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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1964-01-01 · No. 12-13 (1964) · p. Seite 8

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1964
Issue
No. 12-13 (1964)
Date
1964-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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ZUM 90. GEBURSTAG VON EUGEN SPIRO Wir haben heute das Glück die „runden” Geburtstage einiger Breslauer und Schlesischer Künstler und Dichter zu feiern, von denen wir mit Stolz berichten können, dass sie Söhne unserer ehemaligen Gemeinde sind. Wir entnehnen die Jubiläums Aufsätze im Wesentlichen — wenn auch mit kleinen Kürzungen der deutschen in Recklinghausen erscheinenden Heimatszeitung. „Der Schlesier” mit freundlicher Erlaubnis der Redaktion. Am gleichen Tage, an dem Ludwig Meidner, in Darmstadt achtzig Jahre alt wurde, konnte Eugen Spiro, als Sohn des Kantors der Storch- Synagoge in Breslau geboren, in New York, wo er seit 1941 lebt, seinen 90. Geburtstag feiern. Er gehört, wie Ludwig Meidner, zu den bedeutendsten Porträtisten unseres Jahrhunderts, hat sich aber, im Gegensatz zu Meidner, den revolutionären Tendenzen der expressionistischen Kunstbewegung seiner Epoche stets ferngehalten. Schon als Achtzehnjähriger war Eugen Spiro an der Breslauer Königlichen Kunstschule Schüler von Professor Albrecht Peter Bräuer, jenes philosophischen Künstlers geworden, dessen Wesenszüge Gerhart Hauptmann auf seinen „Michael Kramer” (in dem gleichnamigen Drama) übertragen hat. Die „Stimme” dieses seines verehrten Meisters, der, während er zwischen den Staffeleien hin und her ging, „von Gott und der Welt” zu sprechen pflegte, hat Eugen Spiro durch sein Leben geleitet, wie er erst vor einigen Jahren einmal dem Kunsthistoriker Prof. Ernst Scheyer erzählte. In Breslau kam Eugen Spiro durch seinen Lehrer Bräuer auch mit dem berühmten Dermatologen und Mitarbeiter von Paul Ehrlich, Geheimrat Albert Neisser in Verbindung, der für seine Villa, die vor dem ersten Weltkrieg ein über Breslau hinaus wirkendes Kulturzentrum war, mehrere Bilder Spiros erwarb. Im Jahre 1895 ging der junge Künstler zur Fortsetzung seiner Studien an die Münchener Kunstakademie, wo er bei Franz Stuck sein „Meister-Schüler"-Diplom erwarb, ehe er 1898 zu einer einjährigen Studienreise nach Italien aufbrach und dort mit erstaunlichen Geschick alte Meister, darunter van Dyk, aber auch RASSCO-EIN FAKTOR IN ISRAELS WIRTSCHAFT % .WüSS^aft £■588; & Handwerk INVESTITIONEN WERTPAPIERE RflSSCO pompejanische Fresken kopierte. 1899 kehrte er nach Breslau zurück. Hier lebte er, eng verbunden mit dem Neisser-Kreis, zu dem insbesondere das Maler-Brüderpaar Fritz und Erich Erler, die ausgezeichnete Landschafterin Clara Sachs sowie der Kunstschriftsteller und Schwager Spiros, Erich Klossowski, gehörten, fünf Jahre als selbständiger Maler; hier lernte er auch Tilla Durieux, die spätere berühmte Reinhardt-Schauspielerin, kennen, die seine erste Frau wurde. Durch einen grossen Erfolg seiner Bilder in der Wiener Sezession ermutigt, entschloss sich Spiro im Jahre 1904, nach Berlin zu gehen, von wo es ihn jedoch 1906 in das europäische Kunstzentrum Paris zog, das ihm in den Jahren bis zum ersten Weltkrieg fast zur zweiten Heimat wurde. Hier in Paris, entwickelte Eugen Spiro unter dem starken Einfluss der Bilder Manets, nach In Philadelphia feierte Richard Kroner seinen 80. Geburtstag. Er war Professor der Philosophie an der Universität Freiburg, der Technischen Hochschule Dresden und der Universität Kiel, dann, in der Hitler-Epoche, erst Lector an der Universität St. Andrews in Schottland, später Professor am Union Theological Seminary in New York. Prof. Kroner, der aus Breslau stammt, ist der Autor einer grossen Reihe fachwissenschaftlicher Werke, von denen sein Buch “Von Kant bis