Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1969
- Issue
- No. 26 (September 1969)
- Date
- 1969-09-01
- Page
- Seite 4 (sequence 2751)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Alfred Wiener 1× ep/1506311
- David Kaufmann 1× ep/1000043
- Guido Kisch 1× ep/1026184
- Hermann Cohen 1× ep/1004894
- Julius Guttmann 1× ep/1002777
- Kurt Wilhelm 1× ep/1024223
- Markus Brann 1× ep/1011647
- Max Wiener 1× ep/1013532
- Michael Guttmann 1× ep/1041410
- Moritz Steinschneider 1× ep/1026314
- Wrocław 1× ep/1002369
- Zecharias Frankel 1× ep/1007681
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Man ist heute gewöhnt, grosse Organisationen, Zeitschriften u.s.w. mit Anfangsbuchstaben zu benennen. So sind heute die von den UN (United Nations) begründeten Organisationen unter ihren Anfangsbuchstaben bekannt: am geläufigsten ist wohl die Abkürzung UNESCO. Aber auch schon früher bezeichnete man im jüdischen Bereich Einrichtungen mit ihren Anfangsbuchstaben, so wie ICA (Jewish Colonisation Assosation), die Siedlungsgesellschaft des weit voraus blickende Barons Moritz von Hirsch, oder den DJGB, dem jetzt vor 100 Jahren begründeten Deutsch-Israelitischen Gemeindebund. Am vertrauesten wohl ist in Fachkreisen die Abkürzung MGiWJ, die Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums, die 1851 von mutigen Gelehrten des Breslauer Kreises geschaffen wurde, kurz bevor das jüdischtheologische Seminar gegründet wurde, und die bis 1938 immer von Dozenten des Breslauer Seminars redigiert wurde. Der erste Herausgeber war Zacharias Frankel, damals noch Rabbiner in Dresden, dann der erste Rektor des Breslauer Seminars. Nach ihm redigierte Hirsch Graetz die Zeitschrift, einige Jahre zusammen mit dem früh verstorbenen Berliner Rabbiner und Dozenten Pinkus Fritz Frankl. Als Graetz das 70. Lebensjahr überschritten hatte, musste die Monatsschrift von 1887 bis 1891 eingestellt werden. Erst 1892 fand sich ein neuer Redakteur in Markus Brann, dem getreuen Interpreten von Graetz, der die Zeitschrift, zunächst zusammen mit dem jung gestorbenen David Kaufmann, leitete. Nach Brann’s Tod, 1920, übernahm Isak Heinemann die Redaktion bis zum vorletzten Band 1938. Der letzte Band 1939 wurde unter grossen Schwierigkeiten von Leo Baeck redigiert. Als auf Anregung des Glogauer Rabbiners Leopold Lucas die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums 1902 gegründet wurde, gab sie bald die Monatsschrift als ihr Organ heraus. Schon vor bald 35 Jahren bemühte man sich, ein Gesamtregister der bis dahin erschienenen 75 Bände zu schaffen. Rabbiner Akiba Bernhard Posener in Kiel, damals schon in Jerusalem, hat es in mühseliger Arbeit in übersichtlicher Form in zwei Teilen 1938 in Breslau herausgegeben. Die Als jüdischer (Forts, von Seite 3) neue Erkenntnisse, sie zeichnete sich dadurch aus, dass sie völlig unsystematisch war. Oft sprang er von einer Materie auf die ihr benachbarte. Wer die Lehrweise im Talmud kannte, hatte den Eindruck, dieser Mann hat einmal mit Erfolg auch ein Blatt Gemarah lesen können. Und in der Tat sein Oberarzt, Prof. Felix R. Sohn des Breslauer Gemeinderabbiners R. hat mir versichert, dass das Gesamtwerk des Talmud in der obersten Reihe von Minkowskis umfangreicher Bibliothek