Mannheim
Compact Memory

Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1965-09-01 · No. 17-18 (September 1965) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1965
Issue
No. 17-18 (September 1965)
Date
1965-09-01
Page
Seite 2 (sequence 3076)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/7411685-7413082-7413104--0128-7413106
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

ZUR BRESLAUES JUDEN CHRONIK Rabbr Dr* Drilling Enttäuscht waren die polnischen Historiker, als sie die Turmkugel der Breslauer St-Elisabeth Kirche geöffnet hatten, die 1961 durch einen Blitzschlag beschädigt worden war. Die K.ugex war leer. Dafür fand man in anderen kleinen Kugeln, die unterhalb der Turmspitze rund um den Turm gelagert sind, einige interessante Dokumente über Breslau von 1823 und acht Münzen, von denen die älteste ein silberner tschechischer Kreuzer aus dem Jahre 1599 ist. In den Dokumenten sind Einzelheiten über den Wiederaufbau des 1807 durch Napoleons Truppen beschädigten Kirchturm zu finden. Aus den Dokumenten geht hervor, dass Breslau 1823 80000 Einwohner hatte. 52 Synagogen, 170 Fleischereien, 160 Bäckereien 16 Wirtshäuser, 123 Kneipwirte, und Bierausschenker hatte. Ausserdem fand man einen Befehl General Blüchers aus dem Jahre 1813 sowie eine Bekanntmachung über die Niederlage Napoleons in der Völkerschlacht bei Leipzig im Jahre 1813, Eine Liste mit der Zusammenstellung aller Erzeugnisse der Altbreslauer Wein und Likörfirma Löwenstein rundete das Bild eines Stückes Breslauer Geschichte ab. Aus Breslauer Archiven. Zur Geschichte der Lemberger Schul (1795). Aus den hier veröffentlichten Urkunden geht hervor, wie sich die preussischen Behörden zu Ende des 18. Jahrhunderts in die internen Angelegenheiten der Juden einmischten. Jede der kleinen in Breslau existierenden Betschulen, die in Mieträumen untergebracht waren, musste eine Konzession der Regierung besitzen. Auch die Anstellung der Beamten war an besondere Genehmigungen geknüpft, die von der Regierung nach Vorschlag bzw. Antrag der jüdischen Gemeinde nach der Erlegung der Gebühren erteilt wurden. Hier handelt es sich um die bereits vor 1700 gegründete “Lemberger Schule”, die sich bis zu ihrer Auflösung im Jahre 1920 im “Goldenen Hirsch” in der Karlstr. 31 befunden hatte. Der Kantor Samuel Cohen war gestorben, und an seine Stelle wollte jetzt Joachim (Chajim) Baruch Schefftel treten. Er war 1771 in Breslau als Sohn des Gemeindevorstehers und tolerierten Juden ZU UNSEREM AUFSATZ DER LETZTEN MITTEILUNGEN : Geschichte des Jüdischen Krankenhauses Zur Geschichte des Breslauer Jüdischen Krankenhauses bringen wir heut im. Anschluss an den Aufsatz von S. E. Hadda, M.D. in der letzten Nummer zwei interessante Bilder: die Mitglieder des letzten Vorstandes, vor der „Machtergreifung” durch Hitler und seine Mordgesellen. Viele ehemalige Breslauer werden sich noch der segensreichen Tätigkeit dieser Menschen erinnern, die in uneigennützigster Weise ihre Zeit Werken der Nächstenliebe widmeten. (Jacob) Baruch Schefftel geboren und nahm 1812 die Namen Heymann Schefftel an. Aufgrund der von der Regierung gewährten Erlaubnis hatte er 1795 Rebecca, die Tochter des extraordinairen Breslauer Juden und Schutzgenossen Salomo Schlamm geheiratet. Heymann Schefftel war, wie sein Vater, Vorsteher der Chewra Kadischa (israelitische Krankenverpflegungsanstalt) (seit 1817) und seit 1818 Mitglied der “Gesellschaft der Brüder”, die in der Breslauer jüdischen Gemeinde eine grosse Rolle spielte. Er starb 1859 in Breslau. Breslau, 10 März 1795. Die Repräsentanten der Breslauer Judengemeinde bitten den Preussischen König um die Genehmigung zur Anstellung des Joachim Baruch Schefftel als Vorsänger bei der Lemberger Schul sowie um einen Trauschein für denselben. Aller