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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1962-01-01 · No. 3 (1962) · p. [Seite]

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1962
Issue
No. 3 (1962)
Date
1962-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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SUCHANZEIGEN Wer weiss etwas Näheres über den Tod von Rechtsanwalt Dr. Alfons und Edith Lasker? Dr. Lasker ist mit seiner Gattin Edith zusammen im April 1942 ins K.Z. deportiert worden, und von dort nicht mehr zurückgekehrt. Gibt es noch überlebende Zeugen, welche mit Dr. Laskers im KZ zusammen waren und wissen, auf welche Weise sie ums Leben kamen? Wer Näheres weiss, wird dringend gebeten dies entweder an das Institute of Documentation in Israel, Haifa, 15 Arlosorofst. P.O.B. 4950 oder an die Geschäftsstelle des Verbandes ehemaliger Breslauer, Tel Aviv, 4 Lord Byron St. mitzuteilen. „Zeugen aus Breslau werden gesucht, die während der Nazizeit in den Jahren 1938—1945 aus Breslau von der Gestapo in Arbeitslager, resp. KZ oder Vernichtungslager deportiert wurden und die sich an den Chef der Gestapo in Breslau, Regierungsrat Dr. Emst Gerke, sowie an seine beiden Mithelfer, Kriminalassisten Alfred Hampel und Hermann Fey .erinnern können, die an der Aussiedlung von Juden aus Breslau aktiv beteiligt waren. Die drei genannten Gestapo-Funktionäre befinden sich in West-Deutschland auf freiem Fuss. Mangels von Zeugen können sie vorläufig nicht zur Verantwortung gezogen werden. Allfällige Zeugen werden gebeten, ihre Adressen dem Institute of Documentation in Israel for the Investigation of Nazi War Crimes Haifa, P.O.B. 4950 mitzuteilen, welches sich daraufhin mit der Obertaatsanwaltschaft in Essen in Verbindung setzen wird. Wer kann etwas über Hermann Schäumer, Breslau, Feldstrasse, zuletzt Herbert Welkischstr. Vertreter von Spirituosen, aussagen? Nachrichten erbeten an die Geschäftsstelle unter Kennwort: Schäumer, Magen Michal, D.N. Chof Hakarmel. Das Landgericht Darmstadt, 2. Entschädigungskammer sucht Zeugen, die Angaben machen können, ob Clara Goldmann, geb. Weinmann, geb. 21.9.1902 angeblich in Liegnitz Josef Goldmann, geb. 1896 in Lancut (Polen) Luise Goldmann, geb. 23.2.1926 in Liegnitz(?) Moses Goldmann, geb. 26.11.1930 in Liegnitz(?) bis kurz vor Kriegsausbruch 1939 in Liegnitz, LindenstrJ?) oder ähnlich gewohnt oder in Liegnitz gelebt haben. Josef Goldmann hatte angeblich ein Galanteriewarengeschäft und Textilwaren, das er wahrscheinlich von der Wohnung aus betrieben hat, kein offner Laden. Angaben an die obige Kammer oder an die Geschäftsstelle des Verbandes Tel Aviv, Lord Byron St. 4 erbeten. Spesen werden vergütet. Wer weiss etwas über: Jacob ,Salo und Sara (Salka) geb. Keins aus Gleiwitz, Wilhelmstr. 2 oder Schillerstr. 9 und über ihr Haus in Brückenberg i/R. Haus Hilde, Inhaber von Gebr. Barrasch, Gleiwitz und deren Tochter & Schwiegersohn Hans & Hertha Heumann, deren Tochter Anita. Letzte Adresse: Berlin-Halensee Schweidnitzerstr. 8 Auskunft erbeten von ihrem Neffen Edgar Lax, London, an die Geschätfsstelle Tel Aviv, 4 Lord Byron St. die wirtschaftlichen und Wohnverhältnisse der Eheleute Chiel und Bella I n f e 1 d, früher Breslau, Museumsplatz, vielleicht auch Wäschegeschäft von Bella Infeld, Breslau, Viktoriastr. 