Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1969
- Issue
- No. 25 (April 1969)
- Date
- 1969-04-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/7411685-7412934-7496932--0246-7412945- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Paula Levy s.A. Am Schabat T’schuwa ist sie nach schwerer Krankheit entschlafen. In Nummer 24 gratulierten wir ihr noch zum 85. Ihr Haus mit ihrem Gatten, Zahnarzt Dr. Georg Levy s.A., Stützpunkt des Zionismus, geistige Atmosphäre, Liebe zur Musik und zum Dichten brachten stets viele Freunde. Hier wurde vielen die Liebe zu Palästina-Israel näher gebracht. Bis zu ihrer Krankheit half sie Blinden und schrieb die Bibel in mühevoller Arbeit in Brailschrift trotz eigener Augenstörung. Ihre Kinder und Enkel umgaben sie bis zum letzten Moment mit viel Liebe. In unserem Aktionskomitee war sie in gesunden Tagen mit klugem Rat tätig. Möge ihr die von ihr so geliebte Erde Israels leicht sein. Hermann Zwi Ormianer s.A. Wer erinnert sich nicht an den Strom, der aus Polen kommenden Juden nach Breslau um 1920 herum. Unter ihnen war Hermann Ormianer, noch jung, voller Energie. Er eröffnete eine Säckegrosshandlung, die sich besten Rufes erfreute. Mit seiner Gattin, geborene Rosenberg, deren Vater bereits 1912 aus Polen nach Breslau kam, gründete er ein echt jüdisches Haus, voll Leben und Freude. Als streng orthodoxer Jude stand er mitten im Leben und verband Ost und West in bestem Sinne. Seine herrlichen Nigunim (Melodien) am Vorbeterpult, sein Leinen war ein Erlebnis. In Tel-Aviv setzte er alles so fort, wie er es in Breslau hielt. Das jüdische Haus, vergrössert durch gute Söhne, Töchter und Enkelkinder, war immer Mittelpunkt treuer Freunde und aller Verwandten. An den Schloschim versammelten sich an seinem Grabe der Sadegorer Rebbe “Admor Friedmann” mit seinem Gefolge, viele alte Breslauer Freunde, Gelehrte und Verwandte. Erich Lewin vom Verband der Breslauer zeichnete den Verstorbenen, den er 48 Jahre kannte und dessen Lebensführung uns allen richtunggebend sein soll. Ein stiller Gerechter ist dahingegangen. Dr. Benno Liegner s.A. Aus Amerika erreichte uns die traurige Nachricht vom Ableben des in Breslau und in New Yersey sowie in New York bekannten und beliebten Frauenarztes. Präsident der Bnei-Brith — Leo Baeck Loge, New York, Mitarbeiter im Bnei Brith council in Washington, galt seine Fürsorge den Einwanderern aus Deutschland. Er hat es verstanden, die Fähigkeiten dieser Neuangekommenen in die richtigen Wege zu leiten und ihnen den Einordnungsprozess zu erleichtern. Seiner Gattin unsere innigste Anteilnahme. Verband ehemaliger Breslauer in Israel WIR KONDOLIEREN Herrn Erich Schoengut und Frau Betty geb. Neumann, Tel-Aviv, zum Ableben ihrer Mutter Klara Neumann geb. Blasse (Frau des Mitinhabers des bekannten Kaufhauses S. Blasse, Breslau, Graupenstrasse). Eine Würdigung ist ihr zum 80. Geburtstag in Nummer 22 unseres Verbandsblattes zuteil geworden. Sie hat im Kreise ihrer Kinder, umgeben von Liebe, noch einen schönen Lebensabend bis zuletzt gehabt. Ehre ihrem Andenken. Herrn HERBERT MAZUR und seinen Kindern, Ramat Gan zum Ableben der treuen Gattin und guten Mutter. Herrn MAX KOCHMANN und Frau, Haifa, Wedgwood Ave 12 zum Ableben ihrer teuren Mutter. Alfred Schönfeld s.A. SDE WARBURG (ISRAEL) Vor einigen Wochen verstarb nach längerem mit grosser Geduld ertragenen Leiden Alfred Schönfeld, der in seiner Siedlung und weit darüber hinaus wegen seines lieben geraden Wesens, seiner ausserordentlich freundlichen Art überall sehr geschätzt und geehrt wurde. Aus Breslau erst 1940 mit seiner Gattin unter grössten Schwierigkeiten ins Land gekommen, wohin er seine beiden Töchter voraussandte, hat er mit grösster Geduld und allem Kraftaufwand sich auf Landwirtschaft umgestellt und schwer gearbeitet. Dann war er in der Versicherungsbranche tätig und hat sich mit seiner feinen Art die Herzen aller, mit deren er Fühlung hatte, erobert. Sein Gelübde — wenn er gerettet wird — eine Synagoge in Israel zu bauen hat er eingelöst und die Siedlung weist ein überaus schönes “Beth Haknesseth” auf dank seiner unermüdlichen Hingabe und Arbeit. Am 30. Tage nach seinem Hinscheiden versammelten sich die Dorfbewohner und Freunde vor der Synagoge, wo seinem Wunsch gemäss Bäume zu seinen Ehren gepflanzt wurden. Eli Rosenblatt sowie Tierarzt Dr. Fröhlich (früher Ratibor) würdigten in bewegten Worten sein Werk. Im “Bet Haknesseth” sprach nach dem Minchagebet Chawer Borinski, Sde Warburg und Erich Lewin über diesen so beliebten Mann und Freund der als Vorsitzender des religiösen Rates, als Mitglied vieler Gremien, als Mann des Friedens grosses leistete. Der Gattin, den Töchtern, Enkeln und der weiteren