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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1965-09-01 · No. 17-18 (September 1965) · p. Seite 3

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1965
Issue
No. 17-18 (September 1965)
Date
1965-09-01
Page
Seite 3 (sequence 3077)
Language
German
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Paula OUendorff zum Gedächtnis In Jerusalem ist sie am Hoschana Rabbah gestorben. Es ist genau ein Jahr, seit sie Breslau verlassen hat mit der Sehnsucht, das Land zu sehen und zu erleben, das ihr wie uns das heilige ist, aber mit der Absicht hierher zurückzukehren. Denn so weltoffen sie gewesen ist, so frei und selbstverständlich sie sich in anderen Ländern zu bewegen, in anderen Sprachen zu verständigen wusste: ihr Herz hing an Breslau. Ihre Briefe aus Jerusalem gaben den tiefen Eindruck wieder, den diese wunderbare heilige Stadt, den die eigenartige Natur auf sie gemacht hat, die Bewunderung über das, was dort geschaffen worden ist, die ernste Sorge über vieles, was sie dort beobachtete, aber bis in den Sommer herein auch den Wunsch und die Hoffnung auf Rückkehr nach Breslau. Ihr Gesundheitszustand hat alle diese Wünsche vereitelt. Seit Jahren wussten wir, dass sie eine schwer kranke Frau war. Nur ihr Lebenswille, die staunenswerte Energie, die unerhörte Lebendigkeit ihres unermüdlichen Geistes hat sie aufrecht gehalten, bis eben der Organismus den Dienst völlig versagte. Paula Ollendorf ist eine Persönlichkeit von ganz eigenartiger Prägung gewesen, sich selbst treu nach dem Gesetz, wonach sie angetreten, aber bis in ihr hohes Alter herein immer eine Werdende, sich selbst entfaltend und formend. Das beherrschende Prinzip ihres Lebens war das Problem der Bildung, dies Wort in seinem tiefsten und umfassendsten Sinne verstanden, Bildung des Geistes, des Herzens und des Charakters, Bildung der ganzen Persönlichkeit. Ihrer tief religiösen Anschauung war der Mensch etwas Heiliges, weil ihm die Fähigkeit verliehen ist, indem er das, was der Schöpfer in ihn gelegt hat, formt und bildet, das Ebenbild Gottes in sich zu verwirklichen. Am 18. Mai 1860 in Kostenblut geboren, hat sie in Breslau die Schule und dann ihrem Trieb nach Bildung und Erziehung gemäss das Lehrerinnenseminar besucht. Dann ging sie als Erzieherin in Ausland. Wie sie in Budapest und in London ihrer Aufgabe gerecht geworden ist, dafür ist die Freundschaft ihrer ehemaligen Zöglinge und der Familien, die ihr das ganze Leben hindurch erhalten geblieben ist, das beste Zeugnis. Ein Vierteljahrhundert hindurch hat sie an der Seite ihres gleichgesinnten Mannes hier in Breslau ihr schönes Haus geführt. Schwerstes Leid, das sie getroffen, hat sie nicht niedergebrochen, sondern zu höchster Entfaltung ihrer Kräfte angespornt. Die besten Vertreterinnen der Frauenarbeit hatten die Aufgabe der Bildung zu echtem Menschentum erfasst und waren bestrebt, dies in die Fürsorgetätigkeit hineinzutragen und diese so zu sozialer Erziehungsarbeit umzuformen. Das entsprach Paula Ollendorffs Wesen. So wurde sie frühzeitig innerhalb der grossen allgemeinen Frauenorganisationen tätig und so führend im Jüd. Frauenbund, dessen Gesamtorganisation wie dessen Verband in Breslau sie mitbegründet hat. Sie war von der Erkenntnis durchdrungen, dass es die Aufgabe der Erziehung ist, zur