn die heilkraeftige Luft auch nicht so wundertaetig sein mag, wie die Wasser, in denen der Prophet Elischa den syrischen Hauptmann baden liess, so muss doch etwas daran sein. “Es hat sich nur noch nicht rumgesprochen”. Am Abend wurden wir von einem wohldisziplierten Chor, gepflegten Schulkindern des Ortes in Festkleidern, begruesst. Jeden Abend gab es andere Darbietungen. Ein wunderbares Kammermusikonzert. Die Kuenstler waren Kinder von frueheren Blauweissen, die von Tel Aviv dazu hergekommen waren. An einem anderen Abend wurden die alten, wohlbekannten Texte verteilt. Petruschka (Blau Weiss Berlin, der Dirigent vom Radio Jerusalem), nahm die Klampfe und leitete die Lieder und Canons, die der grosse Kreis sang, wie bei einer “Singerast”. Dann wurden die Reden von Naharia auf dem tape-recorder produziert. Man hoerte Benno Cohn, den ehemaligen Knessethabgeordneten (Blauweiss Breslau), Dr. Franz Mayer (Blau Weiss Breslau), Dr. Dressier (Blauweis Dresden), der die Erinnerung an alte Fahrtenzettel heraufbeschwor. Auch das Gedicht des leider verstorbenen Ingenieurs Siegfried Weizmann, die Klage eines braven Buergers, der ratlos vor dem ganzen jugendbewegten Treiben steht und den Sohn für missraten haelt, wurde aus der Schacht des Vergessens emporgezaubert. Tagsueber war man im Wahrsten Sinne des Wortes: Auf grosser Fahrt! Verschiedene Ziele gab es, man konnte auswaehlen. Da wir voriges Jahr Massada besucht hatten, fuhren wir nach Kurnub! Wir betraten die Wuestenfestung, eine Nabataergruendung. Man zeigte uns die Staelle der Karawanserei: da waren noch die steinernen Futterkrippen der Reittiere, ein antikes Badehaus, aus spaeterer byzantinischer Zeit zwei Kirchenruinen; auch in tuerkischer Zeit war der Platz ein Wuestenfort. Manche Ruinen konnten wir nicht betreten. Restaurationsarbeiter mit modernen Maschinen waren beschaeftigt, gefaehrdete und gefaehrdende Mauern, Pfeiler, Saeulen, Kapitaele zu reparieren und zu stuetzen. Ein Archologiestudent war der ausgezeichnete Fuehrer, der uns zum Schluss über der tiefen Schlucht von Kurnub erklaerte, dass diese Wuestenstation die Karawanenstrasse von der Kueste, von Aschkalon herueber bis nach Petra (Transjordanien) beherrschte. Wir, die wir ja im bebauten Kulturland wohnen, haben wenig Vorstellung von der Bedeutung, die der Sueden, der Wuestenteil von Israel als Karawanenstrasse, dem sogenannten Gewuerzweg (Spice-Road) vor der Entdeckung des Seewegs nach Indien hatte. Wie viel gute Kameraden, mit denen man befreundet war und die das Leben weit auseinandergestreut hat, haben sich da wieder getroffen. Alte Bande wurden wieder angeknuepft und man verstand sich noch so gut wie frueher. Es wurde uns wieder bewusst, wie sehr der Blauweiss die Men- “HAKOL TALTJI b/MASAL” (Sipurim alisim) “Hozaat Sfarim Bronsman — Tel-Aviv” Wieder hat uns Esther — Else Rabin mit lustigen, kurzweiligen Erzählungen beschenkt: Das neue Geschichtenbuch überrascht unsere Kinder in seinem anschaulichen Stil, der humoristischen Darstelung und der lehrreichen Tendenz der fünf spannenden Erzählungen. Auch urjüdische Motive fehlen nicht wie Zitate aus Bibel und Agadah und geschickt in die Handlung verwobene Lehrsätze, sodass das neue Werk Kindern aus allen Häusern empfolen werden kann. Die zum Teil als Tierfabeln bearbeiteten Geschichten dürften auch unsere Kinder im “Bar Mitzwah-Alter” interessieren. So ist Dr. Else Rabins neues Buch als wertvolles Geschenk für Söhne und Töchter bis zum 12. und 13. Jahr sehr zu empfehlen. (Wir wünschen der Verfasserin auch weiterhin guten Erfolg bei ihrer fruchtbaren schriftstellerischen Tätigkeit. David Freyhan (Pri-Chen). sehen, die durch ihn gegangen, sind, gepraegt hat. Wir fuehlten dankbar, dass es gut war, diese Zeit in der Jugend erlebt zu haben und sich heut wieder daran erinnern zu duerfen. Organisiert wurde das ganze Treffen von Kurt Eschel (Berliner Blauweiss). Vorzueglich, so fanden wir. Dass am Schluss der Woche die Letzten es wohl ziemlich kalt hatten, weil der diesjaehrige harte Winter einsetzte, dafür konnte man keine irdische Organisation verantwortlich machen. Spenden zur Bereicherung der Lesezimmer mögen wohl erwünscht sein. Anni Loewenstein Heinrich Chsnoch Cohn, Rcmat-Gan zum 75. Geburtstage Unserem lieben Vorstandsmitglied Heinrich Cohn gratulieren wir von dieser Stelle aus zu seinem 75. Geburtstage aufs Herzlichste. Viele Jahre hindurch hat er in Ramat Gan mit seiner Gattin ein bekanntes Geschäft geführt und dabei schwer gearbeitet. Jetzt widmen sich beide ehrenamtlich sozialer Arbeit und sind in aller Stille Alten, Kranken, Hilfsbedürfigen zur Seite. Ausserdem befasst sich der Jubilar als “Hobby” mit. Studien über zerstörte deutsche Gemeinden und hat viel Material zusammengetragen, Wir wünschen ihm weiter dieselbe geistige und körperliche Frische zusammen mit seiner Gattin ad mea Weesrim. Der Vorstand ^WWWVWS/WWSA/WVWWWWA^ Ehepaar, mittleren Jahrgangs, Zentrum Tel Avivs, mit weitem kulturellem Interessengebiet (Grosses Schallplatten Archiv, klassischer Opern und Operetten Musik, Schach, Geselligkeit) und reichlicher Freizeit würde sich freuen auf diesem Wege gleichgesinnte Menschen kennenzulernen, die ähnliche “Hobbies” haben und diese gemeinsam mit ihm pflegen wollen. Anschriften an den Verband ehemaliger Bres-’ lauer z. H. Erich Lewin, Tel Aviv, Karl Netterstr. 7 freundlichst erbeten. Wer nach Israel kommt und nicht bei FREDI DURRA war, war nicht in Israel! FREDIS INN NAHARIYAH Täglich Restaurant und Night Club Wiedereröffnung ab PESSACH Alles für den Schreibtisch, Alles fürs Büro — Niemals bleibt es gleich sich, WAS du kaufst — und WO! J. ROTKOWITZ p’Hipun Office Equipment and Stationery GIFTS FOR ALL OCCASIONS n\yn »ms»!? “intua m>n3 >v«i3oi jnwö 'rst'j min» T.-A, ALLENBY ST. 7 9 'Hl m 611346 .170 Riesenauswahl in Geschenken für alle Gelegenheiten! 7

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