Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1970
- Issue
- No. 27 (April 1970)
- Date
- 1970-04-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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- Hugo Gold 4× ep/1018571
- Bettina von Arnim 2× ep/1024738
- Głogów 2× ep/1047915
- Gabriel Riesser 1× ep/1026280
- Gustav Freytag 1× ep/1025010
- Harry Zohn 1× ep/1027768
- Hermann Levi 1× ep/1026794
- Jakob Wassermann 1× ep/1005248
- Johann Jacoby 1× ep/1025181
- Leopold Zunz 1× ep/1026402
- Max Brod 1× ep/1024844
- Moritz Veit 1× ep/1024216
- Robert Weltsch 1× ep/1000026
- Rolf Italiaander 1× ep/1025177
- Rudolf Kayser 1× ep/1023108
- Theodor Fontane 1× ep/1024993
- Wrocław 1× ep/1002369
- Zwi Perez Chajes 1× ep/1002955
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VERLEGER UND POLITIKER Wilhelm Levysohn aus Glogau Zum zweiten Male tritt Ursula Schultz mit einer Arbeit hervor, die sich mit jüdischen Dingen vor einhundert und einhundertfünfzig Jahren in Deutschland befasst. Im vergangenen Jahr hat Günther Schulz als Heft 10 der von Bremer Volkshochschule für Erwachsenenbildung herausgegebenen Schriften eine Arbeit veröffentlicht, die mit dem bescheidenen Titel: “Das Berlin-Archiv” viel mehr hält, als sie verspricht. Ursula Schulz hat zu dieser abseitsgelegenen Arbeit eine Bibliographie zusammengestellt, in der eine Fülle von völlig unbekannter) Arbeiten aus der Zeit um 1800 registriert werden, die sich zum Teil mit Juden befassen. Jetzt hat sie im “Jahrbuch der schlesischen Friedrich-Wilhelm - Universität zu Breslau” in Band 14 (1969) eine 63 Seiten lange Abhandlung herausgegeben, die sich mit “Wilhelm Levysohn (1815—1871), einem schlesischen Verleger und Poliker” beschäftigt. Die Arbeit versetzt uns in jene romantische Zeit des Vormärz, in der die Romantiker noch zeitlich an Goethe angrenzten und nachher in der Märzrevolution 1848 und in der Paulskirche etwas Nenes in Deutschland zu schaffen versuchten, was freilich misslang. Bettina von Arnim steht in enger Verbindung mit dem Buchhändler Levysohn in Grünberg, bei dem sie einen Teil ihrer Bücher verlegte. Wilhelm Levysohn war 1815 in Glogau geboren. Sein Vater Heymann Levysohn, ein wohlhabender Kaufmann, war schon damals, vor der Judenemanzipation von 1847, zweiter Vorsteher der Stadtverordnetenversammlung. Der Sohn besuchte das Gymnasium in Glogau, studierte seit 1835 Jura in Berlin und promovierte 1841 in Jena mit einer lateinischen Arbeit, in der er auch das Asylrecht (Ir Miklat) bei den Juden behandelte. In seiner Studienzeit fühlte er sich, wie so viele andere Juden, in nichtjüdischer Gesellschaft wohl. Er verkehrte im Salon von Bettina von Arnim und sogar bei seinem Rechtslehrer Savigny, der durchaus nicht judenfreundlich eingestellt war. Ausserdem war Levysohn Mitglied der literarischen Gesellschaft “Tunnel über der Spree”, zu der bedeutende Schriftsteller gehörten, wie Theodor Fontane und Gustav Freytag. Die Wirklichkeit zerstreute freilich alle Illusionen. Da er nicht einmal zum Rechtsanwalt zugelassen wurde, entschloss er sich zu journalistischer Tätigkeit. In Grünberg in Schlesien besass sein Vater Anteile am Haus und an der Buchdruckerei von Martin Wilhelm Siebert. Levysohn wurde zunächst Mitarbeiter an Sieberts “Grünberger Wochenblatt”, dann bald Redakteur und kaufte mit Hilfe seines Vaters 1842 sowohl die Druckerei wie den Verlag, so dass er alleiniger Inhaber des “Grünberger Wochenblattes” und des Verlages wurde. Eine Fülle von Büchern, die in seinem Verlag in den Jahren 1839 bis 1859 erschienen, teilt Ursula Schulz auf zehn Seiten ihrer Arbeit mit. Es lag