Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1967
- Issue
- No. 22 (October 1967)
- Date
- 1967-10-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Das Jahr des Durchbruchs Das jetzt zuende gegangene Jüdische Jahr kann ln der Geschichte Israel als “Jahr des Durchbruchs“ bezeichnet werden. Als 1948 der Staat der Juden Ins Leben gerufen wurde, versuchten die arabischen Länder ihm durch eine Reihe von Mauern und Verboten das Leben zu erschweren und zu verbittern. Die Klagemauer durfte nicht besucht werden, die Schiffahrt durch den Suezkanal und durch die Strasse von Tiran war verboten, die Zufuhr von Erdoel wurde abgeschnitten, und die Firmen in der Welt, die mit Israel Handel treiben wollten, wurden mit Boykott bedroht. Überall sah sich Israel Sperren und Blockade- Massnahmen gegenüber. Diese erwiesen sich zwar dank einer ausserordentlich elastischen Widerstandspolitik des Jüdischen Staates als nicht sehr wirksam, aber sie behinderten doch die Entwicklung des Landes. Israel spürte es, dass es Jahre lang fünf Mal so viel wie üblich für Erdoel zahlen musste, weil Ihm die normale Zufuhr durch die Blockade abgeschnitten war, und erst nach der Sinai-Aktion trat eine gewisse Änderung ein. In den letzten Jahren wurde Immer klarer, dass eines Tages weitere Schritte erfolgen müssten, um den für die Zukunft Israels so wichtigen “Durchbruch in die Freiheit” zu erreichen. In diesem Jahre ist der Durchbruch zu einem wesentlichen Teil zur Tatsache geworden. Der Weg zur Klagemauer und zum Scopus in Jerusalem wurde geöffnet, die Jerusalemer Altstadt mit Israel vereinigt, und 1967 wurde der Trauertag des 9. Aw fast zu einem Festtag in der heiligen Stadt. Die sonstigen Sperr- und Blockademassnahmen brachen dank des Erfolges im Sechstage-Kriege zusammen, und dafür hier nur ein kleines Beispiel: Früher mussten El Al Flugzeuge, die nach Südafrika gelangen wollten, über die Türkei, Persien und Ostafrika fliegen, um zum Ziele zu kommen. Jetzt können Israels Maschinen den direkten kurzen Weg über Sinai und das Rote Meer nehmen, und die Flugdauer wurde von 15 auf neun Stunden abgekürzt. In dieser Weise wirkt sich das Ende der Blockade und der Verbote aus. Seit dem Kriege von 1948 kämpfte Israel um das Recht der freien Schiffahrt durch den Suezkanal, das dem Staate der Juden durch den Sicherheitsrat schon im Jahre 1951 ausdrücklich bestätigt worden war. Die Ägypter haben sich jedoch nie an die Entscheidungen des Sicherheitsrates gehalten, und die L,ander der freien Welt, die selbst den Kanal benutzen konnten, haben sich nicht auf einen bewaffneten Zusammenstoss mit Kairo wegen der Schiffahrtsrechte Israels einlassen wollen. So blieb es — auch nach der Sinai-Aktion von 1966 — dabei, dass der Kanal für Israel Schiffe gesperrt blieb. Jetzt ist zum ersten Male eine Änderung eingetreten. Noch ist der Kanal gesperrt, weil die Ägypter ihn durch Versenkung von Schiffen impassierbar gemacht haben, aber sie können ihn nicht mehr ohne Zustimmung Israels öffnen. Am Ostufer des Kanals sitzen israelische Truppen, und sie werden von dort nicht ohne verbindliche Sicherung der Schiffahrtsrechte für Israel verschwinden. Auch dieser Teil des gross angelegten arabischen Blockade-Programmes wird bald der Geschichte angehören — auch hier wird der Durchbruch erzielt werden, wenn der Suezkanal überhaupt in absehbarer Zeit für die internationale Schiffahrt wieder eröffnet werden wird. Aber mit den bisher erreichten Erfolgen ist der endgültige Durchbruch Israels in echte Freiheit und zur einer wirklich gesicherten Existenz noch nicht erreicht. Nach der Gründung des Staates blieb Israels Leben mit drei schweren Hypotheken belastet: 1. Es hatte noch keinen Frieden mit seinen Nachbarn abschliessen können. 2. Die Beziehung zu den Juden der Welt war ungeklärt, und ins Land kamen meist nur diejenigen, die verfolgt waren und in akutem Notstand lebten. 3. Die wirt- Von J. E. PALMON schaftliche Zukunft war nicht gesichert, da Israel ständig durch ein grosses Defizit in seiner Handels- und Zahlungsbilanz beeinträchtigt war. Die Last dieser drei Hypotheken ist heute gemildert, aber sie sind noch nicht verschwunden und bestehen weiter. Frieden mit den Nachbarn. Auch heute weigern sich die arabischen Länder Frieden mit Israel zu schliessen. Aber ln der ganzen Auseinandersetzung ist Israels Position unvergleichlich günstiger als früher, und zum Teil hängt der Frieden von den Bedingungen Israels ab. Die Grenzziehung ist viel bequemer für Israel, und damit ist die Bedrohung des Staates geringer geworden. Aber angesichts der Aufrüstung der arabischen Länder muss Israel weiter grosse Summen für seine Sicherheit ausgeben, und dadurch wird der Staatshaushalt und das Nationaleinkommen schwer belastet. Die Beziehungen zu den Juden der Weit. Nachdem es eine gewisse Abkühlung in den Verbindungen zu gewissen jüdischen Gemeinschaften