Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1961
- Issue
- No. 2 (1961)
- Date
- 1961-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2977)
- Language
- German
- Belongs to
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UNSER ALTERS Seit unserem Bericht in. der Pessach Nummer ist die Arbeit zur Errichtung eines Älterenheimes des Verbandes ehemaliger Breslauer in Israel erheblich fortgeschritten. Dank der Hilfsbereitschaft unserer ehemaligen Breslauer aus allen Zonen der ganzen Welt sind weitere Beträge eingegangen, die es uns ermöglicht haben, bereits die ersten positiven Schritte zur Realisierung unseres grossen Vorhabens zu unternehmen. Da ein solches Unternehmen naturgcmäss nicht von uns allein getragen werden kann, da hunderttausende von Dollar hierzu nötig sind, haben wir Verhandlungen mit dem „Women’s Social Service” in Israel aufgenommen, der wieder den Bau eines Heims in Angriff genommen hat und bereit ist, uns gegen eine entsprechende Summe einen Trakt desselben als „Älterenheim des Verbandes ehemaliger Breslauer” zu überlassen, wobei wir alle Vorteile der Heime des Women’s Social Service gemessen. Wir hoffen auf diese Weise noch in diesem Jahre mit den ersten 4 Wohnungseinheiten beginnen zu können und werden diese von Jahr zu Jahr je nach Grosszügigkeit und Freigiebigkeit unserer ehemaligen Breslauer dergestalt erweitern, dass wir immer wieder weitere 4 Wohnungseinheiten hinzufügen können. Der Bauplan sowie die Lage des Baues lässt diese Erweiterung zu. Auf diese Weise werden wir nicht nur den Lebenden nützen, sondern auch ein Werk schaffen, welches das Andenken an unsere ehemalige Heimatsgemeinde Breslau für alle Zeiten bewahren wird. Ihr danken wir unsere jüdische und kulturelle Erziehung. In ihrer Erde sind unsere Eltern und Altvordern zur ewigen Ruhe bestattet. Statt der toten Grabpflegestiftungen, wie wir sie frü- Dr. JOSEF MARCUS *.A. Der Mitbegründer und Vorstandskollege unseres Verbandes Dr. Josef Marcus verschied am 1. Juli nach schwerer unheilbarer Krankheit. Man bedauert den Tod dieses liebenswerten Menschen, dem es nie darum ging, sich in den Vordergrund zu stellen, dem das „Dienen an der jüdischen Sache” selbstverständliche Lebensaufgabe war. Viele Stationen kennzeichnen diesen graden zionistischen Weg, von dem er niemals abwich, sei es in jungen Jahren beim „Blauweiss”, sei es in seinen Regierungsämtem, wo er ein Vorbild an Tüchtigkeit war, und sei es im jüdischen Lande, wo er zionistischen Ideen und Zielen weiter die Wege ebnete und dem jungen Staate von höchstem Nutzen war. Alles, wofür er sich mit seinem warmen Herzen kraftvoll einsetzte, hat er mit Freude gemacht und vor den schwierigsten Aufgaben ist er nicht zurückgeschreckt. Vielen Menschen war er Helfer und Vorbild und wo er Notstände sah, griff er von selbst als Freund tatkräftig ein. Der Malerei und der Musik besonders zugetan, war er eine künstlerische Persönlichkeit, jeden bereichernd, der dafür Sinn hatte. Ein grosser Mensch ist dahingegangen und die Erinnerung bleibt an erlebnisreiche Stunden, die er mit seinem Geist, seinem gütigen Menschentum und dem hohen Adel seiner Persönlichkeit ausfüllte. Der Gattin, Käte Ephraim- Marcus, und den Kindern sei voller Teilnahme die Hand gedrückt. Möge es ihnen ein Trost sein, einen solchen Lebenskameraden und Vater besessen zu haben. Julius Sachs. her führten, werden wir mit den gleichen Geldopfern den Lebenden und so einem zweifachen Zweck dienen. Geldsendungen können aus allen Ländern überwiesen werden an die Bank Leumi in Tel- Aviv (Israel), Branch Trumpeldor, Ben Yehuda Road 17, auf das Konto des „Verbandes ehe- Am 20. Ijar dieses Jahres jährte sich der 25. Todestag von Rabbiner Dr. Simonsohn. Aus diesem Anlass fand in Haifa eine Gedenkfeier statt, die von über 200 Menschen besucht war. Diese starke Anteilnahme allein beweist, was Raw Simonsohn vielen gewesen ist, die den Zauber seiner Persönlichkeit auch nach 25 Jahren nicht vergessen haben. Herr Rechtsanwalt Dr. Grzebinasch eröffnete die Versammlung und gedachte in seinen einleitenden Worten der ehemaligen Breslauer, die durch die Nazis umgekommen sind. Der erste Redner des Abends, Herr Arje (Lutz) Gradenwitz, ein ehemaliger Schüler von