nahe, dass Levysohn als Herausgeber und Redakteur einer Wochenschrift sich mit der Politik beschäftigte. Er machte aus seiner demokratischen, fast radikalen Einstellung keinen Hehl und kam dadurch sogar mit dem Pressegesetz in Konflikt. Ein Gedicht “An den König von Preussen” enthielt mit Bezug auf die Märzrevolution “gröbliche Schmähungen auf den König”. Levysohn wurde deshalb vom Oberlandesgericht Glogau wegen Majestätsbeleidigung zu einem Jahr Festungshaft verurteilt. Inzwischen war er bei einer Nachwahl zur Frankfurter Nationalversammlung als Vertreter des Kreises Grünberg gewählt worden. Der in der Paulskirche tagenden Nationalversammlung gehörten ausser ihm noch mehrere Juden an. u.a. Johann Jacoby aus Königsberg, Moritz Veit aus Berlin und vorallem Gabriel Riesser, der Vizepräsident dieses Parlaments war. Nach seiner Heimkehr konnte er mit grossen finanziellen Schwierigkeiten seine Zeitung aufrechterhalten; er verlegte auch andere Zeitschriften, wie das Wochenblatt des Nachbarkreises Schwiebus, die literarische Zeitschrift “Kritische Blätter” und Abraham Geigers “Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie”, die sich freilich nur wenige Jahre hielt. Der jüdische Teil seines Verlages ist später an Kauffmann in Frankfurt am Main verkauft worden. Seine Zugehörigkeit zum Judentum hat er nie geleugnet, seit 1855 war er Repräsentant der Synagogengemeinde Grünberg; sein ältester Sohn Arthur liess sich jedoch frühzeitig taufen. Er hatte von seiner Frau Philippine Bernhardt, deren Eltern aus Lissa bzw. Posen stammten, sieben Kinder, ausser Arthur Eugen, Oskar, Jenny, Ulrich, Agnes und Lucie. Arthur war zuerst Redakteur der schon erwähnten Grünberger Zeitschrift “Kritische Blät- Die Edition “Olamenu” in Tel-Aviv hat auch für das Jahr 1970 ein überaus reichhaltiges Verlagsprogramm. Soeben wurde das Heft No. 1 des VH. Jahrgangs der “ZEITSCHRIFT für die Geschichte der Juden” ausgeliefert. Es enthält einen Aufsatz über “Joseph Roths lebenslange Auseinandersetzung mit dem Zionismus” von Prof. David Bronsen; einen Gedenkartikel anlässlich des ersten Jahrestages nach dem Tode Max Brods von Frieda Hebel; die mit biblographischen Angaben versehene Arbeit Joseph Sterns über “Hermann Levi und seine jüdische Welt”; Dr. H. Jacobi (London) widmete eine Studie über “Nostradamus” dem Andenken des kürzlich verstorbenen Dr. Siegfried Braun, den auch Rabbiner Dr. H. C. Meyer (Haifa) in einem besonderen Gedenkartikel würdigt. Über die “Zeitschrift des Leopold Zunz” schreibt J. Raphael, seine Erinnerungen an “Jakob Wassermann” erzählt Rudolf Kayser, während Rabbiner Dr. S. Neufeld auf die “Neuen Forschungen von Brilling” hinweist. Die Literaturbeilage erstreckt sich auf Neuerscheinungen aus verschiedenen Gebieten, besprochen von Zeev Barth, Dr. Hugo Gold, Prof. Dr. Hermann Sternberg und Prof. Harry Zohn. (Abonnements für den Jahrgang 1970, sowie Nachbestellungen früherer Jahrgänge — sofern vorrätig — beim Verlag, POB 3002, Tel-Aviv, Israel. Abonnementspreis: DM 34/öS 250/US-J 8.50). Auch Siegfried Weizmanns “Studien über Kafka”, mit einem ebenso tiefempfundenen wie informativen Vorwort von Dr. Robert Weltsch versehen, wurde soeben ausgeliefert. Der Autor dieser Kafka-Studie versucht auf die meisten Fragen, die sich bei der Lektüre des Kafkaschen Werkes stellen, ausführliche Antwort zu geben und ermöglicht so dem Leser, Gehalt und dichterischen Rang des einzelnen Werkes zu bestimmen. Eine wichtige Bereicherung der Literatur über Kafka (140 S., US-$ 3.50, DM 14.