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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1968-09-01 · No. 24 (September 1968) · p. Seite 5

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1968
Issue
No. 24 (September 1968)
Date
1968-09-01
Page
Seite 5 (sequence 2718)
Language
German
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Breslaus jüdische Vergangenheit 1454—1702 Breslau! — doppelt schmerzlich klingt der Name der Stadt, wenn von der Geschichte der Juden in Breslau die Rede ist. Denn diese blühende Grossgemeinde mit ihrem Rabbinerseminar, ihren schönen Synagogen, mit Krankenhaus und Waisenhaus und Altenheim hatte längst aufgehört, zu existieren, ehe aus Breslau Wroclaw wurde. Schon an jenem unseligen 9. November 1938 wurde der Prunkbau der Synagoge am Schweidnitzer Stadtgraben verbrannt und gleichzeitig die meisten anderen Synagogen mit Ausnahme der alten, der sogenannten Storchsynagoge, die nach zuverlässigen Mitteilungen noch heute besteht und benutzt wird. Die tausende von Juden, die diese Schrekkensnacht erlebten und sich nicht noch retten konnten, wurden samt ihrem Rabbiner Dr. Reinhold Lewin in die Vernichtungslager deportiert. Nun kommt heute ein alter Breslauer, Zögling des Breslauer Rabbinerseminars und später Archivar der jüdischen Gemeinde, Rabbiner Bernhard Brilling, und schreibt eine “Geschichte der Juden in Breslau von 1454-1702” (Stuttgart, Kohlhammer-Verlag). Eigentlich war diese Arbeit schon 1933 im Entwurf geschrieben und bis 1938 vervollständigt worden. Sie hätte als Dissertation eingereicht werden sollen. Da aber Juden die Zulassung zur Promotion nicht mehr gestattet wurde und ausserdem der Verfasser an jenem 9. November in das KZ Buchenwald gebracht wurde und dann schnellstens nach Palästina äuswanderte, konnten seine Pläne nicht verwirklicht werden. Lange Jahre war er inzwischen Archivar der Stadt Tel Aviv, bis er sich vor sieben Jahren entschloss, die Pläne seiner Jugend wieder aufzunehmen und in Münster seine Studien zu vollenden. Die jetzt vorliegende Arbeit ist seine erheblich erweiterte Dissertation. Sie bringt weder die alte Gehchichte, die bereits wissenschaftlich verarbeitet worden ist, noch die neuere, die eigentliche Blütezeit unter der preussischen Regierung, sondern sie füllt eine Lücke aus, 'indem sie die Zwischenzeit behandelt. 1453 waren die Juden aus Breslau durch Capistrano vertrieben worden, aber, wie es an so vielen anderen Orten auch zu beobachten ist, waren sie bald wieder dort, wenn auch zunächst nur in geringer Zahl und meistens nur vorübergehend zu den Breslauer Märkten. Mit dieser Zeit beginnt die Arbeit Brillings und schildert erschöpfend diese 250 Jahre bis zum Anfang des 18. Jahhunderts. Noch ist es nicht die werdende Grossgemeinde, noch bekommt sie nicht Zuzug aus den preussisch gewordenen Teilen Polens, aber schon jetzt spielt der Einfluss des polnischen Judentums eine grosse Rolle. Die in der Vierländersynode zusammengeschlossenen Juden Polens haben starkes Interesse an AN UNSERE MITGLIEDER u. FREUNDE IN ISRAEL UND IN ALLEN LÄNDERN Unser letztes Rundschreiben hat grossen Anklang gefunden und ein beträchtlicher Teil unserer Mitglieder und Freunde hat seinen Beitrag bezw. Spenden gesandt. Wir bitten aber diejenigen, die dies noch nicht getan haben, ihre