Platz hatte. Als man in einer Privatgesellschaft über die Taufe sprach, die in dem damaligen Deutschland als Eintrittskarte zur Erlangung einer Professur erforderlich war, hörte ich aus seinem Munde: “Ich bin mich an SEI” naukejm gewesen (habe mich an “denen” revanchiert) 9 Privatdozenten gingen nämlich aus meiner Klinik hervor Andere Steh- Christen — so nannte man die als Erwachsene- Gptauften im Gegensatz zu den Liege — Christen, die als Babys liegend die Taufe erhalten hatten — gab es noch viele, so z.B, den bedeutenden Augenarzt Prof. Bielschowski, der wegen seiner erfolgreichen Schieioperationen auch Schielbowski genannt wurde. Er war gegen den Wunsch der medizinischen Fakultät als Nachfolger des Ariers Uhthoff berufen worden. Als nun Prof. B. bei dem gleichfals getauften Professor der Pharmakologie Pohl seine Antrittsvisite machte, begrüsste ihn die- MGWJ Situation wardamals schon recht schwierig. Nur wenige Exemplare des ersten Teils sind in den Bibliotheken zu finden, fast kein Exemplar des zweiten Teils. Die Gestapo hat offenbar schon damals fast alles vernichtet. Die letzten 8 Bände sind später von dem Münchner Rabbiner Leo Baerwald; jetzt in USA, in der von Guido Kisch herausgegebenen Gedächtnisschrift des Breslauer Seminars (I. C. B. Mohr Tübingen 1963) registriert worden. Nunmehr hat das Leo Baeck Institut, welches wohl in gewisser Hinsicht als Nachfolger der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums angesehen werden kann, ein Gesamtregister für alle 83 Bände herausgegeben. (Gesamtregister zur Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums 1851 bis 1939, Tübingen 1966 I.C.B. Mohr 250 Seiten). Wenn man in dieser sorgfältigen Arbeit blättert, die von jüdischer Wissenschaft in fast 100 Jahren Zeugnis ablegt, so findet man die bekanntesten Namen jüdischer Gelehrten. Vornehmlich ist sie vom Breslauer Seminar beeinflusst. Wir finden ausser den genannten Redakteuren die Dozenten Israel Lewy, Michael Guttmann, Rabin, Lewkowitz, Horovitz, Wahrmann u.a. aber auch viele der Absolventen, von denen nur Hermann Cohen, Guedemann, Bacher, Benno Jakob, Eschelbacher, Perles, Vogelstein, Rieger genannt seien. Aber die Monatsschrift ist weit davon entfernt, eine “Hauszeitschrift” des Seminars zu sein, wie es Baerwald formulierte. Auch das orthodoxe Seminar in Berlin mit seinen Dozenten David Hofmann, Barth, Eppe ns te in, Sperber ua.w., und die Berliner Hochschule für die Wissenschaft des Judentums mit ihren Dozenten Maybaum, Baneth, Elbogen, Taeubler, Max Wiener, Julius Guttmann, Torzyner, Albeck u.s.w. sind hier vertreten und die Schüler dieser beiden Lehrstätten wirken hier Im Geiste ihrer Lehrer. Es seien nur wenige Namen genannt: Rosenzweig, Goldmann, Herlitz, Alfred Wiener, Auerbach, Bassfreund. Darüber hinaus sind nicht wenige Gelehrte aus vielen Ländern zu finden, so der Altmeister Moritz Steinschneider, ferner der Grande Rabbin Israel Levy, aus England Gaster, aus Daenemark Simonsen, aus Ungarn Immanuel und Leopold Loew, Samuel Kohn, Kraus, und viele, viele Andere. In einem Vorwort von Kreutzberger wird der Dank an die Mitarbeiter die ses Gesamtregisters ausgesprochen, zu denen auch mein Studiengenosse und Kollege Eugen Gaertner (später Braunschweig) gehört. Es