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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1961-01-01 · No. 2 (1961) · p. [Seite]

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1961
Issue
No. 2 (1961)
Date
1961-01-01
Page
[Seite] (sequence 2978)
Language
German
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Ludwig Marcowics zum 90 Geburtstage In einem kleinen Heftchen, das die Personalien der Mitglieder des Gemeindevorstandes der Breslauer Gemeinde enthält, steht bei dem Namen Ludwig Markowicz als Geburtstag verzeichnet: 23. 9. 1871. Demnach begeht unser Freimd in diesen Tagen seinen 90. Geburtstag. Sein Leben in einem kurzen Zeitungsartikel darzustellen, ist ein unmögliches Unterfangen. Nur einige Züge seien herausgegriffen: Ein Kaufmann von ausserordentlicher Begabung, der es verstand, seinem Kinderkonfektionsbetrieb Weltruf zu verschaffen; ein Zionist in idealer Bedeutung dieses Wortes; wer erinnert sich nicht, mit welcher Hingabe Markowicz für den Keren Hajessod und — in enger, freundschaftlicher Verbindung mit den gesetzestreuen Kreisen der Gemeinde — für die jüdische Schule gekämpft und geworben hat, wie keine Stunde zu früh und keine zu spät war, um die Trägen und Unwilligen, die die Zeichen der Zeit nicht verstehen wollten, aufzurütteln und sie an die Erfüllung ihrer Pflicht gegen Volk und Gemeinschaft zu mahnen —, und als höchstes — ein Wohltäter seiner Mitmenschen, wie wir sie heute leider nur so selten finden. Wer hat nicht schon von den vielen Fällen in der früheren Heimat und hier im Lande gehört, in denen verzweifelte Menschen zu ihm kamen und ihn um Hilfe baten. In aller Stille verhalf er Menschen zu einer Existenz, nicht nur einmal, sondern ihre Sorgen blieben seine Sorgen, bis sie festen Boden unter den Füssen hatten. Er gab über das Mass seiner Kräfte, um die gleiche Forderung auch an andere stellen zu können, ein wahrer „Chassid” nach den Sprüchn unserer Väter (V, 13). Askara für Rabbiner Dr. Simonsohn (Schluss von Seite 2) henden Verbandes ehemaliger Breslauer gegründet. Der Leiter der Versammlung teilte mit, dass schon vor 15 Jahren in Kfar Noar Dati einem religiösen Jugenddorf bei Haifa eine Bibliothek auf den Namen von Rabb. Simonsohn gegründet worden wa.r Der Senior der ehemaligen Breslauer Herr Ludwig Marcowitz regte an, diese Bibliothek zu erweitern. Er stiftete selbst einen grösseren Betrag und bat die Anwesenden sich an der Sammlung zu beteiligen. Spenden hierfür sind zu richten an Ludwig Marcovitz, Haifa-Achusa, Moriastr. 131a. Herr Marcovitz wurde zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Als aktive Vorstandsmitglieder wurden gewählt: Valerie Altmann, Hans Goldschiener, Dr. Natan Hoff mann, Max Kochmann, Ludwig Löwenberg, Joachim Luft, Fritz Neufeld, Victor Porat (FOrder), Dr. Else Rabin, Richard Wendriner. Es meldeten sich zwar sofort eine Anzahl neuer Mitglieder, die Beiträge sowie eine Spende für die „Simonsohn-Bibliothek” zeichneten und sich hierdurch mit den Zwecken und Zielen des Verbandes einverstanden erklärten, aber es fehlen immer noch eine grosse Anzahl ehemaliger Breslauer, die in Haifa und Umgebung wohnen. Wir bitten daher dringend edle ehemaligen Breslauer der Haifa-Bucht um Aufgabe ihrer Adresse und ihren Beitritt zur Ortsgruppe, damit wir in den Stand gesetzt werden unsere sozialen Arbeiten aufzunelimen und das Werk der Nächstenüebe, welche für die ehemaligen Breslauer sprichwörtlich war, auch hier fortzusetzen. Beitrittserklärungen sind zu richten an Ludwig Löwenberg, Haifa-Achusa, Kirial Sefer 25. Bei all diesem ist unser Jubilar von einer unsagbaren Bescheidenheit und dabei von einem unbeugsamen Lebensmut erfüllt. Wer ihn in seinem kleinen Zimmer in Achusa besucht, in dem er seinen Haushalt noch heute selbst besorgt, wird immer von ihm hören, dass er der glücklichste Mensch auf Erden ist. Es war ihm, wie nicht vielen, vergönnt, die Erfüllung seiner Ideale mitzuerleben und sich daran zu freuen. Gebe ihmi ein gütiges Geschick noch viele Jahre in körperlicher und geistiger Frische im Kreise seiner Kinder, Enkel und Urenkel und aller seiner Freunde, die seiner in Liebe und Verehrung an diesem Tage gedenken.! ÜHWV1 HNO TV D. F. Stiftung Gemeinderabbiner Dr. Hoffman *3"! Der Vorstand des Verbandes ehemaliger Breslauer hat in Gemeinschaft mit den Kindern unseres unvergesslichen ehemaligen Gemeinderabbiners Dt. Moses Hoffmann s. A. beschlossen, eine Stiftung auf seinen Namen einzutragen. Es soll möglichst ein Zimmer in unserem Altersheim auf seinem Namen benannt werden. Hierfür sind gezeichnet von Dr. Nathan Hoffmann, Kfar Noar Dati (Israel) IL. 250.