Mannheim
Compact Memory

Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1964-01-01 · No. 12-13 (1964) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1964
Issue
No. 12-13 (1964)
Date
1964-01-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/7411685-7413052-7497122--0092-7413071
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

DAS BRESLAUER SEMINAR Ein Gedächtnisbuch zur Erinnerung an die 100. Wiederkehr seiner Gründung, herausgegeben von Professor Kisch bei J. C. B. Mohr, Tübingen. Am 10. August 1954 waren hundert Jahre verflossen, seitdem das Breslauer Seminar, die berühmte moderne Ausbildungsstätte für Rabbiner und Lehrer in Mitteleuropa, seine Pforten geöffnet hatte. Sein erster Direktor, der bekannte Vorkämpfer des „positiv-histori^ sehen” Judentums, Zacharias Frankel, bezeichnete als leitende Idee seiner Anstalt „das positive Judentum auf der Grundlage der Wissenschaft mit dem Leben in Einklang zu bringen’. In seinem Geiste haben Generationen von Lehrern und Gelehrten am Seminar bis 1938 gewirkt und Generationen von Rabbinern herangebüdet, welche in der ganzen Welt die Ideale des Judentums in Lehre und Werk verbreiteten. Die brutale Gewalt des nationalsozialistischen Rassenhasses hat auch dieses Kulturwerk vernichtet. Seinem Andenken soll im vorliegenden Buch ein Gedenk — und Gedächtnismal errichtet werden. Das Werk ist grundsätzlich der historischen Betrachtung der letzten dreieinhalb Jahrzehnte des Bestandes des Seminars, also der Zeitspanne von 1904 bis 1938, gewidmet, da die ersten 50 Jahre gelegentlich des 50 jährigen Jubiläums damals in aller Ausführlichkeit behandelt wurden. Bei der zeitlichen Abgrenzung wurde jedoch kein engherziger Massstab angewendet. Dies war schon deshalb geboten, damit der Zusammenhang mit der Vergangenheit dem Leser klar vor Augen trete. Der Anlage nach zefällt der Sammelband in vier Abteilungen. Die erste gibt in vierzehn Abhandlungen einen Überblick über die Ideen— und die physische Geschichte des Seminars. Ihre Verfasser bemühen sich um eine sachliche Darstellung und möglichst objektive Würdigung der geistigen Leistung, betrachtet im Spiegel der Wissenschaftsgeschichte. Die zweite Abteilung entrollt historische Bilder vom Seminar und seinen Lehrern, wie sie in der Erinnerung verschiedener Generationen seiner bedeutenden Schüler fortlebten. Die dritte Abteilung ist der Monatschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums gewidmet, die seit ihrer Begründung bis zum gewaltsamen Untergang unter Hitler in engstem Zusamenhang mit dem Seminar arbeitete. Besonders hervorzuheben sind die ausgezeichneten Aufsätze von Isaac Heinemann s. A. und Israel Rabins s. A. ’ sowie die besonders instruktive, objektive Einleitung von Guido Kisch. Den abschliessenden vierten Abschnitt bildet ein Verzeichnis der Lehrer und Schüler, in welchem Kurzbiographien und Bibliographien ihrer Schriften geboten werden. In einem Anhang sind die Titel der wissenschaftlichen Beilagen zu den Jahresberichten verzeichnet. Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass sich dieser Teil des Werkes bald als unentbehrliches biographisches und bibliographisches Hilfsmittel der Forschung erweisen wird. Professor Kisch gebührt ein besonderer Dank für die mühevolle Arbeit. Der Schlesier BRESLAUER NACHRICHTEN Grösste Schlesische Wochenzeitung erscheint in Recklinghausen. Eine Ergänzung und Entgegnung Von Profesor Dr. GUIDO KISCH Zur Kritik von Rabbiner Dr. Neufeld in der Zeitung von „Ichud Schivaf Zion“ Es war eine dankenswerte Absicht des Herausgebers der Zeitschrift Ichud Schiwath Zion, ihre Leser über die vom Schreiber der folgenden Zeilen herausgegebene Gedächtnisschrift für das Jüdisch-theologische Seminar (Fränckelsche Stiftung) in Breslau sachlich und sorgfältig unterrichten zu wollen und das Gedächtnis an jene Anstalt zu beleben, welche durch ihre wissenschaftliche und pädagogische Arbeit Weltberühmtheit und weltweiteWirkung erlangt und bis zur Gegenwart behalten hat. Bedauerlicherweise ist dieser schöne Gedanke durch die Besprechung in der Nummer 1 vom März 1964 nicht verwirklicht worden. Der Schreiber dieser Zeilen, welcher den Band in seiner Gesamtheit (nicht bloss “auch teilweise”) redigiert hat, schätzt die älteren wertvollen Arbeiten von Rabbiner Neufeld zur Geschichte der Juden in Sachsen und Thüringen und hat auf diese in seinen eigenen Büchern zur Geschichte der Juden in Deutschland oft hingewiesen. Umsomehr bedauert er diese Besprechung. Als Historiker sowohl wie auch als freiwilliger Hüter der Geschichte des Breslauer Seminars