Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1969
- Issue
- No. 26 (September 1969)
- Date
- 1969-09-01
- Page
- Seite 7 (sequence 2754)
- Language
- German
- Belongs to
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Namhafte Breslauer In Tel-Aviv Im Verzeichnis der Israelischen Autoren-, Komponisten- und Verleger-Gesellschaft ACUM, Tel- Aviv, die den Schutz der Auffuehrungen und mechanischen Rechte (Schallplatten,. Radio) ihrer Mitglieder wahrnimmt, finden sich auch 3 Namen ehemaliger Breslauer, ueber die hier kurz berichtet sei. Emanuel Bin-Gorion, in Breslau 1903 geboren, lebt seit 1936 in Israel. Er studierte vorher an der Berliner Universitaet und ist als Autor folgender Werke hervorgetreten: Hamaskil Vehaksil (1944), Hordos Uveito (1946), Shvilej Haagada (1950), ferner in deutscher Sprache: Origin of the Religion of Israel (1925), und “Josephus Flavius” (1935). Ein anderer gebuertiger Breslauer ist Jochanan Boehm (1914), der als Instrumentalist, Pianist und Dirigent seit 1936 im Lande wirkt. Er war im israelischen Sender von 1936-1960 tätig. 1960 uebernahm er die Leitung des staedtischen Jugendorchesters in Jerusalem und ist seit 1955 Musikkritiker der Jerusalem Post. Von seinen Kompositionen erwaehne ich u.a. das Konzert fuer Oboe und Streicher, eine Streicher-Suite, ein Divertimento fuer zehn Blasinstrumente und Kammermusik fuer Blasinstrumente. Ein weiterer Komponist, Jehezkiel Braun, stammt gleichfalls aus Breslau (1922). Er studierte an der Tel-Aviver Musik-Akademie, fungiert jetzt dort als Lehrer wie auch am Musiklehrer-Institut. Von seinen Kompositionen sind bemerkenswert: Three Movements fuer Floete solo, das Konzert fuer Floete und Orchester, eine Tanz-Symphonie, eine Kantate, Psalmen, 3 Skizzen fuer Harfe, “Mismor” fuer Streicher, eine Suite für Holzblaeser, Kinder-und Chorlieder Kammermusik, Werke fuer Film und Buehne, sowie Arrangements von israelischen Volksliedern. Einige seiner Werke sind in dem namhaften Tel-Aviver Musikverlag Israeli Music Publications erschienen. — Unsere beiden Landsleute lassen ihre musikalisch-kuenstlerische Persoenlichkeit in ihrem Schaffen recht ueberzeugend erkennen. In diesem Zusammenhang sei auch auf die beiden einst am Breslauer Opernhaus taetig gewesenen Kapellmeister Jonel Patin (leider hier verstorben), sowie Abraham Daus, hingewiesen. Letzterer ist als Komponist der “ Rachel "-Lieder (fuer mittlere Stimme, Floete und Viola) und andrer israelischer Musik hier im Lande geschaetzt und beliebt. Er lebt in Tel-Aviv. Zum Schluss nenne ich den schlesischen, aber nichtjuedischen Komponisten Guenther Bialas, der vor einiger Zeit Martin Bubers Schoepfungsgeschichte, aus der Urschrift uebersetzt, in neuer musikalischer Diktion vertonte. Er ging hierbei von dem Gedanken aus, dass Bubers aufruettelnde Worte zur Besinnung auf den religioesen Ursprung des Menschen gesungen werden muessten, um von allen gehoert zu werden. Dieses Oratorium wurde in Europa mehrfach mit grossem Erfolg aufgeführt. Mit diesem kleinen Hinweis sei nur die Zugehoerigkeit ehemaliger Breslauer zu dem fuehrenden israelischen Kultur- und Musik-Kreis festgestellt. JULIUS SACHS. NEUE MUSIKNOTEN Im Verlag IPA, Tel-Aviv, P.O.B. 4345 sind erschienen: Psalm 66, Hymn to Israel, Shabbat Shalom und Shawua tow, sämtlich geeignet für feierliche Gelegenheiten. J. S. Abschied von Breslau Endlich ist der grosse Tag gekommen, auf den wir seit vielen Wochen gewartet haben. Unser grosses Gepaeck ist schon vor 3 Tagen nach Genua abgegangen und wir wollen jetzt mit dem Handgepaeck hinterher. Wir, d. h. meine Frau, ich und unsere knapp 3 jaehrige Tochter. Das Taxi haben wir fuer 7,30 Uhr bestellt. Frau Bucksch, unsere Aufraeumefrau, laesst es sich gegen unseren Protest nicht nehmen, unser Töchterchen zum Auto zu tragen. Frau Bucksch ist zwar erst 40 oder 41, sieht aber viel aelter aus, und wenn Neugierige sie nach ihrem Alter fragen sagt sie 46, womit sie das Mindestalter von 45 Jahren ueberschritten hat unter dem eine arische Hausangestellte nicht in juedischen Haeusern arbeiten darf. Wir anderen, auch meine Schwiegermutter, die bei uns wohnt, beladen sich mit Handkoffern und Decken und los gehts. Der Hauptbahnhof ist nahe und schon nach 20 Minutan sind wir auf dem Bahnsteig und erwarten das Eintreffen des Zuges. Inzwischen finden sich noch meine Eltern, mehrere Tanten, eine Schwester meiner Frau sowie ein paar Freunde und Bekannte ein. Die Stimmung ist allerseits nicht sehr freudig, wenn auch wir selbst froh sind, dem Schlamassel nun endlich zu