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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1969-04-01 · No. 25 (April 1969) · p. Seite 10

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1969
Issue
No. 25 (April 1969)
Date
1969-04-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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(Forts, von Seite 9) Glauben Sie an eine ausgleichende Gerechtigkeit, Herr Wachtmeister? “Ich weiss nicht, mein Herr, ich mache mir keine Gedanken darüber” — Fahren Sie mit nach BRESLAU, da kann ich Ihnen alles erklären, damit Sie es Ihren Kindern weitererzählen können... was das ist: KINDHEIT und JUGEND und HEIMAT und NA¬ TION und DEMOKRATIE und HUMANISMUS, wissen Sie... das ist da alles begraben, in einem grossen Massengrab, aber wenn wir beide — wir leben doch — wenigstens scheint es mir so — also wenn wir beide den Mut haben, nichts totzuschweigen, sondern die innere Kraft haben, offen zu sagen... “das habe ich getan und darum wurden wir gestraft... und... und... Ja, ja, mein Herr, nun gehen Sie schön ruhig nach Hause, wenn Sie wollen, begleite ich Sie ein Stück. Sehen Sie, der Autobus fährt doch erst in 3 Tagen und da haben wir noch viel Zeit. Gute Nacht, sagte ich, aber der Wachtmeister ging an meiner Seite und begleitete mich bis zu meiner Haustür. Es waren nur einige Strassen zu überqueren. Er wartete bis ich die Haustür von innen geschlossen hatte, legte 2 Finger an die Mütze und ging langsam zurück. Da erst fiel mir auf, dass er sehr gross war und etwas gebückt ging, als hätte er Furcht, oben anzustossen. Seine Schritte hallten in der leeren Strasse... müde kroch ich die Treppen hoch und schlief bald ein. Am nächsten Tag stand ich sehr früh auf und ging gleich zu meinem Autobus! Der Platz war leer, ...hier stand er doch, an der Grünfläche... die Blumen standen in Reih’ und Glied... Ich suchte in der ganzen Gegend, da war kein Autobus zu sehen. Etwas später öffneten die Läden und ein Mann ordnete Obstkisten... und baute sie sehr ordentlich vor seinem Laden auf. “Da war mein Bus gestanden”... Hier steht nie ein Bus, sagte der Mann, kommt garnicht in Frage, würde mir ja mein ganzes Geschäft ruinieren... Auch dem Friseur nebenan war von einem Autobus, der gelb lackiert war und ein grünes Dach hatte ...nichts bekannt! Auf dem Polizeirevier wusste man auch nichts, ...und so ein grosser Polizist sei in ihrem Revier auch unbekannt... Der Polizist, der Nachtdienst hatte, sei — im Gegenteil — klein und eher dick... Heinz Z. Herz, New-York Unserem ständigen Mitarbeiter Herrn Rabbiner Dr. NEUFELD und FRAU allerherzlichste Glückwünsche zur goldenen Hochzeit. Gesundheit und Vitalität bis 120. Verband ehemaliger Breslauer Ernst Tauber 1. Vorsitzender Melodien die Frende bereifen KLASSISCHE UND MODERNSTE SCHALLPLATTEN in grosser Auswahl warten auf Sie RADIO - UNION H. W. ROBERT (früher Breslau) Tel-Aviv, Dizengoff Str. 116, TeL 248526 GEDENKEN Ich sah in dem spiegelnden Raum Auf einmal den blicken Schein, Ich hörte ein schmeichelndes Wort Und dachte nur, nichts ist mein. Es haben sich Augen getrübt, Mein Leben ins Licht zu heben, Es haben sich Hände gemüht, Mir sichres Geleit zu geben. Verdorrt und vertrocknet der Tag, Dass immer mein Trank bereit, Durchwacht und durchgrübelt die Nacht Für meine Geborgenheit. Ihr Liebenden gabt meiner Welt Den hellen, festlichen Rahmen, Wie mahnende Schrift an der Wand Erscheinen mir eure Namen. ELSE MEIDNER Rabbiner Baruch Rabinowllz s.A. Tel-Aviv — früher Johannisburg In Nummer 24 zu Rosch Haschana würde der Leitartikel “T’schuwah” von dem Obengenannten geschrieben, und viele Zuschriften zeigten uns den Widerhall dieser herrlichen Worte und des lebensnahen Inhalts. Jetzt sind wir schwerem Herzens gezwungen, ihm einen Nachruf zu schreiben. Ein Gehimschlag inmitten einer Sitzung machte seinem Leben nach wenigen schweren Tage ein jähes Ende. Geboren in Jerusalem, studiert in Frankfurt und Berlin, hat er neben grossem Thora- und Talmudwissen eine ungewöhnliche Beschlagenheit in allgemeiner Bildung an den Tag gelegt. Er vereinte alle Vorzüge eines “Talmid Chacham” mit weltlicher Einstellung. Als Direktor einer Schule in Jerusalem ging er auf Bitten von Raw Meier Berlin s.A. nach Johannisburg (Südafrika) und baute dort eine Mustergemeinde auf, brachte die Jugend zum religiösen