Familie unsere innigste Teilnahme. Sie verband mit dem Verstorbenen ein starkes Band der Liebe. Nach dem Lernen iMischnajoth) durch Herrn Amon Maariwgebet und Kel Male Rachamim endete diese würdige, schlichte Feier, die ein Beweis der Wertschätzung für den Heimgegangenen bedeutete. Chajim Witt s.A. In hohem Alter und doch noch sehr rüstig ist er still wie er gelebt hat heimgegangen. Aus Posen stammend war er von 1920 bis 1925 der Direktor der s.Zt. neugegründeten jüdischen Schule in Breslau und zugleich Leiter des Rhedigerheims. Er hat es ierstanden, mit besonders ausgestatteten pädagogischen Fähigkeiten diese schwere Aufgabe zu meistern und ungern liessen wir ihn nach Marburg ziehen, wo er das einzige jüdische Institut für schwer erziehbare Kinder mit Hingabe und viel Verständnis leitete. Auch in Israel erfüllte er diese Aufgabe 15 Jahre unter besonders schweren Bedingungen. Wir sprechen der Gattin, den Kindern und der weiteren Familie unsere innigste Teilnahme aus. Sein Sohn ist hier im Lande ein bekannter Leiter einer sehr gut geführten religiösen Schule. Viele seiner früheren Schüler und Verehrer werden mit Wehmut die Nachricht von seinem Heimgang lesen. Wir werden ihn nicht vergessen, denn er war einer von uns. Verband ehemaliger Breslauer Bei Drucklegung unserer Zeitung erreicht uns die traurige Nachricht vom plötzlichen Heimgang des Treasurers der Society of Friends from Breslau Herrn MAX BAENDER, New York und sprechen wir der Familie sowie der SOCIETY in New York unsere aufrichtige Teilnahme aus. Wir behalten uns vor, in unserer nächsten Zeitung eine Würdigung seiner Persönlichkeit zu bringen. Verband ehemaliger Breslauer Zum Tode von Fritzi Massary Nun ist auch sie nicht mehr, die einst der Operette neuen Auftrieb gab. Ihre Karriere begann in Berlin im Metropol-Theater, als sie zusammen mit Joseph Giampietro, einem grandiosen •Komiker-Darsteller, engagiert war. Sie wurde zur Königin der Operette, und sie war mit der Glanzzeit der Operette jener Jahre aufs engste verbunden. Ob sie sang, ob sie sprach, ob sie spielte, es lag Charme in ihrem Spiel, es war Grazie in allem, was sie sagte. Sie machte aus den Melodien von Löhar, Kalman, Künnecke, Leo Fall, Oskar Straus und Robert Stolz eine spezielle Musik, sie gab ihnen ihre eigene Note. Was sie auch darstellte, gab sie geistreich, wo sie auftrat, war sie das Erlebnis, stets faszinierend und vollkommen. Mit einem Augenzwinkern, mit einer Handbewegung schuf sie unnachahmliche Wirkungen. Die Hanna Clawari (Lustige Witwe) war eine ihrer besten Rollen. Das Kapriziöse dieser heiteren Figur war ihr auf den Leib geschrieben. Die Adele der “Fledermaus” war ihre Lieblingsrolle. Wie wusste sie mit Einstein zu flirten, mit welch treffender Gestik zupfte sie die ihr nicht passende Robe der Rosalinde im Ballakt zurecht, wie amüsierte sie sich über den “Herrn Marquis”! Was sang sie noch alles: in Madame Pompadour, in den Perlen der Cleopatra, in dev Grossherzogin von Gerolstein, in Polenblut und in unzähligen anderen Operetten! Es waren stets Gala-Abende, wenn sie auf trat. Als “Eine Frau, die weiss, was sie will”, heiratete sie Max Pallenberg, einen der grössten Darsteller jener Zeit. Und sie wusste es auch, als Bruno Walter sie aufforderte, die Carmen zu singen, und sie das ablehnte. Sie hatte sich eben ganz der leichten Muse verschrieben, die für sie jedoch ernste Kunst war.Fritzi Massary war eine der ganz Grossen. Die Künstlerin hat auch oft in Breslau gastiert. Julius Sachs VERBANDS-CHRONIK Das gesellige Treffen der ehemaligen Breslauer in Tel-Aviv am 9. März 69 im Cafö Noga war mit künstlerischen Beiträgen der Opernsängerin Esther Admon, des Humoristen Moshe Goldmann und mit interessantem Vortrag von Dr. Klaber ausgestattet. Der Abend war unter Leitung unseres Vorstandsmitgliedes Julius Sachs, der in schönen Versen als Conferencier fungierte, sehr gelungen. L. WER BESITZT noch alte Telefonbücher, Adressbücher, Grundstückszeichnungen, Branchenverzeichnisse oder andere Anlagen aus Breslau zur Beweisführung für Liegenschalten. Bitte sich zu melden an den Verband ehemaliger Breslauer, Tel-Aviv, Karl Netterstr. 7 (Erich Lewin). WIR WEISEN DARAUF HIN, dass im Bulletin No. 40 des Leo Baeck Institut ein Artikel zu finden ist: “Das religiös-liberale Schulwerk in Breslau 1933—1937” von Rudolf F. Schaeffer. Wer kannte OSKAR UNIKOWER, Elektrogeschäft, Breslau Gartenstr. bezw. dessen Töchter Erika, Liselotte Lustig, weiter Franz Mendelsohn, Rechtsanwalt, Breslau, Kaiser Wilhelmstr. angeblich 1939 nach Kapstadt (Südafrika) ausgewandert bezw. dessen Sohn Stephan. Zuschriften für beide vorgenannten Fragen an Rudolf Wassenberg, 41 Duisburg, Blumenstr. 57, Westdeutschland. 11