Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1970
- Issue
- No. 28 (September 1970)
- Date
- 1970-09-01
- Page
- Seite 17 (sequence 2802)
- Language
- German
- Belongs to
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Minna Hirsch s.A. Schaul Weiser s.A. Schlomoh Erich Schöngut S.A. Vor einigen Wochen starb an den Folgen eines Autounfalles Minna Hirsch, geb. Korngold, die sich bis in die letzten Wochen ihres Lebens bis zu dem tragischen Abend, an dem sie diesen schweren Unfall hatte, durch eine besondere Sache auszeichnete. Sie erkrankte vor 30 Jahren schwer, ihre 3 Söhne gingen früh zur Arbeit und kamen abds. müde nach Hause. So lag die Frau — sie war leider jung Witwe geworden — den ganzen Tag allein in ihrem Bett. Während ihrer Krankheit tat sie ein Gelübde: sollte sie gesund werden, wird sie einen Verein auf gegenseitige Hilfe ins Leben rufen. Nach ihrer Genesung erfüllte sie das Gelübde. Sie allein begann mit sozialer Arbeit, schuf innerhalb eines Jahres etwa einen Verein von mehr als 200 Mitgliedern. Man sammelte Geld, unterstützte arme Familien, sandte Pakete zu den Feiertagen oder bei Bedarf. Ein Arzt, eine Krankenschwester standten den Mitgliedern zur Verfügung. Sobald ein Krankheitsfall eintrat und man Hilfe forderte, wechselten sich die Vereinschwestern in Pflege, Besorgungen, Führung des Haushaltes ab. Der Verein heisst Channa (“Chug Naschim Esra Hadadith), “Frauenverein auf gegenseitige Hilfe”. Frau Hirsch selbst ging täglich, in früheren Jahren 2 Mal täglich, zu bestimmten Spendern Gelder aufbringen und immer wurde sie wegen ihrer grossen Güte, der Feinheit ihres Auftretens, der besonderen Bescheidenheit liebenswürdig empfangen und man spendete gern. Dann kaufte man im Sichron Meir von Nsche Misrachi das “Beth Ora” mit Zusammenarbeit von Frau Grete Barth und gab Erholungsuchenden, Alten und Kranken Gelegenheit, zeitweilig oder auch für viele Jahre bis zum Lebensende die Möglichkeit, im Rahmen eines Altersheims dort zu leben. So bescheiden, wie Frau Hirsch gelebt hat, so ist sie heimgegangen. Der Unterzeichnete widmete ihr herzliche Dankesworte für ihre so hingebungsvolle Arbeit, die sie ohne Aufsehen aus vollem Herzen leistete. Leider, ist ihre Schwiegertochter Ruth Hirsch, geb. Friedländer, bei demselben Unfall, auch nach wochenlanger Krankheit, verschieden. Unsere Teilnahme gilt den Söhnen, ihren Familien, den Enkelkindern und Urenkeln. E. L. Die bekannte Malerin Käthe Ephraim-Markus, Witwe des Oberregierungsrats Dr. Joseph Markus, starb im April in Ramat-Gan. Schon in Düsseldorf und Breslau, wo ihr Gatte hervorragende Stellungen bei den Oberpräsidien innehatte, war sie als Malerin und Skulpteurin hervorgetreten. Speziell bot die Künstlerin vielseitig das Gebiet der Landschaftsmalerei dar, immer waren die Sujets sehenswert und künstlerisch grossformatig. Es dominierten typische Tönungen von repräsentativer Gestaltung, anderseits empfand man bei jedem Bild auch ihre Freude am Modell. Die Künstlerin hatte einen klaren Blick für das, was wert ist, in Farben festgehalten zu werden. Und ihre Farben waren ihre besonderen Akzennte. IRMA PFEIFFER unser langjähriges Vorstands-Mitglied .unsere stets hilfsbereite treue Freundin ist ihrem schweren Leiden erlegen und hat ihre letzte Ruhestätte auf dem jüdischen Friedhof