42/44. Für jede Art von Mitteilungen wäre ihre Tochter Ruth, jetzt verheiratete Desperak herzlich dankbar. (Nachrichten an den Verband unter Kennwort: Alberti). Dr. Rosenbaum, Jurist, und dessen Schwester Susanne Rosenbaum früher in Danzig, jetzt angeblich in Israel (Kennwort: Roael Sleffen-Hamann). Paul Glogowski, geb. 22.1.1898(?) aus Breslau, Höfchenstr. 80, zuletzt in Warschau wohnhaft, und seine Schwestern Ruth Müller und Minni Kreuzberger (Kennwort: Frieda Josephy, Berlin- Reinickendorf). den Ofensetzermeister Eduard I s a a c, geb. am 14.10.1885, letzter Wohnsitz in Breslau, Holteistr. No. 46. Das Unternehmen befand sich Friedrichstr. 21 (Kennwort: George Cohn für Charlotte Ritter geb. Isaac). Levy, Inhaber einer Weingrosshandlung in Breslau. Nähe Postscheckamt. Familie Heidermann, Cafe und Conditorei am Freiburger Bahnhof in Breslau (Kennwort: Ritter-Ata), Marin Levy & Ehefrau Regina, Kinder Franz & Grete, Breslau, Zimmerstr. 5 zuletzt Theaterstr. (Kennwort: Münchener Jüd. Nachrichten). die Familie der Gebr. Prager, die viele Jahre ein Damenkonfektionsgeschäft in Breslau Meine Studienjahre in Breslau am Jüdisch- Theologischen Seminar, in den Jahren nach dem ersten Weltkrieg gehören zu den glücklichsten Jahren meines Lebens. Über Breslau selber, über das Seminar, über die Vielfältigkeit des jüdischen Lebens dort ist schon manches geschrieben worden. Ich möchte aus der Fülle meiner persönlichen Erinnerungen nur einiges herausgreifen, vor allem unsere Tätigkeit als Lehrer, neben unserm Studium am Seminar. Wir Seminaristen waren als Lehrer an den Religionsschulen der Gemeinde und als „Religionslehrer” an den höheren Schulen beschäftigt. Ich selber nach bestandenem Doktorexamen als „akademischer Religionslehrer” angestellt; ich hatte Unterricht an der Augusta-Schule für Mädchen und an der Gerhart-Hauptmann-Oberrealschule für Jungens zu geben, ausserdem an dem von der Gemeinde eingerichteten Nachmittags-Unterricht an der Urning-Schule. Ich denke zunächst an meine Kollegen zurück, an meine Freunde vom Seminar, die gleich mir unterrichteten, an die Rabbiner, die dem Religions-Unterricht vorstanden und vor allem an einen älteren Freund, der vielen Breslauern unvergesslich sein wird, der eine Reihe von Generationen unterrichtet hat, Max Schoenfeld. Er war viel älter als wir, Vorsteher der Synagoge am Anger, Lehrer in den Religions- und höheren Schulen, der beste Freund der Seminaristen, der ihnen in jeder Hinsicht zur Seite stand. Mit ihm verband mich eine innige Freundschaft ,lange noch, nachdem ich Breslau verlassen hatte, und meine Erinnerungen an meine Breslauer Zeit sind auf das engste mit seinem Namen verknüpft. Er gehörte zur älteren Generation aber er verstand, dass die jüngere Generation der Seminaristen, der zukünftigen Rabbiner, neue Wege einschlug. Denn der Unterricht, den wir gaben, war mehr als Unterricht in „Religion”; wir versuchten, religiöses Gefühl und die Ehrfurcht vor dem Grossen und Heiligen zu erwecken, aber darüber hinaus erzogen wir die Kinder zu bewussten Juden. Ich erinnere mich heute noch mit Freude dieser Zeit meiner Lehrtätigkeit, die mir zum Teil die Grundlage zu meiner späteren pädagogischen Tätigkeit hier im Lande gegeben hat. In den 2 Wochenstunden, die wir an den höheren Schulen unterrichteten, gaben wir den Kindern ein Wissen vom Judentum und flössten ihnen Stolz auf ihre Zugehörigkeit zum jüdischen Volke ein. Der Geschichtsunterricht