Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1965
- Issue
- No. 17-18 (September 1965)
- Date
- 1965-09-01
- Page
- Seite 9 (sequence 3083)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Zionismus und Bnai Brith Loge Erinnerungen eines alten Zionisten und Logenbruders. Die diesjährige BNAI BRITH Convention in Israel hat neine ganz besondere Aufmerksamkeit erregt weil sie in mir Erinnerungen wachgerufen hat, die mir interessant genug erscheinen sie bekannt zu geben. Mit dem Motto TEMPORA MUTANTUR möchte ich im Folgenden einige wiedergeben. Vorausgeschickt sei, dass ich nunmehr 48 Jahre Bnai Brith Bruder bin, davon 10 Jahre im Beamtenrat mit verschiedenen verantwortungsvollen Ämtern betraut war, und 68 Jahre ununterbrochen Mitglied der Zionistischen Organisation, davon viele Jahre sehr activ tätig gewesen bin. Meine Erinnerungen gehen zunächst zurück auf die Jahre um 1900. In der Zionistischen Organisation, damals in Breslau arbeiteten wir sehr intensiv für die Ausarbeitung unserer Ideale und arrangierten zu diesem Zweck grosse Propaganda-Versammlungen und kleinere Discussions Abende; Unsere vielen Bemühungen, hierfür geeignete Locale zu bekommen, stiessen auf grösste Schwierigkeiten; Die jüdische Gemeinde und andere Organisationen wie die dortige Lessing Loge (Bnai Brith) an die wir herantraten, verweigerten uns deren Räume, die geeignet gewesen wären, kategorisch mit der Begründung, dass Zionistische Propaganda nicht erlaubt sei. Es ist hierbei bemerkt, dass dies wohl der damaligen Richtung in der dortigen Jüdischen Bevölkerung entsprach, und wir waren genötigt andere Locale ausfindig zu machen. Ähnliche Erfahrungen mussten wir in Berlin machen wohin ich im Jahre 1905 übersiedelte. Auch hier wurden den Zionisten seitens der Bnai Brith Loge zunächst grosse Schwierigkeiten bereitet. Nicht nur, dass uns keine Räume überlassen wurden, war jede Discussion über Zionismus völlig untersagt. Es gab wohl um diese Zeit Zionisten, die in einigen der Bnai Brith Logen Brüder gewesen sind, aber man hatte einen recht schweren Stand, weil man gewissermassen nicht als voll angesehen wurde. Das Bild änderte sich erst wesentlich nach 1917. nach der BALFOUR DECLARATION. Man fing an nachdenklicher zu werden und wurde gewissermassen “HOFFÄHIG”. Eine grössere Anzahl Zionister, auch ich, wurden als Brüder aufgenommen und von mm ab wurden Discussionen gestattet und wir hatten später auch einige Zionisten als Logenpresidenten. Das Interesse für Zionismus und Israel wuchs in Logenkreisen immer mehr und mehr und war für uns eine grosse Befriedigung und Genugtuung. — Tempora Mutantur. — Ich kam 1940 nach New York, und einige Jahre später gründeten wir Brüder aus dem Deutschen District, etwa 240 an der Zahl — die Bnai Brith Leo Baeck Loge. Wir waren hier nur wenige Zionisten und man war in der ersten Zeit stark in Anspruch genommen mit den schwierigen Problemen der Hilfeleistung an Brüdern. Aber wir, einige Zionisten hatten auch die Entwickelung der Zionistischen Idee und die Entwickelung von Palestina zu beobachten und gerade das schien uns wichtig den Logengedanken auch auf die weitergehende Hilfe für Brüder auszudehnen, für die Palestina das Land der Zukunft bedeutete. Leider mussten wir erfahren, dass das Verständnis bei einer sehr grossen Anzahl unserer Brüder und merkwürdiger Weise unserer Brüder, mit denen uns eine soungeheure Schicksalsgemeinschaft verband, sehr gering gewesen ist. Dies sogar, obwohl in den obersten Logengremien ein sehr grosses Verständnis für die Zionistische Bewegung und Palestina sich entwickelt hatte. Die Namen der Presidenten der Grossloge — Henry Monsky, Frank Goldmann, Philip Klutzkin und die späteren geben ein beredtes Zeugnis hierfür. Aber in unserer Leo Baeck Loge war leider ein steter Widerstand zu verzeichnen gegen alles was Zionismus und Palestina betraf. Es wurde leider auch nicht allzuviel anders, nachdem die U.S.A. unter TRUMAN, unter Beeinflussung seines Freundes und ehemaligen Geschäftspartners EDDI Jacobson, als erste den Staat Israel anerkannte. Man sollte meinen, dass diese Tatsache Veranlasser würde, ihre Stellungnahme etwas zu revidieren. Wir mussten aber oft erfahren, wie manche Brüder ihre Animosität gegen Zionismus und Israel offen zum Ausdruck brachten. Z. B. wenn ein besonders eifriger Bruder vor Beginn einer Sitzung, die Israel Flagge vom Podium entfernte, mit der Begründung, dass das Zeigen der Flagge von der District Loge verboten wurde. Ferner mit der gleichen Begründung ist das Absingen der Hatikwah von allen Programmen gestrichen worden. Als Weiteres wurde zu einer Zeit das Zeichnen von Israel Bonds im Beamtenrat abgelehnt. Ich erinnere mich aber, dass bei einer Logenconvention, der ich beiwohnte, im District No. 1. Hilfe für Israel als erster Programmpunkt als besonders wichtig behandelt wurde. Also eine besonders imverständliche Einstellung einer grossen Anzahl unserer Brüder. Glücklicherweise änderte sich dies im Laufe der Jahre. Das Interesse an Israel und deren Einrichtungen wurde stärker, man propagierte dem Beispiel der Supreme Lodge folgend, mehr als vorher für die Israeli Einrichtungen, man Sehr geehrte Herren! Anlässlich des 25 jährigen Jubiläums der “Society of friends from Breslau” darf der jüngere Bruder aus Israel unter den Gratulanten nicht fehlen. 