in Frankfurt a/M gefunden. Wir werden ihr ein treues Andenken bewahren. SOCIETY OF FRIENRS FROM BRESLAU, New York. Nicht in Breslau geboren, war er durch sein Studium am Rabbinerseminar und durch seine Gattin mit dieser Stadt und seinem jüdischen Leben verbunden. Als Gründer der jüdischen Schule und Lehrer in Torum C.S.R .kam er mit gründlichen hebräischen Kenntnissen ans Rabbinerseminar nach Breslau, wo er sein Wissen und seinen Weitblick erweiterte, in Munkac am hebräischen Gymnasium bis zu seiner Auswanderung 1936 verwendete er seine Gaben zum Besten der heranwachsenden Jugend. In Palästina ging sein Weg über Beer Tuwia im Einwanderungszentrum und Lehrer im Kinderdorf im Emek bald bis zum Leiter des bekannten Beth Sefer Remes in Bnei Brak. Wie herzlich sind die Worte, die eine Lehrerin dem Heimgegangenen in der „Lehrerzeitung* Israel widmet. Sein gutes Herz, seine grosse Bescheidenheit mit allem vertraut, was ein Direktor einer Schule haben sollte, der jeden seiner Collegen kannte, der immer zu den Schülern ein gutes Wort sagte, der jeden Schüller mit Namen zu nennen wusste, steckte in diesem Mann ein „Talmid Chacham.“ Seine Güte war sprichwörtlich. Man fand zu ihm bald Kontakt. So bescheiden wie er gelebt ist er heimgegangen, ohne seiner Familie irgendwie zur Last zu fallen. Ein Stiller und ein Grosser hat uns verlassen. Möge seine Gattin und die Familie Trost finden in dem Gedanken, dass er etwas im Leben geleistet hat. wer ihn kannte, kann ihn nicht vergessen. E— L— Vor einigen Wochen verstarb plötzlich in Tel- Aviv Martha Feige, Ehefrau des im Befreiungskrieges in Jerusalem gefallenen Dr. Rudolf Feige, Leiter der Wetterwarte Krietern und Schöpfer des israelischen meteorologischen Dienstes. 1934 brachte Dr. Feige die erste jüdische Fliegergruppe ins Land mit 2 Segelflugzeugen zur Maccabiade. Die Heimgegangene war viele Jahre in der Kninik Dr. Danziger tätig und hat im Rahmen ihrer Arbeit vielen Patienten durch ihre Hilfsbereitschaft und guten Rat das Leiden zu erleichtern gesucht. Wir sprechen von dieser Stelle aus dem Sohn Hier in Israel, ihrer neuen Heimat, wo mehrere Ausstellungen ihren Namen weiter bekannt machten, finden wir starke Eindrücke ebenfalls in reizvoll eingefangenen Motiven. Der israelischen Landschaft von Tiberias, Zfat und anderen Orten gab sie einen entscheidenden Ausdrück der jeweiligen Athmosphäre. Stets waren die Farben überzeugend, man hatte das Gefühl, dass die Künstlerin vom Sehen fasziniert war, so gelungen waren ihre Typen, ihre Landschaften. Käthe Ephraim- Markus malte nicht nur mit dem Auge, auch mit dem Herzen und die Bilder dokumentierten die Tatsache, wie sie das Land liebte und seine Schönheit. Kein Wunder, die Athmosphäre ihres Hauses war bekanntlich v. echt zionistischem Geiste erfüllt! Der unvergessene Gatte, Dr. Josef Markus, war Gründer des “Blau-Weiss” und die Kinder sind mit dem Land eng verbunden. Auch ihre Skulpturen zeigten eine hochkünstlerische Hand, die mit sproedem Material leicht umzugehen und Hochwertiges zu schaffen wusste. Bei den reichhaltigen Ausstellungen, die öfters stattfanden, entdeckte man viel künstlerisch Sehenswertes. — Uber alle diese Tatsachen liegt auch ein Buch vor (Massada-Verlag). Die Künstlerin, ja die ganze Persönlichkeit wird allen unvergessen bleiben. Aus ihren