Hegel”, 1921 erschienen, 1961 neu gedruckt worden ist. Er war Mitbegründer des Hegel-Kongresses, dessen Ehren-Präsident er später war. Seit Jahren hat er sein besonderes Interesse der Beziehung zwischen Religion und Philosophie zugewandt und ein dreibändiges Werk mit dem Titel “Speculation and Revelation in the History of Philosophy” veröffentlicht. Als Lehrer wie als Herausgeber der bekannten Zeitschrift "Logos” hat Prof. Kroner viele Philosophen und Theologen ausgebildet. Soweit der “Aufbau”, Professor Kroner stammt aus einer alten schlesischen jüdischen Gelehrtenfamilie. Seine Vorfahren und Verwandten waren bekannte jüdische Persönlichkeiten. Sein Grossvater war Kantor und Lehrer in. Glatz. Sein Urgrossvater war der Nachfolger denen er meisterhafte und bald sehr begehrte Kopien schuf, seinen eigenen gepflegten impressionistischen Stil, an dem er zeitlebens festgehalten hat. Von 1914 bis 1933 wirkte er in Berlin, wurde Professor an der Kunstakademie und Präsident der Berliner Sezession und erwarb sich in dieser Zeit mit seinen Ölporträts und Litographien berühmter Zeitgenossen aus der Theater- und Liteaturwelt seinen Ruf als Porträtist der Prominenten. So porträtierte er im Laufe der Jahrzehnte Gerhart Hauptmann, Thomas Mann, Albert Einstein, Max Planck, Theodor Heuss, Dr, Hugo Eckener, Prof. Fritz Haber, Albert Bassermann, Tilla Durieux, u. a. m. Das lebensgrosse Porträt unseres Breslauer Rabbiners Dr. Rosenthal, das von einer intuitiverfassten Persönlichkeit des Rabbiners durch den Künstler zeugt, hängt in Tel Aviv und befindet sich im Besitz der Witwe von Dr. Theodor Rosenthal, dessen Heimgang wir an anderer Stelle dieses Blattes beklagen. 1933 von Hitler vertrieben, gelangte der Künstler über Frankreich in die Vereinigten Staaten, wo er Kunstlehrer wurde und neben impressiven Landschaften und Interieurs, in denen es ihm stets darum ging, „die Natur einzufangen und zu verstehen und immer Neues in ihr zu finden”, noch zahlreiche repräsentative Porträts schuf. Im Jahre 1957 veranstaltete die Galerie Gurlitt erstmals wieder eine Spiro-Ausstellung in Deutschland. Seine in Amerika befindlichen Bilder wurden soeben in einer anlässlich seines 90. Geburtstages von der Galerie St. Etienne veranstaltenen Ausstellung in New York gezeigt, deren Katalog ein Vorwort Spiros enthält, darin der altersweise Künstler nicht nur einen nachdenklichkritischen Rückblick auf sein Leben und Schaffen hält, sondern auch eine „Lehre der Porträtmalerei” entwickelt. Auch unserem Eugen Spiro wünschen wir noch Jahre künstlerischer Befriedigung in Gesundheit und Frische! des berühmten “Dyhernfurther Raw” aus der Familie Falk, dessen Persönlichkeit wir in einer unserer früheren Nummern ausführlich würdigten. Der Oberkirchenrat Dr. Theodor Kroner, aus Stuttgart, der aus Trachenberg/ Schl, stammte und mit Natalie Freyhan aus Breslau verheiratet war, war sein Onkel. Eine grosse Reihe bedeutender Gelehrter sind aus der Familie hervorgegangen und haben die deutsche wie die englische und amerikanische Kultur gefördert. Wir behalten uns vor, im Rahmen unserer Familienchroniken der bedeutenden schlesischen jüdischen Familien auch eine Chonik nebst Stammbaum der Familie Kroner zu bringen. Wir verweisen in diesem Zusammenhänge auf das Gedichtbändchen von Alice Kroner- Kauffmann, der Gattin unseres Jubilars, aus welchem wir in No. 4/5 unserer "Mitteilungen” ein Gedicht veröffentlichten sowie auf die Eintragung in unser "Goldenes Buch" zur Familiengeschichte der Familie Kauffmann in unseren Mitteilungen Purim-Pessach 5722. Wir wünschen dem. „alten Kattowitzer” GEORG KÜNSTLINGER in Wien, dem rührigen Juornalisten und herausgeber der „NEUEN WELT” ein herzliches 77 3 1 713 V) Verband der Oberschlesier Der Vorstand. Richard Kroner — 80» Jahre 8

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