Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1969
- Issue
- No. 26 (September 1969)
- Date
- 1969-09-01
- Page
- Seite 9 (sequence 2756)
- Language
- German
- Belongs to
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Carmen“ im Breslauer Stadttheater - damals Eines der unsterblichen Meisterwerke der Opernliteratur, Bizet’s “Carmen”, war dazu auserlesen, um 1910 im Breslauer Stadttheater in Neueinstudierung aufgeführt zu werden. Es war eine Glanzleistung, an die ich mich erinnere. Das Haus war überfüllt. Die Oper gefiel dem an dieser Premiere besonders festlich gestimmten “ausverkauften Haus” und versetzte es in glänzende Stimmung. "Carmen” verdient ja, nur mit allerersten Kräften dargeboten zu werden. Es ist ein Opemwerk, das von allen geliebt wird, die es sehen und hören. Welcher wundersamen Melodien, Rhytmen, Harmonien und welch phaenomenaler Istrumentation waren wir entzückte Zeugen u. begeisterte Hörer! Welche Qualitäten enthält “Carmen”, sowohl an lyrischer wie auch dramatischer und heiterer Musik: Der Wert dieser Partitur steht turmhoch über vielen Anderen: es ist eine Meisterschöpfung, selbständig in der Orchesterhaltung, leitmotivartig in dem Carmen-Thema, das aus den Intervallen der Zigeunertonleiter herrührt. Die Farbigkeit der Musik mischt französische wie italienische Stlarten. Wie wirkungsvoll ist das Duett im IV. Akt Carmen- Escamillo, wie geistvoll ist das Schmuggler-Quintett, welcher Hass spiegelt sich in Josö’s Eifersuchtszene (III. Akt), wie dramatisch der Kastag- Zur Geschichte der 2. Brüdergesellschaft (Forts, von Seite 8) Meyer Berel Sander Benjamin Mohr Wolff Loebel Rawitzer Jacob Schreiber Breslau, den 18ten August 1806 Bemerkung des Vorsteher-Collegiums der Jüdischen Gemeinde: Dem Beschluss des Collegii zufolge wurde das Gesuch für zulässig befunden, die Verlobung sonach zugestanden, und soll wegen des nachzusuchenden Trauscheins das ehestens nötige veranlasset werden. Breslau d. 18. Aug. gez. L.J. Asch. L. M. Cassirer. L. Dohm. Die ehemaligen Breslauer dürften die Namen der Vorsteher der 2. Brüüdergesellschaft interessieren, zumal diese auch im Breslauer jüdischen und öffentlichen Leben eine Rolle gespielt haben. Die Namen der ältesten Vorsteher finden wir in der hier abgedruckten Urkunde vom Jahre 1807. Im Jahre 1845 amtierten folgende Vorsteher: Saul Goldstücker, Nagelschmidt, S. W. Schefftel, Jacob J. Schweitzer und A. H. Spiegel. Diese stellten zusammen mit dem Vorstand der Synagoge “Zum Tempel” (S. Levynsohn, A. Löwy und S. Würckheim) dem Rabbiner Gedalja Tiktin eine Urkunde aus, wonach nur er allein berechtigt sei, Vorträge in der Synagoge zu halten und Entscheidungen zu treffen. Die Statuten vom 16. Dez. 1894 sind von folgenden Vorstandsmitgliedern unterschrieben: Eduard Sachs, Bernhard Sachs, Aniel Henschel, Louis Galewsky, Isidor Freund, B. Wollstein, D. Mugdan, Louis Cohn, Ludwig Wollenberg. Die Statuten vom 9. März 1930 (wahrscheinlich die letzten) sind von folgenden Persönlichkeiten unterschrieben worden: Justizrat Georg Peiser (Vorsitzender), Isidor Pelz (Stellvertr. Vorsitzender), Arthur Schiff (Schriftführer), Moritz Marek (Kassenprüfer), Max Gins (Pflegevater), Simon Sachs (Schatzmeister), Stadtrat Georg Less, Hermann Schäffer, Fritz Goldschmidt, Adolf Pinkus, Siegbert Deutsch. netten-Tanz (mit Trompete), wie gefühlvoll das Duett Micaela - Josö, und die Blumenarie. Jede musikalische Stelle ist ein Erfolg, ob Solo oder Chor. So ist es selbstverständlich, dass die Titelpartis von allen Bühnensängerinnen höchst begehrt ist, denn aus dieser Rolle lässt sich Vielgestaltiges machen. Charaktersopran, dramatischer Mezzosopran oder selbst dramatischer Alt sind die für diese Rolle geeigneten und technisch möglichen Stimmlagen. Schreiber dieser Erinnerung hörte Fanchette Verhunk (wie auch später Barbara Kemp). Beide von flackerndem Temperament und ausgesprochen rythmischer Musikalität. Die Verhunk ging an die Rolle auch vom Rhytmischen heran. Die Seguidilla (I. Akt) war für sie ein Verführungstanz, bis zur Ekstase gesteigert. Im II. Akt war ihr Fandango (Katagnetten-Tanz) von