Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2004
- Issue
- No. 77 (2004)
- Date
- 2004-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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19 WWWWxÄW^XwlwÄtt'iSSS&SSSSwSÄit? Bibliographie zur Geschichte der Juden In Schlesien II (von Marcin Wodzinski, K.G. Saur Verlag, München, 2004) Als Rabbiner Dr. Leo Baeck s.A. nach dem Ende des 2. Weltkrieges aus Theresienstadt befreit wurde, erklärte er kategorisch: "Die Zeit des Judentums Deutschlands ist vorbei". Es gibt keinen besseren Beweis für diese Erklärung von Dr. Leo Baeck als die jetzt herausgegebene “Bibliographie zur Geschichte der Juden in Schlesien II". Wir hatten schon die Gelegenheit in unseren "Mitteilungen Nr. 60 (1996)" den ersten Band der "Bibliographie zur Geschichte der Juden in Schlesien I" zu besprechen. Der Unterschied zwischen dem ersten Band (herausgegeben von Margret Heitmann und Andreas Reinke) und dem 2. Band (herausgegeben von Marcin Wodzinski) fällt geradezu ins Auge. Das Judentum in Schlesien, und insbesondere in Breslau (die drittgrösste jüdische Gemeinde in Deutschland vor dem 2. Weltkrieg) hatte grossen Einfluss auf das gesamte Judentum in Deutschland. Das Rabbinerseminar in Breslau und die damit verbundene "Monatsschrift für die Wissenschaft des Judentums" waren Wegweiser für das Judentum in der ganzen Welt. Dieser Band der Bibliographie umfasst 3176 Titel, welche in 22 Sachkapitel gegliedert sind. Da Schlesien jetzt nicht mehr zu Deutschland gehört, enthalten diese Kapitel auch Material aus der jüdischen Presse nach 1945 und historische Forschungsarbeiten, die die schlesische jüdische Geschichte in Polen, der Tschechoslowakei und Deutschland behandeln. Die in der Bibliographie veröffentlichten Publikationen sind in sieben Sprachen verfasst: Deutsch, Englisch, Französisch, Hebräisch, Jiddisch, Polnisch und Tschechisch. Um die Bibliographie allen Lesern zugänglich zu machen, wurden die ursprünglichen Titel aus dem Hebräischen, Tschechischen, Polnischen und Jiddischen ins Englische übersetzt. Nach der Veröffentlichung des ersten Bandes der "Bibliographie" erschienen und erscheinen neue und wichtige Forschungen zur Geschichte der Juden Schlesiens, welche jetzt in den 2. Band aufgenommen wurden. Aber alles das gehört zur Vergangenheit der Juden Schlesiens. Heute existieren dort keine jüdischen Zentren, welche Einfluss auf die jüdische Welt haben. Jedes Kapiel behandelt, wie auch im ersten Band, eine bestimmte Sparte der Geschichte des Judentums Schlesiens. Jeder einzelne Titel ist nummeriert und enthält nur den Namen des Verfassers, den Namen und die Überschrift des Artikels oder der Forschungsarbeit und in welcher Zeitung, Zeitschrift, Antologie u.s.w. dieser erschienen ist. So kann jeder Historiker oder sonst Interessierte leicht ersehen, wo er das für ihn interessante Material finden kann. "Die Bibliographie zur Geschichte der Juden in Schlesien" ist ein würdiges Begräbnis einer verstorbenen Zeit, eine Zeit, in welcher jüdische Gelehrte aus Breslau und Schlesien lernten, lehrten und forschten und so die ganze jüdische Welt bereicherten. Heute bestehen die wichtigsten Zentren der Wissenschaft des Judentums in Israel und in Amerika und sie sind würdige Erben der ehemals so wichtigen jüdischen Zentren in Deutschland und insbesondere in Breslau und Schlesien, welche durch das barbarische Nazisystem vernichtet wurden. M.E. Awi-Achijah Palästinareise 1926 4. Tag Zunächst ein Gang durch das Judenviertel der Altstadt, wo wir verschiedene Synagogen kennen lernen wollten, aber zum Gottesdienst nicht mehr zurechtkamen, da wir lange geschlafen hatten. Es gibt in Jerusalem ca. 200 Synagogen, davon die beiden größten in der Altstadt, die Hurwa und die Chassidimsynagoge Nissimback. Die erste gehört der aschkenasischen Gemeinde und ist nach Art der deutschen Synagogen eingerichtet, nur viel schlichter, mit weißgetünchten Wänden, die oben mit Bildern, Ansichten von Jerusalem, primitiv bemalt sind. Die nach ihrem Erbauer benannte Nissimback- Synagoge ist über einem Wohnhaus