Judentum und wirkte mit seiner Gattin Rabbanait Nechama Rabinowitz, der wir ein langes Leben wünschen, auf den verschiedensten Gebieten. Nach 26jähriger Tätigkeit kehrten Beide nach Israel zurück, wo ihre Töchter, verheiratet mit angesehenen Akademikern, wohnen. Und der Raw arbeitete trotz seiner Pensionierung geistig weiter, war beliebt durch seine grossen menschlichen Fähigkeiten und die Art seiner Vorträge. Im “Bet Hamoreh”, der aus mitteleuropäischen Einwanderern gegründeten Synagoge von “Ichud Schiwat Zion”, Tel-Aviv, bereicherte er an jedem Schabath die “Tfüla” durch seine ausgezeichneten Erläuterungen zum Wochenabschnitt. An den Schloschim fand eine würdige Gedenkfeier im Rahmen dieser Gemeinde statt, wo der frühere Oberrabbiner von Johannisburg, Prof. Dr. I. L. Rabinowitz, Rabbiner Dr. Weinstein. Beide jetzt in Jerusalem, der Vorsitzende des Rabbinatsgerichts in Tel-Aviv, Raw Sch. Werner, Dr. Gerz als Vertreter der Einwanderer aus Südafrika, Raw Ansbacher für die Gemeinde Ichud Schiwat Zion und Erich Lewin im Namen der Beter des “Bet Hamoreh” seiner liebend gedachten. Der Oberkantor der Gemeinde Jakob Samek und der Kantor I. Weinreich umrahmten würdig diese Gedenkstunde. Er bleibt uns Wegweiser für unser Leben. Martin ~ ‘ s.A. (New-Yoik) Mit grossem Schmerz erfuhren wir von dem Ableben des rührigen Sekretärs der “Society of Friends from Breslau” New York, der noch in Nummer 24 einen sehr beachtenswerten Artikel über “Breslau, der bedeutendste Umschlagplatz vom Osten zmn Westen” schrieb. Er hat es noch erlebt, dass man an seinem Krankenbett ihm den Originalartikel vorlas. Seine Stellung in der Getreidebranche an der Breslauer Börse, seine Ehrenämter, sein lauterer Charakter bleiben unvergesslich. Sechs Jahre hat der Unterzeichnete fast tägüch ihn bei seiner Arbeit beobachten können und war von seiner Vielseitigkeit und der Art seiner kaufmännischen Fähigkeiten begeistert. Unsere Teilnahme gilt der Gattin, den Töchtern und der “Society from Breslau”. E. L. Nachstehend eine Würdigung der New Yorker Tätigkeit: In New York haben MARTIN GUTHMAN und seine Ehefrau Frances, geb. Schlesinger schwer gearbeitet, um sich im neuen Land eine neue Existenz aufzubauen. Aber mit der ihm eigenen Energie ist es ihm gelungen, sich im Laufe der Jahre durchzusetzen und sich auch ein schönes Heim zu schaffen, in dem Gastfreundschaft geübt wurde, wie einst in Breslau. Freude hatte er an dem Heranwachsen der beiden Töchter und seiner Enkelkinder; die Hochzeit der ersten Enkeltochter hat er leider nicht mehr erleben können. Der “SOCIETY OF FRIENDS FROM BRES¬ LAU” schloss er sich bald nach der Gründung an und nach dem Ableben unseres Schatzmeisters BORN übernahm er das verantwortliche Amt, das er ca 15 Jahre inne hatte und vorbildlich bis zum letzten Atemzug führte. Ihm lag das Schicksal jedes einzelnen Mitglieds am Herzen und jede Zusammenkunft des Vereins war für ihn ein freudiges Erlebnis, besonders wenn er durchreisende Gäste als alte Freunde begrüssen konnte. So sind es nicht leere Worte, wenn gesagt werden kann, dass die Erinnerungen an diesen guten Menschen und treuen Freund in Ehren gehalten werden von Allen, die ihn kannten und die einen Teil des Lebensweges mit ihm gehen konnten. E. W. Arlhur Dombrowsky s.A. Eigentlich wollten wir ihm in diesem Blatt zum 80. gratulieren, aber es ist leider ein Nachruf geworden. Vielseitig gebildet, besonders fein und ruhig, so ging er durchs Leben, das ihm oft Schweres auferlegte. Aber er nahm es mit Geduld auf sich Im Vorstand des Verbandes galt sein kluger Rat und seine Vorsicht. Nach überaus schweren Jahren — er verlor seine Frau nach langer schwerer Krankheit in Israel — brachte ihm eine zweite Ehe noch Lichtblicke in sein Leben. Aber auch da stand er eines Tages nach dem Heimgang dieser edlen Gattin (Ilse Steinitz, Tochter des bekannten Augenarztes Sanitätsrat Dr. Schlesinger vom Breslauer Gemeindevorstand) allein da. Sein Sohn, Schwiegertochter, Enkel und die Tochter seiner zweiten Frau mit Familie suchten ihm den Lebensabend trotz seiner schweren Krankheit noch schoen zu gestalten und zu erleichtern. Seine Beliebtheit kam durch ausserordentlich grosse Teilnahme an seiner Bestattung zum Ausdruck. Der Sekretär des Verbandes sprach herzliche Abschieds worte. 10 A95D

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