Werken, aus ihrem hohen Menschentum, strahlt Israel aus. Julias Sachs Schweren Herzens schreiben wir dem guten Freund Erich Schöngut einen Nachruf. Waren wir doch Jahre hindurch mit ihm verbunden durch gemeinsame Arbeit in den verschiedenen Gremien. Als Mitbegründer des Vereins ehemaliger Kattowitzer in Israel hat sich dieser zu einem Verband ehemaliger Oberschlesier erweitert, dessen Vorsitzender bis zu seinem Heimgang Erich Schöngut war. Immer hat er mit ganzem Herzen die Interessen jedes seiner Mitglieder wahrgenommen, noch vom Krankenbette aus hatte er immer neue Ideen, um den Verfolgten zu ihrem Rechte zu verhelfen. Mit unserem Verband hat er sehr gern gearbeitet, dessen Mitglied er war und seine Gattin Betty Schöngut, geb. Neumann, früher Kaufhaus Blasse, Breslau, Graupenstr. (bis 120.) In der Gemeinde “Ichud Shiwath Zion” in T-A, war er jahrelang im Vorstand ,in der Esra Sozialith und Gabbai im Minjan des „Seminars“ zu den Jamim Noraim“. Auch dort brachte er immer neue Vorschläge, um die Gemeinde flexibel zu halten . Seine Kameradschaft, seine Aufgeschlossenheit bleiben uns unvergessen. Wir sprechen der Gattin, dem Bruder und dem Verband ehemaliger Oberschlesier unsere innigste Teilnahme aus. E. L. Helmut Joachim Feige, Ramat Chen und seiner Familie unsere tiefgefühlte Teilnahme aus. Der Sohn ist in die Spuren des Vaters gegangen und am meteorologischen Institut der Medinat Israel tätig. Wer sich an das meteorologische Institut in Krietern erinnert verbindet damit sofort den Namen “Feige”, der ein Begriff geworden ist. Die Verstorbene hat an der Seite ihres Mannes in Sanhedria (Jerusalem) ihre letzte Ruhestätte gefunden. E. L. LUTZ KATSCHINSKY * s.A. Am 18. Juli 1970 starb in Zürich ganz unerwartet Lutz Katschinsky. Viele Breslauer und Oberschlesier werden sich noch an die drei Brüder Fritz, Kurt und Lutz erinnern, besonders an Lutz durch dessen langjährige Tätigkeit zuerst bei der Darmstädter Bank, später bei Wallenberg-Pachali und zuletzt bei der Breslauer Wach- und Schliessgesellschaft. Wo Lutz Katschinsky auch immer tätig war, verstand er es durch sein freundliches und humorvolles Wesen, durch seine Aufrichtigkeit und seinen Anstand Freunde zu gewinnen, die ihm bis zuletzt ihre Anhänglichkeit wahrten. Unter ihnen sind viele Mitglieder d. ehemaligen Breslauer-Touren Ruderklubs. Auch Lutz Katschinsky blieb nicht von den Leiden bewahrt, die die Hitler Zeit über so viele Hunderttausende deutscher Juden brachte. Er verlor seine Frau und Tochter und musste sich allein ein neues Leben in Südamerika, zuerst in Bolivien und später in Brasilien wieder aufbauen. So erfolgreich er auch war, zog es ihn doch nach Europa zurüück. und er war glücklich, dass er vor zehn Jahren nach der Schweiz übersiedeln konnte, um in Zürich seinen Lebensabend zu verbringen. Dort wurde sein Heim zum Treffpunkt von unzähligen Freunden aus aller Welt, mit denen er nicht nur gern alle alte Erinnerungen austauschte, sondern denen er auch mit Rat und Tat beistand. Vor zwei Jahren war es ihm noch einmal vergönnt, eine Ehefrau zu finden, die seine Interessen teilte und mit der zusammen er sich ein behagliches Heim aufbaute. — Sein Tod reisst eine neue Lücke in die Kreise der alten Schlesier. M. F. C. Martha Feige geb- Lindert s.A. Kaethe Ephraim-Markus zum Gedenken 17