Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1962
- Issue
- No. 3 (1962)
- Date
- 1962-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Geschichte der Jaden in Breslau von Rabbi Dr. Brilling Im Verlage von W. Kohlhammer — Stuttgart ist aus der Feder unseres Mitgliedes des letzter Archivars unserer Gemeinde Rabbiner Dr. Bernhard Brilling, Band I der Geschichte der Juden in Breslau erschienen. Er umfasst die Jahre 1454—1702. Preis englisch broschiert DM 9.— für Mitglieder des Verbandes ehemaliger Breslauer Vorzugsrabatt. Brilling schildert die Entstehung der Breslauer jüdischen Gemeinde im 17. Jahrhundert und die ihr vorausgehenden Auseinandersetzungen der städtischen Behörden mit den Juden, die zugleich als willkommene Förderer des Wirtschaftslebens betrachtet und als unwillkommene Konkurrenten behandelt wurden. In dieser Vorgeschichte spielt die Organisation der polnischen Judenheit eine besondere Rolle; durch ihre Intervention ist es zur erstmaligen Zulassung jüdischen Gottesdienstes in Breslau gekommen. In diesem Zusammenhang ist besonders der .ySchammes” zu erwähnen, dessen Aufgabe als bevollmächtigter Vertreter der polnischen Judenschaft herausgestellt wird. Er und die jüdischen Münzlieferanten, deren Bedeutung für die kaiserliche Münze aufgezeigt wird, haben als Begründer der neu entstehenden Breslauer jüdischen Gemeinde zu gelten. Es sollen 3 Bände erscheinen. Dr. Brilling ist bereits mit der Arbeit des 2. Bandes beschäftigt, der das 18. und 19. Jahrhundert behandeln wird. Gerade diesem Teil der Geschichte der Breslauer Gemeinde sieht man mit grossem Interesse entgegen. Important Publication Just Published Wilhelm Freyhan The Road to Judaism Cloth binding Price: 17/6 or $2.50 In Israel 6 IL. The book describes the development and tradition of the Jewish religion. The descriptions are populär without, however, leaving the scientific basis. With a Preface by David Daube, Regius Professor in the University of Oxford, Fellow of all Souls College (Preface to the French Edition by Andrö Neher. Professor at the University of Strassbourg). Order from your bookseller or directly from: LINCOLNS - PRAGER, PubUshers, 3, Kenton St. London. W. C. 1 in UB.A. from Bloch, Publishing Comp. 31 West, 3Ist St. New York 1 (N. Y.) in South America from: Livraria Brödy Caixa Postal 6366, Sao Paulo, Brazil. in Israel: from; Doroth, Ltd. Tel Aviv P.O.B. 1523. WER ISRAEL BESUCHEN WILL comfortabel, gut bürgerlich und preiswert privat untergebracht werden will (Zimmer mit oder ohne Frühstück) wende sich rechtzeitig auf Empfehlung des Verbandes an LILLY's Accomodation Office, Tel-Aviv Mendele St. 7 (Atlas). Eine ehemalige Breslauerin als Regisseurin in Tel-Aviv ANREGENDER BEGINN BEI „HAGESCHER” UNTER KLARA MÜLLERS SCHWUNGVOLLER REGIE: "BUNBURY" VON OSCAR WILDE (The importance of being earnest) OSCAR WILDE, der Dichter der Salomö und einer Anzahl satirischer Komödien aus der englischen Gesellschaft, ist bekannt als Ironiker, der seine Stücke mit brillanten Aphorismen, prägnanten Axiomen und geistvollen Paradoxen versah. Sein „Bunbury” bot einst den lachenden Zeitgenossen vergnügte Unterhaltung. Es ist zwar kein überzeugend starkes Werk des Autors, denn der ganz nette Grundeinfall gleitet zu sehr ins schwankhafte. Immerhin führt man noch heute das etwas antiquierte, aber doch amüsante Stück in Europa auf. Und so gefiel auch unserem, deutschsprachigen Publikum diese Komödie in Spiel und Gestaltung. Klara Müller, einst jugendliche Darstellerin der Vereinigten Breslauer Schauspielbühnen unter Barnay, beherrscht mit wirklichem Theatersinn die Scene und ihre Darsteller. Ihre Regie unterstreicht, formt und klärt den Witz des Autors. Man amüsiert sich köstlich über Avigdor Pellegs John Worthing. In brillanter Laune spielt Chana Aiir einen reizenden Backfisch und Clara Pick-Gernod ist eine überwältigend urkomische Tante Augusta. Klaus Rossert balanciert Ernst und Lächeln seiner Rolle überlegen aus und bietet eine treffliche Leistung. Mit Vergnügen begrüsst man die Damen Hansi Lobon und Rose Nathan als Stützen früherer Spielzeiten auch in diesem Werk, und Ernst Slössel gibt dem Kanonikus in knappen, klugen Strichen entsprechende Würde. Das gefällige Bühnenbild Alexander Mandels hat Atmosphäre. Das Publikum unterhielt sich gut und hatte Spass an Ironie und nicht allzutiefer Bedeutung.