Rabbiner Simonsohn, führte etwa folgendes aus: Trotz der 25 langen und schweren Jahre der Umwälzungen und Erschütterungen im Leben jedes einzelnen seit Raw Simonsohn *3”2ir von uns ging, sind wir doch keineswegs nur zu einer Stunde pietätvoller Erinnerung an ihn zusammengekommen, sondern um uns erneut bewusst zu werden, wie sehr er in uns fortlebt. Bei jedem p'TVgilt das Wort D"n D'filp DIUUM D'p'TS und weit mehr bei ihm, der seinen Schülern wies, wie und wofür zu leben und zu. käm.pfen es lohnt. Wir sollten dies Vorbild gerade während der vergangenen 25 Jahre nötig haben. Mit seiner glühenden Liebe zu ’”N zeigte er dabei seinen Schülern nicht nur einen sinnvollen Lebensweg sondern vielen von ihnen hat er damit das Leben erhalten. Wie häufig bewies er es uns, was es heisst Gefahren und Rückschlägen zu trotzen, ohne den Mut zum Weiterkämpfen sinken zu lassen, oder nur das stets freundliche Lächeln zum Gruss aufzugeben. Selbst die Fernstehenden fühlten sich an seiner Persönlichkeit angezogen. Sein unbegrenzter Einsatz für alles, was ,_N und min religiöse jüdische Erziehung, das jüdische Schulwerk und Gemeinde anbelangt, lehrte seine Unermüdlichkeit und Mut im Kampf dafür kennen, der allen eben*) ermutigend wie mahnend vor Augen blieb. Ihm selbst erwuchs aus dem Munde der Kleinen und Kleinsten eine Macht s. u. wie es auch auf dem Motto der jüdischen Schultelegramme hiess, das er in seiner Bescheidenheit nicht auf sich bezog: Dank dessen, was er für seine Schüler wirkte, wurde ihm eine grosse Anhängerschaft. Dieser gab er im Sinne des Mottos eine Feste der Geborgenheit, deren Bausteine sich aus dem täglichen Zusammensein mit seinen Schülern zusammensetzte. Beim Lernen und auf der Strasse, wo man zwar consequent nur den kleinen Finger erhielt, wusste man doch, dass einem sein ganzes Herz gehörte. Und wenn man zum Abschied als nur „gute Besserung” gesagt bekam, so deutete dies scherzhaft doch bestimmt seinen Wunsch an, keine Anstrengungen zu scheuen, um nach stets besseren Leistungen im Leben zu streben. So war auch das Hl Ul 311) -Lernen weit über den Rahmen gemeinsamer Lernstunden jedem 11? MD» D’^1? »fl» HEIM maliger Breslauer’’ (Dr. Wilhelm Freyhan) oder per Scheck an dessen Adresse: Tel Aviv (Israel), Lord Byron St. 4. Alle Einzelheiten und Mitteilungen sind ebenfalls an die letztere Adresse zu senden. An die gleiche Adresse können schon jetzt Bewerbungen — jedoch nur schriftlich — gerichtet werden. zum unvergesslichen Erlebnis und Beispiel echter rilSö bv nnaw geworden. Mit dieser Art ungezählter Bausteine blieb Rabbiner Simonsohn jedem nahe und eine Persönlichkeit, zu der er mit Verehrung aufblickte. So wirkt er heute noch in uns, eine Quelle an Kraft, die jetzt noch Schüler und Freunde vereinigt. Das Leben, das er uns vorlebte, bleibt uns als Vorbild. : Frau Dr. Rabin, die zweite Rednerin des i Abends, zeichnete die Persönlichkeit von Dr. j Simonsohn, die durch seine Lehrer am Breslauer Rabbinerseminar, insbesondere durch Prof Israel Levy, dem Seminarrabiner, sehr stark beeinflusst wurde. Dann schilderte sie die Atmosphäre die in der Breslauer Gemeinde herrschte. Die j liberale Mehrheit in der Gemeinde war weder der religiösen noch der nationalen Auffassung Simonsohns günstig gesinnt und trotzdem blieb Simonsohn seiner Überzeugung treu und wagte es von der Kanzel aus über Erez Israel und die neuhebräische Literatur zu sprechen. Schliesslich zitierte Frau Dr. Rabin aus dem letzten wissenschaftlichen Aufsatz Dr. Simonsohns, der nach seinem Tode in dem Sammelwerk „Jüdisches Fest Jüdischer Brauch”, erschienen ist. \ Der Aufsatz über „Trauervorschriften u. Trauerbräuche” betont einige der Grundmotive in J der Auffassung Simonsohns: Der Zusammenhang I des Juden mit Erez Israel und die Gleichheit 1 aller, wenigstens im Tode. j Darauf sprach der ehemalige Kantor der Gej meinde Breslau, Herr Janai (Janiak), das „El Mole Rachamim” Gebet.! Nach der offiziellen Feier, wurde in Haifa eine Ortsgruppe des seit 1958 in Israel bestej (Schluss auf Seite 3) WINTER früher B E U T H E N O/S. _f^uKi e *| MmmmA vtiTW/ V, f, 1 . Tel-Aviv, Schenkin 4. a Sheinkin 4 ■« nnü na» Askara für Rabbiner Dr. Simonsohn in Haifa und Gründung einer Ortsgruppe des Verbandes