Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1961
- Issue
- No. 2 (1961)
- Date
- 1961-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2976)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Ml VERBANDES EHE UND SCHLESIER JU[)Ar;a iw my>*T> i/TU MALIGER BRESLAUER IN ISRAEL ' GEGRUENDET 1958 (n 'tun) IN TEL-AVIV in »biy imN HEILUNGEN DES Brief Adresse: Dr. Wilhelm Freyhan, Tel-Aviv, 4 Lord Byron St. Zahlungen an: Emst Tauber, Beth Itzchak oder Dr. W. Freyhan, Tel-Aviv. Akiions-Comiie: Dr. William CSeew) Boss, Arthur Dombrowsky, Dr. Wilhelm Freyhan, Dr. B. Grzebinasch, Dr. Th. Rosenthal Tel-Aviv, Heinrich H. Cohn, Julius Sachs, Ernst Tauber, Beth Itzchak. Damen-Comiie: Anschrift: Ilse Steinitz-Dombrowsky, Tel-Aviv, Jean Jaures 4. r-Tig—Tr-üiT |, I - rV71i7STir.M.li-- l | lüiaiiYFri T.i ■--- —- srstun niuin uixn DER JÜDISCHE G’TTESDIENST Ein Wort zu den Hohen Feiertagen ... Im jüdischen G’ttesdienst könnte ein Ausgangspunkt geschaffen werden, von dem aus die jüdische Gesellschaft jene Kräfte sammeln kann, nach welchen gewisse, noch abseits vom überlieferten Judentum stehende Kräfte sich immer wieder bewusst oder unbewusst sehnen. Dies wäre ein Ausgangspunkt für die Erneuerung des Judentums, von der Buber und Leo Bäck und andere immer wieder reden eine Erneuerung des Alten — im Stil und Sinn der Tradition. Denn der traditionelle jüdische G’ttesdienst gibt vielfach Gelegenheit zu einer Erneuerung — des inneren Menschen. Das Meditieren. wie es der grosse Inder Gandhi genannt, die innere Betrachtung, das Nachdenken, das innere Sich-Sammeln, eben diese immer wieder einsetzende Erneuerung des inneren Menschen, der Seele, kann man zu jeder Zeit und bei jedem, jüdisch-traditionellen G’ttesdienst erleben — wenn man den Willen dazu hat. Ein Teil der Gebete, insbesondere das Hauptgebet, die Schmone-Esre (das Gebet der 18 Segenssprüche), das dreimal am Tage gesprochen und vom Vorbeter wiederholt wird, gibt hierzu Gelegenheit. Die Wiederholung soll den Juden zur besseren Konzentration führen, falls ihm diese beim leisen Gebet noch nicht gelungen ist. Da kann jeder Beter über alle seelischen Belange und übr transcendentale Dinge nachdenken und sich selbst zur Erneuerung vorbereiten. Ob es sich um Dinge handelt, die der Mensch mit sich allein abzumachen hat oder um Dinge seinem Nächsten gegenüber, ob es der g’ttliche, Frieden spendende Segen ist, den der Beter für sich und seine Familie erfleht oder der nationale Frieden für die Volksgemeinschaft — immer bietet sich auf Schritt und Tritt in der jüdischen Liturgie, wie sie die alte Tradition beinhaltet, ein Moment, das zu geistiger wie seelischer Betrachtung Anlass gibt. Ist doch das Gebet die wirksamste Form der Energie, die wir erzeugen können, wie Alexis Carrell richtig sagt. Der Einfluss des Gebetes auf die Seele und den Körper des Menschen lässt sich genau nachweisen. Er zeigt sich in erhöhter Elastizität, grösster geistiger Spann- (Aus: „Der Weg zum Judentum” von Wilhelm Freyhem, deutsche Ausgabe bei der Europäischen Verlagsanstalt — Frankfurt; französiche Ausgabe bei Albin Michel — Paris, englische Ausgabe bei Lineolns-Prager — London). kraft, moralischem Verantwortlichkeitsgefühl u. in einem tieferen Verständnis