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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1966-05-01 · No. 19 (Mai 1966) · p. Seite 9

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1966
Issue
No. 19 (Mai 1966)
Date
1966-05-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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NACHRUF FÜR ÜAN Der Nachruf kommt infolge Krankheit des Verfasers verspätet, aber Charakter und Fähigkeiten des Dahingegangenen verdienen es, seiner auf diesem Wege zu gedenken. Seine Anstellung als Werklehrer an der Jüdischen Angerschule in Breslau war einzigartig. Eines Tages, wohl 1938, erschien in meinem Amtszimmer ein grosser, junger, blonder Mann und bot seine Dienste für die damals freie Stelle eines Werklehrers an. Seine achtjährige Ausbüdung an Technischen Werkschulen in Hamburg war mehr als ausreichend, aber — unser Lehrerpersonal bestand nur aus jüdischen Kräften. Meine Warnung, er könne in Schwierigkeiten mit den Nazis geraten wies er damit zurück, er sei mit einen jüdischen Mädchen verlobt und werde nach Palästina auswandern. Der Vorstand der Angerschule war mit der Anstellung einverstanden, und Lehmann entpuppte sich als ein ausgezeichneter Werklehrer. Werkmaschinen wurden angeschafft und verwandelten die Abfälle ausländischer Nutzhölzer wie Mahagoni und Rosenholz in Schalen und Vasen. Die Schüler liebten und verehrten den neuen Lehrer. Nach meiner Auswanderung 1939 verlor ich allmählich den Kontakt mit der Angerschule DK. PAUL RIESENFELD Still und bescheiden, wie er gelebt hatte, ist er sanft entschlafen. Seit mehr als 25 Jahren war Dr. Paul Riesenfeld eine zentrale Gestalt in der kritischen Musikberichterstattung dieses Landes. In Breslau geboren studierte er zuerst in seiner Geburtsstadt, später in Heidelberg und München Musik und Musikwissenschaft und liess sich, nachdem er in München zum Dr. phil. promovierte in Breslau als Musikkritiker nieder. Eine Unzahl von Musikbesprechungen- und Kritiken schrieb er in seinem arbeitsreichen Leben. Wer etwas konnte, der musste die Feder Dr. Riesenfelds nicht fürchten, obgleich er selbst von sich behauptete, er sei strenge; doch liess er dem Könner und der Leistung Gerechtigkeit zu teil werden. Dort aber, wo sich Dilettantismus, Nichtskönnen oder Ignoranz breit machte, verschoss er Pfeile seines grimmen Unmutes. Indes hatte sein Tadel nie den Charakter des „Verreissens”. Wohl wissend um das Ringen des Künstlers, erblickte er gerade dieser Erkenntnis als oberstes Gesetz der Kritik dort zu loben wo zu loben ist, die negative Beurteilung jedoch oft nicht Herabsetzung des Werkes oder des wiedergebenden Künstlers bedeutet, vielmehr die Wiederholung begangener Fehler zu vermeiden habe. Literarisch ist Dr. Riesenfeld mit einer bemerkenswerten Studie „Politik und Musik” hervorgetreten, die im In- und Ausland Anerkennung fand. Trotz seiner Erstrangigkeit als Musikologe war sein Weg in den ersten Jahren seines Aufenthaltes im Lande ein mit Steinen gepflasterter. Durch seine kämpferische und mutige Eigenwilligkeit geriet er, ungeachtet der ihm eigenen Konzilianz, im Streite der Meinungen in so manchen Konflikt. Dennoch wusste man: Immenses Fachwissen, Geist und Humor waren die Komponenten, die das sachliche Fundament seiner Ansichten bildeten. Zu seinen zahlreichen Freunden gehören zwei Generationen von Künstlern, denen er, vielleicht gerade durch seine strengen Kritiken, zum Lehrer wurde. In treuer Verehrung und Dankbarkeit werden wir seiner gedenken. Fritz Gerstmann WALTER LEHMANN und ihren Lehrern. Die Frage nach dem Schicksal des jungen Werklehrers wetterleuchtete ab und zu durch meine Phantasie. Da schneite etwa 1964 ein Brief von ihm aus Hamburg herein, wo er bei seiner Mutter zum letzten Besuch weilte. Er warb um Beihilfe für das vom Verein früherer Breslauer in Israel zu errichtende Altersheim. Er war wirklich mit seiner jüdischen Braut nach Palästina ausgewandert. Vorher hatten ihn die Nazis noch ihre Faust fühlen lassen, und das Jüdische Krankenhaus in Breslau hatte seine zerstörten Zahnkiefer in Ordnung bringen müssen. Er konnte mit seiner Braut gerade noch das letzte Schiff nach Palästina erreichen. Er fungierte in seiner neuen Heimat nicht als Werklehrer. Zweifelles hätte die Jugend jedes Landes von diesem vortrefflichen Werklehrer profitieren können. Treue war das Kennzeichen