25 Jahre! Das bedeutet fast ein Menschenalter! Und was haben wir alle in diesen 25 Jahren erlebt! Wir wollen in dieser Festesstunde nicht der Sorgen und der schweren Tage und Wochen und Monate gedenken, die wohl die meisten von uns zu jener Zeit erlebten. Es war ein nicht enden wollender “dies ater”, an dem wir kaum einen Lichtblick am schwarzen Horizont für die Zukunft erblickten. Und doch! — Der Optimismus, welcher für die jüdische Religion charakteristisch ist, der das jüdische Volk mehr als 2000 Jahre die Weltgeschichte begleitete, jener Optimismus der ihm immer wieder nach den schweren Leiden und Verfolgungen einen neuen Auftrieb gab — er hat uns auch dieses Mal nicht verlassen. An Stelle der alten Heimat, die von unseren Jugendträumen und — Erlebnissen verklärt war — jener Heimat, die uns so bitter enttäuscht hat, haben wir eine neue gefunden — wir im Staate Israel im alten Heiligen Lande, und Sie, meine sehr Geehrten, in dem freiheitlichen, unvoreingenommenen Amerika, dessen Vereinigte Staaten Ihnen nicht nur Ersatz für das boten, was sammelte mehr für die Anpflanzungen in Israel, man spendete für den Martyrwald und beteiligte sich reger an vielen anderen. Ein Israeli Committee bestand zwar seit langer Zeit aber die Erfolge waren bis dahin nicht so sehr bedeutend. Soviel über die specielle Einstellung in manchen Kreisen der Leo Baeck Loge. Schliessend möchte ich sagen, zurückblickend auf die ersten Erfahrungen in den Logen, dass ich eine Genugtuung und persönlische Befriedigung empfinde, über die allgemeine Entwickelung in allen Logen, Insbesondere wurde ich dessen gewahr durch die letzten Ereignisse. Die Tatsache dass nun zum ersten Male eine grosse Convention unter grosser Beteiligung der Weltlogen in Israel, Jerusalem, abgehalten werden konnte, bedeutet einen ungeheuren Fortschritt in der ganzen Geschichte des Bnai Brith und ich hoffe dass diese Entwickelung sich noch weiter ausbreiten möge zum Segen des Staates Israel und zum Segen der Juden in der ganzen Welt: Ich bin überzeugt, dass die in Israel gehaltenen Ansprachen einen grossen Widerhall in der ganzen Logenwelt gefunden haben, und dass die Hoffnung, die Ben Gurion in seiner grossen Ansprache ausgedrückt hat, näfhlich verstärktes Interesse an temporären und dauerndem Aufenthalt in Israel zu bezeigen voll erfüllt wird. SALO TRANSLATEUR Delmonico Hotel. Miami Beach, Florida U.S.A. Wir würden es im Interesse der historischen Entwicklung begrüssen wenn auch aus anderen Gemeinden Leser unserer, Mitteilungen die Verhältnisse vor 50 Jahren und mehr schildern würden. Die Redaktion. Sie verloren hatten, sondern Ihnen auch einen neuen Weitblick gestatteten, um das neue Leben auf alten Idealen aufzubauen. Sie haben durch den Zusammenschluss in der “Society of friends from Breslau” bewiesen, dass Sie in der Kultur, die Sie für sich und Ihre Kinder erworben hatten trotz aller Widerwärtigkeiten und Hindernisse, die ein finsteres Zeitalter und eine kulturlose und verblendete Generation Ihnen — und uns allen in den Weg legte, ein unverlierbares Gut besitzen, welches auch in der neuen Heimat zu fruchtbarer Entwicklung reifen konnte. Möge der Allmächtige Ihnen — den Führern — und allen ihren Mitgliedern, welche Ihnen durch ihre treue Gefolgschaft die Durchführung und Vollendung Ihres Werkes ermöglichten, auch fernerhin noch viele Jahre glücklicher, gemeinsamer und erfolgreicher Zusammenarbeit schenken, auf dass Sie s. G. w. in 25 Jahren nur noch auf eine Reihe zufriedener, glücklicher und harmonischer Jahre voller gemeinnütziger Tätigkeit gegenseitigen Verstehens und Erfreuens zurück blicken können! Mit herzlichsten Grüssen In alter Verbundenheit Vorstand und Aktions Comite des Verbandes ehemaliger Breslauer E. V. in Israel. Dr. WILHELM FREYHAN SCHNELLSTE ÜBERWEISUNG IHRER GELDER aus Deutschland und Österreich in direkten Verrechungsverkehr KUPATH MILWE •HAOLEH' COQPERATIVE SOCIETt IT0, ZUM 25. JÄHRIGEN JUBILÄUM DER SOCIETY OF FRIENDS FROM BRESLAU NEW YORK. Tel Aviv, den 12 März 1965. 9