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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1966-05-01 · No. 19 (Mai 1966) · p. Seite 8

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1966
Issue
No. 19 (Mai 1966)
Date
1966-05-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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PRECHUNQ JUDENTUM BUCHBE5 1 Band a) Geschichte der Juden b) Wesen des Judentums. 2. Band Leistungen des Judentums. Die 23 Mitarbeiter sind christliche und jüdische Wissenschaftler und Publizisten (teils deutsch, teils ausländisch). Das Werk wurde mit Unterstützung des Bundesministeriums des Innern, Bonn, gedruckt. Die Zusammenstellung der Bände nahm bis zur endgültigen Veröffentlichung mehr als 8 Jahre in Anspruch. Herr Dr. Emst Fraenkel, früher Breslau, der übrigens am 5. April seinen 75. Geburtstag feierte hatte die Freundlichkeit, uns vor einigen Wochen einen Sonderdruck dieses bedeutenden Werkes mit dem 50 Seiten umfassenden Artikel : “Der Beitrag der deutschen Juden auf wirtschaftlichem Gebiet”, v. Ernst Fraenkel — zu übersenden. Die Broschüre ist vom Verfasser unserem inzwischen verschiedenen Vereinsvorsitzenden Dr. S. W. Freyhan gewidmet. — in doppelter Verbundenheit als alter Breslauer und als selbstbewusster Jude. Das Werk erschien im Franz Steiner Verlag, Wiesbaden. Die Namen der Herausgeber, Franz Böhm und Walter Dirks — werden vielen Lesern nicht unbekannt sein. Eine kurze Würdigung der Arbeit unseres Mitgliedes Dr. E. Fraenkel em. o. Universitäts- Professor, früher Breslau, wird unsere Leser sicher interessieren. Der Verfasser hat sich zur Aufgabe gestellt, den Anteil der seit mehr als 1500 Jahren im deutschen Kulturkreis ansässigen Juden am deutschen Wirtschaftsleben darzustellen. Es handelt sich hier um die erste grundlegende Arbeit über dieses Thema, die aufgrund umfangreichen Quellenstudiums und besonders grosser Sachkenntnis vorgenommen wurde. Das älteste uns bekannte Dokument, das sich auf Juden in Deutschland bezieht, ist übrigens ein Dekret Kaiser Konstantins aus dem Jahre 321, in dem von der jüdischen Gemeinde Köln die Rede ist. Im Laufe des Mittelalters entstanden jüdische Gemeinden im Rheinland, in Franken, in Mitteldeutschland (Elbe und Saale), an der Moldau, in Prag und Wien und später in Schlesien, durch Ausbreitung und Erweiterung der jüdischen Handelsbeziehungen und Entwicklung der wirtschaftlichen Tätigkeit in Richtung von Westeuropa nach Osten. (z.B. von RheinMosel nach Magdeburg, v. Rhone — Donau). Der Verfasser weist auf überzeugende Art und anhand von reichem historischen Beweismaterial nach, dass die Juden eine entscheidende Rolle im europäischen und speziell westeuropäischen und deutschen Wirtschaftsleben gespielt haben, vor allem durch ihre Kenntnis fremder Waren, ihre persönlichen Beziehungen zu fernen Gebieten, ihre Geschicklichkeit Waren auf weite Strecken zu befördern. (Die Erfahrung in Verwaltung und Finanzwesen siehe Seite 555). Schon im Merowingerreich hören wir von jüdischen “Hoflieferanten". Andere halten auf eigenen Schiffen die Ueberseeverbindung auf dem Mittelmeer zum Orient aufrecht. Handelswaren werden dank jüdischer Beziehungen und Gewerbefleisses vom fernen und nahen Osten in mühseligen Transporten bis ins Land der Franken befördert. Die Rolle als, internationale Vermittler zwischen Orient und Okzident, Byzanz und Deutschland ändert sich im Laufe der Jahrhunderte (Schicksal, Wesen, Gegenwart) 2 Bände (XIV, 933 Seiten) Erschienen November 1965 zur Rolle der Vermittler zwischen Ost- und Westeuropa oder zwischen den verschiedenen sozialen Schichten, die am deutschen Wirtschaftsleben entscheidenden Anteil haben. So entwickelt sich der durch jüdische Intelligenz und Initiative gewachsene Warenhandel im 11. und 12. Jahrhundert langsam zum Geldhandel infolge der Umformung der sozialen Schichtung, der objektiven Veränderungen in den Handelsgebieten und des Einflusses der Kreuzzüge auf die westeuropäische Bevölkerung. Es ist im Rahmen dieser kurzen Besprechung nicht möglich auf die verschiedenen Kapitel dieser hochinteressanten Arbeit einzugehen. Die steigende Bedeutung der Juden in Bezug Deutschland auf die Entwicklung des Wirtschaftsleben Dieses Buch gibt mehr als der Titel verspricht. Es umfast eigentlich die ganze Entwicklung der schlesischen Malerei während des ganzen 19. Jahrhunderts, nicht nur der Malerei, sondern auch ihres kulturgeschichtlichen