für den Nebenmenschen. Richtiges Beten führt zu einer richtigen Lebensführung. Beim jüdischen G’ttesdienst ist dem Menschen Gelegenheit geboten, nicht nur seine Seele vor G’tt auszuschütten, sondern auch alle seine eigenen seelischen Regungen zu betrachten — zu meditieren. Hierin liegt der Sinn der Gebete, die den Sinn des Lebens klären sollen. Letztlich wird der Glaube an den absoluten Wert der Menschenseele vor G’tt erlebt. Dankbarkeit gegen G’tt, Demut vor G’tt und den Menschen, Heiterkeit des Gemütes, Selbstbeherschung, Zufriedenheit und schliesslich Beglückung wird den Beter erfüllen, wenn er dem G’ttesdienst in der von den jüdischen Weisen, Eingeordneten Form in andächtiger Weise folgt... Mögen die Gebete, die an den kommenden Feiertagen von den Juden der ganzen Welt zum Allmächtigen empor gesandt werden, sich zum Guten erfüllen und allen Betern zur eigenen Befriedung dienen! ELTERNBILD Ich schlug mit gold’nenNägeln Als Kind mir ein das Bild, Altmodisch ist der Rahmen, Doch strahlt’s mir wundermild. Ein Ritter ist’s vom Geiste, Mit sonnigem Gemüt, Dem reine Menschenliebe - In seiner Seele glüht. Es ist ihm fest verbunden In Liebe eine Fee — Die Königin könnte neiden den Glanz ihr und die Höh’! Und wenn ich gar so stolz bin, Vorbilder, Eltern mein: Ich wünscht’, von Eurem Adel Mög’ etwas in mir sein! Clara Sachs (früher Breslau) gesi. Theresienstadt 1943. Wer erinnert sich nicht beim Lesen dieser Verse an seine eigenen Eltern und an seine Kindheit und würde gern sein Bestes opfern, könnte er noch einmal das Bild der Eltern in ihrer Lebendigkeit, in ungebrochener Jugendfrische und Gesundheit hervorzaubem! Allein jedes Leben wird nur ein Mal gelebt. Jedoch das Erleben unserer Lieben kann in der Erinnerung erneut werden, wenn wir es in dem Sinne unser Leben formen, wie sie es vielleicht gewünscht hätten und wenn wir unsere kleinen oder grossen Opfer ihrem Andenken widmen. Diesem Ziel soll unser „Goldenes Buch” dienen. Wir tragen alle Zeiten die Namen und sonstigen wichtigen Begebenheiten aus dem Leben unserer teuren Verstorbenen, die uns gemeldet werden, in unser „Goldenes Buch” ein, das in dem zukünftigen Altersheim ausliegen wird, sowie ihre Geburts- und Todestage, damit in der zukünftigen Synagoge des Heims jede Jahrzeit für alle Zeiten gehalten werden kann. Die dafür gestifteten Beträge werden aber unseren Lebenden, Eltern und Alten zu gute kommen, die im Altersheim einen sorgenlosen Lebensabend gemessen sollen, wie wir ihn für unsere Lieben gewünscht haben. Je schneller die Gelder eingehen, je reichlicher die Spenden fliessen, desto früher kann der bereits in Angriff genommene Bau fertig gestellt werden. Wer bald gibt, hilft doppelt! Jeder gebe nach seinen Verhältnissen und seinem eigenen Gewissen! Das Heim wird mit der Hilfe und Unterztützung aller ehemaligen Breslauer gebaut werden. DER SCHLESIER BRESLAUER NACHRICHTEN Die grösste schlesische Wochenzeitung in der Bundesrepublik Deutschlands erfreut sich einer zahlreichen Leserschaft auch im Ausland. Der monatliche Bezugspreis beträgt für die Ausgabe A mit zusätzlichen Seiten für die Breslauer Landsleute 2,25 Deutsche Mark. Ihre Bestellung erwEirtet: Verlag DER SCHLESIER RECKLINGHAUSEN, Postfach 1221 j