des Charakters dieses seltenen Mannes. Sein Andenken sei gesegnet. Max F. Pollack, Studienrat a. D. früherer Direktor der Angerschule in Breslau. Würdigung für Dr. Ludwig Guttmann Dr. Ludwig Guttmann, der den Orden der “Knighthood in the New Year’s Honours” erhalten hat, erhielt auch die Würdigung vieler Nationen für sein wundervolles Pionierwerk als Direktor des Centrums für Rückgratverletzte in Stoke Mandelville. Nachdem er in Israel zweimal zwecks Beratungen in der Behandlung von Rückgratverletzten, insbesondere Soldaten, gewesen ist wurde er zum Ehrenmitglied der israelischen Fall schirmbrigade ernannt. Dies ist eine besonders grosse Auszeichnung, sagte er mir. Beginnend mit einigen Patienten im Jahre 1943 hat Dr. Guttmann, selbst Naziflüchtling aus Deutschland, eines der grössten Centren in der Welt aufgebaut, mit dem er Tausenden von Verletzten neue Lebenshoffnung gab. Sein Gedanke “Olympische Spiele” für Paralysierte hat sich als unglaublich erfolgreich erwiesen. Darüber hinaus schulden viele Menschen seinem Mute ihr Leben. Während er Direktor des Jüdischen Krankenhaus in Breslau in der Nazizeit war, verstecke er viele Juden und Antinazis in dem Krankenhaus und diese konnten später vor der Gestapo entfliehen. MIRJAM LEWIN geborene WOLF s.A. Am 2. April (13. Nissan) verstarb in Jerusalem nach langem Leiden Frau Mirjam Lewin geb. Wollf (Witwe des Lehrers Richard Lewin, früher Breslau, Rhedigerschule, zuletzt Direktor einer bekannten Schule in Jerusalem). Die Heimgegangene war mehrere Jahre Lehrerin für Mathematik und Englisch am jüd. Gymnasium in Breslau und erfreute sich durch ihre besondere Lehrmethode und ihr grosses Wissen allgemeiner Beliebtheit. Auch in Israel wurde sie als erprobte Mathematik-Lehrerin sehr gesucht und hatte in Privatstunden unzählige Schüler, Externer, Studenten vor ihren Prüfungen aussergewöhnliche Erfolge zu verzeichnen. Ihr einziger Bruder Klaus Zwi Wolff lebt mit seinen 3 Söhnen im Kibbuz Hasorea. Mit der Familie, den Schülern trauert ein Freundeskreis, der sich in jahrelangem, ständigem, täglichen Kontakt mit ihr befand und in den Monaten der schweren Krankheit übermenschliches leistete, um ihr die Zeit des Leidens zu erleichtern. Der Vater war der bekannte Bankdirektor Wolff von der Dresdner Bank, der in Buchenwald im Dezember 1938 umkam. Die Mutter eine geborene Moses, Tochter des jahrzehnte lang in Warmbrunn tätigen Badearztes Sanitätsrat Moses. Ihr Andenken wird in uns fortleben. SHAOOLY * gift w ' *5 1 N HP GOLD and SILVER JEWELLERY ART OBJECTS Big Selection of religious articles for Bar-Mitzva : Kosher Tfilin, Talith, Sidur, Bibles etc. Orders accepted and forwarded to any place in the world. Recomended hy the Government Tourist Corporation. Tel-Aviv, 62 Ben-Yehuda St. — Tel. 220138 Dr. PAUL SHELLER (Schmulewitz s.A.) New-York. Vor einigen Monaten verstarb ganz plötzlich in New York, wo er seit dem Jahre 1938 lebte, Dr. Paul Sheller. Er stammte aus Jutroschin Provinz Posen, studierte viele Jahre in Breslau und war dann am bekannten Krankenhaus Wenzel-Hanke als Arzt tätig. Nach einigen Jahren liess er sich in Oppeln O/S. nieder und wurde in ganz kurzer Zeit der beliebte und bekannte Arzt dank seiner grossen Kenntnisse, seiner aussergewöhnlichen Gewissenhaftigkeit und seines grossen menschlichen Einfühlungsvermögen. Auch in New York erwarb er sich bald einen grossen Kreis von Patienten, die ihm ihr ganzes Vertrauen schenkten. Er folgte seiner Gattin nach nur 1 Jahre im Tode nach. Sie war ebenfalles Ärztin Dr. Lucie Sheller geborene Wallfisch, deren Bruder der bekannte Hautarzt Dr. Wallfisch in Breslau gewesen ist. Dr. Sheller war schon in jungen Jahren Zionist, gehörte der Zionistische Studenverbindung "Hazefirah” an, später K.I.V. und besuchte 2 Mal Israel. Das letzte Mal war er 2 Monate vor seinem Heimgang hier im Lande und war begeistert von den Fortschritten, die er auf Schritt und Tritt sah. Er war zu Besuch bei seinen beiden Schwestern und der weiteren Familie, die alle in Israel wohnen. Beide werden uns unvergessen bleiben. JWWWWWWMWWSWWWWWWWIW I Möbel SIMON TEL AVIV | Sheinkinstr. 16 Tel. 612857 Sonderverkauf zu den Feiertagen j ■ zu aussergewöhnlich billigen Preisen j' Ess-Tische Fauteuilles Einzelmöbel 1 \ Stühle Sofas ]! Beste Qualität. Gute Bedienung. ]i Teewagen: Dinelt u. 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