Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1970
- Issue
- No. 28 (September 1970)
- Date
- 1970-09-01
- Page
- Seite 11 (sequence 2796)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/7411685-7412964-7412981--0294-7412992- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Rezept für eine Bildergalerie. Ein .-schlesisches Dichterschicksai Ports, v. S. 10 wurden, in seinen Memoiren festgehalten. Für das Jahr 1933 war viel vorgesehen. Aber es kommt nicht mehr dazu. Am 1. April, dem Boykottag, wird mein Vater in einem Zug mit anderen durch die Stadt geführt, Spiessrutenlaufen durch die von seinen Mitbürgern umsäumten Strassen von Görlitz. Das Notariat wird ihm entzogen, die Anwaltstätigkeit unmöglich gemacht, seine Bücher, die zum Menschentum aufgerufen haben, werden verbrannt und aus den Buchhandlungen entfernt. Nach Wochen inneren Kampfes ringt er sich zu dem Entschluss durch, zum Wanderstab zu greifen. „Am Nachmittag des 6. September verliessen wir Görlitz, wo ich vor beinahe einem Menschenalter mit grossen Hoffnungen meine Praxis eröffnet hatte, wo wir von der grünen bis fast zur silbernen Hochzeit im Glück eines harmonischen Heims und in Frieden und Eintracht mit unseren Mitbürgern uns in das Leben einer Mittelstalt mit allem, was es bietet .eingeordnet hatten und wo unsere Kinder geboren und grossgeworden waren... “Die Loslösung von vielem, was in unserem Herzen verankert war, von vertrauten Strassen, in denen wir jedes Haus kannten, von Wiesenwegen, auf denen wir oft beglückt dem Frühling entgegengangen waren, liess uns verstummen. Noch einen letzten Blick auf die griinumsäumte Neisse, auf den bewaldeten Bergkegel der Landeskrone, Ziel unzähliger sonntäglicher und sommerabendlicher Spaziergänge, und dann entschwand die Heimat unseren Blicken“... Es braucht Jahre, bis mein Vater wieder zu sich findet: „Es war, als sei meine Schöpferglut völlig erloschen in dem Eiseshauch, der von den alles umstürzenden Ereignissen in meine Welt hineinblies... Es war eben doch etwas in mir zerbrochen“... Die dann über viele Jahre in Palästina geschriebenen umfangreichen Lebenserinnerungen “Ich bin ein Mensch gewesen”, die bis heute ihren Verleger noch nicht gefunden haben, umfassen ein an äusserem und innerem Geschehen reiches und wechselvolles Leben Von den in Palästina-Israel entstandenen mancherlei Gedichten, Tagebuchaufzeichnungen, Schauspielen und metaphysischen Schriften sind nur „Mein Weltbild“ „.Sonette an den Tod“ und die im letzten Lebensjahr geschriebenen, stark gekürzten „Erinnerungen, Betrachtungen, Gestalten“ erschienen .doch nur in Vervielfältiger Form. Alle Bücher meines Vaters sind vergriffen. Nach seinem Tode (Jerusalem am 11. März 1960) wurde mir klar, dass ich versuchen musste, sein Werk wieder aufzurichten. Dies kann nur im deutschen Sprachraum geschehen, und so habe ich nun schon seit einigen Jahren in vielen deutschen Städten aus seinen Dichtungen und den Memoiren gelesen und über ihn gesprochen. Ich hoffe, dass eines Tages das, was er auszusagen hatte, als ein geschlossenes Werk vielen suchenden Menschen zugänglich sein wird. “...Der ungeoffenbarte G’tt ist der unendliche Keim, der das restlose Alles der Vergangenheit und Zukunft in sich birgt. Seine Fesseln sprengend, ergiesst er die überfülle seiner zur Gestaltung drängenden