Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1968
- Issue
- No. 23 (April 1968)
- Date
- 1968-04-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Die jüdischen Feiertage einst und jetzt Die Jüdischen Feiertage, in Breslau von den Gemeindemitgliedern kurz “Jüdische Herbstmanöver ” genannt, verliefen fast immer in derselben Form. Es herrschte fast immer richtiges “Judenwetter”, das heisst es war herrlichster Sonnenschein, auch wenn es noch kurz vor Rosch Haschanah trübe gewesen war. In der Tat kann ich mich aus meiner Kinder- und Jugendzeit nur an ein einziges Mal erinnern, wo es am Jom Kippur fürchterlich goss. Rechtzeitig wurden die Geschäfte geschlossen und an den Türen oder Rollläden Schilder angebracht mit der Aufschrift: “Der Jüdischen Feiertage wegen geschlossen”. Dann zog die ganze Familie los, vorneweg mein Bruder und ich in unseren besten Schabbesnachmittagvordertürstehanzügen, dahinter unsere Eltern in Staatstoilette, Vater selbstverständlich mit der “Angströhre” auf dem Kopf, die, wenn wir Bekannten begegneten, an der Krempe angepackt und in grossem Bogen geschwenkt wurde. Und auf unserem langen Wege vom Striegauerplatz bis zum Konzerthaus in der Gartenstrasse überflüssig zu sagen, dass der ganze Weg zu Fuss zurückgelegt wurde — begegneten wir ja sovielen Bekannten, dass man aus dem Grüssen nicht herauskam. Da wir viele viele Jahre dieselben Plätze innehatten, gab es diesbezüglich keinen grossen Aufenthalt, jeder setzte sich und wenige Minuten später nahm der Gottesdienst seinen Anfang. Und was für ein würdiger Gottesdienst; kein Misston sowohl im direkten als auch übertragenen Sinne des Wortes. Wenn ich nach fast 30 Jahren Emigration an die alten Zeiten zurückdenke packt mich eine Sehnsucht nach diesem geordneten Leben von dem ich weiss, dass es nie wiederkommen wird. Ich war von 1939—1947 mit meiner Familie in Shanghai und obgleich auch dort ein geordneter Gottesdienst aufrechterhalten wurde, es war doch nicht mehr das richtige. Zurzeit der Herbstfeiertage berschte in Shanghai Hochsommerwetter, sodass man in Polohemd und Tropenhelm in den Schul ging. Schon dass man d. dunkeln Anzug u. Zylinder mit anderen Kleidungsstücken ersetzen musste, nahm natürlich einen Teil der Feierlichkeit. Aber es war noch ein gewisser Zusammenhalt und eine gewisse Einigkeit unter unseren Glaubensbrüdern der sich z.B. im strikten und uniformen Schliessen der UNSERE KULTURABENDE Im Monat Dezember 1967 hatten wir im Cafe “Noga” einen sehr gelungenen heiteren Künstlerabend, der stark besucht war. Unter der bewährten Leitung unseres lieben Herrn JULIUS SACHS, Tel-Aviv traten bekannte namhafte Künstler und Schauspieler auf. Operngesang, Klaviervirtuosen, heitere Opperetten wechselten ab mit ausgezeichneter Komik, die alle in eine besonders gute Stimmung versetzten. Der Abend war als sehr gelungen zu bezeichneten und in später Abendstunde verliessen die Besucher sehr zufrieden den Saal. Einen Vortragsabend mit hohem Nivo bescheerte uns Herr Dr. Josef Kaufmann, Vorsitzender ehemaliger Kölner und Rheinländer über das Thema: “Europareise nach dem 6 Tage Krieg”. Es war ein gelungener Abend, an dem sich eine Discussion anschloss. Im Januar 1968 sahen wir Tonfilme unter der Redaktion des “Deutschen Israel Fernsehens”, das uns 2 gute Filme bot. “Adenauer in Israel im Jahre 1966” sowie “Das heilige Land” die drei Religionen ganz auf