Beiträge bezw. Spenden auf unser Konto Irgun Jozei Breslau, Tel-Aviv, Bank Japhet No. 26582/43 Rothschild Blvd. 11 zu übersenden. Zeitungen oder Anfragen an Erich Lewin, Tel-Aviv, Karl Netter 7 (Israel) Tel. 614861. Der Vorstand des Verbandes ehemaliger Breslauer Ernst Tauber 1. Vorsitzender einer nicht nur provisorischen Judensiedlung in Breslau, sie halten sich oftmals gerade in der Zeit der Herbstfeiertage dort auf, well um diese Zeit einer der vier grossen Breslauer Märkte stattfindet; sie sind aber auch an ständigen Gottesdiensten interessiert. Die städtischen Behörden wiederum versprechen sich von den Juden einerseits wirtschaftlichen Nutzen, sehen aber in ihnen auch unbequeme Konkurrenten. Wie aus diesen provisorischen Gebetsstuben allmählich feste Synagogen und eine geordnete Gemeinde hervorgehen, wie stark der Einfluss der jüdischen Kaufleute ist, und welche Bedeutung, die jüdischen Münzlieferanten für d. kaiserliche Münze haben, ähnlich wie in Berlin für Preussen, all’ dies zeigt Brilling in der vorliegenden gründlichen Studie. Sehr ähnlich lagen die Verhältnisse in Leipzig und hier wie dort spielt das Bedienungspersonal eine wichtige Rolle. Der Diener, hebräisch Schammasch, im jüdisch-deutschen abgeschliffen zu Schammes, ist nicht nur der Synagogendiener, sondern erhält das Recht, zur Abwicklung der laufenden Geschäfte, zur Einkassierung von Schulden usw. sich auch in der Zeit zwischen den Messen, also faktisch dauernd, in Breslau aufzuhalten. Da manche Landesteile sowohl Polens, als auch Böhmens, manche grosse Gemeinde wie Prag, Lemberg oder Posen, und auch die beiden schlesischen Gemeinden Glogau und ZUlz einen eigenen Schammes nach Breslau entsandten, fand sich allmählich eine ganze Anzahl dieser Diener ein, die mit dem grammatisch immöglichen Plural Schammesse (statt des hebräischen Schammaschim) in den Urkunden bezeichnet werden. Ihre Tätigkeit war in Wirklichkeit nicht die von Dienern sondern, der Vergleich ist durchaus passend, die von Konsuln. Neben diesen “Schammessen” sind die Münzlieferanten als die Begründer der Breslauer jüdischen Gemeinde anzusehen. Ihr Einfluss ist sehr stark; ihr Anteil an den Edelmetall-Lieferungen wächst in den fast 100 Jahren von 1627 bis 1720 von 20 Prozent auf 92 Prozent. Allmählich finden sich zu diesen beiden Gruppen immer mehr Juden, die zum Teil zu ihrem Personal gehören oder irgendwie von ihnen abhängig sind. Und es entsteht auch bald nach dem Dreissigjährigen Kriege eine ständige Gebetsstube im Hause des Münzjuden Zacharias Lazarus aus Nachod, die bis zur Zerstörung im Jahre 1933 bestehen bleibt, der sogenannte “Tempel”. Offiziell nehmen die Kaiserliche Regierung und die Stadt Breslau vom Bestehen einer jüdischen Gemeinde nicht Kenntnis. Die Juden werden nur stillschweigend geduldet. Erst nach der Eroberung Breslaus durch Preussen wird 1744 die jüdische Gemeinde als Körperschaft anerkannt. Es würde auch in einer ausführlichen Besprechung zu weit führen, noch mehr Einzelheiten zu bringen. Jeder Interessierte wird die flüssig geschriebene und leichtverständliche Arbeit Brillings mit Interesse und Vergnügen lesen, und dem Wissenschaftler wird die Fülle der Anmerkungen, die streng vom Text getrennt sind, wesentliche Anregung zu weiteren Forschungen bieten. Rabbiner Dr. Neufeld Im Monat