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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1964-01-01 · No. 12-13 (1964) · p. Seite 5

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1964
Issue
No. 12-13 (1964)
Date
1964-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Der Keren Hajesod ist das Instrument für Gründung und Erhaltung der settlements. Seit 1948, der Staatsgründung, sind bis jetzt über 500 solcher settlements entstanden und werden mit Geldern aus diesem Fond unterhalten. Andere gemeinnützige Finanzinstitute, Baugesellschaften, Studiengesellschaften und viele andere erledigen ihre Aufgaben ganz wie von ihm erdacht. Wüstengegenden sind in bestes Ackerland und schönstes Wohnland verwandelt, Städte wie Tel-Aviv auf Sandboden errichtet und zu Grosstädten entwickelt, Sumpfgegenden, ungesund und der Herd vieler Krankenheiten, wie die Huleh-Sümpfe, in blühende Felder und Wiesen urbar gemacht. Bewässerungsanlagen von Experten wie Professor Lowdermilk in grösstem Stile angelegt. Mineralien ausfindig gemacht, Kupferminen angelegt und nutzbar gemacht. Ölquellen entdeckt, die für die Zukunft des Landes von höchster Wichtigkeit sind. Der Hafen von Haifa für Grossschiffahrt ausgebaut, ein zweiter Hafen im Süden Eilat, neu angelegt. Wälder mit Eucalyptus und Citrusfrüchten angelegt. Eine Armee aufgestellt, die ihre Feuerprobe zum Erstaunen der ganzen Welt bestens bestanden hat. Die Handels — und Kriegsmarine, letztere zum militärischen Schutz der Küsten, erstere für den Welthandel bestimmt, bewähren sich aufs beste. Universitäten, Technische Hochschule, Krankenhäuser, Bibliotheken, vorzügliche Schulen, Kindergärten, sind ein Teil der Culturellen Aufgaben, die Herzl vorgesehen hat. Nicht zu vergessen das berühmte Weitzmann Institut in Rechowoth, das gewissermassen einzig in seiner Art dasteht. Theater, aufs Modernste eingerichtet, mit erstklassigen Israeli Künstlern, Kinos Museen, Konzerthallen und viele andre Unterhaltungsstätten, ebenfalls wie vorausgesagt, vorhanden. Industrien sind gewissermassen wie aus dem Boden gestampft und wie kaum erwartet in verhältnismässig kurzer Zeit auf kapitalistischer z. B. auf collektivistischer Grundlage errichtet. Wie von Herzl vorausgesagt sind Lebensmittelbetriebe sowie Siedlungen nach einem System geführt, die ein Mittelding zwischen individueller und collektivistischer Wirtschaft darstellen, nämlich die bewährte Form der Cooperative. Wer die Kibbutzim besucht und eingehend studirt hat, wird zugeben müssen, dass er dort glückliche Menschen vorgefunden hat, die zwar ein manchmal hartes, aber durchaus zufriedenes Leben führen. Ich glaube diese Gegenüberstellungen von Vorhersagen und bis jetzt Erreichtem dürften genügen für die Feststellung, in welch prophetischer Vorausahnung Theodor Herzl seine Plänfe durchdaoht hat und was von diesen in die Wirklichkeit umgesetzt wurde. Und nun bedenke man, dass all dies erreicht wurde in verhältnismässig kurzer Zeit. Was sind schliesslich 50 oder 60 Jahre in der Entwicklung einer Heimstätte; wie sie im Basler Programm vorgesehen war und was sind 15 oder 16 Jahre in1 der Entwicklung eines Jungen Staates: In der Tat eine sehr kurze Spanne im Leben der Völker. Es ist' wohl interessant zu erwähnen, dass Herzl in einer Unterhaltung mit Max Nordau geäussert hat, dass nach seiner Überzeugung der Judenstaat nach 50 Jahren Wirklichkeit geworden sein würde, gerechnet von 1890 an, dass aber Nordau eine viel längere Zeit vor geschwebt hat, nämlich etwa 100 Jahre. Der Staat Israel ist heute ein Weltfactor, mit dem die Welt rechnet trotz der geringen Bodenfläsche, auf welche der Staat heute angewiesen ist. Die Bevölkerung ist von 1948 ab auf über 2 Millionen angewachsen, eine Zahl die auch Herzl vorgeschwebt hat. Israel kann stolz zurückblicken auf das bis jetzt erreichte trotz der ungeheuren Widerstände, die ihm von vielen Seiten in den Weg gelegt wurden. Allerdings ist noch nicht alles erreicht, was Herzl gewünscht hat, ersehnt und vorausgesehen hat, nämlich Frieden mit den Nachbarvölkern. Die Grenzen sind von feindlichen Nachbarn rings um Israel bedroht, die Feinde blicken scheel auf unsere Erfolge, die allerdings mit vielen Opfern erreicht und erkämpft werden mussten. Es wird noch vieler grosser Anstrengungen bedürfen, um unser Land völlig zu sichern und den Juden die HEIMSTÄTTE zu sein, die seit zweitausend Jahren ersehnt und von Millionen