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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1968-09-01 · No. 24 (September 1968) · p. Seite 11

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1968
Issue
No. 24 (September 1968)
Date
1968-09-01
Page
Seite 11 (sequence 2724)
Language
German
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Er hat sich um Breslau verdient gemacht Breslau kann sich rühmen, namhafte Juristen hervorgebracht, ihnen Heimat und Wirkungskreis gegeben zu haben. Einer von diesen, um den es nach seinem 75. Geburtstag, nach dem 14. Januar 1933, still wurde, der im Zuge der nationalsozialistischen Verfolgung zwei Monate später, am 16. März 1933, nachmittags Breslau verlassen musste, war Geheimer Justizrat Dr. h. c. Adolf Heilberg. Zur Zeit, als Oberbürgermeister Dr. Bender die Leitung von Schlesiens Hauptstadt übernahm, zog der junge Breslauer Rechtsanwalt in die Stadtverordnetenversammlung ein. Ihr hat er jahrzehntelang als Mitglied angehört, ihre Verhandlungen lange Zeit als Stadtverordnetenvorsteher geleitet. Als Mitglied der Deutschen. Demokratischen Partei, der Staatspartei, wie sie sich zuletzt nannte, hat er für diese noch bei den Breslauer Stadtverordnetenwahlen im März 1933 kandidiert. Breslau und seiner Stadtverwaltung hat seine ehrenamtliche Arbeit viele Jahre hindurch neben reichlicher vielseitiger anderer ehrenamtlicher Tätigkeit gehört. Als Georg Bender, einer der bedeutendsten Männer an der Spitze der Breslauer Stadtverwaltung, 1918 seinen 70. Geburtstag beging, widmete der Verein für Geschichte Schlesiens diesem seinem Ehrenmitgliede am 31. Dezember 1918 eine umfangreiche Festschrift. Adolf Heilberg hat in dieser die grossen Aufgaben aufgezeigt, die die Breslauer Stadtverordnetenversammlung und die Breslauer Stadtverwaltung vor dem ersten Weltkriege zu bewältigen hatten. Unter dem Titel “Breslaus grossstädtische Entwicklung unter Georg Bender, 1891/1912’' zeichnete Heilberg den Weg Breslaus und seines Oberbürgermeisters in jener Zeit, einen Weg, den er mit diesem im Gleichschritt zweier Freunde, die sie beide in diesen Jahrzehnten geworden waren mitgegangen ist. Wie Heilberg in dieser Festschrift seinen Freund Bender in der eigenen bescheidenen Art sagte, hat er diesen Weg “angedeutet, eben nur angedeutet”, in der Tat aber hierbei ein Bild gemeinsamer Arbeit gegeben, den Weg Breslaus zur modernen Grossstadt, den Georg Bender und Adolf Heilberg wesentlich mitbestimmt haben. Es ging damals um die grossen Veränderungen, wie sie die deutschen Grossstädte, Breslau besonders, vor dem ersten Weltkriege durchstehen mussten, jene Entwicklung eben hin zur modernen Grossstadt mit allen ihren ständig wachsenden oder neu auf tretenden Problemen, die, durch “die wunderbare Steigerung der Lebenskraft und des Lebens der Bevölkerung” hervorgerufen, von der kommunalen Selbstverwaltung gelöst werden mussten. Eingemeindungsfragen mit einer weitschauenden Boden- und Baupolitik, Erweiterung des Verkehrs durch eine gänzlich neue Verkehrspolitik, die 1911 nach langen Verhandlungen mit der Übernahme der Breslauer Strassenbahngesellschaft in städtisches Eigentum endete, ein ständiger Ausbau der städtischen kommunalwirtschaftlichen Unternehmen, dazu eine von Jahr zu Jahr der Stadtvergrösserung rechnungtragende Kultur- und Schulpolitik forderten allein schon den Einsatz der ganzen Person. Dass Heilberg daneben eines der grossen Breslauer Anwaltsbüros