Oktober oder November findet ein Landestreffen der Absolventen der privaten jüdischen Volksschule in Breslau, Jahrgang 1938, (Klasse von Herrn Feilchenfeld) statt. Die Chawerim werden gebeten sich mit HERBERT RITTER, Kirjat Ata, Remez Str. 20, in Verbindung zu setzen An der Sprache erkannt Wenn ein ehemaliger Breslauer auf Reisen geht, so schaut er sich natürlich auch nach Breslauer Erinnerungen um, er sucht Breslauer Menschen zu finden und — er findet! Eine Station der diesjährigen Reise war Salzburg. Wie erstaunt war man, dort in Mozarts Geburtshaus Nachbildungen der Dekorationen Mozartscher Opern von Prof. Wildermann aus dem Breslauer Stadttheater von 1925 zu finden. Es gao auch vor allem freudiges Wiedersehen mit den Familien Seifert und Dietrich, in deren Heim liebenswürdige Breslauer Luft wehte. Der Erzählungen und Gespräche um Breslau herum gab es kein Ende. Wissen Sie noch? Erinnern Sie sich? So begann jeder Satz. An Erfrischungen gab es u.a. echten Stonsdorfer und sogar die Pfefferminzplätzchen von Micksch fehlten nicht. Auch von den Breslauer Künstlern war die Rede, von Vater Groeger, von den Theatern, denn Frau Seifert war einst auch so ein liebes Theaterkind, das oft auf dem Theaterzettel prangte. Man konnte sich garnicht aus diesem “Breslauer” Haus trennen. Ein andermal ging es zum Rektor iR. Hermann Gramatte in Augsburg. Welch vitaler “jugendlichei ” Breslauer ist das in seinem originellen Junggesellen-Heim mit seinen na sagen wir ...zig Jahren! Was gab es da zu erzählen von den alten Breslauer Zeiten, von der Kleinburgschule, von seinen Schülerinnen und Schülern und von viel schönen Reisen, die der allseits Verehrte inzwischen unternommen hatte, der auch ein besonders guter Freund unseres Dr. W. Freyhan war. In Augsburg, der ehrwürdig schönen alten Stadt, lebt er jetzt, weil dort so vieles ihn an Breslau erinnert. Dann bot uns der Herr Stadtrat i:R: einen unvergesslichen Rundgang durch die Stadt, der Dom, die Fuggerei waren Hauptziele dieses interessanten Spazierganges und es wurde eben zur Abwechselung nur breslauerisch geredet. Zum Abschluss ein freudiges Treffen mit ehemaligen Breslauern, Familie Hans Baron, dem bekannten Sänger vom Breslauer Stadttheater. Was gab es auch hier für Reminiszenzen! — Wir hatten das Vergnügen, Frau Lucie Egrr, eine geborene Breslauerin, kennen zu lernen, deren Programme — sie ist Sängerin — am Münchner Sender zu hören sind. — Dann: Schauplatz — eine Apotheke in der Schwanthalerstrasse in München. Man sagt seine Wünsche und die attraktive junge Dame fragt, woher ich eigentlich sei. Als ich ihr erwidere, wo ich jetzt wohne, fragt sie nochmals: Nein, ich meine vorher? Nun bestätige ich ihr, dass ich aus Breslau bin und erfreut antwortet sie, sie sei ebenfalls von dort und hätte im Süden gewohnt und sie hätte mich gleich an der Sprache erkannt! Also muss ich doch ein perfektes “Breslauisch” reden, stimts, ihr Leute? Julius Sachs, Tel-Aviv SHAOOLY — GIFT — 'TINIU GOLD and SILVER JEWELLERY ART OBJECTS Bib Selection of religious articles for BAR-MIZVA: Kosher Tfilin, Talith, Sidur, Bibles etc. Orders accepted and firwarded to any place in the world. Recomended by the Government Tourist Corporation. Tel-Aviv, 62 Ben-Yehuda St. — Tel. 220138 mn? row

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