den Aussprüchen der Bibel aufgebaut ohne Berücksichtigung des heutigen Israel. Fast alle Teilnehmer waren begeistert von der besonders guten Wiedergabe des Films. Einleitende Worte von Herrn Tauber, Erklärungen von Herrn Schnabel beide aus Beth Jizchak. Weitere Kulturveranstaltungen sind vorgesehen diesmal auch in Haifa. Geschäfte an Jüdischen Feiertagen und sogar am Schabbes äusserte. Was nun Santiago betrifft, so ist die hiesige deutschsprachige Gemeinde vor mehr als 20 Jahren von Breslauern gegründet worden und ein böser Volkswitz behauptet, dass deswegen in der Synagogue die ersten 10 Reihen den Breslauern reserviert sind. Sei dem wie es sei und immer unter Berücksichtigung der lokalen Verhältnisse hat man so etwas wie einen geordneten Gottesdienst zusammenbekommen. An den hohen Feiertagen nimmt man noch einen grossen Saal in einem Stadtteil hinzu um den Gemeindemitgliedern die inzwischen in die “auffluent society” aufgerückt sind, entgegenzukommen, und für die die Entfernung nach dem in einem alten Stadtviertel in der Portugalstrasse gelegenen Tempel eine grosse Belästigung dafstellen würde. Trotzdem sind die Anfahrtsstrassen zum Tempel mit Autos überfüllt, wobei die einzige Konzession die einige Glaubensgenossen machen ist, dass sie den Wagen statt direkt vor dem Schul in einer Nebenstrasse parken, sodass Sie notgedrungen einen Strassenblock zu Fuss gehen müssen, was den Vorteil hat dass sie zu Fuss ankommen und alle diejenigen täuschen, die von der anderen Seite in gleicher Form anlangen. Die Synagogue selbst ist vor ca. 10 oder 12 Jahren gebaut. Sie ist ohne Zweifel modern (zum Kotzen modern) aber es fehlt ihr die Wärme, jene Wärme die einen in der NEUEN SYNA¬ GOGUE in Breslau zum Beten inspiriert hat, während man hier zwischen Schmäh und Schmoneesre über den Gang der Geschäfte, den letzten Dollarkurs (Schwarzmarkt selbstverständlich) etc. etc. unterrichtet wird. Wie gesagt, die alten Zeiten sind endgültig vorüber. Ob sie schöner waren als die heutige muss jeder für sich selbst entscheiden”. Bodo Langer Santiago (Chile) *V7Ö mn nos yn ufma un*vfl oy ♦ mn«1?! rria1? nwia oy bo umr nDfl m nr« iisDin ny * rrtnip bs »a* : mönsr» trrh »yan jkd p"p3 DSU tamsnm ißhffrt) wn Dann fnwi fiHfi W» KH *D’N WJ’D TUW-n U1K DAHjP DDDJp BDwna •üinNaj Vnsn wyniN pmw ojn ntonn : Yvhvap» DTWT i«0 *1«^ MTWÖfl n’n tfriNü rpai b'SV'l ™ nw« njn»n riiob« n ft nn rroon »ö rpV 'n pn« : V'sr d"d N”D bya ‘wrr 'inonm'aimina nonaon P*aS TDpn In Nr. 21 hatten wir einen Artikel von Rabbiner Dr. Neufeld, Tel-Aviv “Gedrückt in Dyhernfurth”. Heute bieten wir Ihnen eine Abbildung des Titelblattes einer Hagada gedruckt in Dyhemfurth aus dem Jahre 1803. Wörtlich “Unter der Herrschaft des weisen Königlichen Preussischen Wirklichen Geheim Attaches Kriegs und dirigierenden Minister über die schlesischen Lande Ritter des Schwarzen Adler Ordens Hoch Wohl Geborener Graf von Heuss Exellenz”. Gedruckt in Gemeinschaft von der frommen Witwe, der Biederfrau Rachil und ihrer Söhne Michael Simon, Aron und Josef, Söhne des verstorbenen bekannten Rabbiners, der ausgezeichnet war in Thorawissen und G”ttesfurcht Morenu Haraw Jechiel Michel Diese Haggada befindet sich im Privatbesitz unseres Vorstandsmitglieds Heinrich Chanoch Cohn, Ramat Gan, Raanin Str. 16 und ist uns freundlicherweise von ihm zum Abdruck zur Verfügung gestellt worden. Wir danken ihm dafür herzlichst. 5