Selbsterziehung zu führen, und dass die Bildung der Persönlichkeit alle Kreise erfassen muss. Unter diesem Gesichtspunkt hat sie die soziale Arbeit geleistet, hier die Sorge für die Jugend voranstellend. Dafür ist vielleicht am besten kennzeichnend ihr Wirken in der Fürsorge für die gefährdete Jugend. Unsere Synagogen-Gemeinde verdankt ihrer Anregung und unablässigen Mitarbeit die Schaffung des Jüdischen Kleinkinder- und Säuglingsheims, der Jüdischen Kinderfürsorge, des Jüdischen Mädchenheims, des Jüdischen Kinderlandheims Flinsberg, des Jüdischen Lehrlingsheims, das freilich später wieder aufgelöst werden musste, des Jüdischen Jugendheims wie der Jüdischen Haushaltungsschule, die beide ihren Namen tragen. Bei der Umgestaltung der sozialen Arbeit in unserer Gemeinde durch Schaffung des Jüdischen Wohlfahrtsamtes hat sie hervorragend mitgewirkt und ist als Mitglied des Gemeindevorstandes in dessen Leitung gewesen. Darüber hinaus hat sie an allen Bildungsbestrebungen lebhaftesten Anteil genommen. Ihre eigene, erstaunlich vielseitige Kenntnis der Sprachen und Literaturen, ihr tiefes Verständnis für bildende Kirnst wie für Müsik, ihre hervorragende rednerische Begabung hat sie in den Dienst dieser Aufgabe gestellt. Sie ist ein ganzer Mensch gewesen in des Wortes bestem Sinne, immer strebend sich bemühend, und eine Jüdin, die in tiefer Gottesfurcht. in Liebe zu Gott und zu den Menschen mit ganzer Seele am Judentum hing und sich mit demütigem Stolz dazu bekannte. Ünsere Synagogen-Gemeinde hat ihr die höchste Ehre, die sie zu vergeben hat, durch die Ernennung zur Gemeindeältesten verliehen. Wir werden sie vermissen, ihr Platz bleibt leer, weil der Zauber ihrer Persönlichkeit fehlt. Aber ihr Wort und ihre Tat soll in uns lebendig bleiben. Hermann Vogelstein. (Gemeinde Rabb. Dr. Hermann Vogelstein schrieb diesen Nachruf im Breslauer Gemeindeblatt vor 25 Jahren. Er erscheint heute mit einiger unvorher gesehenen Verspätung). WIR GRATULIEREN Dr. ELSE MEIDNER ©verijse 19 Burg Taymarslaan Terst Park bei Bruxelles (Belgique) zum 80. Geburtstag. unseren Mitgliedern: Dr. Ludwig Laband, Sydney-Ashfield, NSW (Australia), 157, Norton Str. Karl Ludnowski, Pardess Hanna — Meged (Israel). Apotheker Siegfried Falk, 8, Nagatoto St. Wellington N. 5 (New Zealand) zum 80. Geburtstage Frau Trude Neustadt, 3a, Horeb St. Haifa Richard Brieger, Leonardo da Vinci 12, Haifa. Martin Freund, Pardess Channah (Israel), Rchov Habotnim Frau Dr. Seelig-Pasch, Tel Aviv, Beth Gila (im Breslauer Altersheim des Women Social Service) zum 70. Geburtstage. Hans Berger Tivon, Haschkediem 28. zum 60. Geburtstage. Allen Jubilaren wünschen wir noch viele gesunde Jahre bis 120! EVERYTHING IN PHOTOGRAPHY AND MOVIE n\nt>m oi5>:sD LEOPHOT - DIDN,’J Reh. Allenby 19, Tel Aviv 19 'm Tel. 55346 n a *n a d i n a 1 vj m w AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA A A AAi. A AAAAAAi 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 I ^//'Sa Allen unsern Bekannten, Freunden und Kunden wuenschen wir nnWm aiwaw mw mnam naiv miy Nahariya Wurst - Kosher - Soglowek Ltd. DIE LEITUNG: REINHOLD SOGLOWEK und FRAU IRMGARD AUS DEM HAUSE KWILECKI SÖHNE UND TÖCHTER BEGRÜNDET IN ISRAEL 1937 VORMALS BRESLAU — BEUTHEN O/S. DIE QUELLE FÜR GEWÄHLTE FLEISCHERZEUGNISSE. n a 1 o n ) \y ZE3 3

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