aufbaute, dass er selbst der Fachjurist für die bedeutenden Fragen des anwaltlichen Berufsrechts wurde, zeigt seine fachlichen wie menschlichen Qualitäten. Nicht nur der gründliche Kenner des Kommunalrechts und der Kommunalwirtschaft ebenso wie des Privatrechts, dazu noch des Standesrechts der Rechtsanwälte, wurde der Breslauer Stadtverordnete, der vom rechtsuchenden Publikum gern in Anspruch genommene am Oberlandesgericht Breslau zugelassene Rechtsanwalt und Notar Heilberg; als Kommentator wichtiger durch die Schwierigkeiten der Zeit bedingter Gesetze, insbesondere auch aus der Kriegsgesetzgebung während des ersten Weltkrieges, als Mitarbeiter an grossen juristischen Geheimer Justizrat Dr. h. c. Adolf Heilberg, geboren, am 14. 1. 1858, zum Andenken Fachzeitschriften erwies sich in ihm der grosse Wissenschaftler, der die Ehrendoktorwürde mit guter Berechtigung erhalten hatte, der auch berufen war, am Oberlandesgericht Breslau einer der Prüfer des juristischen Nachwuchses im Referendarexamen zu sein. Der Kenner des Zivilrechts und des internationalen Privatrechts, der unmittelbar nach dem Friedensvertrag von Versailles schon 1919 ein Buch über die privatrechtlichen Bestimmungen des Versailler Vertrages herausgab, war aber ebenso bewandert auf den weiten Gebieten des öffentlichen Rechts, nicht nur im Kommunalrecht. “Schiedsvertrag, Schiedsgericht und schiedsgerichtliches Verfahren” hat er in einer beachtlichen Veröffentlichung des Deutschen Anwaltsvereins ebenso sicher und fachkundig dargestellt. Ein Mann der Praxis und der Wissenschaft, fand Heilberg überall, weit über Breslau und Schlesien hinaus, Beachtung. So stellte noch im Januar 1933 zum 75. Geburtstag des Geheimen Justizrates Heilberg die Deutsch Juristenzeitung fest, dass er einer der bekanntesten Rechtsanwälte Deutschlands und einer der stärksten Förderer der Belange einer freien Anwaltschaft sei. Im Januar 1928 hatte die Anwaltskammer Breslau ihrem Mitgliede, dem Vorsitzenden der schlesischen Anwaltskammer, dem Vizepräsidenten les Deutschen Anwaltsvereins, der 1908 auch Mitgründer der Vereinigung der Breslauer Oberlandesgerichtsanwälte und seitdem ihr Vorsitzender war, eine eigene Festschrift gewidmet, das hierzu ausgestaltete Sonderheft, das Heft 1 des Jahrgangs ihrer Zeitschrift, mit wertvollen Abhandlungen aus allen Rechtsgebieten, verfasst von 30 Kollegen des Jubilars, darunter bedeutende Breslauer Anwälte. Interessante Aufsätze befinden sich darunter, die die Bedeutung Schlesiens im deutschen Rechts¬ und Wirtschaftsleben kennzeichnen, so z. B. der von Justizrat Dr. Riemann, Breslau, über “die wasserrechtliche Bedeutung des schlesischen Auenrechts”. Anlässlich seines 75. Geburtstages am 14. Januar 1933 hatte die Breslauer Anwaltschaft Heilberg zu Ehren einen Festabend veranstaltet, bei Der Schreiber dieses Artikels ist Martin Guthmann, der schon in jungen Jahren die Getreide und Futtermittel Grosshandlung Schreiber & Guthmann, Breslau gründete. Er war im Vorstand der Vereinigung und als Schiedsrichter und Obmann im Schieds u. Oberschiedsgericht tätig sowie als gerichtlich vereidigter Sachverständiger der Handelskammer für Getreide. Genannter ist auch seit vielen vielen Jahren im Vorstand der “Society of Friends from Breslau in New York und ist der Mittelsmann zwischen dem New Yorker Verein und dem “Verband ehemaliger Breslauer in Tel Aviv. Er vermittelt auch immer die Glückwunschablösungen und Spenden. Schon im 