Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2004
- Issue
- No. 77 (2004)
- Date
- 2004-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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5 Gala-Dinner zu Ehren des Oberrabbiners des Staates Israel, Rabbiner Yohna Metzger in Berlin Berlin ist wieder ein Magnet jüdischen Lebens Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit: Die Bürgermeisterin von Berlin und Justizsenatorin, Karin Schubert, führt auf dem Gala Dinner zu Ehren des Oberrabbiners des Staates Israel, Rabbiner Yohna Metzger, am 29.2.2004 in Berlin unter anderem aus: "Wenn das religiöse Oberhaupt Israels nach Berlin kommt, dann ist das ein besonders guter Tag für unsere Stadt. Ich heiße Sie auch im Namen des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit, der heute leider verhindert ist, sehr herzlich in Berlin willkommen. Sie haben heute Nachmittag den Grundstein für ein neues Jüdisches Familien- und Bildungszentrum in Berlin (Münstersche Straße 5, Berlin-Wilmersdorf) gelegt. Es ist das erste dieser Art in Deutschland. Das macht uns besonders froh und auch ein wenig stolz. Denn es ist ein Glücksfall, dass die Stadt, in der einst der Terror geplant, in der Juden verfolgt, deportiert und ermordet wurden und in der eine blühende deutsch-jüdische Kultur ausgelöscht wurde - dass diese Stadt wieder zu einem Magnet jüdischen Lebens geworden ist. In Berlin gibt es wieder Synagogen, jüdische Bildungseinrichtungen, Buchläden sowie andere jüdische Läden und natürlich das Jüdische Museum, das inzwischen zu einer der größten Attraktionen Berlins geworden ist. Diese jüdischen Einrichtungen müssen sich nicht verschämt auf irgendwelche Hinterhöfe zurückziehen, sondern präsentieren sich stolz und selbstbewusst im Stadtbild. Wenn vom besonderen Flair Berlins die Rede ist, dann meinen wir damit auch das jüdische Leben in unserer Stadt. Wir wissen aber auch, dass jüdisches Leben in Berlin auf unseren besonderen Schutz und unsere besondere Solidarität angewiesen ist. Wir haben aus der Geschichte gelernt, dass man für Freiheit und Toleranz kämpfen muss. Wir dürfen nicht nachlassen im Kampf gegen Antisemitismus. Wir müssen couragiert einschreiten, wenn Juden diskriminiert und bedroht werden. Das ist gerade in dieser Zeit besonders wichtig, da sich der Antisemitismus heute mitunter hinter einer kritischen, aufgeklärten Maske tarnt. Doch wenn man daran rüttelt, wenn man einseitig Kritik an der Politik Israels gegenüber den Palästinensern hinterfragt, dann zeigt sich doch oft das altbekannte Gesicht des Antisemitismus. Wir müssen deshalb besonders wachsam sein. Naive Toleranz gegenüber intolerablen Haltungen darf es nicht geben. Wir dürfen Antisemitismus auch dann nicht dulden, wenn er aus dem Mund moslemischer Einwanderer stammt, die auf unsere Unterstützung bei der Integration in die deutsche Gesellschaft angewiesen sind. Integration ist wichtig und notwendig für die Zukunft unserer Stadt. Aber sie muss an Regeln gebunden sein. Da kann und darf es keine falschen Kompromisse geben. Nur, wenn wir als liberale, weltoffene Stadt Flagge zeigen, können wir den enormen kulturellen Schatz unserer Stadt dauerhaft bewahren. Und das betrifft ganz besonders den enormen Reichtum jüdischer Kultur in Berlin. Und diesen Reichtum mehren Sie, meine Damen und Herren, durch den Bau des Jüdischen Bildungs- und Familienzentrums. Sie schaffen einen Ort der religiösen Ausbildung und Einkehr, aber auch der Begegnung jüdischer und nichtjüdischer Berliner. Beides ist wichtig: Die Vermittlung jüdischer Identität und der offene Austausch mit Andersdenkenden oder Anders- Glaubenden. Das ist der Grundpfeiler einer religiösen und kulturellen Identität, die sich der Offenheit und der Toleranz verschreibt. Ich wünsche uns, dass das Jüdische Bildungs- und Familienzentrum zügig und unfallfrei gebaut wird. Und Ihnen, Herr Oberrabbiner Metzger, wünsche ich viele angenehme Begegnungen und Eindrücke in Berlin." "Die Mahnung", 1.4.2004 Abgestempelt Judenfeindliche Postkarten Eine Ausstellung im Museum für Kommunikation Berlin Vom vermeintlich harmlosen Humor bis zum diffamierenden Spott - die Spannweite stereotyper judenfeindlicher Motive und Darstellungen trug dazu bei, eine gesamte Bevölkerungsgruppe "abzustempeln" und zur Zielscheibe von Hohn und Hetze zu machen. Mehr als 400 Postkarten sowie zahlreiche Grafiken, Flugblätter, Bücher und Dokumente zeigen und analysieren die Bilder und Vorstellungen, die den Antisemitismus in Deutschland und Österreich seit dem 19. Jahrhundert kennzeichneten. Die Ausstellung, die in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt am Main entstand, wurde auf der Grundlage der Sammlung Wolfgang Haney, Berlin erstellt. Ehrungen Der 95-jährige Simon Wiesenthal ist von der britischen Königin mit dem Rittertitel des "Knight Commander of the Order of the British Empire" ehrenhalber ausgezeichnet worden. Nach den Worten des britischn Außenministers Jack Straw habe er dazu beigetragen, "wenigstens einen Teil der schrecklichen Ungerechtigkeiten des Holocausts zu korrigieren". Die königlich-britische Auszeichnung wurde ihm für seine "lebenslangen Dienste zum Wohle der Menschheit" verliehen. Neben dem Aufspüren von Nazi=Verbrechern hat er durch die 1977 erfolgte Gründung des Menschrechtszentrums, das seinen Namen trägt, in Los Angeles dazu beigetragen. Anläßlich des 100. Geburtstages des Sängers Joseph Schmidt am 4. März 2004 fanden verschiedene Veranstaltungen statt. Am 24. März war im Großen Festsaal der Jüdischen Gemeinde zu Berlin in der Fasanenstraße (Charlottenburg) die feierliche Übergabe der Joseph-Schmidt- Sondermarke durch den Bundesminister der Finanzen Hans Eichel. "Die Mahnung", 1.4.2004