entrinnen. Von den Begleitpersonen ist die erwähnte Schwester meiner Frau spaeter in London gestorben, waehrend alle uebrigen ihr Ende in den Gaskammern fanden. Der Zug setzt sich nun in Bewegung und nach wenigen Minuten ueberqueren wir die Ueberfuehrung an der Friedrichstrasse. Aus dem dritten Stock eines Hauses neben dem Bahndamm winken uns Verwandte meiner Frau zu, mit denen wir noch am Vorabend Karten gespielt naben. Die Stadt dreht sich nun wie ein Karussel an uns vorbei und genau so drehen sich unsere Erinnerungen. Die Liebigshoehe mit den Promenaden!, wo wir im Winter auf der “Koenigsbahn” oder “Zwingerbahn” oder “Liebigsbahn” Schlittschuh liefen zu den Klaengen einer Blaskapelle, deren 4 oder 5 Musiker auf einem offenen Podium um einen offenen Koksofen herumsassen und nichtsdestoweniger schrecklich froren. Ihre musikalischen Leistungen waren auch entsprechend. Wir erinnern uns der Spaziergaenge im Scheitnlgerpark, der Besuche in der Schweizerei, dem Schweizerhaeuschen oder dem Terrassenrestaurant. Wir denken an die Sinfoniekonzerte im Suedparkrestaurant. Ich erinnere mich ploetzlich an meine Barmitzwah, wo noch der alte Rabbiner Rosenthal amtierte; beim anschliessenden Empfang im Hause meiner Eltern war ich infolge reichlich genossenen Likoers in etwas, sagen wir, animierter, Stimmung und goss dem damals stellvertretenden Rabbiner Simonsohn s.A, ein Glas Wein ueber seine Sonntagshosen. Derselbe Rabbiner Simonsohn hat uns dann 5 Jahre vor unserer Auswanderung getraut. Ich bin im Leben wenig Menschen begegnet, die so von Herzen Rabbiner und Mensch waren, wie er. Eben taucht die Pauluskirche auf in deren Schatten ich meine Kinder-und Jugendjahre verbracht habe. Die Doppeltuerme zeichnen sich klar gegen den Himmel ab, und wir ahnen schon damals, dass wir das alles nicht mehr Wiedersehen werden. Sind wir traurig, dass wir unsere Heimat verloren haben? Ja und ja und Jal Wir sind entwurzelt worden und wenn man uns auch woanders wieder eingepflanzt hat, es ist nicht mehr das Richtige. Auf fremdem Boden haben wir uns zugewoehnt aber ein richtiges Wurzelschlagen ist wohl nicht mehr moeglich. Wir muessen uns damit abfinden; das ist das Leben. Aber es haette nicht so sein muessen. BODO LANGER „Zwichen Ostser und Donau11 Der Verlag Ch. Jaeger & Co, Hannover, Hutlebuschweg 7 hat dieses hochinteressante Buch herausgebracht, das besonders gute Kritiken hat und sich als Haus und Familienbuch besonders eignet. Es gibt wissenschaftliche und allgemeine Übersicht in einem Stil der leicht lesbar ist und viel dem Einzelnen vermittelt. Das Buch kann über das Deutsche Konsulat des Landes, in dem man wohnt, angefordert werden, da es vom Auswärtigen Amt kostenlos zur Verfügung gestellt wird. In diesem Verlag sind eine ganze Reihe ähnlicher Bücher erschienen wie zB. “Die Reichstage der Weimarer Republik” “Das Weltbild im Wandel der Zeiten ”etc. Breslau so wie es war Professor Emst Scheyer, Mitglied unseres Verbandes, hat einen herrvoragenden Bildband herausgegeben, in dem 174 Abbildungen erstklassiger Aufnahmen aus dem Breslau wie es war zu sehen sind. Wir erhielten ein Prospekt, in dem Bilder Zusehen sind, die alle interessieren, lebendig und lebensnah, ua. Rathaus, Tippelmarkt, Sandin6el. Käse Böhm us.w. Es ist ein Andenken an diese einst lebendige Stadt. Zu beziehen durch Droste Verlag und Druckerei, 4 Düsseldorf 1 Pressehau», Martin Luther Plate Abteilung Bachverlag (Westdeutschland) . Das Vorwort hat Günther Gruadmann geschrieben. Der Verlag gibt einen grossangelegten Katalog 1969 heraus, der eine grosse Zahl wertvoller Bücher anzeigt. Wir sind gebeten worden darauf hinzuweisen und bitten Interessenten sich direkt mit dem Verlag lt. oben erwähnter Adresse in Verbindung zu setzen. AUS DEM ARBEITSPROGRAMM UNSERES VERBANDES Am 27. Mai fand im Dan-Hotel, Tel-Aviv ein hochinteressanter Vortrag von Herrn Dr. Franz Meyer (früher Breslau) über die Rollen von Qumran” statt, Der Ort, am Toten Meer gelegen, ist dadurch berühmt geworden, dass seit ca. 1947 dort alte Handschriften, die Ereignisse unserer Vergangenheit widerspiegeln, gefunden wurden. Der Vortragende, durch den Verbandsvorsitzenden Herrn Emst Tauber begrüsst, wusste sich mit dem Thema und seinen Begebenheiten in lichtvollen Worten auseinanderzusetzen, sodass eine höchst wertvolle Rückblende besonderer Art erstand,—Eine Reihe von Eineelfragen wurde ln der anschliessenden Diskussion erörtert. Herrn KARL LUDNOWSKL Haifa, Rehow Michal 1 innigste Teilnahme zum Ableben seiner Gattin HEDWIG Moache Garflnkel u. Familie, Ramat-Gaa