eröffnete vor ihnen ganz neue Aspekte des jüdischen Lebens. Schon damals versuchten wir, nicht nur eine am Ring hatten. Eugen Prager und Frau wurden 1942 von Berlin aus nach dem Osten verschickt und kamen wohl dort ums Leben. Klara P., Schwester von Eugen P., verheiratete Weglein, und deren Sohn Willy(?) ist vielleicht noch am Leben. Wo? (Kennwort Prager-Pragai). Emil Bielski aus Festenberg CSchl., geb. 5.6.1869 in Kobylagora (Heideberg) Kreis Schildberg (Posen). Seine letzte bekannte Adresse war Breslau, Freiburgstr. 32(?) Mitteilungen über Deportation, oder Tod in Breslau, werden erbeten an Ch. Bilski Tel Aviv, P.O.B. 2057. Frau Margot Schneemann geb. Schneebom(?) (von Dr. Brilling). Ismar P a k u 11 a, der angeblich bis zu seiner Deportation Kantor und Religionslehrer an der Rel. Unt. Anst I war und beim Hilfsverein in der Wallstr. gearbeitet haben soll. Wer weiss, (Fortsetzung auf Seite 9) Leidens- und Literaturgeschichte zu geben, sondern die sozialen, nationalen und ökonomischen Faktoren hervorzuheben. Im Mittelpunkt des Unterrichts stand die Bibel. Wir benutzten die deutsche Übersetzung, aber auch mit ihr gelang es uns, die Gedanken und die Schönheit der biblischen Berichte, die Tiefe der Propheten und der Psalmen den Jugendlichen nahe zu bringen. Wir fühlten den Mangel an hebräischem Wissen, und bevor noch das Lernen des modernen Hebräisch üblich war, brachten wir den Schülern in methodischer Weise die Grundlagen der hebräischen Grammatik und des biblischen Hebräisch bei. Es bereitet mir eine gewisse Genugtuung, wenn ich hier im Lande von ehemaligen Schülerinnen höre, dass das, was sie damals gelert haben, ihnen Grundlage für die Erweiterung ihres Wissens hier war. Auch im Gebetsunterricht versuchten wir, neue Wege zu gehen, aus der Kenntnis der Sprache in den Geist und in den historischen Hintergrund der Gebete einzudringen, unsere Überlieferungen und Feste den suchenden Jugendlichen nahe zu bringen. — Ich glaube, dass diese Jahre in vielen Schülern die Grundlage ihres jüdischen Bewusstseins gelegt haben, wohin sie später immer auch ihr Weg führte. Die Beziehungen zwischen den Schülern und uns beschränkte sich nicht auf die Schulstunden. In privaten Zirkeln wurde die Bibel gelesen, wurde die hebräische Sprache gepflegt, wurden alle Probleme des jüdischen Lebens diskutiert. Durch die Kinder kamen wir in Beziehung zu den Eltern, die dadurch auch mit einer neuen Art jüdischen Lebens und Bewusstseins in Verbindung kamen. — Es sind beinahe 40 Jahre seit dieser Zeit vergangen, aber sie steht lebendig vor meinen Augen. Oft dachte ich damals: was könnten wir erreichen, wenn wir in einer hebräischen Atmosphäre lebten, wenn unser Unterricht nicht auf 2 Stunden in der Woche beschänkt wäre, wenn wir den vollen Gehalt einer hebräischen Schule auf unsere Kinder wirken lassen könnten. In jenen Jahren wurde die jüdische Schule in Breslau begründet, an der ich selber nicht lehrte. Aber alles, was wir in dieser Hinsicht damals erträumten, hat sich hier im Lande verwirklicht. Ich selber darf hier eine Schule leiten. Das, was ich in Breslau lehrend gelernt habe, steht mir noch heute bei, und manchmal scheint es mir, dass wir in unser Land manches übernehmen könnten, was damals unsere Herzen erfüllte, — M. ELK-Haifa Erinnerungen eines Religionslerers an Breslau

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