— Dr Wilhelm Freyhan, Tel Aviv, 1. Rate IL. 250.— Da die Stiftung erst am letzten Tage vor Druck dieser Nummer beschlossen wurde, konnten wir noch keine weiteren Zeichnungen entgegen nehmen. Wir bitten alle ehemaligen Gemeindemitglieder uns recht bald wissen zu lassen, welchen Betrag sie zeichnen — die Beträge können in Raten innerhalb eines Jahres bezahlt werden — damit wir wissen, ob wir ein Zimmer der ersten 4 Wohnungseinheiten auf den Namen unseres verehrten Gemeinderabbiners nennen können. Wir gratulieren herzlich: unserem lieben Veteran aller Breslauer, dem rührigen langjährigen Dezernenten des Wohlfahrtsamtes der Breslauer Gemeinde und Mitglied des Vorstandes der Synagogen Gemeinde Breslau, sowie Mitbegründer unseres Verbandes LUDWIG MARCOVITZ in Haifa-Achusa, Moria Str. 131a, der am 23. September d.J. s.G.w. sein 90. Lebensjahr vollendet. Die Bedeutung dieses besonderen Mannes würdigen wir an anderer Stelle dieser Zeitung. Ferner gratulieren wir: dem bekannten ehemaligen Breslauer Pianisten und Künstler, Prof. MAX AUERBACH, Bad Homburg v.d.H. Georg Speyerstr. 7 zu seinem 90. Geburtstage. Unserem verehrten Mitgliede Frau Martha Krieg geb. Posner Haifa-Achusa, Michalstr. 1. (Elternheim), die in diesem Sommer ihren 85. Geburtstag in körperlicher und geistiger Frische im Kreise ihrer Kinder, Enkel und Urenkel feiern konnte. Herrn Salo Perle. Tel Aviv, Jizchak Levy Str. 26, der ebenfalls in unveränderter Jugendlichkeit vor kurzem seinen 80. Geburtstag feiern konnte. Am Chaul Ha Moed Sukkoth vollendet auch Herr Willi Gluskinos Tel Aviv, Ruppinstr. 6 s.G.w. sein 80. Lebensjahr. Herr Gluskinos sowie sein Vetter Herr Perle entstammen der alten angesehenen Breslauer Familie des „Dyhernfurther Raw”, der im 19. Jahrhundert mit seiner Famlüe von dem nahen Dyhernfurth nach Breslau kam. Herr Gluskinos gehörte viele Jahre der Ritualkommission der Breslauer Gemeinde an. Als gegen Ende des Jahres 1938 der Zusammenbruch der Gemeinde erfolgte, sprang er — nachdem der grösste Teil der Vorstandes bereits ausgewandert war — hilfsbereit in die Bresche und sorgte besonders innerhalb der Beerdigungsverwaltung der Gemeinde in bekannter Selbstlosigkeit für die religiösen Belange — ehe ein brutales Naziregiment die Gemeinde völlig vernichtete. 1939 gelang es auch ihm, noch nach Holland zu flüchten, von wo aus er später in Palästina einwanderte. Hier widmet er sich noGh heute der echten „Gemillus Chessed”, dem Beerdigungsdienst und wir können nur wünschen, dass er noch lange Zeit in Gesundheit seine jüdischen Pflichten erfüllen kann. Und als „Jüngsten” unserer Jubilare haben wir noch nachträglich unsere liebe Dr. Bertha Badl-Sirauss (Shrevewort, (LA.), 134 East Columbia) zu feiern, die vor einiger Zeit ihren 75, Geburtstag begehen konnte. — Wir brauchen sie nicht erst vorzustellen. In der literarischen Welt ist ihr Name zur Genüge bekannt. Und von ihrer geistigen Frische zeugen ihre Erinnerungen, die sie in unseren heutigen Mitteilungen an anderer Stelle veröffentlicht. Wenn ihr auch körperlich ein schweres Los beschieden ist, so versteht sie es doch, dieses nicht nur mit Würde zu tragen, sondern sie weiss auch trotz aller Beschwerden dem Leben jenen hohen Wert zu geben, der alle geistigen Menschen und die Mitglieder der alten Breslauer Familie Badt im besonderen auszeichnet. Denn — obwohl die Badts aus der Provinz Posen kamen, wie uns Bertha heut so schön erzählt und obwohl sie selbst einen grossen Teil ihres Lebens in Berlin zubrachte — sie ist Breslauerin und unsere Bertha Badt geblieben! Allen unseren Jubilaren nochmals herzlichst:! nnwyi rmn __________ Seit dem Erscheinen unserer letzten Nummer haben wir wiederum den Heimgang einiger Mitglieder zu beklagen, denen wir ein ehrendes Andenken bewahren werden: Albert Bergmann, Haifa. Benno Golinski, Rischon Le Zion. Dr. Josef Markus, Ramal Gan. Frau Ruth Prinz, Moledeth. Erika Tworoger (Chanah Cohn) Jerusalem. Sie alle gehörten unserem Verband seit seiner Gründung an und haben unsere Ziele gefördert. HJU“) |7HS |

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