Gesichte in die Kanäle des Raumes und der Zeit und in das Gesetz der Form. Nun erst, im Wandel seiner fleischgewordenen Schöpfergedanken innerhalb der von ihm gezogenen Grenzen, erschliesst sich ihm die eigene Grenzenlosigkeit“... Paul Mühsam, „Gesrpäche mit G”tt" Im Rahmen eines “Westgalil-Porträts” berichtete ich im März 1969 über den Werdegang eines aus Breslau stammenden, aus Südamerika in Israel eingewanderten Mannes namens Hans Freund, Gründer der “Galilee Furniture Ltd.” in Nahariya, eines heute führenden Unternehmens der Holzbranche in Israel. In diesem Artikel wurde erwähnt, dass Hans Freund in Breslau seine theoretische Ausbildung in der Lehre von Form, Farbe und Materialien bei dem Innenarchitekten und Kunstmaler Heinrich Tischler sA. erhielt. Nach den Berichten von Hans Freund muss Heinrich Tischler ein wunderbarer Mann gewesen sein, der die Empfindung für Schönheit und Harmonie in seinen Schülern zu wecken wusste. Nach Erscheinen dieses Artikels in einer Wochenendausgabe einer Zeitung erhielt ich einen Brief aus Haifa, in dem mir der Apotheker Julius Lewy, der im Jahre 1934 die erste Apotheke (seit 2000 Jahren) auf dem Carmel gegründet hatte, schrieb, dass er eine Sammlung von Tischler-Bildern besitze und mich zu einem Besuch in seinem Hause in der Wedgwood-Avenue einlud. Der aus Breslau stammende Mann, den seine Freunde “Livius” nennen, empfing mich in seinem Heim mit einer umfassenden Bibliothek und Plattensammlung. An den Wänden hingen Bilder von Isidor Aschheim, Ludwig Schwerin, Jacob Steinhardt, Lesser Ury und Heinrich Tischler. Sein Haus in Breslau war der Treffpunkt seiner Freunde Aschheim, Steinhardt und Tischler gewesen. So kam der kunstverständige Apotheker mit den buschigen Augenbrauen in den Besitz wertvoller Zeichnungen, Radierungen und Ölgemälde seiner Freunde, von denen ihm Heinrich Tischler besonders am Herzen lag, weil er bereits im Jahre 1938 an den Folgen seines Aufenthalts im K.Z. Buchenwald gestorben war... “Die Kinder und Enkel haben doch kein Verständnis mehr für diese Dinge”, sagte mir damals Julius Lewy, und zeigte mir Blatt um Blatt seiner einzigartigen Sammlung”. Ich möchte, dass das Werk Heinrich Tischlers beieinander bleibt. Vielleicht wissen Sie ein Museum, das sich dafür interessiert?” Ich kannte es. Den zweiten Besuch im Hause Lewy machte ich mit dem Vize-Bürgermeister von Nahariya Sigi Keren, der bei jeder Eröffnung einer Ausstellung den Gästen von seinen Plänen zur Errichtung eines ständigen Museum in Nahariya berichtet hatte. Damals wurde man sich schon im Prinzip einig, dass die Tischler-Bilder den Grund- Mit einer ausgezeichneten Veranstaltung beschloss der Irgun Jozey Breslau die Reihe seiner Unterhaltungsabende 1969/70. Nach Begrüssung durch den Vorsitzenden Herrn Ernst Tauber übernahm Julius Sachs die Conference, die er in bekannt humorvoller Weise durchführte. Er präsentierte die jugendlichen Zwillingsschwestern Nizza und Dina Mandel als Klaviervirtuosinnen, sie spielten Schumann u. Brahms zweihändig und die Suite von Boskowitz vierhändig. Sie zu hören war eine reine Freude. Sie machten ihrer Lehrerin Frau Rosenthal von der Musikacademie alle Ehre. Im vokalen Teil hörte man den beliebten Tel Aviver Bariton Mordechai Ben Schachar, der mit schönen Stimmitteln Klassisches und Modernes, Lied, Arie