Durchlauchtigster grossmächtigster König Allergnädigster König und Herr! Durch das bereits vor einigen Jahren erfolgte Ableben des Samuel Abraham Cohen ist die Vorsängerstelle bei der Lemberger Bet-Schule allhier vacant geworden, und seit einiger Zeit hat solche der Sohn des hiesigen Tolerirten Baruch Schefftel namens Joachim versehen, so dass diejenigen, so diese Schule besuchen, den Wunsch geäussert, solchen förmlich als Schulvorsänger angestellt zu haben; dahero sie denn auch bey uns angetragen, das Nöthige bey Ewr. Königl. Majestät diesfalls allerunterthänigst vorstellig zu machen. Wenn nun, wie bekannt, nach unseren Ceremonial-Gesetzen eine dergleichen Stelle nicht von ledigen, sondern immer von verheurateten Personen besetzt werden muss, gedachter Joachim Baruch Schefftel dann auch bereits seit einiger Zeit mit der Tochter des hiesigen Schutzgenossen Salomon Schlam namens Rebecca sich zu verehelichen versprochen hat, und nunmehro seine Heurath mit derselben vollziehen zu dürfen wünschet, diese Hirath auch besonders nachlnhalt des § 9 der Vorschrift vom 21. ten May 1790 gesetzlich zulässig ist: So haben Ewr. Königl. Majestät wir hierdurch allerunterthänigst bitten wollen: 1. tens: die Anstellung des mehrgedachten Joachim Baruch Schefftel als Vorsänger bey der hiesigen Lemberger Bet-Schule allergnädigst zu verwilligen, und 2. tens; den Trauschein für denselben mit der Rebecca Salomon Schlam huldreichst zu lassen und demnächst das nöthige dieserhalb in Gnaden zu verfügen. Für welcher gnadenvollen Deferirung wir in tiefster Devotion ersterben. Ewr. Königl. Majestät allerunterthänigste Repräsentanten der hiesigen Judengemeinde. Breslau, 8. April 1795. Antwort der Kriegs- und Domänenkammer an die Repräsentanten der Breslauer Jüdischen Gemeinde. Auf den Vorschlag der Repräsentanten der hiesigen Judengemeine vom 10. vorigen Monats bei den angeführten Umständen der Jude Joachim Baruch Schefftel als Vorsänger bei der Lemberger Bet-Schule approbirt, ihm auch der Trauschein zu seiner vorhabenden Heyrath mit der Jüdin Rebecca Schlamm unter der Bedingung ertheilet worden, dass, wenn er seines Dienstes als Vorsänger entlassen werden sollte, er samt seiner Frau und Kinder hiesige Stadt verlassen müsse; so wird solches gedachten Repräsentanten zur Nachricht bekannt gemacht. Königl. Preuss. Breslauer Krieges- und Domainen-Cammer. Breslau, 11. April 1795. Mitteilung des Kanzleidirektoriums betreffs der Heiratserlaubnis für J. B. Schefftel. Auf Verordnung Einer Hochlöbl. Krieges- und Domainen-Cammer vom 8. huj. wird dem hiesigen Juden Joachim Baruch Schefftel, welcher als Vorsänger bey der Lemberger Beth-Schule approbirt worden, zu seiner Verheyrathung mit der Rebecca Schlamm der gebetene Trauschein, nachdem die Königl. Concessions-Jura berichtigt und beyliegender edictmässiger Stempelbogen zur Ehestiftung beygebracht worden, unter beygedrucktem Commissions-Siegel hierdurch ertheilet und können dieselben auf Vorzeigung dieses copulirt werden. Breslau, den 11. April 1795. Sr. Königl. Majestät von Preussen bey der Breslau’schen Krieges und Domainen-Cammer bestalltes Canzeley-Directorium Johann Emanuel Kistmacher &sssmz. * 'it* #JÄSI Vorstand und Primärärzte des Jüdischen Krankenhauses zu Breslau im Jubiläumsjahr 1926 anlässlich des 200 jährigen Bestehens. Oben: Gen. Konsul Smoschewer, Leo Lewin, Mendel Hoffmann, Wilh. Kober, San. Rat Dr. Jungmann, San. Rat Dr. Herz, Prof. Dr. Gottstein, Heinrich Oschinsky, M. Koppenheim, Med. Rat Dr. Israel, Dir. Löwenbach. Unten: Eman. Bielschowsky, Grete Bial, Eugen Perle, Dr. Paul Schottländer, Geh. Just. Rat Dr. Goldfeld, Danziger, Josef Deutsch, Martin Fränkel, Just. Rat Dr. Julius Cohn, Geh. San. Rat Dr. Rosenstein. 2

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.