—, IL 12.50). Das von Hugo Gold herausgegebene “Gedenkbuch der untergegangenen Judengemeinden des Burgenlandes” ist soeben nach mehr als 3 jähriger Arbeit erschienen und wird ausgeliefert. Das grosse, illustrierte Werk stellt ein dauerhaftes und unvergängliches Denkmal der einst blühenden jüdischen Gemeinde dar und enthält eine Fülle wichtigen Materials, das mit grosser Sorgfalt vergilbte Archiven entnommen wurde, um es für die komter”, dann, bis 1906, Chefredakteur des “Berliner Tageblatts” (vor Theodor Wolf) und älteren Berlinern noch in Erinnerung. Die übrigen Geschwister waren jüdisch verheiratet. Ulrich war nach seinem Vater Inhaber des Verlages und später Direktor des “Berliner Börsen-Couriers”. In diesem “Jahrbuch der schlesischen Friedrich-Wilhelm-Universität” findet man auch andere Arbeiten, die sich mit Juden beschäftigen. Insbesondere sei auf den Aufsatz über den aus Rybnik stammenden Rechtsanwalt Otto Landsberg hingewiesen, den sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten und Reichsjustizminister, dem anlässT lieh seines 100. Geburtstags ein Gedenkblatt gewidmet wird. In unserer Zeit, wo so vieles vernichtet wurde oder aber vergraben in Archiven ruht und nie herausgeholt wird, ist es ein mühseliges, aber dankbares Unternehmen, solche vergessene Erscheinungen der Nachwelt in Erinnerung zu bringen. Wir dürfen Frau Schulz für ihre nicht ermüdende Energie herzlich danken und der Hoffnung Ausdruck geben, dass weiter solche gediegenen Werke aus ihrer Feder folgen werden. Rabbiner Dr. S. Neufeld menden Generationen in Wort und Bild festzuhalten. (Noch ist der verbilligte Subskriptionspreis von US-$ 20.— / DM 80.— gültig). Mit der Drucklegung des Bandes 3 der österreichischen Trilogie, “Geschichte der Juden in Österreich” wurde bereits begonnen. Nach wie vor erfreut sich das von Hugo Gold herausgegebene “Gedenkbuch für Max Brod” lebhafter Nachfrage. Das Sammelwerk von hohem literarischen Niveau und bleibendem Wert, an dem sich namhafte Wissenschaftler und Autoren von Weltruf beteiligten, ist vorläufig noch lieferbar. Nummerierte und vom Herausgeber signierte Exemplare der Luxusausgabe zum Preise von US-$ 20.— / DM 80.—, die Normalausgabe zu DM 40.— / US-$ 10.— können beim Verlag oder durch jede Buchhandlung bezogen werden. Hugo Golds grosses “Gedenkbuch der untergegangenen Judengemeinden der Tschechoslowakei” wird vorbereitet. 62 Charakterskizzen bedeutender Persönlichkeiten in Israel stellt der bekannte Journalist und Schriftsteller Meir Färber in dem Buch “die Israel führen” vor. Jede Biographie ist mit einem Porträtfoto versehen. Das Buch wird in wenigen Monaten erscheinen und der ermässigte Subskriptionspreis vor Erscheinen beträgt für die kartonierte Ausgabe DM/IL 12.—, der Ladenpreis nach Erscheinen wird DM/IL 20.— betragen. In der Schriftreihe des Zwi Perez Chajes-Instituts wird im Sommer 1970 das Buch “Zwi Perez Chajes. Unbekannte Dokumente aus dem Leben und Wirken des Oberrabinners von Wien (1902— 1927) von Hugo Gold erscheinen. Das Buch spiegelt den Kampf des stolzen und nationalbewussten Juden mit den spiesserischen Assimilanten seiner Gemeinde wider und ermöglicht einen Einblick in das Denken und Wirken des grossen Gelehrten und Seelenhirten des Wiener Judentums. Noch eine zweite Publikation von Dr. Wolfgang von Weisel, “Die Juden in der Armee Österreich-Ungarns” wird 1970 erscheinen. Beide Bände der Schriftreihe wurden den Mitgliedern des Chajes-Instituts kostenlos zugeschickt. Der Verlag bereitet auch das Erscheinen eines hochinteressanten Buches des bekannten Reiseschriftstellers Prof. Rolf Italiaander unter dem Titel “Judentum in Lateinamerika” vor. Aus der Verlagsprogramm der Edition "Olamenu" 12