Hintergrundes. Das ist für uns, die empfindungsgemäss mit der Erinnerung an unser Zusammenleben in Schlesien noch seelische Bindungen mit diesen Kulturgütern haben, so wichtig als Epitaph der Werte, die wohl für immer uns verloren sind und deren Gedenken hier durch die besondere Gabe Professor Scheyers als Kunstwerke nicht nur in der schwarz-weissen Abbildung, sondern auch durch lebendige Schilderung der Farben und der Atmosphäre zur beinahe vollen Geltung zu bringen, gewahrt wird. Zum grossen Teil ist das Buch ein Sammelband von Beiträgen des Verfassers in den zwanziger und Anfang der dreissiger Jahre für verschiedene Zeitschriften wie z.B. "Schlesische Monatshefte” u. a., die in teilweiser Überarbeitung ein liebevolles und lebendiges Bild der Periode geben. Diese Aufsätze beruhen auf streng wissenschaftlicher Vorbereitung wie die besonders reichhaltige Bibliographie und der Quellennachweis bezeugen. Besonders dankenswert für uns hier der Hinweis auf die Breslauer jüdischen Sammler wie Perlhöfter, Feige, Neisser, Schwerin u. a., die auch nicht marktgängige Aussenseiter wie Zaussig u. a. sammelten, Künstler, die uns heute besonders interessant erscheinen. Interessant auch die Häufigkeit der Künstlerporträts, die wohl mit ihrer mehr dramatischen Haartracht und Kleidung ein erwünschtes Ventil romantischen Ausdrucks gegenüber der Prosa des üblichen bürgerlichen Biedermaierporträts gaben. Für die hoffentlich erwartete Neuauflage darf man vielleicht folgende Anregungen geben : Wenn möglich einige Nachricht über das WER ISRAEL BESUCHEN WILL, comfortabel, gut bürgerlich und preiswert privat untergebracht werden will (Zimmer mit oder ohne Frühstück), wende sich rechtzeitig auf Empfehlung des Verbandes an LILLY’s Accomodation Office, Tel-Aviv, Mendele St. 7 (Atlas). und dessen vielseitige Ausdrucksformen in Handwerk, Industrie, Handel, Technik ist bis ins 20. Jahrhundert und in die jüngste Gegenwart klar und eindeutig nachgewiesen. Eine 1500 Jahre andauernde, aufsteigende Entwicklung von deren sowohl Juden als auch Nichtjuden profitierten und die zur wirtschaftlichen und kulturellen Erschliessung und Blüte des modernen Staates wesentlich beitrug, kam mit dem Anwachsen und immer stärkeren Einfluss der antisemitischen Bewegung sowie deren Legalisierung im Jahre 1933 und dem darauf folgenden offiziellen und systematischen Boykott, der Zwangsarisierung jüdischer Betriebe und der planmässigen Ausschaltung der deutschen Juden aus dem Wirtschaftsleben zum grausamen Abschluss. Schicksal der behandelten Kunstwerke, besonders aus dem Besitze der Breslauer Museen ferner bei den wichtigen Abbildungen die Maase der Originale beizufügen, die ein wichtiges Moment zur Betrachtung darstellen. Zum Schlüsse haben wir noohmals dem Verfasser zu danken, dass er uns die schöne Erinnerung an die geruhige und zufriedene Epoche und damit einen ästhetischen Ruhepunkt gegenüber unserer jetztigen aufwühlenden Kunstperiode gegeben hat, ein Dank, der auch dem Verleger Weidlich und dem Herausgeber Dr. Grundmann gebührt. N. H. RUTH SKLARZ Am 1. Tag Pessach dieses Jahres also 7 Wochen nach dem Heimgang ihres Gatten Salo Sklarz ist Frau Ruth Sklarz geborene Czollack in London im Krankenhaus verschieden. Sie hat allerzeit ihrem Gatten in seiner schweren Arbeit zur Seite gestanden und war eine gute Mutter ihren Kindern. Wir sprechen auch von dieser Stelle den Kindern zu dem schweren Verlust, den sie durch das Hinscheiden ihrer Eltern in so kurzer Zeit erlitten haben, unsere innigste Teilnahme aus. Salo Wislickl, London, der in Jerusalem bei seinen Kindern weilte, verstarb plötzlich dort. Er nahm noch in voller Rüstigkeit 1 Woche vorher an der Beisetzung von Dr. Wilhelm Freyhan s. A. teil. Er war ein bekannter Kaufmann sowohl in Breslau als auch dann in London. Seine Vitalität und sein Humor blieben ihm bis zum letzten Augenblick erhalten. Wir sprechen von dieser Stelle aus seiner Gattin und den Kindern unsere tiefgefühlte Teilnahme aus. GRATULATION Wir gratulieren nachträglich Herrn Max Ehrlich Santiago de Chile früher Breslau zum 80. Geburtstage. Herr Ehrlich war bis zu seiner Auswanderung einer der letzten Friedhofsinspektoren der Gemeinde Breslau. Alles Gute mit seiner Familie ad mea weesrim. BUCHBESPRECHUNG Schlesiche Malerei der Biedermeierzeit von Emst Scheyer, Professor, Detroit. Verlag W. Weidlich, Frankfurt a/M. 8

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