in der westlichen Welt (besonders zur jüdischen Jugend in den USA) gegeben hatte, brach in der Zeit des Sechstage-Krieges das Gefühl ursprünglicher Verbundenheit wieder durch. Es fand seinen Niederschlag in der grossartigen Bewegung der Freiwilligen, in deren Rahmen viele Tausende Jugendlicher zur Hilfe nach Israel eilten. Jetzt wird diese Bewegung in normale organisatorische Bahnen gelenkt. Ausserdem wird die erneute “Israel-Stimmung” in der Weltjudenheit für Stärkung der Einwanderung aus allen Teilen der westlichen Welt ausgenützt. In den letzten Monaten dieses Jahres werden 30 bis 40 Emissäre von Rang (Minister, hohe Offiziere und Professoren) die Länder des amerikanischen Kontinents und Europa besuchen, um für den Gedanken der Alijah zu werben. Zugleich wird ein Programm für die Aufnahme von 15.000 bis 20.000 Familien aus den westlichen Ländern vorbereitet, das gemeinsam von Regierung und Zionistischer Organisation ausgearbeitet wird. Dieses Programm wird in Gesetzesform gegossen werden, denn nach vieljährigem Drängen wird die Regierung ein “Einwanderer Gesetz” erlassen, in dem alle Vergünstigungen und Rechte neuer Einwanderer auf Zuweisung von Wohnungen, Zollbefreiung usw. enthalten sind. Die wirtschaftliche Zukunft. Israel ging in den Sechs-Tage-Krieg im Zeichen der wirtschaftlichen Rezession (Mitun). Als der Krieg vorüber war, war zwar der Begriff der Rezession vergessen, aber bald zeigte sich, dass die Flaute in der Wirtschaft noch nicht überwunden war und dass die Arbeitslosigkeit weiter ein ernstes Problem für das Land bildete. Zu den Sorgen für das eigentliche Israel kamen noch die für die besetzten Gebiete hinzu, denn die Jerusalemer Regierung musste für die möglichst normale Gestaltung des Lebens in diesen Bezirken sorgen. Dies war mit schwerer Belastung des Haushaltes verbunden, da die besetzten Gebiete sich als “Defizit-Regionen” erwiesen, aber im Interesse der politischen Zukunft musste Israel diese Last auf sich nehmen. Kurz nach dem Kriege wollte jedenfalls die Regierung Wege beschreiten, die der Rezession das Ende bereiten und zugleich eine wirtschaftliche gesunde Zukunft auf breiterer Basis sichern sollten. Zu diesem Zwecke wurde eine Beratung mit führenden jüdischen Wirtschaftlern und Finanziers (die sogenannte Millionär-Konferenz) in Jerusalem veranlastet. Auf dieser Tagung hatten die Gäste aus dem Auslande, die zum Teil durch Investitionen mit Israel eng verbunden sind, die Möglichkeit zur Aussprache und Kritik, von der sie reichlich Gebrauch machten. Finanzminister Sapir versprach, der Kritik alle Aufmerksamkeit zuzuwenden, und schon bei einer folgenden Besprechung mit den Leitern des israelischen Industriellen-Verbandes zeigte sich, dass die Regierung in ihrer Steuer- und Finanzierungspolitik gewisse Korrekturen im Sinne der Anregungen der Teilnehmer der Millionär-Konferenz vornehmen will. Die Tagung der Millionäre soll nicht “im Sande verlaufen”, sondern ein ständiges Sekretariat unter Leitung des Vize-Finanzministers Dr. Dinstein soll den Kontakt mit den Teilnehmern aufrechterhalten und eine zweite Investoren-Tagung für 1968 vorbereiten, an der mehrere hundert Finanziers teilnehmen sollen. Die ganze Bewegung soll dazu dienen, um auch auf wirtschaftlichem Gebiet den Durchbruch zur Unabhängigkeit” zu bringen. Finanzminister Sapir hatte auf der Millionär-Konferenz auf Grund der Berechnungen seiner Experten vorausgesagt, dass Israel sein Defizit bis 1978 überwinden und damit den wirtschaftlichen Ausgleich erreichen werde. Die Hilfe der Finanzkreise soll für neue Investitionspläne und für Steigerung der Exporte eingesetzt werden. D- Konferenz des Jahres 1968 wird übrigens noch um ein interessantes Detail bereichert werden, da Baron Edmond de Rothschild seinen eigenen Entwicklungsplan vorlegen will. Für Israel sind alle diese Debatten entscheidend, da es sich darum handeln wird, das Land auf moderne westliche Produktionsmethoden umzustellen und der freien Initiative weit mehr Raum als bisher einzuräumen. Das Jahr 1968 wird im Zeichen der 20-Jahr- Feiern Israels stehen, die schon vor dem Sechs- Tage-Krieg vorbereitet wurden, die nun natürlich einen ganz anderen Charakter annehmen werden. Israel sieht sich bestimmt an der weltpolitischen Front noch schweren Auseinandersetzungen gegenüber — aber dieses Jahr und das kommende werden angesichts der verbesserten Ausgangspositionen doch wesentliche Beiträge zum Abbau der schweren Hypotheken liefern können, die bisher auf Israel lasteten. Die Errungenschaften des Jahres des Durchbruchs werden sicher nicht verloren gehen und in der Geschichte des Landesaufbaus unvergessen bleiben. Die Telefonnummer des Verbandes ist nicht wie im Telefonbuch angegeben 231356, sondern 614861. vmuzc Ofen DEIN FEST —OB ZU HAUSE ODER IM SAAL — BEI „TCHELET" GELINGT’S DIR JEDESMAL TEL-AVTV. Tel. 22 05 45 59, Sheinkinstr. naiü m w 2