*) Julius Sachs In Vorbereitung befindet sich das Lustspiel „Die braven Diebe” von I. Popplvell, das im Laufe des April zur Aufführung gelangen wird. Es empfiehlt sich schon jetzt Plätze zu bestellen, da bei dem verhältnismässig kleinen Theatersaal das Haus vorzeitig ausverkauft sein wird. *) Der Theaterverein „Hagescher” hat sich bereit erklärt den Mitgliedern des „Verbandes ehemaliger Breslauer” verbilligte Eintrittskarten zur Verfügung zu stellen und zwar jeweils bei 10 Karten 2 Zusatzkarten. Zu bestellen bei unserer Geschäftsstelle. Anlässlich des 20. Todestages von Rabbiner Dr. Sali Levi ist eine kleine Schrift erschienen, voll von Erinnerungen an diesen hilfsbereiten und liebenswerten Menschen. Die schön ausgestattete Broschüre, welche eine vorzügliche Photographie des so früh Heimgegangenen zeigt, enthält Beiträge aus der Feder von Hugo Hahn, Leo Bärwaldt, Paul Simon und einen Auszug aus der an der Bahre des Verewigten gehaltenen Trauerrede von Rabbiner Dr. Hanff (Wiesbaden) nebst einer Einleitung von Nathan Stein. Die schlichte Erinnerungsgabe wurde seinen ehemaligen Freunden zugesandt. Wer sie noch nicht erhalten hat, wende sich an Mrs. Ruth Eis, 5416 Thomas Ave. Oakland 18, (Califom.), die soweit Exemplare noch verfügbar sind, gern solche Interessenten zugehen lassen wird. Kapellmeister Hans Krieg s.A. Vor einiger Zeit verstarb in Amsterdam Hans Krieg, der unter der Direction Paul Bamey an den Vereinigten Theatern in Breslau Kapellmeister war. Hans Krieg, der seine musikalische Erziehung in Leipzig und München empfing, war ein Schüler Prüwers und Humperdincks. Er war daher in Breslau für die Oper vorbestimmt. Hans Krieg war stolz darauf, dass er die Drei-Groschen-Oper einstudieren und bereits drei Monate nach der Weltpremiere in Berlin, in Breslau zur Aufführung bringen konnte. Seine besondere Liebe für diese Oper ist begreiflich: Er war Socialist und ein sehr social empfindender Mensch. Neben seiner sehr anstrengenden Tätigkeit an der Oper leitete er noch in Breslau einen grossen Arbeiter- Sängerchor. In Amsterdam, wohin er vor Hitler flüchtete, war er als Komponist, Musikforscher und Dirigent bekannt und geschätzt. Er erhielt zwei Mal den amerikanischen Emst Bloch-Preis und ein Stipendium für die Arbeit an einer Opemkomposition. Ihm sind wichtige Funde musikalischer Dokumente gelungen. Er hat es auch unternommen, umfangreiche Fragmente der Bibel mit ihren aus dem dritten und vierten Jahrhundert stammenden Geangszeichen in die heutige Musikschrift umzusetzen. Die verdienstvolle Tätigkeit Hans Kriegs wird unvergessen bleiben. Gross ist die Zahl der Freunde, die mit der Familie um ihn trauern als einer liebenswerten Persönlichekit, die der Musik bis zuletzt ergeben blieb. J. S. Der allen ehemaligen Breslauer Musikfreunden bekannte Musikreferent, unser Mitglied Dr. Paul Riesenfeld, Givatajim, Gvulothstr. 2 teilt uns mit: Mein Buch „Politik und Musik — Von grossen Zeitaltern zu kleinen Gleichschaltern” kostet im Israelischen Buchhandel geb. IL. 4.25, broschiert IL. 3.— Ich überlasse es Mitgliedern des Verbandes ehemaliger Breslauer zu IL. 1.50 bzw. IL. 1.— und bin bereit, antiquarische Exemplare, soweit noch vorhanden, gratis abzugeben. Wahres Geschichtchen Zwischen dem liberalen Breslauer Gemeinderabbiner Dr. Vogelstein und dem konservativen Gemeindevertreter Dr. I. Schlesinger entstand eine Meinungsverschiedenheit über die Frage, ob bei der Einweihung des neuen Tempels am Anger die Orgel oder ein Harmonium gespielt habe. Während Dr. Schlesinger Beweise dafür erbrachte, dass der damals amtierende Rabbiner Tiktin sich geweigert habe, in einer Synagoge zu sprechen, in der ein spezifisch christliches Kircheninstrument gespielt wird, und man deshalb bei der Feier ein Harmonium benutzte, erbrachte Dr. Vogelstein den Gegenbeweis, dass doch die Orgel gespielt habe. Der Streit wurde schliesslich zu einem erbitterten Duell mit der Feder in der Form von „Offenen Briefen”, die jeden Freitag in der „Jüdischen Zeitung für Ostdeutschland”, erschienen. In der heiteren Purimecke dieser Zeitung, die von unserem unvergesslichen Isak Plessner redigiert wurde, legte er die Lösung dieser strittigen Frage in den Mund eines alten Ostjuden, der meinte: „Es wed san gewen a Klavier, wus hot geblusen! ” Ilse Dombrowski Luz Mayer, jetzt Buenos Aires, möchte ehemalige Mitschüler aus dem Johannesgymnasium treffen und wird am 17. April in Tel-Aviv sein. Näheres durch die Geschäftstelle des Verbandes, 4, Lord Byron St.