fühlt er sich daher bei aller Wertschätzung für Rabbiner Neufeld veranlasst und verpflichtet, gegen seine Beurteilung der Ergebnisse selbstloser Arbeit eines Jahrzehnts nachdrücklich seine Stimme erheben zu müssen. Um nicht den Raum dieser Zeitschrift über Gebühr in Anspruch zu nehmen, kann nur auf das Wichtigste hingewiesen und ebensolches richtiggestellt werden. Es ist nicht richtig, dass nur die Abhandlungen von Albeck, Grunwald und Urbach zum erstenmal im Bande veröffentlicht sind. Der zweite deutsche Artikel von Heinemann, ebenso die Beiträge von Wilhelm und Baerwald erscheinen hier erstmals, während der Aufsatz von Grunwald bereits früher in jiddischer Sprache gedruckt war. Neufeld findet es “auffallend”, dass der bedeutende Historiker Graetz nicht vertreten ist”, ihm gelte “nur eine Studie von Ernst Cohn und eine von Elbogen”. Die interessante Abhandlung von Grayzel über die Verbreitung und Geltung des Graetzschen Geschichtswerkes in Amerika hat der Rezensent übersehen. Ebenso wurden nicht bloss “alte Abhandlungen verstorbener Dozenten" hier wiederbelebt. Vielmehr wurde auf Grund eingehenden Studiums zahlreicher Schriften eine sorgfältige Auswahl repräsentativer Arbeiten bedeutender verstorbener Gelehrten getroffen, welche die Geschichte des Seminars beleuchten sollen. Genügt die Würdigung von Graetz durch drei ihm gewidmete Studien nicht? Nun zu der “schlechten, ohne die nötige Gewissenhaftigkeit ausgeführten” biographischen und bibliographischen Arbeit eines der gewissenhaftesten Mitarbeiter Dr. Alfred Jospe. Von “den Lücken, Fehlern und Verwechs-; lungen, die (angeblich) Seite um Seite häufig zu finden sind”, von den “falschen Vornamen” usw. ist ein einziges Beispiel beigebracht worden. Es wird gerügt, dass bei bedeutenden Männern wie Baeck und Elbogen nicht alle ihre Schriften aufgezählt sind. Jedoch hat der Rezensent nicht gemerkt, dass in der Einführung ausdrücklich mitgeteilt wird, wo bereits umfangreiche Bibliographien von Gelehrten vorliegen, müsse ein Hinweis auf diese genügen. Auch ist ihm nicht klar geworden, dass nur diejenigen Persönlichkeiten, die noch nach 1904, dem Erscheinungsjahre von Branns Seminargeschichte, an welche sich diese anschliesst, noch gelebt und gewirkt haben, aufgenommen wurden. Die Weglassung derjenigen, deren Lebenswerk bereits 1904 abgeschlossen war, ist also durchaus nicht willkürlich erfolgt. Der Rezensent verurteilt schliesslich das ganze Erinnerungswerk wegen des biographisch-bibliographischen Teils. Nicht mit einem Worte wird das Verdienst des mühevoll, mit grösster Sorgfalt und Umsicht erstellten Verzeichnisses der ehemaligen Lehrer und Hörer des Seminars mit ihren Schriften oder Hinweisen auf deren Bibliographien erwähnt. Es umfasst rund 65 eng bedruckte Seiten. Der Leser der Besprechung muss den Eindruck empfangen, dass darin alles schlecht und falsch sei. Dass dies nicht zutrifft, kann ich verbürgen. Bei allen derartigen Unternehmungen sind Lücken und Versehen unvermeidlich. Im vorliegenden Bande sind diese in der Tat unbeachtlich und umsomehr entschuldbar, als die Arbeit in Amerika ausgeführt wurde und die Unterstützung seitens der verzeichneten Personen dürftig war oder völlig fehlte. Um nur ein Beispiel zu geben : es wurden etwa 200 Fragebogen wiederholt, teilweise mehrmals versendet. An einen in Israel lebenden Rabbiner wurden nicht weniger als 20 Briefe mit der Bitte um Angabe seiner Personaldaten geschrieben. Eine Antwort war nicht zu erhalten. Das richtige Vorgehen des Rezensenten wäre gewesen, die angeblich grosse Zahl der von ihm gefundenen Lücken und Unrichtigkeiten zusammenzustellen und dem Herausgeber mitzuteilen. Dieser hat sich erboten, wenn die Zahl der Nachträge etwa vier Druckseiten ausmachen würde, den Verlag um Herstellung eines Berichtigungsblattes zu ersuchen, das allen Käufern des Bandes zugestellt werden soll. Das Gedächtniswerk hat bisher ausschliesslich sehr annerkennende Besprechungen gefunden so in der Revue des Etudes Juives- Historia Iudaica von Prof. Georges Vajda — Paris, in der Zeitschrift “Information” der Association of Jewish Refugees in Great Britain von Dr. E. G. Lowenthal, im Israelitischen Wochenblatt für die Schweiz von Dr. Lothar Rothschild-St. Gallen und anderen. Daher wird ihm die unbegründete und höchst bedauerliche Kritik nicht schaden. Die interessierten Leser dieser Zeitschrift mögen das Buch zur Hand nehmen und sich selbst ein Urteil bilden. MAN SPRICHT DAVON NOCH VIELE JAHR, WIE SCHÖN DAS FEST BEI „TCHELET” WAR Lnbr> ZE3 6

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.