besonderer Art und im EU. Akt gab es wieder aggressive und unverschleierte Tanzschritte, verbunden mit einem impertinenten Lächeln, unübertroffen die Stimme dieser verführerischen leidenschaftlichen Darstellerin, deren Liebe in der Handlung stets nur von kurzer Dauer ist. Die “Carmen” der Verhunk war ein jahrelanger Erfolg. Sie hat die Partie oft gesungen. Als ihr Partner “Don Josö” war Corfield-Mercer (jugendlicher Heldentenor) wohl am Platze, stimmlich wunderbar, darstellerisch bemerkenswert. Als “Escamillo” hörten wir in der machtvollen Gestaltung damals Bürstinghaus, der ebenfalls gesanglich und darstellerisch hervorragend wirkte, und als “Micaela” gastierte in dieser Vorstellung Eva v. der Osten, deren aussergewöhnlich schönes Timbre auffiel; ebenso ausgeglichen war ihr Spiel. Auch die übrige Besetzung war dem genialen und empfindungsvollen Werk und der Premierenstimmung entsprechend mustergültig. Die Tanzeinlagen — waren eine Sehenswürdigkeit für sich. Das schon öfters hier erwähnte Opemballet mit den Solistinnen Haber, Sterna und Terka, ertanzte sich mit den Zigeunerrhythmen der Sevillana und Teilen der “ Arlfoienne” Beifallsstürme und Wiederholungen. Welche “Spitzen”- Leistung, reich an tänzerischen Effekten! Und mit Temperament schwang sich Julius Pruewer aufs Dirigentenpult und mit der ihm eigenen Frische und der meisterhaften Dirigiertechnik wurde die buntschillernde Musik Bizets zu einem der Höhepunkte des Abends. Er gestaltete diese Premiere zu einem künstlerischen Festspiel ersten Ranges. Julius Sachs Melodien die Freude bereifen KLASSISCHE UND MODERNSTE SCHALLPLATTEN in grosser Auswahl warten auf Sie RADIO - UNION H. W. ROBERT (früher Breslau) Tel-Aviv, Dizengoff Str. 116, Tel. 248526 n a i v> n j v) An der Neisse Neisse, den Fluss unseres Schicksals vor Zeiten Heute dürfen wir dich überschreiten. Nicht als des Hasses hilflose Beute — Nein, als gesicherte reisende Leute. Nicht mehr unheimlich verschlossene Lande Warten ostwärts von Deinem Strande. — Doch mit jedem vorfühlenden Schritt Geht ein Mahnen, ein Fragen mit. Sind sie noch wach, die unsäglichen Schmerzen, aus des Tyrannen heillosem Herzen ausgegossen auf Nachbars Lande/? Wer ward gelautert vom schwelenden Brande? Welle auf Welle sehn wir zerrinnen. Klein alles Planen und Menschenbeginnen! Wellen auf Wellen hinunterfahren. Flüsse zählen nach Hunderterjahren. Wirst Du, solang wir Geschichte schreiben Rätselfluss eine Grenze bleiben? — Und so gehen wir mit zagendem Schritten Gehen von Wind und Sonne umglitten, Gehen von Bangen und Freude bewegt, Bis der geliebte Boden uns trägt! — Neisse, Du Fluss unsres Schicksals vor Zeiten Ostwärts durften wir Dich überschreiten. Wand erung Von weissen (Wolken überflogen von weitem Himmel überblaut spannt sich der hohe Talesbogen, wo altersgrauer Fels durchzogen vom Knieholz und von grünem Kraut. Entdeckend und mit wachen Sinnen Gehn wir wie einst den schmalen Pfad. Schon stürzt der Lomnitz erstes Rinnen Wie feine Silberfäden spinnen Jaeh von des Kamms graugrünem Grat. Wir nahen des Tales letzten Schwellen Dann liegt er vor uns wundergleich, Schwarzgrün mit Krönchen, silberhellen- Ein frischer Bergwind weckt die Wellen Wie einst und je — der kleine Teich! Eduardo Pufzrafh zum 80. Es ist uns Herzenspflicht, auch von dieser Stelle aus Herrn Eduardo Putzrath, Quito (Ecuador) Casilla 2103 unsere allerbesten Glückwünsche auszusprechen. So wie der Jubilar in Breslau allgemein bekannt und beliebt war so hat er im Laufe von 30 Jahren in Quito sich für alles eingesetzt was zum Besten des Judentums war. Nicht nur auf religiösem Gebiete hat er für die Erhaltung des Gttesdienstes als Mitbegründer dieses Minjan gesorgt, sondern ist auf sozialem Gebiet und in anderen Gremien führend tätig. Die Gemeinde Quito hat ihn als Anerkennung in das “Goldene Buch” von Jerusalem und in das des Keren Kajemeth Lejisrael eingetragen. Unser Wunsch ist es, dass er noch viele viele Jahre in Frische und Intensität diese Arbeit zum Besten unseres Judentums leisten möge. Ad Mea Weesrim. Der Vorstand des Verbandes ehemaliger Breslauer 9