errichtet und hat ein ganz hohes Dach, auf das wir heraufsteigen konnten. Die Aussicht war einzigartig: Zu unseren Füßen lag der Tempelplatz, man blickte über die ganze Altstadt, die Täler im Osten und Süden und die Ebene im Norden. Die Häuser, schon unten klein, wirkten von hier oben wie viereckige Bauklötze aus einem Kinderbaukasten; die Dächer waren meist nicht ganz flach, sondern hatten in der Mitte eine halbkugelartige Wölbung, waren auch vielfach hellblau angestrichen, da es ja dort im Sommer keinen Regen gibt. Straßen zeichneten sich nur vereinzelt ab, da sie auch zum großen Teil gedeckt sind und von oben wie Häuser wirken. Die Sonne lag hell über dem Ganzen, die weißen Dächer und der weite weiße Tempelplatz sahen strahlend festlich aus, und die vereinzelten hellblauen Farbflecke der Dächer und die große blaue Omarmoschee leiteten hin zu dem tiefen Blau des Himmels, der dem weißen Bild den farbigen Hintergrund gab. Es sah so unwirklich, so traumhaft schön aus, dass man Fortsetzung von Seite 15 das Dinghafte, die Gegenwart vergaß und sich nur zu gern der Phantasie überließ. Die Stadt veränderte sich, Königspaläste wuchsen empor, König Salomo mit der goldnen Krone, so wie ich ihn als Kind geträumt hatte, stieg die Treppen aus seinem Schlosse und ging auf den Tempelplatz und in den Tempel um zu beten. Am Nachmittag machten wir mit Vera einen Spaziergang um die Stadtmauer, von der NW-Ecke ausgehend, vorbei am "Neuen Tor", an einem großen französischen Kloster, das einem Palaste ähnlich sah und machten zunächst Halt am "Damaskustor", das mit seinen liebevoll gearbeiteten zierlichen Zinnen wohl das schönste Tor Alt- Jerusalems ist. Vor dem Tore ist der Schafmarkt, wo wir große Herden rot angemalter Schafe antreiben sahen, in sehr gemütlicher Gangart, der Araber hat ja soviel Zeit! Nicht weit davon liegt die Zidkiahöhle, jetzt ein alter Steinbruch, der eine unterirdische Verbindung mit dem Tempelplatz besitzt. Dann am Herodestor vorbei, bogen wir um die NO-Ecke und gingen nun in das Kidrontal hinunter, wo an dem Abhange gegen den Tempelplatz die mohammedanischen Friedhöfe liegen, gegenüber am Abhange des Ölberges die schon erwähnten jüdischen. Uns interessierte am Eingang der jüdischen Friedhöfe, die übrigens nur mit ganz niedrigen, gemauerten Steinzäunen umgeben sind, besonders das Grab Absaloms und das Denkmal Zecharja's. Das Denkmal Zecharja's liegt gleich daneben, sein Unterbau ist wie bei Absalom aus Felsen gehauen, aber nicht so schlank, und der Aufbau ist eine einfache Pyramide, so dass das Ganze viel massiger und kunstloser wirkt und von dem Grabmal des verwöhnten Königssohnes charakteristisch absticht. Aus dem Tale emporsteigend gingen wir den Weg um die Stadtmauer weiter, der an der SO-Ecke hart an die Mauer heranführt. Auf einmal gab es einen dumpfen Fall - ein Stein fiel dicht hinter uns auf den Weg, und dann noch einer und wieder einer. Glücklicherweise wurde niemand von uns getroffen; oben auf der Mauer saßen ein paar Araber und machten sich ein Nachmittagsvergnügen, indem sie die Spaziergänger mit Steinen bewarfen. Auf ihem Tempelplatz fühlten sie sich offenbar vor jeder Strafe sicher. Wir waren jedenfals froh, an der gefährlichen Ecke glücklich vorbeigekommen zu sein und gingen die Südmauer entlang, am Misttor und Zionstor vorüber bis zum armenischen Garten, wo wir den Sonnenuntergang prächtig beobachten konnten. Nach einer kurzen Streife durch das armenische Viertel, am Kloster vorbei, machten wir unsern Abendbesuch an der Klagemauer und gingen zum zweiten Sederabend nach Hause. Der Gottesdienst war schon werktäglich gewesen; denn in Palästina gibt es nur einen Sederabend. Pessach dauert auch nur 7 Tage. Seltsamerweise war das Oberrabbinat der Meinung, dass die Juden, die nicht dort zuhause sind oder sich ansässig machen wollen, die Feiertage wie im Galuth halten müssten. So veranstalteten wir denn mit dem Herrn aus China einen kleinen zweiten Seder, während die anderen Leute am Tisch uns ein wenig von oben herab ansahen, waren sie doch "Eingeborene", besser "Einheimische".