ist nur eine winzige Anzahl von Gelehrten, die hier herausgegriffen werden. Aber diese bunte Auswahl zeigt schon, dass sich hier die besten Kräfte zusammenfunden haben, die Niveau und Format der Wissenschaft des Judentums in fast hundert Jahren bestimmt haben. Was das Leo Baeck-Institut hier geschaffen hat, wirkt im Sinne seines unvergesslichen Namensgebers in die Zukunft. Die Arbeit erschliesst der Wissenschaft erstmalig den Inhalt aller Bände dieser Zeitschrift, Der Stockholmer Rabbiner Kurt Wilhelm schreibt: “solange es eine jüdische Wissenschaft gibt, wird diese Monatsschrift zitiert werden und späteste Forschung wird immer wieder zu ihr zurückfinden”. Rabbiner Dr. Neufeld Dr, Karl Sachs wird 70 Dr. Karl SACHS aus Breslau, jetzt Arzt in New York, begeht am 7. September seinen 70. Geburtstag in Lugano. Sein reiches Können, seine Medizinstudent ser mit der witzigen Bemerkung: Grüss Gott! Herr- College, sind Sie “unberufen” auch da? Als Nachfolger und Schüler des berühmten Prof. Neisser war auf dem Lehrstuhl der Darmatologie Geh. Rat Jadassohn tätig, Oft wurde dieser von Hautkranken aus der ganzen Welt als letzte Instanz aufgesucht. So kam auch einmal zu ihm ein wohlhabender Pole, der bereits sämtliche Dermatologen Europas consultiert hatte, um Heilung seines Ausschlages an Arm und Stirn zu suchen. Auf Anhieb fragte ihn Prof. J: Legen Sie vielleicht Tefillin? Auf die bejahende Antwort des verblüfften Mannes fragte J. weiter: “Vielleicht haben Sie diese vor einiger Zeit nachfärben laslen? Bringen Sie mir sie her”. Und in der Tat eine Testimpfung von dem Material der Gebetriemen an anderen Körperteilen bewies den diagnostischen Scharfsinn des allerdings “vorgebildeten” Arztes. Die Reihe der Renegaten als Abteilungsleiter oder Directoren an klinischen Instituten der Breslauer medizinischen Fakultät tätig waren, liesse sich um eine beträchtliche Zahl vermehren, so z. B. den Director der Frauenklinik, den Chef der Hals- Nasen- Ohrenabteilung, des physiologischchemischen Laboratorium, des Gerichtsärztlichen Institutes. Sicherlich waren es alle hervorragende Kenner. Ihr Wissen freilich gab dem Juden nicht die Eignung zum Lehrer an einer deutschen Universität. beste Kraft widmet er erfolgreich seinen ihn hochschätzenden Patienten. Jedoch — schon Bruno Walter sagte einst: “Ich bedauere die Menschen, die nur die Arbeit kennen”. Also vertauscht unser Jubilar in seiner kurz bemessenen Freizeit — ein Arzt muss ja Tag und Nacht zur Verfügung stehen — die ärztlichen Instrumente mit den musikalischen und stellt in seinem Freundes- und Kollegenkreis, im Doctors Orchestra, in der Kammermusik, geigerische Diagnosen. Unser heisser Wunsch zu seinem Jubeltage ist es, dass er noch lange Zeit erfreuliche Jahre die ärztliche Kunst des Alltags in Harmonie mit der erhabenen holden Kunst verbinden möge, wie dies auch in seinem unvergessenen Elternhaus üblich war. Ad mea we’essrim! J. SHAOOLY — GIFT - '7INI11 GOLD and SILVER JEWELLERY ART OBJECTS Big Selection of religious articles for BAR-MIZ VA: Kosher Tfilin, Talith, Sidur, Bibles etc. Orders accepted and firwarded to any place in the world. Recommended by the Government Tourist Corporation. Tel-Aviv, 62 Ben-Yehuda St. — Tel. 220138 n n v> rnü) 4