erwünscht wird, sowie von Herzl erwartet war. Der Erfolg kann nur kommen, wenn die Juden zusammenstehen und dem Jungen Staat Israel die ökonomische und ideelle Unterstützung angedeihen lassen, die hierzu unerlässlich ist. “Wenn Ihr wollt, ist es kein Märchen- Wenn Ihr aber nicht wollt, so ist es und bleibt es ein Märchen, was ich Euch erzählt habe. Ich gedachte, eine Lehrdichtung zu verfassen, mehr Dichtung als Lehre — werden die Einen sagen, — mehr Lehre als Dichtung, die Anderen. Denn jetzt nach drei Jahren der Arbeit, müssen wir uns trennen und es beginnen Deine Schmerzen, Du mein liebes Buch.. Durch deinen Weg gehenmüssen, wie durch einen finsteren Wald. Wenn du aber zu freundlichen Lesern kommst, so grüsse sie von Deinen Herrn Vater. Er meint: Das Träumen sei immerhin auch eine Ausfüllung der Zeit, die wir auf der Erde verbringen. Traum ist von der Tat nicht so verschieden, wie mancher glaubt. Alles Tim der Menschen war vorher Traum und wird später zum Traume.” (Nachwort zu “Altneuland”.) SALO TRANSLATEUR, Hotel Delmonico, Miami Beach, Florida. ALLE EHEM. BRESLAUER treffen sich in TEL AVIV, im CAFE NOGA (vis ä vis Mograbi) Pinskerstr. 4 (TeL 56063) Touristen u. Einheimische herzlich willkommen! Behaglicher Aufenthalt, auch air conditioned. Räume für Konferenzen, Versammlungen, usw. Möbel-SIMON Sheinkinstr. 16 TEL AVIV- Tel. 62857 Sonderverkauf zu den Feiertagen zu uussergewöhnlich billigen Preisen Ess-Tische Fauteuilles Einzelmöbel Stühle Sofas Beste Qualität. Gute Bedienung. In memoriam Dr.THEODOR ROSENTHAL Lieber Freund! Lassen Sie mich ein paar Worte des Abschieds sagen. Als Angehöriger der Ihrem eigenen Haus und dem Ihrer Eltern eng befreundeten Familien Sachs und Goldstein, hatte ich das Glück, Ihnen in Breslau und in Tel Aviv nahezustehen. Schon im Rabbinerhaus in Breslau auf der Wallstrasse sind wir zusammengetroffen. Ihr Vater Ferdinand, der geliebte Raw der Breslauer Gemeinde, — welche berühmte Persönlichkeit, welch exzeptionelle Erscheinung unter den ehrwürdigen Rabbinern jener vergangenen Zeit! Ihre Mutter Amalie — höchster jüdischer Adel, Vorbild einer jüdischen Frau! Bis in die letzte Zeit hatte ich die Freude, Sie Freund nennen zu dürfen. In Breslau kannte ich Sie als jungen Studenten und später sprach man von Ihnen als glänzenden Diagnostiker, Geburtshelfer und Operateur, zuletzt als Direktor der gynäkologischen Abteilung des Jüdischen Krankenhauses. Immer war es anregend, mit Ihnen zu plaudern, von den guten bessern Zeiten und von jetzt, in Ihrer klugen, zugreifenden Art und in der einsichtsvollen Beurteilung der Menschen, Erlebnisse und Dinge. Wie psychologisch richtig wussten Sie Ihre Patientinnen zu behandeln! Die Menschen, die Sie kannten, haben Sie geliebt und fanden bei Ihnen Gegenliebe. In Ihnen war höchste Gläubigkeit und Ihre Gebete bedeuteten Ihnen viel und alles, aber auch Ihr Herz war fromm und gütig. Und als die Krankheit Sie ans Bett fesselte, als Sie leiden und dulden mussten, da blickten Sie mit Ihren lieben, treuen Augen, um die zu beruhigen, die sich um Sie sorgten und bangten, die Gattin, die Söhne, dieFamilie und die Freunde. Wir wollen Ihre innige Güte immer auf uns wirken lassen und Sie werden in unser aller Herzen fortleben als eine Persönlichkeit von lauterem Wesen, vorbildlichem Charakter, hehrer Weltanschauung und als echter Jude. Julius Sachs. Ferdinand Lassalle (Schluss von Seite 2) befähigt zum Kampfe, — zu kämpfen und zu “leiden für einen edlen Zweck! Weil ich — mit einem Worte — “nicht anders kann. Ich will den Völkern die Freiheit verkünden!” Lassalles Grab auf dem Friedhof zu Breslau, wo er neben den Erbbegräbnissen der Familien Traube-Oppenheim zwischen seinen Eltern Heymann und Rosalie Lassall die letzte Ruhestätte fand, war bis zur Nazizeit der Wallfahrtsort von vielen Tausenden deutscher Arbeiter — sowohl am I. Mai. als auch am 31. August, seinem Todestage. Dorthin zogen sie mit ihren roten Fahnen und Emblemen und legten ihre Kränze als Zeichen des Gedenkens und der Dankbarkeit nieder und sangen: "In Breslau ein Friedhof Ein Toter im Grab Dort schlummert der Eine Der Schwerter uns gab.” Während die Nazis vom Grabe alles entfernten, was an Ferdinand Lassalle erinerte, richteten die Polen es wieder her und erwiesen ihm von neuem die Ehre, die dem Andenken des grossen Arbeiterführers gebührt. Dr. Wilhelm Freyhan 5

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