und Operettenschlager bot und alles meisterlich brachte. Als weiteren Star begriisste man die Sängerin Ulli Schocken — in ihrem ausgewählt brillanten Programm von Hugo Wolf über Oper und Operette bis zur Musical — Evergreens. Dr. Ch. Winternltz war der sorgsam und feinfühstock für das Museum, respektive dessen Bildergalerie bilden sollten. Nach den Munizipalwahlen im Herbst 1969 übernahm Dr. Dov Lasar, ein neu gewählter Stadtrat, das Kultur-Referat. Am 18. Januar 1970 bestätigte Vize-Bürgermeister Zwi Malik in Vertretung des erkrankten Bürgermeisters Gerschon Tatz in einem Dankschreiben an Herrn Julius Lewy die Verpflichtung der Stadt Nahariya das ihr übergegebene Kunstgut zu wahren und zu hüten. In diesen Tagen konnte Dr. Lasar für die Stadt Nahariya nicht nur 33 Bilder von Heinrich Tischler, sondern als “Morgengabe” auch noch zahlreiche Werke von Isidor Aschheim und Jacob Steinhardt entgegennehmen. Julius Lewy hatte die in London lebende Witwe seines Freundes Heinrich Tischler von den Museumsplanen Nahariyas unterrichtet. Frau Else Tischler, die mit ihren beiden Söhnen, welche die architektonische und künstlerische Begabung des Vaters geerbt haben, sich damals noch hatte ins Ausland retten können, schrieb, wie sehr sie sich freue, dass “das Andenken an ihren Heinrich nun nach über drei Jahrzehnten doch wach gehalten” werden soll. Sie erklärte sich spontan bereit, zu schenken... Der Kunstexperte Arthur Kauffmann (Früher Hugo Helbig — Frankfurt/Main) wurde gebeten, die künstlerische Auswahl zu treffen. Von Frau Else Tischler stammen auch folgende biographischen Angaben: Heinrich Tischler kam im Mai 1892 in Cosel in Oberschlesien zur Welt. Von seinem 6. Lebensjahr an lebte und lernte er in Breslau. Er besuchte die Malklasse von Professor Pautsch an der Kunstakademie Breslau. Später studierte er Architektur bei Professor Hans Pölzig. Obwohl er ein vielbeschäftigter Architekt mit einem grossen Büro war, fand er doch Zeit, Bilder¬ und graphische Ausstellungen vorzubereiten. Nicht nur in seiner Heimatstadt Breslau in der Galerie Arnold (später Möller), sondern auch bei Paul Cassierer in Berlin und bei Fischer in Frankfurt/ Main stellte er aus. Julius Lewy hat mich zu diesem Bericht ermutigt und ermuntert, weil er mit Recht annehmen darf, dass es im Lande Israel noch zahlreiche Männer und Frauen gibt, die — wie er — vor der Frage stehen, was einmal aus ihrem Kunstbesitz werden soll. Wenn sie dann seinem Beispiel folgen wollen, so sei ihnen das Museum in Nahariya herzlich empfohlen. ERICH M. LEHMANN Nahariya lig mitgehende Begleiter. Die Veranstaltung wirkte in ihren abwechslungsreichen Darbietungen ungemein anziehend u. wer nicht dabei war, hat wirklich einen genussreichen Abend versäumt, wie Erich Lewin in seinem Schlusswort feststellte, der diesen Abend organisatorisch aus Schönste vorbereitet hatte. E. T. JÜDISCHES LEBEN IN MIAMI BEACH Forts, v. S. 9 rael sondern der Nachbarvölker und der ganzen Welt. Dann wird, wenn ich hier den letzten Buchtitel meines alten Freundes Elias Auerbach, allerdings etwas variirend, benutzen darf die “Pionierarbeit der Verwirklichung” ihr Ziel völlig erreicht haben. SALO TRANSLATEUR, Miami Beach, Florida, UJ3A. Belle Plaza Apt, No. 712 20 Island Ave, Bunter Unterhaltungsabend der ehemaligen Breslauer in Tel-Aviv H 32