Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1968
- Issue
- No. 24 (September 1968)
- Date
- 1968-09-01
- Page
- Seite 9 (sequence 2722)
- Language
- German
- Belongs to
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Auf der Strasse Tiberias—Metullah, wenige meter nördlich von Rosch Pinna da steht jetzt ein grosses Schild: Kuneithra! Kuneithra ist die frühere Bezirkshaupstadt des ehemaligen syrischen Gebietes. Dort verliessen wir die Strasse und bogen nach Osten ab, fuhren vorbei am alten Grenzhaus der britischen' Mandatsregierung, sahen an der Bergwand angefangene Erdarbeiten der Syrer, die den Jordan ableiten wollten, um Israel das Wasser abzugraben. Durch den 6-Tage-Krieg ist diese Arbeit unterbrochen worden. Dann kamen wir zur Brücke Benoth-Jakov (Töchter Jakovs), die über den Jordan führt. Dann ging’s nach Norden auf ausgezeichneter, neuangelegter Strasse, die “Quisch Bitachon”, (Sicherheits-Chaussee) genannt wird. Wieder auf israelischem Gebiet berührten wir die Kibbuzim Hagoscherim, Daphne, mit seinem Eichenhain und Dan, das am Jordan liegt und der alte Grenzpunkt war. Wir fuhren weiter zu den Jordanquellen. (Der Jordan hat drei Quellflüsse: der Hasbani im Libanon, der Dan auf israelischem Gebiet und der Banias, hebräischer Name Snir oder Nachal Hermon im früheren syrischen Gebiet). Wir erreichten jetzt einen der landschaftlich grandiosen Punkte der Fahrt. Die Wasser stürzten an einer Felswand vorbei, in der eine tiefe Höhle klaffte. Seitlich im Fels fanden sich noch Nischen aus griechischer Zeit, in denen damals Goetterbilder thronten. Banias ist die arabisierte Form von Pan. Hier befand sich ein Heiligtum des Tiergottes Pan. Bei der Weiterfahrt sieht man auf einem Berggipfel Ruinen von Mauern und Türmen, ein Bergschloss, das wegen seiner Stärke nach dem gewaltigen Jäger im ersten Buch Moses Burg “Nimrod” Assasinen, des “Alten vom Berge” wechselte im Kampf mehrmals die Hände zwischen den Kreuzfahren und Saladin. Seit dem Ende des 13. Jahrh. verfiel es. Unweit fand einer der Vorstösse der israelischen Infantrie- und Panzertruppen gegen die steil in den Bergen eingebauten syrischen Bunker statt. Bulldozer haben erst den Weg für die, Tanks gebannt. Dort und in den Bunkeijn sind yiele Helden gefallen. Dann kamen wir in ein Gebiet, in dem die Dörfer nicht verlassen waren. Lustig flatterte die Wäsche vor den Häusern im Wind. Diese Dörfer (eins davon heisst Massada) sind von Drusen bewohnt, die keine Mohammedaner sind. Nach ihrer Tradition leiten sie ihre Abstammung von Jethro, dem Schwiegervater von Mosche her. Ein Schafhirte zog durchs Tal. Ein Bauer arbeitete mit dem Holzpflug, wie man vor tausenden von Jahren den Boden bearbeitete. Wir sahen Drusinnen, die zwischen den umspülten Steinen, die Wäsche wuschen. In einem rechteckig abgezweigten Wasserbecken tummelten sich lustig Dutzende von Knaben. Frühlingsgrün prangten die niederen Hügel und hinter ihnen thronte der nach diesem langen Winter noch immer schneebedeckte Hermon (2600 m.). Es war ein Bild, dag wir im Lande kaum je aufnehmen dürfen und das Erinnerungen an Landschaften in der Schweiz erweckte. Der Weg stieg wieder an und wir gelangten zu dem hochgelegenen, heilgrünen See “Birket Ram”. Birket ist das arabische Wort für Brecha-Wasserteich. Der See ist 9 m. tief. Die Geologen, so hörten wir, forschen jetzt nach, ob unterirdische Verbindungen zu den Baniasquellen bestehen. Bevor wir uns Kuneithra näherten, bog ein Weg nach Osten ab: die Strasse nach Damaskus! Noch 60 Kilometer. Kuneithra, in dem uns das frühere Hauptquartier der syrischen Truppen gezeigt wurde, ein zweistöckiges Gebäude ebenso das Kino daneben, besteht sonst nur aus niedrigen Häuschen. Am Anfang des Ortes wird ein kleines Restaurant von einer Kibbuzgruppe, von Nachal Ha- Golan bewirtschaftet. Auf der Strasse war starker Verkehr von Militärwagen. Wenn die offenen bestückten half-tracks an uns vorbeifuhren, erzitterte der Boden unter unsem Füssen. Kuneithra ist fast verlassen. Von 20.000 Bewohnern blieben 700. Wir kamen vorbei an den grossen Kasemenbezirken. Die Eingangstore, die mit syrischen Farben rotweisschwarz geschmückt waren, trugen grosse Inschriften, die auf die Einheit aller arabischen Völker, sowohl wie auf den kommunistischen Einfluss durch die Russen Bezug nahmen. In den Höfen parkten israelische Tanks in langen Reihen. In einem Hof sahen wir junge Israelis in ihren buntgescheckten Camouflage-Uniformen mit friedlichem Fussballspiel beschäftigt. Als wir Kuneithra verlassen hatten, trafen wir immer wieder auf kleinere Soldatengruppen, die | Eine Fahrt lauf die Höhen | des Golan | zwischen den Hügeln postiert waren. Auf der Strasse nach Süden wurden uns drei Hügel gezeigt. Der östliche bezeichnet die jetzige Grenzlinie und ist in syrischen Händen, gegenüber liegt der Uno-Beobachterhügel und weiter westlich ist der Hügel, auf dem Rafid liegt, der befestigte israelische Punkt, auf dem vor wenigen Tagen eine landwirt-. schaftliche Nachalgruppe mit der Ansiedlung begonen hat. Leider erfuhren wir, dass ein junges Mädchen, das bei der Arbeit in der Küche in Nachal Hagolan durch ein syrisches Bazookageschoss noch vor einem Monat schwer verletzt wurde, jetzt doch gestorben ist. Die Strasse näherte sich dem Tiberiassee. Wir stiegen aus und sahen hinab. Vor dem tief unten liegenden Ufer türmt sich noch ein steil aufsteigender Berg: “Sussita”. Erst hier erfuhr ich, woher die in Israel hergestellte Automarke ihren Na- I men bezieht. Unter und neben diesem Berg breitet sich der durch seine Musikfestspiele wohlbekannte Kibbuz En Geb mit seinen Fischteichen aus. Weiter südlich zieht sich die Kette der Kibbuzim Haon, Tel Kazir, Schaar-Ha Golan. Und wir standen da zwischen den früheren syrischen Bunkern, aus denen seit Jahren auf die friedlich wie auf dem Präsentierteller liegenden landwirtschaftlichen Siedlungen geschossen wurde! Ihre in den steilen Bergen eingebauten Stellungen haben die Syrer für uneinnehmbar gehalten. Wir kamen zur Strasse zurück und sehen bei der Weiterfahrt jenen “möistphotographierten Tank”. Da haben israelische Soldaten in der Uberfreude des Sieges einen Tank auf einen elektrischen Mast hochgestemmt und angebunden. Eine Holzleiter lehnt noch daneben. Auf dem Felsboden am Grunde steht in grossen hebräischen Lettern in grüner Farbe “Liebesgabensendung für Damaskus! ” östlich im Tale sahen wir nacher das Heilbad El Chamme mit seinem spitzen Minarett liegen, dessen Quellen stärker sein sollen als die Quellen von Tiberias und das im nächsten Monat wieder eröffnet werden soll. Beim ersten im Lande gegründeten Kibbuz (vor 59 Jahren) Daganiah-Aleph, in dem Gordon gelebt hat, am Südende des Sees endete diese landwirtschaftlich - geographisch und historisch einzigartige Fahrt. Anni Löwenstein, Ramat-Chen Veranstaltung am Donnerstag den 4. April in Haifa Nach langer Zeit haben wir versucht, die Ortsgruppe Haifa wieder ins Leben zu rufen, nachdem diese durch Krankheit und des leider erfolgten Ablebens von Herrn Ludwig Löwenberg nicht mehr öffentlicht in Erscheinung trat. Der Einladung, die von Tel-Aviv ausging, sind zahlreiche Mitglieder gefolgt aber diesmal waren insbesondere die Oberschlesier vertreten unter Führung ihres rührigen Vorsitzenden des Herrn Jacob Karliner aus Tivon. Auch andere Mitglieder des Vorstandes der Oberschlesier nahmen daran teil. Herr Tauber als 1. Vorsitzender der Breslauer eröffnete den Abend und übergab das Wort Herrn I. Palmon, Tel-Aviv, zu einem erstklassig angelegten Vortrag “Israel im Kräftespiel des mittleren Ostens”. Eine lebhafte Discussion schloss sich dem Vortrag an. Der zweite Teil des Abends war einer Aussprache gewidmet, die den Zweck haben soll in Haifa eine Exekutive von 3 Personen zu schaffen, die dort die Arbeit aufnimmt und in kulturellen Dingen mit den Oberschlesiern Zusammenarbeiten soll. Dieser Punkt ist positiv aufgenommen worden und in der Discussion von Frau Valeria Altmann, Haifa von Herrn Jakob Karliner, Herrn Paul Seidmann, Haifa u.a. befürwortet worden. Frau Altmann entschuldigte Frau Dr. Rabin, die an dem Abend verhindert war und bereit ist mitzuarbeiten ebenso Herr Schiftan aus Kirjath Bialik, der im Augenblick beschäftigt ist aber bald nach seiner Freimachung sich auch der Exekutive anschliessen wird. Die Annoncen für diesen Abend sind ln den “Jedioth Chadaschoth ”, der deutschsprachigen Zeitung veröffentlicht worden. Es hat sich aber erwiesen, dass viele die Zeitung nicht lesen und wir müssen all denen, die nicht Leser dieser Zeitung sind, besondere Benachrichtigungen zugehen lassen. Sonst wissen unsere Mitglieder nichts von unseren Veranstaltungen. Weitere Abende sind in Haifa geplant. Erich Lewin gedachte am Anfang des zweiten Teiles der Arbeit des heimgegangenen Ludwig Löwenberg, Haifa, den die Versammlung durch Erheben von ihren Plätzen ehrte. »wwwv> ' «/s/vv/ww> Alles für den Schreibtisch, Alles fürs Büro — Niemals bleibt es gleich sich, WAS du kaufst und WO! i. rotkowitz F’aipnn Office Equipment and Stationery GIFTS FOR ALL OCCASIONS *nvm w5 inuQ nn 535 rmno T.-A., ALLENBY ST. 7 9 'm TEL. 6111346 .5v Riesenauswahl in Geschenken für alle Gelegenheiten! 9