15. u. 16. Jahrhunwert kamen enorme Mengen Getreide, Saaten, Hülsenfrüchte, Gewürze u.s.w. aus dem Osten, speciell von Rumänien, dem der Oberlandesgerichtspräsident und der stellvertretende Vorsitzende der Anwaltskammer in Ansprachen, die in ihrer Wärme und Herzlichkeit über das sonst Übliche hinausgingen, ihrer Verehrung dem Jubilar gegenüber Ausdruck verliehen. Zwei Monate danach, am 16. März 1933 nachmittags, musste Heilberg Breslau verlassen, um sich der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und der drohenden “Schutzhaft” zu entziehen, nachdem ihn der Oberlandesgerichtspräsident auf diese Gefahr hingewiesen hatte. In der Nacht vom 30. zum 31. März 1933, nachdem die Presse die Anordnung des Breslauer Polizeipräsidenten über die Vorlage der Reisepässe durch die jüdischen Einwohner Breslaues bekanntgegeben hatte, fasste Heilberg schweren Herzens nach Beratung mit einem, ihm befreundeten Kollegen den Entschluss, seinen Beruf und seinen Breslauer Wohnsitz aufzugeben. Noch in dieser Nacht sandte er an den Oberlandesgerichtspräsidenten in Breslau ein entsprechendes Schreiben mit der Bitte, die Löschung aus der Anwaltsliste alsbald zu bewirken. Noch am 31. März 1933 wurde er aus der Anwaltsliste gelöscht. Dies wurde ihm dann mit einem formularmässgen Schreiben ohne irgendeinen Zusatz, ohne Beifügung irgendeines persönlichen Wortes mitgeteilt. Heilberg nahm seinen Wohnsitz in Berlin, wo er sich zwei kleine möblierte Zimmer mietete. Er starb im Sommer 1936 in Berlin an den Folgen eines Verkehrsunfalls, trotz des hohen Alters in voller körperlicher und geistiger Rüstigkeit. In der Zeitschrift “Die Friedenswarte”, die in Zürich in der Schweiz erschien, gedachte Prof. Dr. Hans Wehberg Heilbergs, der viele Jahre auch Vorsitzender der Deutschen Friedensgesellschaft gewesen war, als eines Vorkämpfers der Friedensbewegung, der Verständigung der Völker, und eines vielseitig gebildeten, von den Idealen der Humanität erfüllten Menschen. Für ihn, der seinem Freunde Georg Bender im II. Band der von der Historischen Kommission für Schlesien berausgegebenen “Schlesischen Lebensbilder” ein ehrenvolles Gedenken gewidmet hatte, konnte bei seinem Tode in Breslau ein Nachruf nicht erscheinen. Seine Verdienste um die Hauptstadt unserer schlesischen Heimat verdienen es, spät noch gewürdigt zu werden. Dr. Gerhard Wabersinn Oesterreich, Ungarn, Jugosklavien, Polen, Galizien, Tschechei und anderen östlichen Ländern nach Breslau, zum kleinen Teil zum eigenen Gebrauch in Schlesien und angrenzenden Provinzen. Die meisten Waren wurden jedoch in Breslau eingelagert, manipuliert, um später nach dem Westen und Norden verkauft um verschickt zu werden. — Breslau war grösste Umschlags und Handelsplatz für vorstehende Produkte bis zum 19. Jahrhundert. Es waren bedeutende Firmen in den einzelnen Branchen, die sich mit dem Ankauf und Verkauf, Einlagerungen etc. befassten. Sie wurden mit grosen Pferde Lastwagen, die oft wochenlang unterwegs waren nach Breslau befördert. Anstelle dieser Fuhrwerke trat im letzten Jahrhundert Schiff und Eisenbahn. In früheren Jahrhunderten wurden die Waren teils auf öffentlichen Plätzen wie Blücherplatz, Neumarkt etc. und teils in Lagerhäusern (Fortsetzung Seite 12) Breslau, der beduetende Umschlagplatz vom Osten zum Westen FÜR GETREIDE — FUTTERMITTEL — SAATEN — HÜLSENFRÜCHTE, GEWÜRZE ETC. von MARTIN GUTHMANN, New York 11

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